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Leben unter toxischen Verhältnissen?

Aydabkz

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Hallo ihr lieben,
Ich wende mich Mal nach einer langen Zeit wieder an euch, an dieses Forum. Ich glaube ich brauche einfach eine neutrale Meinung. Ich merke wie mich ein großes großes Thema sehr belastet und mir teilweise schon den Schlaf raubt, mich nervös werden laßt weil ich nicht weiß wie ich mich davon distanzieren kann.

Es geht um das Verhältnis zu meiner Mutter. Doch das ist nicht nur ein schlechtes Verhältnis, ich würde ja sogar behaupten wir haben die meiste Zeit ein sehr gutes Verhältnis. Doch sie hat ein ganz großes Problem mit ihrer Vergangenheit, mit dem loslassen und kann meine Meinungen einfach nicht akzeptieren.

Nun, ich fange Mal an. Fakt ist, sie hatte eine schwere Kindheit. Es sind laut meines Wissens Dinge passiert, die zu einem Trauma geführt haben. Ich weiß nicht genau was. Doch auf jeden Fall bin ich für sie da und ich habe all die Jahre, meine ganze Jugend immer wieder mit gelitten. Ich bin in Tränen ausgebrochen, war sehr traurig, hatte ein schlechtes Gewissen und habe alles versucht, damit es ihr gut geht. Der Fakt dass sie traurig war hat mir immer wieder sehr weh getan.

So. Jetzt bin ich 19 und habe einiges dazu gelernt. Ich versuche mich jetzt selber zu schützen. Ich muss mir auch eingestehen, dass ich an ihrem empfinden nichts verändern kann und es nicht meine Aufgabe ist. Ich habe eine Beziehung seit über einem halben Jahr. Doch das ist ebenfalls ein enormer Konfliktpunkt darauf gehe ich gleich noch einmal ein.

Ich weiß ehrlich gesagt Garnicht wo genau ich anfangen soll. Also, der Grund der mich dazu bewegt hat mich an dieses Forum zu wenden: Osterfrühstück ist ein wenig eskaliert durch ihr einreden auf meine Schwester und mich. Die letzten Wochen hatten wir mehr Kontakt zu Familie ( Großeltern und meine Tante also ihre Schwester). Meine Großeltern haben uns ein wenig beim Renovieren geholfen. Meine Mutter nahm die Hilfe dankend an und eigentlich dachte ich sie sind auf einem gutem Weg. Weihnachten waren wir auch bei meinen Großeltern und meine Mutter fand die Tage auch toll. Ich muss zugeben, ich habe mich danach gesehnt. Sie Mal wieder zu sehen. Gemeinsam Weihnachten zu feiern und alles war so wie in den wunderschönen Tagen in meiner Kindheit. Ostern hätten wir eigentlich auch gemeinsam mit meiner Tante verbracht, doch c* verhindert es leider.

Wir hatten gute 6 Jahre keinen Kontakt mehr zu Familie. Es gab nur noch uns drei. Und das hat mich leider leider krank gemacht. Traurig gemacht. Mein Vater ist kein richtiger Vater für mich gewesen, ab einem Punkt. Ihm ging es nur ums Geld, um die Firma und meinte mit materiellem alles wieder gut zu machen. Doch er war gewalttätig gegenüber meiner Mutter. Kurz gesagt, er zog in unser Heimat Land zurück, meine Mutter ging mit uns ins Frauenhaus. Das ist jetzt 7 Jahre Her. Vor ca 8 Jahren begann meine Essstörung (Anorexie). Es war die schlimmste Zeit meines Lebens. Aber ich bin okay damit. Es hat mich ganz klar geprägt, aber ich bin stolz auf mich dass ich mich dennoch weiter entwickelt habe und mich geheilt habe.

Doch es hat lange gedauert. Wie auch immer. Heute morgen also hat sie aus dem Nichts begonnen mit sie ist doch so froh dass wir mit der Familie nicht zusammen feiern weil sie uns "drei" zusammen so vermisst hat. Ich mag es nicht, wie sie sich immer so auf uns drei bezieht. Es erinnert mich immer an Flucht. Flucht vor der eigenen Familie. Meine Schwester und ich waren beide ganz verwundert. Weil vor zwei Tagen noch die Rede war, dass sie sich doch so gefreut hätte.

Heute sagte sie auch so. Ihre Schwester meint das garnicht ernst. Sie will uns Garnicht dabei haben. Sie will nur auf heile Familie tun. Sie ist so komisch und zerstört ja uns drei und unsere Verbindung. Meine Schwester und ich waren total verwirrt. Aufeinmal. Aus dem Nichts. 360° Meinung geändert. Genau wie mit meinem Opa. Sie war doch so dankbar. Und kaum ne Woche später meint sie er hatte sie beleidigt, manipuliert usw und es gibt kein anderes Thema. Sie ist da so drin, dass es morgens das erste ist was ich höre, sie müsse sich von den ganzen traumatisierten Menschen erholen und abends das letzte was sie sagt, ich war so froh nicht mehr diese psychos um mich herum zu haben. Früher hätte ich geweint. Ich hätte mit gelitten . Doch ich distanziere mich davon. Von ihren Aussagen

Ich kann für mich persönlich sagen: ich habe mich letztens total wohl gefühlt als ich meine Patentante wieder gesehen habe. Doch heute kam nur, sie hätten mich unglaublich manipuliert. Ich sei nicht mehr so wie ich vorher war. Ich würde wieder krank werden wenn ich mit denen Kontakt habe. Ich bin eine eigenständige Person und weiß mit wem ich Kontakt haben möchte und mit wem nicht. Es verunsichert Mich aber ganz klar. Sie sagt ich lasse mich manipulieren und habe einen Realitätsverlust. Weil ich IHRE Realität nicht teile.

Sie kann andere Meinungen nicht akzeptieren. Ich hatte jahrelang nichtmal wirklich eine Meinung. Weil ich gar keinen Raum hatte, meine Persönlichkeit zu entwickeln. Jetzt erst, seit einem Jahr habe ich mir gesagt. Komm, so wie du dich siehst und was du aus deinem Leben machst ist das richtige. Ich bin richtig. Und ich bin gut so wie ich bin.

Für sie ist eine andere Meinung oder Lebensstil auch nicht nur quatscht , sondern sie unterstellt direkt eine Persönlichkeitsstörung. Nicht nur mir wirft sie ein Realitätsverlust vor sondern auch ganz klar ihrer Schwester, ihren Eltern, unseren Nachbarn, einer Arbeitskollegin aber genau so gut der artzt Helferin. Weil sie anders sind als sie. Und das kann sie nicht ab. Meine Schwester zum Beispiel wiederspricht meiner Mutter nie. Und deshalb ist sie ein Engel. Sie ist die einzige die klar im Kopf ist und vernünftig.

Ich habe auch Angst bzw schlechtes Gewissen. Ich bin oft bei meinem Freund . Oft bleibe ich auch über Nacht. Dann kommt wieder, ich hätte mir eine andere, bessere Familie Gesucht. Ich bin nur dort, weil ich zuhause nicht sein will usw. Ach und sehr großer Punkt der mich sehr traurig macht, sie will ihn nicht kennenlernen. Zumindest noch immer nicht. Sie sagt, ich weiß nicht was liebe ist. Oder sagt, die Beziehung wird eh nicht lange halten, das kann ich mit meinen 19 Jahren noch garnicht. Mein Freund ist auch traurig darüber, er würde sie auch gern kennenlernen. Und immer wieder wenn ich dann Zuhause bin : hat er dich ausgenutzt? Lass dich nicht manipulieren! Du lässt dich ja so beeinflussen ! Usw. Obwohl ich eine schöne Zeit mit ihm verbringe und das eine Beziehung ist l, die ich mir immer gewünscht habe.
Klar, mein Freund hat auch seine vor Geschichte, die ihn geprägt hat. Dennoch kommunizieren wir gut miteinander. Und wir wissen beide dass wir in dem ein oder anderen Punkt noch ein wenig zweifeln oder voreingenommen sind. Doch wir ergänzen uns gut.

Auch mit 17, 18 war ich sehr viel mit Freunden weg. Ich habe sie so gut wie täglich gesehen. Und ich habe in einem FSJ berufliche Erfahrungen gesammelt was mir unglaublich viel Kraft gegeben hat. Doch wir haben uns damals so oft gestritten. Sie hat mir damals auch vorgeworfen ich würde nur weg wollen usw.

Und natürlich, meine Mutter ist die wichtigste Person und ich mache mit verdammt große Sorgen, doch ich kann das so nicht mehr ertragen. Und ich könnte den Kontakt niemals abbrechen weil ich sonst wieder so mit leiden würde. Selbst heute bin ich in Tränen ausgebrochen. Und deshalb bin ich auch traurig. Ich bin sehr ratlos. Weiß nicht was ich tun kann, wie ich mich verhalten kann.

Achja, und wichtig ist auch das soll kein lästern sein. Ich bin hier anonym und möchte nicht über meine Mutter oder sonst wem herziehen. Ich brauche aber Ratschläge, weil ich nicht mehr weiter weiß. Und damit man alles gut versteht, habe ich nunmal einige Situationen geschildert.

Danke für diejenigen, die bis zum Schluss oder überhaupt gelesen haben.

04.04.2021 12:38 • x 2 #1


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Debra

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Naja es ist schwer dir einen Rat zu geben. Meine Mutter ist da ähnlich. Sie ist Sternzeichen Zwilling. Erst sagt sie so und dann 360 Grad das Gegenteil.
Das ist ja nicht das Hauptproblem. Ich glaube deine Mutter ist krank und kann demnach selbst ihre Persönlichkeitsstörung oder so etwas in der Art an sich nicht wahrnehmen. Das ist bei meiner Mutter auch so und auch meine gesunde Schwester sagt das was ich als kranker Mensch ja gar nicht so beurteilen kann. Manche Menschen haben eine Erkrankung werden aber nie diagnostiziert sie bilden die Dunkelziffer. Ich bin jetzt 26 Jahre und habe mich damit abgefunden.
Die Familiensituation scheint deine Mutter sehr wechselhaft zu empfinden. Fast psychotisch unterstellt sie den anderen böses. Du solltest dich davon distanzieren klar ist sie dir wichtig. Aber Bau dir woanders ein Leben auf. Du bist ü18 Zeit irgendwann eine eigene Wohnung zu beziehen mit deinem Freund und das darfst du. Egal was sie sagt.
Du darfst und sollst Autonomie anstreben in deinem Alter das ist dein letzter Entwicklungsschritt. Den musst du gehen auch wenn das deinen Eltern nicht so leicht fällt.
Und man spürt das du deine Mutter und deinen Freund sehr liebst. Aber sie brauchen sich nicht zu kennen. Du kannst nichts erzwingen. Warte bis ihr Wille kommt und mach sie neugierig. Eure Liebe ist berechtigt und auch ehrlich das musst du niemandem beweisen das steht zwischen den Zeilen.

Mfg wenn du mal reden möchtest schreib auch ruhig privat. Bin wohl auch etwas unregelmäßiger hier.
Bin 26 und weiblich
Debra

04.04.2021 20:00 • x 1 #2


Robbe

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Hallo @aydabkz,
ich kann mich dem was Debra geschrieben hat nur anschließen. Deine Mutter wird sich höchstwahrscheinlich nicht ändern und ich vermute, dass sie, wenn auch unbewusst, dich mit ihren Äußerungen bei sich halten möchte. Die Aussage "wir drei" bestätigt das für mich.
Für deine Mutter bist du und deine Schwester die wichtigsten Bezugspersonen, sie braucht nicht mehr als euch, aber ihr braucht mehr als "nur" sie.
Meine Oma bei der ich aufgewachsen bin, war leider genauso. Alle anderen waren böse und schlecht, nur sie war gut und wusste natürlich auch was für mich gut ist. Das kommt dem was du geschrieben hast sehr gleich. Wenn nicht alles so gemacht wurde wie sie es wollte, dann musste man mit ihren Konsequenzen leben und das war unter anderem auch Verachtung bzw. nicht beachtet, nicht wahrgenommen zu werden oder eben das was du geschrieben hast.
Du bist mittlerweile erwachsen und du bist nicht für deine Mutter verantwortlich. Ich weiss, dass du das weisst, aber ich möchte es dir einfach auch nochmal bestätigen. Auch ich bin schweren Herzens als ich 17 war bei meiner Oma ausgezogen und zu meiner Mutter gegangen. Auch ich war damals in einer Beziehung und meine Oma war strikt dagegen. Wäre ich bei ihr geblieben, hätte ich mich von meinem Freund trennen müssen.
Bei meiner Mutter bin ich nach 1 Jahr auch ausgezogen, weil meine Mutter auch anfing gegen meinen damaligen Freund zu sticheln. Ich bin dann zu meinem Freund gezogen, aber das ist eine eigene Geschichte.
Ich wünsche dir von Herzen alles Gute und die Kraft die für dich nötigen Schritte zu erkennen und dann auch zu gehen.
LG, Robbe

05.04.2021 12:47 • x 1 #3

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