Krankschreiben im Urlaub wegen Depression?

S

sunbeam69
Mitglied

169
11
1
Hallo an alle,

so nach über einem Jahr hat es mich auch mal wieder seit 3 Wochen erwischt 172.gif Nehme schon seit mehreren Jahren cipralex 20mg und denke, dass es mir auf irgendeiner Weise schon hilft...trotzdem falle ich immer wieder ins Loch. Diagnose: rezidivierende Depression. Also z.B. mehrere Monate geht's mir bollen schlecht (Arbeitsausfall) und danach wieder sehr gut. Obwohl ich mich im Geschäft geoutet habe, eine sehr nette Chefin haben mit der ich sogar vereinbart habe, dass ich früher nach Hause gehen kann oder könnte auch einen Tag frei nehmen....also die ist da echt sehr flexibel. Zur Info: Ich habe eine 40 St./Woche. Ist ja alles gut und recht aber die Depression ist deshalb nicht weg, aber es nimmt etwas den Druck raus. Morgen abend habe ich einen Termin beim Neurologen....bin mal gespannt was der sagt, da ich sehr sehr ungern mit Tabletten experimentiere, kann er mich eigentlich nur krankschreiben. Aber: DAS WILL ICH AUCH NICHT!!! Da wir personell sehr wenig sind, ist jeder Ausfall einer Person blöd, besonders wenn man evtl. länger ausfällt wie ich, na toll! Wobei der Job mir im gesunden Zustand Spass macht.

Puh, wollte noch soviel scheiben.....aber irgendwie fehlt mir die Kraft. Heute habe ich von 8-14 Uhr gearbeitet und bin dann gegangen, musste mich voll konzentrieren, dass ich keine Fehler mache und dann die bleiernde Müdigkeit, Gliederschmerzen, die Angst+Panik und vor allem die Freude ist weg....alle lachen und ich könnte heulen. Alles fällt einem doppelt so schwer alles geht langsamer (schon komisch). Andererseits ist es ganz gut zu Arbeiten man muss sich auf die Arbeit konzentrieren ist unter Menschen (würde mich sonst in meinem Bett vergraben) aber das geht nur bis zu einem gewissen Punkt.
Ich hatte mir fest vorgenommen zusätzlich eine Verhaltenstherapie zu machen, da ich der Meinung bin, dass bei mir Tabletten alleine nicht helfen. Aber dann ging es mir wieder blendend und somit habe ich es dann immer wieder verschoben.....sag nur: keine Disziplin!!
Ich kann nicht sagen was der Auslöser ist, Streß, Geld sorgen.... keine Ahnung??? Aber Streß hatte ich im März auch und da war nix!? mhh egal, habe jetzt im August den ersten Termin zur Verhaltenstherapie festgemacht. Ich hatte letztes Jahr schon ein Vorgespräch und bereue es, dass ich mich nicht früher darum gekümmert habe.

Frage: Wie würdet Ihr das machen:
Ich habe ab nächster Woche 3 Wochen Urlaub. Da mir ja mein Arbeitgeber so entgegen kommt, hätte ich jetzt voll das schlechte Gewissen wenn ich mich jetzt z.B. 3 Wochen krank schreiben lasse. Ein Bekannter meinte zu mir, ich soll nicht blöd sein, denn von dem Urlaub hätte ich ja nichts.
Ich werde morgen abend mal meinem Arzt dazu befragen. Wenn ich natürlich nur im Bett liegen kann dann ist klar, dass ich mich krankschreiben lasse, aber wenn's einigermaßen geht.....was meint Ihr denn dazu, schwierig, gell! Sch... Depression bringt wieder alles durcheinander wall

Danke für's lesen!

lg sunbeam

#1


55 Antworten ↓
V

Vroni84
Mitglied

Beiträge:
48
Themen:
6
"Irgendwie habe ich das Gefühl alleine zu sein. Zuhause fehlen mir schon auch die sozialen Kontakte und solange ich noch krankgeschrieben bin, kann ich ja auch nicht abends weggehen, neulich hat mich erst ne Geschäftskollegin beim Einkaufen gesehen, aber war ok, die hatte das auch schon, trotzdem irgendwie blöd. Dann wiederum bin ich froh alleine daheim zu sein, dann kann ich so tun wie ich will und muss nicht noch Kraft für jemanden anderen aufbringen....".

Hallo sunbeam,

ich weiss nicht genau wie das zitieren geht, deshalb versuche ich es mal so. Very Happy

Kann ich voll und ganz nachvollziehen. Das mit dem einkaufen geht mir auch immer so, aber meine Therapeutin fragte mich, was denn so schlimm daran sei Kollegen dort zu treffen. Ich sagte dass die bestimmt dann fragen "Wie gehts dir?". Ich solle dann sagen, dass ich darüber nicht reden möchte oder soll sagen, dass es mir nicht so gut geht u. basta (sieht man ja auch, wenn ich ungeschminkt rumlaufe). Das hat mir die Angst ein wenig genommen. Man muss niemandem Rechenschaft ablegen warum man einkaufen (!) geht, immerhin braucht man Lebensmittel. Man darf all das tun, was gegen die Depression wirkt, obwohl Abends weggehen (also feiern etc.) würde ich dann auch nicht machen, kann ich derzeit auch gar nicht. Ich bin derzeit auch am liebsten alleine. Komisch oder?

Ich lese ja gerade das Buch von Dr. Rolf Merkle, kann es wirklich nur empfehlen! Kauf dir das doch sonst auch mal. Das baut mich richtig auf! 304.gif

"Einerseits will ich wieder arbeiten und andererseits will ich da gar nicht mehr hin, weil ich dann die Panik und Angst bekomme, dass ich nichts mehr kann und dann das sch...Gefühl wieder kommt, wo nix mehr geht. Aber wenn ich es nicht ausprobiere, werde ich ja nie wissen ob's klappt oder nicht!?".

Auch diese Gedanken kenne ich sehr gut. Aber probieren geht über studieren u. man soll während seiner depressiven Phase KEINE wichtigen Entscheidungen treffen. Aber ich denke du solltest jetzt einfach mal versuchen die Arbeit für den Moment der Krankheit zu verbannen u. dich um DICH kümmern. Ich weiss, das ich leichter gesagt als getan, denke ich doch selbst jeden Tag daran, aber alles Übungssache. Ich denke, wenn man noch zuviel Angst vorm wieder arbeiten hat, dann ist man noch zu krank um die wieder hin zu können, aber ich weiss es leider auch nicht genau. Aber deine Therapeutin kann dir da sicher weiterhelfen. a010

"In einer Woche ist mein Neurologe wieder da und dafür meine Therapeutin 3 Wochen weg. Bin gespannt, was der zu meiner Situation sagt. Ist ja auch nicht so, dass ich den ganzen Tag rumliege, gestern schwimmen am See, heute kurz bei Freundin, dann ne mega große Pflanze im Baumarkt gekauft und in 4. Stock geschleppt....aber irgendwie fehlen mir die positiven Verstärker (Erlebnisse) oder ich kann sie einfach noch nicht empfinden.".

Da hast du doch richtig viel geschafft. Du kannst stolz auf dich sein! Und ich denke wirklich, dass du die Freude nur noch nicht wieder so empfinden kannst. Kommt aber bestimmt wieder, ganz sicher! Positiv denken!

"Der Appetitlosigkeit ist bei mir auch ein typisches Symptom der Depression. Kloß im Hals, Übelkeit und der Magen ist wie zugeschnürt, aber ich ess schon was, zum Glück habe ich eh zuviel auf den Rippen, da werd ich so schnell nicht verhungern e025".

Geht mir genauso! e025


Ich habe Samstag alle Sachen, die meinem ex gehörten in den Müll geschmissen. Das war eine riesen Überwin 309.gif dung, aber auch irgendwie so befreiend. Es ging mir abe danach erstmal sehr schlecht. Aber ich habe gedacht bevor ich sie weiter von A nach B schiebe u. er sich eh nicht meldet (schon seit 2 Monaten nicht) u. es sowieso nur Hygieneartikel u. ein Hemd waren u. er noch meine Sachen hat, weg damit!

LG Vroni g020

10.09.2012 20:07 • #47


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Hallo sunbeam69,

Krankschreiben im Urlaub wegen Depression?

x 3#3


C

Clarice
Mitglied

Beiträge:
113
Themen:
5
Danke erhalten:
1
Hallo Sunbeam,
bei vielem was du schreibst erkenne ich mich voll wieder! 088.gif
Ich habe auch seit Jahren (hm, ca. 1999) rezidivierende Depressionen (hat natürlich erst mal ein paar Phasen gebraucht, bis es als rezidivierend diagnostiziert wurde).

Auch mir macht meine Arbeit sehr viel Spaß und wenn ich gesund bin, beherrsche ich den Job aus dem FF und weiß, dass mein Chef mich persönlich und auch mein Wissen und Können sehr hoch schätzt.

Ich arbeite seit 18 Jahren in einem großen Unternehmen und muss grundsätzlich keine Angst vor Kündigung oder ähnlichem haben, Sozialleistungen sind gut, guter Betriebsrat und Betriebsarzt. Nichtsdestotrotz mache auch ich immer natürlich immer Sorgen.

Meine jetzigen Kolleg/innen wissen seit März Bescheid (ich bin seit 3 Jahren in der Abteilung und mein erste Phase dort fing im Januar an) und mein Chef auch. Die Reaktion der Kolleg/innen war sehr unterschiedlich, aber das habe ich inzwischen gelernt, wie du auch: nicht jeder versteht es. Und das müssen wir einfach akzeptieren. Mein Chef war auch recht cool, habe im Gespräch mit ihm erfahren, dass seine Mutter Psychologin ist. icon_mrgreen.gif

Aber es ist wie es ist: wenn man krank ist, müssen die anderen die Arbeit machen und auch bei uns ist immer Not am Mann weil einfach chronisch unterbesetzt. Ich habe jetzt superkurzfristig meine Reha bewilligt bekommen. In den Sommerferien.... zwei Leute in Urlaub und zwei neue die noch nicht voll eingearbeitet sind. Aber was soll ich machen?

Bei mir scheinen die Phasen so alle 3 Jahre zu kommen (es sei denn es passiert etwas, das die Depression fördert wie z.B. Trennung oder Tod). Ich habe dieses Jahr zum ersten Mal sehr früh gemerkt, dass es los geht und reagiert. Medikamente hoch gefahren. Freunde informiert.

Das komische bei mir ist: diese verfluchte Depression hat sich dieses Jahr schon wieder ganz anders rangeschlichen als z.B. das letzte Mal. Also andere Symptome, so dass ich den Beginn fast wieder ignoriert hätte. Und das ist m.E. ganz wichtig: das wir mit den rezidivierenden Depressionen frühzeitig merken, da tut sich was! Ich glaube ganz fest daran, dass es genau das war, was mich davor bewahrt hat, dass ich eine ganze schwere Depression hatte und lange ausgefallen bin. Ich bin nämlich sonst immer bis zum bitteren Ende (ZUsammenbruch) arbeiten gegangen und habe volles Programm gefahren.

Ich habe diesmal vieles anders gemacht. Ich habe einen Urlaub in Stockholm abgesagt, weil ich mir sicher war, dass es mir nicht guttut. Ich habe Unternehmungen abgesagt, wenn es nicht ging. Ich habe das Glück, dass meine Freunde das verstehen und mich unterstützen.

Trotzallem hat meine Phase sicher auch ein gutes halbes Jahr gedauert, aber sie war eben nur leicht und äußerte sich hauptsächlich in der Erschöpfung und Antriebslosigkeit, weniger durch die tiefe Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit. Was ich im Moment immer noch habe sind auch Wortfindungsstörungen... man das nervt manchmal. icon_mrgreen.gif

Ich finde grundsätzlich hört sich das bei dir doch alles auch so an, dass es gut läuft, sofern man das sagen kann!
Wir müssen da wohl immer wieder durch - und wir werden immer wieder durch gehen und es schaffen! 359.gif

LIebe Grüße
Clarice

21.07.2012 09:42 • #20


Zum Beitrag im Thema ↓

Alle Antworten:


M
Hallo sunbeam,

es schön, dass du wieder da bist. a015 Nicht so schön ist der Anlass dazu. Ich finde ja, dass du schon sehr viel unternommen hast ,damit es dir bald wieder besser geht.
Da du dein Antidepressiva jetzt schon so lange nimmst, muß vielleicht an der Dosierung etwas verändert werden oder du benötigst mal ein anderes Präparat. Das kannst du ja gleich mit dem Neurologen besprechen. Eine Verhaltenstherapie hast du auch schon terminiert 311.gif , alles bestens.

Jetzt stellt sich also die Frage, wie du bis dahin kommst. Die Frage zu der Krankschreibung ist wirklich schwierig. Das muß jeder selber entscheiden, denke ich. Eigentlich ist der Urlaub ja zur Erholung da. Aber du schreibst, dass dein Arbeitgeber ja auch ziemlich entgegenkommend ist, zudem ist es ein kleiner Betrieb.
Ich kann da jetzt nur für mich selber sprechen - ich nutze den Urlaub auch öfter zur Genesung. Die betrieblichen Voraussetzungen sind bei mir ähnlich wie bei dir. Viele trennen Urlaub und Krankenstand allerdings strikt. Das kommt sicher auch immer etwas auf den Einzelfall und die Stärke der Erkrankung an.

#2


M
Hallo sunbeam

du hattest diesen Thread doppelt gepostet, deshalb habe ich einen entfernt. g020

#3


S
Hallo Martina,

vielen Dank für deine Antwort. War jetzt gestern beim Neurologen, allerdings ging es mir da grad etwas besser und ich hatte noch etwas Hoffnung. Die Tabletten sollte ich beibehalten und für die Prophylaxe, aber eher zu einem späteren Zeitpunkt, evtl. noch ein Epilepsie-Mittel nehmen, dass wohl auch bei Depressionen wirkt. Er meinte auch, dass er mich jetzt nicht unbedingt krankschreiben will und ich sollte es so sehen, dass es sich vielleicht gar nicht so richtig zur tiefen Depression entwickelt, sondern er meinte, dass es vielleicht ein Erschöpfungszustand wäre. Ich sollte zu meinem "Freund/Bekannten" in Osten fahren und mir die Gegend anschauen. Als Hausaufgabe sollte ich mich über Dresden und die sächsischen Seen schlau machen.

Hä? Im Moment kann ich gar nichts tun, musste heute wieder um 15 Uhr vom Geschäft gehen, weil es mir so schlecht ging, hatte voll die Konzentrationsschwierigkeiten, das war echt der Hammer und es nervt, da ich halt auch Kunden beraten muss. Außerdem dann noch Wortfindungsstörungen, bin total schlapp und wenn eine Aufgabe auf mich zukommt, die schnell erledigt werden muss, dann fängt man Herz so an zu klopfen, dass man es sogar sieht und dann werde ich voll nervös....HILFE! Muss mich dann echt irgendwie selber beruhigen, in dem ich mir sage: du bist ganz normal, das ist "nur" die Depression. Mein Appetit ist gleich null mit mega Kloß im Hals (einzige positive an der Depression).
Hoffe du kannst noch folgen, falls du meinen Beitrag liest....ich schreib glaub ein bißchen durcheinander.

Denke, wenn ich nächste Woche nicht Urlaub hätte, müsste ich mich echt krank schreiben lassen. Natürlich hoffe ich, dass es im Urlaub nicht noch schlimmer wird und ich mich irgendwie erholen kann....denn nach den 3 Wochen ist meine Kollegin im Urlaub die ich vertreten muss und da sollte ich einigermaßen fit sein.

Außerdem hat der o.g. Freund mir abends erkärt, dass seine Gefühle für mich nachgelassen haben, er evtl. ne andere hätte blablabla super was? Geplant war eigentlich, dass ich ihn eine Woche besuche und wir es uns gut gehen lassen. Egal, war eh keine richtige Beziehung, trotzdem hatte es mich in meinen Depressionsgefühlen getroffen und ich hatte gleich mal ne schlaflose Nacht. Wäre ich gerade nicht in der Depressions-Phase hätte ich leicht drüber weg gesehen. Na ja egal....irgendwie kommt grad alles zusammen huh

Sollte mal positiv denken.....aber wie soll das gehen, wenn ständig dieses niederdrückende Gefühl da ist und man zu nix fähig ist. bahnhof Am besten unter der Bettdecke verkriechen mit niemanden reden müssen etc. Leider, weiß ich aus Erfahrung, dass es dann auch nicht besser wird, im Gegenteil. Wenn ich nur wüsste, von was diese schweren Depri-Phasen bei mir immer wieder kommen, vielleicht lässt sich das bei der Psychotherpeutin herausfinden!?

So jetzt habe ich genug geschrieben, tut gut, sich die Sachen von der Seele zu schreiben, aber jetzt bin ich voll fertig!

LG
sunbeam

#4


S
...oje oje, jetzt wird es immer schlimmer....war gerade mal nur kurz Altapier wegbringen und etwas einkaufen und selbst das geht kaum noch. Meine Hände sind voll am zittern....jetzt geht bei mir gar nichts mehr, puh g050 bin grad nur am heulen. Dann kommen wieder die ganze Gedanken auf: Wie es bei der Arbeit weitergeht, in 3 Wochen müsste ich meine Kollegin vertreten und aus Erfahrung weiß ich, dass die Depri bei mir ca. 5-6 Monate anhält und letztes Jahr war ich wegen der Depression schon ja 11 Wochen krank, weiß nicht, ob mein Arbeitgeber das mitmacht. Wenn ich gekündigt würde, wüsste ich gar nicht wie's weitergeht....bin alleinstehend und habe irgendwie gar niemanden auf den ich finanziell zurückgreifen könnte. Ohne Arbeit könnte ich ja gar nicht mehr mein Auto die nächsten 6 Jahre abbezahlen....etc.

Also, nächste Woche am Samstag habe ich wieder einen Termin bei meinem Neurologen und dann lasse ich mich krankschreiben, denn das ist jetzt wirklich kein Urlaub mehr oder was meint ihr?

Lg
sunbeam

#5


S
Hallo,

also, wenn ich manche Beiträge hier so lese, ist es echt erstaunlich was doch Einige von Euch, trotz Depressionen, noch so alles hinbekommen bezügl. Arbeiten gehen, Kinder versorgen etc. alle Achtung!!
Ich bin im Moment zu nichts mehr fähig, bekomme gar nichts mehr auf die Reihe und wenn ich dann noch eine Familie versorgen müsste....wüsste gar nicht wie das gehen soll!? Versuche im Moment, mich nicht ganz in meiner Wohnung zu verkriechen, aber wenn ich es dann endlich schaffe, mal zum Einkaufen oder 10 min. spazieren zu gehen....dann muss ich gleich wieder in meine Wohnung, weil alles so schrecklich ist, kann das Gefühl gar nicht richtig beschreiben....und dann liege ich im Bett und bin nur am heulen. Mal von den ganzen körperl. Beschwerden, Schlafstörungen etc. abgesehen, ist die Empfindungsstörung (Panik, Angst, kein Freude, total andere Wahrnehmung der Umwelt) für mich am Schlimmsten und erstickt jegliche Hoffnung auf Besserung.
OK, genug gejammert.......

lg
sunbeam

#6


M
Hallo sunbeam,

die psychischen Erkrankunken sind ja nun mal ganz individuell. Es wirkt sich bei jedem anders aus. Wenn es dir so schlecht geht, solltest du einen Klinikaufenthalt in Erwägung ziehen. Das kann aber nur dein Arzt entscheiden. Sprich doch mit ihm darüber.
Es hilft dir nichts, wenn du dich endlos lang in deiner Wohnung oder deinem Bett verkriechst. Davon wird es nicht besser. 047.gif

#7


S
Hallo Martina,

du hast recht, jeder empfindet natürlich anders....bei mir ist es erfahrungsgemäß so, dass ich ganz tief ins Loch falle, und nach ca. 5-6 Monate ist die Depression wieder weg....natürlich bin ich jedesmal am verzweifeln und verliere oft die Hoffnung, ob diese Depression jemals wieder weg geht.
Im Bett verkriechen ist auch keine Lösung, aber wenn's mir ganz schlecht geht, bleibt mir gar nichts anderes übrig.....

Heute ging es mir komischerweise etwas besser, war beim Einkaufen und noch paar Sachen erledigen, also nichts großartiges nur kl. Dinge wie Geld abheben, in Werkstatt fahren und Luftdruck messen lassen....aber das sind für mich schon Erfolge, dass ich es geschafft habe, weil es für mich in der Depression voll die Herausforderungen sind. Nur muss ich achten geben, dass ich nicht zuviel auf einmal mache. Und morgen kann es schon wieder ganz anders aussehen.

Klinikaufenhalt kommt für mich nicht in Frage, da habe ich mit meinem Neurologen schon länger mal darüber gesprochen. Sind verschiedene Gründe warum das bei mir nicht funktioniert. Trotzdem, danke für deine Antwort.

lg
sunbeam

#8


Pandoras
Hallo sunbeam,

was Du beschreibst kenne ich ähnlich. Manchmal wenn es mich komplett überrollt - die Depression - dann bin ich auch fast zu nichts mehr in der Lage. Das ist sehr belastend!
Ich kann dann keine Kontakte mehr zulassen, geschweige denn irgendwas machen. Und bin dann meist auch schnell genervt und traurig. Aber irgendwie schade, wenn Dein Freund nichts mehr für Dich empfindet. Vielleicht war es auch zu belastend für ihn. Aber wenn es Dir schlecht geht, im Bett zu verkriechen ist leider wirklich nicht die beste Lösung.
Dann wird es meistens schlimmer als besser g050

Hoffe, es geht Dir bald etwas besser!

#9


S
Hallo Pandoras,

ja genau so ist es bei mir auch. Heute ist wieder das Gegenteil von gestern also: g050 Kontakte zulassen geht im Moment auch nicht. Müsste mich mit Freunde treffen, müsste in Salsa-Kurs....etc. puhh da geht im Moment gar nichts bei mir. Das Schlimme ist, das bei mir immer der Druck da ist, dass ich die Wohnung aufräumen muss, das ich raus muss etc. und wenn ich merke, das dass nicht geht, dann kommt das Panik-Gefühl und dann fühle ich mich erst recht schlecht. Ich muss mir dann immer selber sagen, ok, dass ist die Depression, die das im Moment nicht zulässt, das ist eine Krankheit die vorüber geht....aber das ist soooooo schwer.
Bei meinem Freund hat sich herausgestellt, das er keine engere Beziehung eingehen kann. Er kann mich verstehen, weil er selber schon eine Depression hatte (u.a. wegen seiner Ex) und er hat mir gesagt, dass er auch keine Liebe (Gefühle) empfinden kann wie andere.....schade, aber ist halt so.

lg
sunbeam

#10


Pandoras
Aber hast Du da nicht auch Angst, die Kontakte, wenn Du sie hast durch die Schwierigkeit sie aufrecht zu erhalten, irgendwann verlierst??
Ich schon! Ich habe dann die Befürchtung, dass sich dann die paar wenigen Kontakte, die sich mal entwickelt haben, ganz verschwinden und dass die Leute keinen Bock mehr haben oder sich verstoßen fühlen :-(
Das ist das Schlimmste dabei.

Ich empfinde auch immer großen Druck - genau wie Du - bei vielen Dingen. Das macht es sehr schwer.

#11


S
Also früher, habe ich meine Krankheit immer verschwiegen, damals durfte keiner wissen das ich unter Depressionen leide, das war mir voll peinlich,denke schon, dass sich da Einige vor'n Kopf gestoßen fühlten. Manche Freundschaften gingen dann auseinander, vermutlich weil ich dann nicht verstanden wurde, da ich mich dann komplett zurückgezogen habe, nicht mal tel. etc.
Mittlerweile wissen die wenigen Freunde, die ich noch habe, dass ich unter Depressionen leide und deswegen nicht mit weggehen kann etc., eine Freundin versteht es, da Sie das auch immer wieder mal hat (allerdings sehen wir uns eh selten, da sie Familie hat) die anderen zwei treffe ich 1x in der Woche (denke, die können das nicht verstehen) wir tel. ab und zu und eine Freundin besuche ich ab und zu, die hat aber auch kaum Zeit, da ebenfalls Familie, aber die bricht den Kontakt wegen meiner Depression nicht ab.
Oft denke ich, je weniger ich kenne, desto besser, denn wenn wieder eine Phase kommt, bin ich immer in Erklärungsnot wie z.B. jetzt beim Salsa-Kurs. Ich will ja auch nicht jedem auf die Nase binden, dass ich unter Depressionen leide, weil es viele einfach nicht verstehen können, die das noch nie gehabt haben .Da kommen dann schon Anrufe oder sms, wo ich denn bleibe, ob ich nicht mehr tanzen will, warum ich nicht mehr auf die Salsa Party's gehe etc. Das ist echt mal total blöd....habe im Moment auch keine so enge Freundschaften, wo man tägl. tel., denke, liegt auch an mir, vielleicht lasse ich das nicht mehr zu!? Aber oft bin ich nach einem anstrengenden Arbeitstag so fertig, dass ich erst mal meine Ruhe benötige.

Wissen denn Deine Freunde was du hast? Gehst Du denn offen damit um?

#12


Pandoras
Naja Freunde.... würde ich jetzt nicht behaupten dass ich die habe, leider :( Ich würde sagen, es sind eher Bekanntschaften als Freunde. Echte Freunde habe ich nie gehabt. Habe ich auch nie kennengelernt, wie das ist echte Freundschaften zu haben.
Bin da genauso wie Du. Ich binde meine Krankheitsgeschichte bei weitem auch nicht gleich jedem unter die Nase. Ich bin da auch vorsichtig.
Das ist das ja eben, dass es viele einfach nicht nachvollziehen können, was mit einem selber los ist wenn man keinen intensiven Kontakt pflegt. Nee, ich erzähle das nur Personen denen ich wirklich vertrauen kann und das nicht weitergequatscht wird.

Man empfindet die Krankheit Depression immer noch als Tabuthema. Und hat eben ja auch Angst, wenn man es erzählt, wie derjenige darauf reagiert oder im ganz schlimmen Falle vielleicht sogar ausgelacht wird. Gerade wenn ich neue Leute im Vorbeigehen kennenlerne, erfinde ich halt einfach was anderes als Vorwand und sage meist nicht sofort die Wahrheit dass ich psychisch erkrankt bin.

#13


S
Hallo,

puh, nach einer Nacht mit wenig Schlaf, habe ich nun mit meiner Chefin und Kollegen gesprochen, dass ich die nächsten 2 Wochen krank geschrieben bin. Sie hat total nett reagiert, ich soll mir auf keinen Fall Sorgen um die Arbeit machen und sie kriegen das irgendwie hin.....ich glaube, dass stellt sie sich ein bißchen zu einfach vor, jetzt ist Urlaubszeit und bei so einem kl. Team!? Und das blödeste an allem ist: ICH MACHE MIR TROTZDEM SORGEN!!! Hilfe, wie kann ich das denn abstellen???
Meine Gedankengänge sind so:
-Ich weiß nicht, wie lange diese Phase diesesmal dauert, kann mir nicht vorstellen, dass es mir in 2 Wochen besser geht....utopisch!!
-Ich war letztes Jahr wegen dem schon 11 Wochen krank
-was denken die jetzt alle über mich....jetzt ist die schon wieder krank.....mir ist diese Krankheit immer noch sehr sehr peinlich
-dann kommen die Existenzängste...was ist, wenn ich länger ausfalle und mein Arbeitgeber mir Druck macht etc., womöglich verliere ich meine Arbeitstelle, muss aus der Wohnung raus...und das in meinem Zustand....und und und....HILFE!

Schrecklich, dass man in der Depression so furchtbare Gedanken hat.....

Das blöde ist auch, weil ich mich nicht richtig konzentrieren kann, verspreche ich mich oft oder kann dem Gespräch nicht richtig folgen und dann denke ich immer, was rede ich jetzt wieder für'n Sch....meine Freundin hat mich am Mittwochabend eingeladen und am liebsten würde ich gar nicht hingehen, weil ich ja alles im Moment anders wahrnehme und mir dann gleich wieder Gedanken mache, dass ich grad gar nicht so bin wie ich eigentlich bin....kann's gar nicht richtig erklären...

Bei mir ist auch so, dass wenn ich mich mit Freunden treffe, ich mir Gedanken mache, wie verhalte ich mich jetzt.....kann ja nicht da sitzen, wie ein Trauerkloß, dann kann ich gleich zuhause bleiben. Aber mit Freunden treffen, soll ja gut sein, wenn man depressiv ist...weiß auch nicht....werde mich jetzt mal irgendwie zum Einkaufen quälen.

lg
sunbeam

#14


A


Hallo sunbeam69,

x 4#15


Pandoras
Hallo sunbeam,

ohje, da kommt ja einiges zusammen.... auch gedanklich und die Sorgen. Kann ich nachvollziehen, dass Du besonders die Angst hast Deine Arbeit zu verlieren. Aber immerhin toll von Deiner Chefin, dass sie so freundlich reagiert. Normalerweise kann man das nie so recht einschätzen, wie ein Chef auf so eine Krankschreibung reagiert.
Klar, Du hast da trotzdem Ängste, dass es womöglich durch die Urlaubszeit für Deine Kollegen vielleicht zuviel werden könnte.

Aber könnte es Dir denn helfen, Deine Gedanken zu sortieren und vielleicht zu versuchen zu vertrauen, wenn wie Deine Chefin sagte, dass die dort es wirklich hinbekommen könnten. Dass Du Dir weniger Gedanken und psychischen Stress antun musst?

#15

Weiterlesen »




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag