Krankgeschrieben wegen Burnout - Arbeit & Job?

schnubbel

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Gurgl, Glucks, Lach .......

Cappucchino- Hängematte, das macht mir Spaß !
Hast also den Statuus der Teetrinker verlassen.

Hallo FreiHeide, das ist aber schön von dir noch einmal zu lesen.
Wie ich lese geht es dir gut und du bist kein Verkehrshindernis mehr. Das freut micht ( und die anderen Verkehrsteilnehmer)
Fahre jedoch nicht zu schnell und achte weiterhin auf dich !!!!

Gerade vor einer 1h hat sich die Klinik telefonisch bei mir gemeldet und möchte mir den Marschbefehl für den 06.07.2011 schicken. EEEEEEEEEndlich !
Ich werde mit viel Hoffnung dorthin fahren, weil ich momentan eher stagniere und nur langsam Fortschritte mache.
O.K. Tee trinke ich auch schon lange nicht mehr, dafür Kaffee ohne Coffein.

Wie geht es mir ?
Ich treibe mich noch oft im Forum rum, allerdings im Burnout Forum. Versuche zu lesen, mich zu imformieren, die Krankheit zu ergründen und zu verstehen.
ich konnte die Vielfalt unserer täglichen Mahlzeiten um viele frische Kräuter und Gewürze, wie ich denke, sehr bereichern. Vlt. sollt ich zum Koch umschulen.
Ich denke einen kleinen Stern hätte ich schon verdient, mir fehlt halt nur der Bauch dafür.


Mein Hund fühlt sich mittlerweile, wie das Universum der Familie. Selbst die bekoche ich mit frischem Pferdefleisch, Gemüse und Kräutern ( nennt sich 'barfen)
Da ich nun viel Zeit für sie habe, hat sich aus ihrer Sicht wohl die Hackordnung in der Familie geändert.

Ich bin ruhiger geworden, mache auch manchmal wieder Blödsinn und habe mich auch schon beim Lachen erwischt.
Verbringe viel Zeit in der Natur und kann mich immer mehr daran erfreuen. Habe, so denke ich, das erste mal in meinem Leben das Erwachen aus der Winterstarre bis hin zur kraftvollsten Blüte miterleben dürfen. Das beruhigt und spendet unheimlich Kraft, wenn man sich darauf einlassen kann.

NNNein, ich rede nicht mit den Bäumen !

Was mich halt schwer irritiert ist, das ich bei den kleinsten Dingen in denen ich verantwortlich mit anderen Menschen umgehen muß, noch immer die Fassung verliere.

Hierzu eine kleine Episode:

Tochter ruft an: 'Papa, ich habe die Idee des Jahrhunderts!
Papa:'Wieviel kostet das denn ?
Tochter:'Ich wünsche mir so sehr eine Vespa ! ( Klimpert dabei am Telefon hörbar mit den Augen)

Nachdem meine 2 Damen dann akriebisch ausgesucht, geprüft und gefunden haben, raft sich Papa auf um die Verhandlung mit dem Verkäufer aufzunehmen, da Muppe und Verhandlungen ja schließlich Männersache sind und da ich natürlich überraschen wollte.
Bei dem Verkaufsgespräch bin ich so furchtbar eingebrochen und habe die Fassung verloren, so das ich dem Verkäufer weder meine Telefonnummer noch meine Postleitzahl sagen konnte. Der Verkäufer riet mir dann zur Ruhe und meinte, das könne schon mal passieren.
Hallo, ich bin ein gestandener Mann ! Nein, das darf nicht passieren !
Ich erhoffe mir, das mir diese Panischen Reaktionen in der Klinik ausgetrieben werden.

Laptop nehme ich mit in die Klinik. Wenn du die Zeit findest, kannst du mich ja ein wenig begleiten.

Alles Leibe und Gute für Dich
von Schnubbel

und vergiss nicht die Dinge, die du erreicht und für dich errungen hast. Du bist auf einem gutem Weg.

29.06.2011 15:02 • #16


freieheide

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Hallo Schnubbel,

daaaanke für die Antwort. Nach Deinen ersten drei Worten "gurgl, lach,...." wusste ich, dass es Dir etwas besser geht und ich freue mich für Dich.
Nun bist Du schon seit einigen Tagen in der Klinik. Ich habe oft an Dich gedacht, wollte Dir jedoch erst ein paar Tage Zeit geben, um Dich eingewöhnen zu können, Neues auf Dich wirken lassen zu können....

Schildere doch mal Deine ersten Eindrücke! Es interessiert mich sehr!

Tjaaaa....Cappuccino- ich dachte, ich müsste doch mal langsam erwachsen werden. Immer meine Milch oder meinen Tee in großer Kaffeerunde mit über 40 Jahren verlangen - uih, da gibt es manchmal komische Blicke. War mir aber egal.
Aber nun habe ich dieses leckere Etwas "entdeckt" und es ist ein Magnet für mich - ähnlich Schokolade und Eis (mit Karamell bitteschön!! :-)

Barfen kenne ich. Es ist gut, dass Du Lust dazu hast, etwas zu machen. Bei mir war das anders: ich habe in den paar Monaten, in denen ich zu Hause war, nichts gemacht. Okay, der tägliche Alltagskram, der gemacht werden muss (wozu ich während der ersten Wochen aber auch nicht fähig war), aber darüber hinaus? Nichts! Es ging nicht.
Egal...

Deine "Entwicklung" kommt mir bekannt vor: zuerst viele Wochen absolute Ruhe, in denen nichts mehr geht. Dann langsam erstes "Erwachen", eine zarte Teilnahme am Leben, manchmal wieder grinsen können, erstes Leben spüren. Einige "Berge" erklimmen und dazwischen immer wieder in das "Tal" abfallen.

Aber: diese "Täler" nehmen zusehends ab. Obwohl ich im Juni bereits das Arbeiten anfing, fühlte ich mich bis nach Weihnachten immer mich "grenzwertig" (so nannte ich das). Immer mal wieder ein "Tälchen" dabei, ab und an auch ein riesiges "Tal".
Seit Beginn 2011: ich sehe nur noch Berge :-)))

Und: doch! So ein "Tal" darf Dir passieren! Als Mann, als Frau, als Kind, als Erwachsener....weil Du ein Mensch bist!

Leider muss ich nun los auf die Arbeit (Praktische Prüfungen bei vier Schülern abnehmen - da sollte ich pünktlich sein ;-).
Ich freue mich auf Deinen Bericht!

Viele Grüße von
FreieHeide

15.07.2011 04:57 • #17


schnubbel


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Hallo freieheide,

Erstmal tut es mir leid, dass ich nun erst schreibe. Aber aus der Klinik ging das irgendwie nicht !

Ich habe nun 3 Wochen Schön Klinik Bad Arolsen hinter mir und bin seit gestern wieder zu Hause.

Diese Akutklinik kann ich nur jedem dem es schlecht geht wärmstens empfehlen. Wem da nicht geholfen wird, der ist nicht therapierbar !

Meine Traurigkeit war nach 10 Tagen vorbei und von diesem Zeitpunkt ging es immer weiter berg auf. Ich habe dort soviel Menschlichkeit erlebt, soviele tolle Menschen kennengelernt. Die Klinik arbeitet ganzheitlich. Ich habe viel über Achtsamkeit gelernt und meine Leitsätze umformuliert. Ich habe erkannt, wo es bei mir hakt.
Weiterhin habe ich viel Sport gemacht, immer eine Extraportion. Auch das hat mich meines Erachtens nach vorangebracht.
Ich hatte ein nettes Einzelzimmer und war immer gut versorgt. Da konnte ich mich dann auch gut zurückziehen, wenn es mir danach war.
Doch als meine Traurigkeit über wunden war, spürte ich von Tag zu Tag wieder den alten Kämpfer in mir. Es konnte mich nichts mehr halten und ich fahre nun am Dienstag mit meiner lieben Familie für 14 Tage nach Lanzarote, um dann eine Wiedereingliederung zu beginnen.

Der Regelaufenthalt in der Klinik liegt bei 6 Wochen. Manche waren 12 Wochen da. Mir haben 3 gereicht.

Meine Medikamente nehme ich vorerst noch weiter, bis ich wieder richtig stabil bin.

Es ist sooooooooo befreiend ohne Traurigkeit. Ich kann wieder lachen, ohne das sich mein Gesicht zu einer üblen Fratze verzieht. Ich kann wieder mit Menschen sprechen, alleine einkaufen,und und und.

Ich bin noch nicht auf dem Gipfel, aber ich will dorthin !

Heute war ich seit langem einmal wieder angeln und habe einen riesen Fisch gefangen. Wenn das nicht ein Zeichen ist. Konnte den Moment kaum fassen. Genial.

Nun freue ich mich auf 14 Tage Urlaub mit meinen Lieben. Möchte mit den Kindern tauchen gehen. Jauchtz.

Liebe freieheide, ich wünsche dir weiterhin nur beste Bergsicht und achte auf dich. Erinnere dich von Zeit zu Zeit an die dunklen Tage und halte inne.

Wenn du magst, berichtest du bald mal wieder.

Lg schnubbel

29.07.2011 19:42 • #18


Pyxidis

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Hallo Schnubbel,

das hört sich ja gut an. Weiter so. Aber achte auch auf Dich, daß Du Dich nicht übernimmst.

Viel Spaß wünsche ich Dir beim Tauchen mit Deinen Kindern.

Viele Grüße
Scorpio

10.08.2011 09:39 • #19


schnubbel


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Hallo alle,

der Urlaub ist um und ich habe mit der Wiedereingliederung begonnen.
Zwei Arbeitstage habe ich nun bereits geschafft. Naja Tage kann man das nicht nennen. Ich gehe nur 2 Stunden arbeiten. In den 2 Tagen habe ich nichts gemacht, ausser allen zu berichten und mit den Kollegen zu schwatzen. Von der Geschäftsleitung habe ich freie Hand. Ich soll kommen wann ich will, bleiben so lange ich will und machen was ich will. Aber ich will schon meinen alten Platz wieder einnehmen. Mein Schreibtisch sieht genauso wie am letzten Arbeitstag aus.Vorsichtig habe ich dann meinen Mailserver geöffnet und eine fast 4 stellige Summe an Mails gesehen, da ich natürlich, ob der Flucht zum Arzt damals, keine Abwesenheitsmeldung eingestellt habe.
Naja, ich habe beschlossen die Mails nicht zu lesen.
Die Kollegen haben mich alle positiv wieder aufgenommen. Das tut gut.
Jedoch waren auch diese 2 täglich schon anstrengend. Mag man kaum glauben ! Die Wiedereingliederung nach dem Hamburger Modell ist schon sehr sinnvoll.
Ich war ziemlich angespannt und leichte Symthome wollten wieder die Macht übernehmen. Durch das Achtsamkeitstraining bemerkt man das nun jedoch eher und muss halt Gegenmassnahmen einleiten.
Mein Chef zeigt sich sehr verständlich und ebnet mir den Weg für einen sanften Neubeginn. Auch das erleichtert mich. Er mahnt mich sogar nicht zu viel Gas zu geben, um keinen Rückfall zu erleiden.
Ich hoffe das halbe Jahr Arbeitsunfähigkeit und der Klinikaufenthalt haben gereicht. Nun liegt es bei mir ! Ich bin jedoch fest entschlossen mich gut zu beobachten. Läuft etwas aus dem Ruder, werde ich Massnahmen ergreifen, die auch eine berufliche Veränderung nicht ausschliesen.

In diesem Sinne

rock die Bühne, das Leben ist zu kurz

Gruß Schnubbel

20.08.2011 17:59 • #20


freieheide

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Lieber Schnubbel,

"rock die Bühne" - Yeah - das wird mein neuer Spruch :-)

Aber erstmal: hallelujah! Das ist ja toll, wie es Dir ergangen ist und dass Deine Arbeit so gut anläuft. Und ein guter Schritt mit dem sofortigen Schließen des Email-Postfaches. Hat mir imponiert, dass Du das so gemacht hast.

Wie verliefen Deine anderen Arbeitstage? Ich hatte ja auch eine Wiedereingliederung gemacht. Zwei Wochen lang vier Stunden, dann zwei Wochen sechs Stunden und dann wieder Vollzeit. Es war anders geplant (vier Wochen vier Stunden usw.) und ich hätte es wohl auch so machen sollen. Naja, letztendlich egal - ich befinde mich seit Wochen auf dem Berg und lasse es "rocken" :-)

In meinem Urlaub machte ich mit einer Gesellschaft Bekanntschaft, die anscheinend keine grimmigen Gesichter und keinen Stress kennt. Es waren alle mit einem sonnigen Gemüt gesegnet und ich wurde oft gegrüßt und immer "have a nice day!" und "enjoy" überall. Es wurde nicht gerannt in den Straßen und auch nicht gelaufen und nicht schnell gegangen - nein, es wurde nicht mal nur-gegangen. Ich vernahm immer nur ein Schlendern. Und ich hatte das Gefühl, dass die Menschen dort ihre Arbeitszeit um ihre Freizeit drumherum basteln.

Wow! Das will ich auch.

Und ich versuchte, dieses Lebensgefühl mit nach Deutschland zu nehmen (Hah! Kulturschock am Airport, denn die beiden deutschen Passbeamten ließen nur ein grimmiges "Nabend" und "Tschü" von sich hören und ein Gedrängel und Gerase auf den Straßen....).

Aaaber: ich schaffte es!

Und zwar für genau eine Woche :-(

Eine Woche hielt dieses Lebensgefühl bei mir an. Ich schlenderte über den Parkplatz des Supermarktes, als ich meinen Wochenendeinkauf erledigte - vor einigen Wochen unvorstellbar für mich.
Jaaaa, und dann war dieses Gefühl weg.

Nun mache ich es mir immer wieder bewusst: Viel Lächeln, viel Singen, schlendern, langsam denken, langsam sprechen (ich glaube, das schaffe ich nie ;-), langsam Autofahren (das klappt richtig gut), freundlich sein, einen-guten-Tag-wünschen....

Die Reaktionen der Leute sind sehr interessant. Und ich habe Spaß dabei.

Weil ich lachen KANN!! Ich kann es wieder! Es gelingt mir!
Und das war während meiner Erkrankung nicht so. Da konnte ich nicht lächeln und auch nicht fröhlich sein.
Jetzt kann ich es wieder und das will ich nutzen - jede Stunde, jede Minute. Ich bin so froh, dass ich wieder diese pure Lust am Leben habe. Ich will tanzen, rocken, lachen...

Und immer auch wieder mir bewusst machen, dass dies über einen langen Zeitraum nicht ging.

Und nun merke ich auch, dass ich mich nicht mehr stresse. Ich habe plötzlich Zeit. Warum? Es ging so.....automatisch??
Keine Ahnung. Vielleicht habe ich meine Prioritäten verschoben? L E B E N an erster Stelle?

Ach, ich will das gar nicht zergrübeln und darüber nachdenken, sondern es einfach nur fühlen und genießen.
Und mir abends die Frage stellen: Auf welcher Bühne rockte ich heute?
(Heute war es ein Uhu, den ich auf dem Arm bei einem Falkner halten durfte - wow! Was für ein Gefühl, diese Augen 20 cm vor meinem Gesicht zu haben.)

In diesem Sinne: Lass es rocken!! Und schwärme mir etwas vom Tauchen aus Deinem Urlaub vor!
GLG FreieHeide

PS: Meine Antwort kam spät - auch das gehört zu meinem "neuen" Leben: mir die Freiheit nehmen, Dinge liegen zu lassen.

06.09.2011 20:57 • #21


schnubbel


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Liebe FreieHeide,

ich freue mich ganz doll mit Dir und deiner neu entdeckten Lebensfreude. Da will ich auch hin. Es hört sich alles so leicht an,
das es mir ein Lächeln ins Gesicht treibt. Siehst Du, du gibst sogar schon wieder etwas von Deiner Lebenslust ab.

Bei mir ist es auch gut gelaufen.

In der 3. Woche der Wiedereingliederung hat mir mein Körper wieder den Dienst versagt.
Ich bin einfach an der Firma vorbei gefahren. Habe es nicht geschafft auf den Parkplatz zu fahren. Weiche Knie, zitternde Hände, Kiefer und Nacken wieder vollkommen verkrampft. Hat eingeschlagen wie ein Blitz.
Bei der nächsten Gelegenheit gehalten und sinnlos durch den Wald gelaufen. Habe versucht mich zu konzentrieren. War frustriert und erleichtert zu gleich.
Nach einer Weile habe ich die Natur gespürt, wieder wahrgenommen , meinen Körper gespürt und wahrgenommen, so wie ich es gelernt habe.
Dann konnte ich wieder atmen. Ich habe mich selbst gespürt. Irgend etwas in mir hat geschrien, mich gefragt:
Was machst du mit mir ? Mir geht es nicht gut. Nimm mich war. Du machst etwas falsch. Stop......

Nein freieHeide, das war kein Scheitern, keine Niederlage. Ich habe gelernt. Ich höre auf meinen Körper und meine Gefühle.
Ungeachtet aller Folgen die mein Tun nach sich ziehen konnte, fühlte ich mich frei.

Dann habe ich meinen Chef informiert. Nein mich nicht entschuldigt. Obwohl man mich herzlich wieder aufgenommen und ich alle Freiheiten hatte.
Im Anschluss dann hin zu meiner Ärztin. Die hat mich dann erneut außer Verkehr gezogen. Es brauchte nicht vieler Worte und Erklärungen. Machen sie sich wieder in die Klinik. Sie sind noch nicht fertig, waren ihre Worte.

Ich denke es ist richtig. Dann habe ich telefoniert. Am Montag gehe ich in die Klinik. Ich will weiter an mir arbeiten.

Meine Frau hat es gut aufgenommen und unterstützt mich nach wie vor. Ich danke ihr dafür, denn auch für sie ist es nicht leicht.

Dabei fühlte ich mich doch schon gut und wollte schnell wieder zurück in das normale Leben, so wie Du.
Aber ich kann es nicht erzwingen. Ich will nie wieder diesen Leidensdruck haben, den ich zu Beginn meiner Krankheit hatte.

Ich bin jedoch frohen Mutes, da ich nicht bei null wieder anfange. Gib mir noch ein wenig Zeit, dann rocken wir zusammen die Bühne des Lebens.

Liebe Grüße von Schnubbel ( zur Zeit wieder auf der Lala Ranch )

09.09.2011 19:47 • #22


freieheide

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Lieber Schnubbel,

fast vier Wochen sind seit Deiner letzten Antwort vergangen. Die Zeit rannte bei mir schneller als ich es konnte.....

Wie fühlst Du Dich? Bist Du noch in der Klinik?

Deine Ärztin hatte Recht mit ihrem Satz: "Sie sind noch nicht fertig."
Bei mir war es ähnlich: diese Berg-und-Tal-Fahrt hielt noch fast ein dreiviertel Jahr an. Dabei wurden im Laufe der Wochen die Täler immer schmaler und weniger tief und die Berge wurden immer breiter.....

Und Du hast bereits etwas Wichtiges gelernt: auf seinen eigenen Körper und seine Signale hören; die Stimme wahrnehmen und rechtzeitig (!) Stop sagen.
Das ist doch ein Riesenfortschritt. Ich gratuliere Dir dazu!

Im Nachhinein betrachtet muss ich sagen, dass mich diese Erkrankung ein großes Stück hat reifer und weiser werden lassen. Und ich bin auf eine Art dafür sogar dankbar.

Mein Schwager ist nun auch erkrankt.... Das macht mir Sorgen, zumal er sich nicht frei nehmen kann (Er betreibt mit seiner Frau - meiner Schwester - eine Autowerkstatt. Er hat nur einen oder zwei Angestellte und sein Bruder und sein Vater hängen in der Firma auch irgendwie mit drin - die betreiben die angegliederte Tankstelle.). Er wird sich wohl entscheiden müssen: seine Gesundheit (und damit sein Leben) oder seine Arbeit.
Meine Schwester steht voll hinter ihm und würde sofort alle Zelte abreißen. Die Krankheit selbst versteht sie kaum. Wie auch? Burnout ist so unlogisch und so irrational, einfach nicht beschreibbar.

Was hat die Gesellschaft / was hat das Arbeitsleben mit uns gemacht, dass so viele Menschen an Burnout und / oder Depressionen erkranken?

Lieber Schnubbel, ich freue mich auf unseren gemeinsamen Bühnenrock! Ich weiß, dass es eines Tages soweit sein wird!

Pass gut auf Dich auf und geh sorgsam mit Dir um.
Viele Grüße
FreieHeide

06.10.2011 06:36 • #23


Robert50

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Hallo zusammen,
das sind ja seeehr alte Beiträge, wie geht es euch heute??? Ich habe erst hinterher bemerkt, wie alt die Beiträge sind, dennoch möchte ich auch kurz was schreiben. Ich bin ebenfalls Familienvater und eiere seit fast einem Jahr mit Angst- und Panikattacken, depressiven Verstimmungen und Kraftlosigkeit durchs Leben. Bin in letzter Zeit immer mal wieder nicht ins Büro, obwohl ich Führungskraft bin, kann an manchen Tagen einfach nicht. Meiner Familie versuche ich den tollen Mann und Papa zu geben, bin innerlich aber dermaßen ausgezehrt, weil mein Job mir bald den Rest gibt, glaube ich. Habe nicht den Mut, mit meiner Frau offen zu reden, sie denkt, ich bin eben überarbeitet. Habe Angst davor, wie es weiter geht...wird das automatisch immer schlimmer/schlechter? Habe schon ein paar Bücher gelesen. Das letzte das ich gelesen habe war "Burnout - der Ausweg" von Claudia Kreidler. Es beschreibt die Behandlungswege....erscheint mir sehr logisch, dass man am Besten gleich in eine Klinik geht und sich die lange Quälerei mit ambulanten Versuchen erspart, oder...wie seht Ihr das im Nachhinein? Also ich muss jetzt irgendwas machen, es wird alles nur nicht besser... danke für Tipps. !

19.06.2017 20:30 • #24


SonneRegen

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Hallo zusammen,
ja schade dass die Beiträge alt sind. Ich mache mir seid Kindheit an einen sehr hohen Leidtungsdruck. War auch schon in Bad Arolsen und kann die Klinik nur wärmstens empfehlen.
Trotzdem komme ich immer wieder in die Erschöpfung und das frustriert. Vom Kopf her habe ich alles verstanden nur an der Umsetzung hapert es.
Derzeit bin ich seit 8 Wochen krank, weil ich zwei Schicksalsschläge hinter mir habe. Die ersten 7 Wochen hab ich mich nur unter Druck gesetzt zu funktionieren und wieder anzufangen zu arbeiten. Ich lebe alleine und mir fällt die Decke aufn Kopf - ich fühle mich so nutzlos. Außerdem mache ich mir zu viele Gedanken um Trennung vom Partner usw. . Ich werde verrückt im Kopf. Ein Bauchgefühl ob Arbeit klappen würde habe ich nicht ... Ich frage 10 Tsd Keute nach Ihrer Meinung und werde immer unruhiger. Ich hoffe, dass ich die richtige Entscheidung für mich treffen....
Ich wünsche allen gute Besserung und würde mich über Austausch freuen.
Lieben Gruß
RegenSonne

10.07.2017 17:58 • #25


Pfefferminze

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Hallo SonneRegen,

hört sich ja nicht wirklich gut an. Selbst bin ich hier auch noch neu dabei und musste auch schon feststellen, dass hier viele Threads schon sehr alt sind.
Mit einem Burnout hat bei mir auch alles einmal angefangen. Ich dachte damals auch , du musst doch weiter funktionieren. Habe dann auch noch einmal den beruflichen Wiedereinstieg versucht, ging aber nach hinten los.
Es ging mir von Jahr zu Jahr immer schlechter, trotz Medikation. Hatte auch mal Psychotherapie, doch leider war die Therapeutin ein Reinfall und ich hatte mich damals nicht getraut dies auch an zu sprechen.
Hoffe mal, du bist auch in entsprechend guter Behandlung.
Wünsche dir auf jeden Fall gute Besserung und würde mich auch über einen weiteren Austausch freuen, ggf. auch zu anderen Themen die dir wichtig sind.
LG Pfefferminze

11.07.2017 10:45 • #26


Eloise

Eloise

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Im Zweifelsfall muss man sich einfach auch mal für länger rausnehmen. Viel mir anfangs auch schwer, aber es war mir einfach unmöglich in wieder in dem damaligen Unternehmen zu arbeiten. Für mich wurde es mit den Wochen leichter und auch etwas für mich zu tun.
Leider ist es wirklich so, dass es einer langfristigen Veränderung bedarf, wenn man dazu neigt auszubrennen. Ich merke immer wieder wie es mich einholt, wenn ich nicht für mich sorge. Das geht eine ganze Weile gut, aber dann ist es wieder zuviel und es geht abwärts. Daher bleibe ich dran. Mache jetzt auch wieder Therapie.
Wobei ich heute auch noch dazu neige mit dem Kopf unterm Arm zur Arbeit zu gehen. Ich muss mich dann praktisch vor mir selbst rechtfertigen. Was ich sagen will: es ist ein langer Weg der Zeit braucht, daber es lohnt sich ihn zu gehen. Und wenn es erforderlich ist, sich erstmal aus dem Verkehr zu ziehen, dann ist das auch in Ordnung.

SonneRegen, du musst ja auch nicht gleich voll wieder gehen. Du kannst eine Widereingliederung machen und wenn es nicht klappt diese auch abbrechen. Da du ja jetzt anscheinend erst ein wenig loslassen kannst, würde ich mir aber noch etwas Zeit nehmen.

11.07.2017 20:32 • #27




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