Kontakte und Freundschaft aufbauen mit sozialer Phobie

Ich habe folgendes Problem:
Ich habe (nicht nur eigenverschuldet) eine Sozialphobie und kriege es nicht hin, normale Kontakte aufzubauen. Freunde habe ich keine näheren und oft bin ich sehr einsam.
Also habe ich mich entschieden, damit ich meine Phobie etwas schwäche, jeden Tag, wenn ich Zug fahre, drei fremde Menschen anzusprechen, ohne etwas von ihnen zu wollen. Die meisten reagieren distanziert, einige sogar unfreundlich. Einige, vor allem "Aussenseiter" innerhalb der Gesellschaft(Flüchtlinge, etc.) reagieren aber auch sehr freundlich.
Heute habe ich im Zug einen sehr jungen Mann angesprochen, auf einen Blumenstrauß, den er bei sich trug. Dann hat er mir, ohne mich zu kennen, einen langen Vortrag gehalten, ich solle doch auch meiner Freundin(die ich nicht habe) oder Mutter öfter mal Blumen mitbringen. Danach wurde er freundlicher, und es kam tatsächlich ein sehr harmonisches Gespräch auf. Der Typ war an sich sehr aufgeschlossen und intelligent. Am Ende haben wir dann Nummern ausgetauscht, und er will, dass ich ihn anrufe, wenn ich mal wieder in der Nähe bin, um was mit ihm zu machen.
Am Anfang habe ich mich unheimlich gefreut, auch weil er sogar extra noch eine Station weiter gefahren ist, nur um mir seine Nummer zu geben. Nur Zuhause wurde mir dann klar, dass ich Opfer meines eigenen Erfolges geworden bin: Meine letzte Freundschaft ist schon ein paar Jahre her, und jetzt bin ich 18(und nicht mehr 14). Ich hab ehrlich keine Ahnung, was ich mit ihm machen kann. Auch, weil ich bei den meisten Sachen aufgrund meiner Unsicherheit sehr dumm dastehen würde.
Daher meine Frage: Was kann jemand eher intellektuelles, der seine Jugend quasi verschlafen hat und keine engen Freunde hat, mit jemandem machen, der sozial integriert ist, Hauptschulabschluss hat(aber mehr gekonnt hätte) und eher einfach gestrickt ist(In Hamburg). Es geht ja nun auch nicht speziell um diesen einen, sondern darum, dass ich mal aus dieser Langweilerrolle rauskomm... Ich freue mich über Anregungen(:

06.07.2017 20:41 • #1


Eloise
Hi Tobi,

ich glaube du gehst das zu kompliziert an. Ein Freund mag dich, weil du du bist. Fertig.

Wenn ihr euch gut unterhalten habt, dann geht einfach zusammen was trinken oder essen und sprecht weiter. Finde ich persönlich z.B. wesentlich interessanter als jetzt unbedingt was gaaaanz tolles machen zu müssen. Bei Freundschaft geht es ums Zusammen sein, um füreinander dazu sein. Nicht um die tollste Aktion, die man zusammen geplant hat. Tolle Aktionen kommen dann vermutlich von ganz alleine.

Meine beste Freundin hab ich an Fasching in einer Kneipe getroffen, in der ich nur durch Zufall war. Dort hat sie auch manchmal gearbeitet und wenn nicht viel los war, bin ich einfach rüber um ihr Gesellschaft zu leisten. Keine große Aktion. Einfach sie und ich. Und nein, ich bin sicherlich nicht diejenige, der es leicht fällt Kontakte aufzunehmen und zu pflegen. Damals schon garnicht. 16 Jahre ist das nun her.

Der Zufall bringt uns oft genau das was wir brauchen. Du brauchst vielleicht einfach nur einen Menschen, wie diesen jungen Mann, der offen auf dich zugeht. Also nur Mut!

08.07.2017 07:30 • #2


Zitat von Tobi2:
Was kann jemand eher intellektuelles, der seine Jugend quasi verschlafen hat und keine engen Freunde hat, mit jemandem machen, der sozial integriert ist, Hauptschulabschluss hat(aber mehr gekonnt hätte) und eher einfach gestrickt ist(In Hamburg).


Was ist denn aus der Sache geworden? Ist ja nun schon eine Weile her. Ansonsten finde ich auch, dass du zu "verkopft" an die Sache herangehst. Ich würde mir gar keine Gedanken darüber machen, irgendwas Besonderes zusammen machen zu müssen. Ruhigere Orte, an denen man sich ordentlich unterhalten kann, sind doch fürs nähere Kennenlernen immer am besten geeignet. Also einfach irgendwo einen Kaffee trinken und ein bisschen quatschen. Scheint ja im Zug auch schon gut funktioniert zu haben. Und sollte sich eine Freundschaft ergeben, werden sich die gemeinsamen Altivitäten ohnehin über gemeinsame Interessen ergeben.

Zitat:
Es geht ja nun auch nicht speziell um diesen einen, sondern darum, dass ich mal aus dieser Langweilerrolle rauskomm...


Na ja, ein Patentrezept gibt es da sicherlich nicht. Letztlich muss man sich doch auf das Gegenüber einstellen, gemeinsame Interessen ausloten und dann schauen, was sich daraus ergibt.

Würde mich aber mal sehr interessieren, was aus der Sache geworden ist!

03.01.2018 08:11 • #3


@Tobi2
Hallo Tobi2, ich weiß nicht ob du noch regelmäßig online bist , hier im Forum .
Als ich deinen Text gelesen habe, dachte ich mir , dass bin ich 1zu1.
Vielleicht leicht anderen Worten, aber... dass könnte ich sein .
Zwar arbeite ich stetig an meiner Phobie aber trotzdem habe ich es bisher nicht geschafft mir einen tollen RL-Freundeskreis aufzubauen. Über Online-Spiele habe ich schon einige Kontakte schließen können, aber im Alltag spielen diese leider eine kleine Rolle. Ich hoffe, dass vielleicht auch eine so tolle Chance wie du bekomme.

Falls du noch hier aktiv bist , können wir gerne miteinander schreiben. Ich bin immer auf der Suche nach neuen Kontakten . Gruß Gregor

05.01.2018 22:38 • #4


Hallo! Ich weiß nicht, ob hier richtig bin, wenn sich zwei Männer unterhalten...? Es ist ja immer so eine Sache, wenn eine Frau schreibt. Obwohl wir Frauen eben auch nur Menschen sind...Freundschaft ist ein schwieriges Thema - auch Beziehungen zum anderen Geschlecht oder auch zum selben - egal wie man eben gestrickt ist. Einfach mal so sein wie man ist, ohne sich zu verstellen bringt einen selbst am Weitesten, denn es ist immer der eigene Weg, den man geht! Würde mich freuen, von euch zu hören! Ich hab in meinem Leben auch immer Schwierigkeiten mit Menschen in Kontakt zu treten aus Angst verletzt zu werden, sobald ich über mich erzähle oder offen bin. Mir ist es halt so oft schon passiert, dass ich offen war und dieses Wissen über mich dann ausgenutzt wurde...

12.04.2018 19:43 • #5


@eloise: Du hast ein wunderschönes Profilbild!

12.04.2018 19:44 • #6




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