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Person treffen mit Sozialer Phobie

Wolfsklaue

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Hallo,

Ich habe eine Frau kennengelernt die an einer Sozialen Phobie leidet.
Wir schreiben schon über ein Monat mit einander. Ich hatte sie wegen ein treffen gefragt, erst reichte sie der Frage aus. Nach weiteren Nachfragen erzählte sie mir von ihrer Phobie, dass sie weder Leute treffen kann oder mit ihnen zu telefonieren.

Immer wenn ich sowas in der Art anspreche versuch sie das Thema zu wechseln. Deswegen sprech ich sie darauf nicht mehr an.
Wir schreiben täglich, aber man erkennt keine fortschritte.

Ich bin eigl. Ein geduldiger Mensch und finde sie auch sympatisch, doch ich glaube so wird man sich nie treffen.

Hat jemand Tipps oder kann mir jemand der sowas ähnliches hat wie man damit am besten umgehen kann?

Mfg

06.04.2020 18:23 • x 1 #1


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ZeroOne

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Hi @Wolfsklaue !

Zitat von Wolfsklaue:
Ich bin eigl. Ein geduldiger Mensch und finde sie auch sympatisch, doch ich glaube so wird man sich nie treffen.


Die Frage ist, ob du dir das wirklich antun willst?

Wenn es schon an einem Telefonat scheitert (von einem Treffen ganz zu schweigen) - ob es nun an sozialer Phobie liegt, oder das nur ein Vorwand für was ganz anderes ist - dann klingt das wirklich nach einem sehr, sehr langen und steinigen Weg, der da vor Dir liegen könnte.

Auch wenn du von eigentlich geduldig und sympathisch schreibst, dann sprudelt mir als Leser jetzt nicht unbedingt volle Begeisterung und Motivation entgegen.

Ich habe selbst mit sozialer Phobie zu kämpfen, daher weiß ich aus Erfahrung, dass wir es Mitmenschen, die es gut mit uns meinen, oft nicht leicht machen (gelinde gesagt).

LG
ZeroOne

06.04.2020 19:38 • #2



Hallo Wolfsklaue,

Person treffen mit Sozialer Phobie

x 3#3


Wolfsklaue

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Zitat von ZeroOne:
Hi @Wolfsklaue !



Die Frage ist, ob du dir das wirklich antun willst?

Wenn es schon an einem Telefonat scheitert (von einem Treffen ganz zu schweigen) - ob es nun an sozialer Phobie liegt, oder das nur ein Vorwand für was ganz anderes ist - dann klingt das wirklich nach einem sehr, sehr langen und steinigen Weg, der da vor Dir liegen könnte.

Auch wenn du von eigentlich geduldig und sympathisch schreibst, dann sprudelt mir als Leser jetzt nicht unbedingt volle Begeisterung und Motivation entgegen.

Ich habe selbst mit sozialer Phobie zu kämpfen, daher weiß ich aus Erfahrung, dass wir es Mitmenschen, die es gut mit uns meinen, oft nicht leicht machen (gelinde gesagt).

LG
ZeroOne


Danke für die Antwort.
Ja vielleicht spürst du bei mir keine Begeisterung, weil ich noch altmodisch bin und erstmal eine Person privat treffen möchte. Im Internet kann jeder sich verstellen.

Leider hilft mir nur deine Antwort nicht weiter. Wollte in Erfahrung bringen wie man mit solchen Menschen am besten umgehen kann und ihr vertrauen gewinnen kann.

Oder muss ich warte bis sie selbst auf mich zukommt?

06.04.2020 19:44 • x 1 #3


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ZeroOne

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Hi @Wolfsklaue !

Zitat von Wolfsklaue:
Leider hilft mir nur deine Antwort nicht weiter.


Das tut mir leid.

Der Begriff "soziale Phobie" ist allerdings auch so allgemein gehalten und differenziert sich derart über Ausprägungen, Symptome, etc., dass wahrscheinlich niemand einen "Walkthrough" liefern kann.

Vertrauen muss sich entwickeln und am besten lässt sich das wohl über Geduld, Verständnis und noch mehr Geduld erreichen.

Nach meiner persönlichen Erfahrung und dem, was ich u.a. bei anderen Patienten mitbekommen habe, scheitert ein langfristiger, tieferer Kontakt (egal, ob zu Familie, Freunden, oder Dates) letztlich häufig an der scheinbaren "Unzuverlässigkeit".

Als sozialer Phobiker wähle ich entweder den kompletten Rückzug, oder ich versuche den Kontakt zu den Menschen möglich zu machen, die mir wichtig sind. Zweites kostet sehr viel Kraft und Überwindung (alleine schon nur eine Zusage) und endet dann trotzdem oft darin, dass man eine Verabredung kurzfristig absagt und ggf. irgendwelche anderen Gründe vorschiebt.

Ganz klar, dass sowas für das Gegenüber enttäuschend ist (insbesondere, wenn es sich ständig wiederholt) und selbst bei sehr viel Geduld und Verständnis lassen die Leute dann doch früher oder später frustiert von dem Kontakt ab, was auch verständlich ist.

Zitat von Wolfsklaue:
Oder muss ich warte bis sie selbst auf mich zukommt?


Das wird wohl der Weg sein.

Du kannst nicht mehr als zu verstehen geben, dass du da bist, wenn sie dann will und kann. Aber jede Form von Druck (auch wenn es nur gut gemeinte Unterstützung ist) macht es meist schlimmer. Als Phobiker kennt man ja seine Schwierigkeiten, will es natürlich anders haben, und macht sich selbst deswegen schon eine Menge Druck (was eigentlich auch falsch ist) und wenn dann noch externer Druck dazu kommt, dann endet das oft nicht gut.

Ich denke, wenn du zwar signalisierst, dass du da bist, aber nichts einforderst, dann ist das auch gut für den Vertrauensaufbau.

Wie ich aber auch schon geschrieben hatte, muss man als Angehöriger (bzw. Kontakt) eines Erkrankten auch immer seine eigene Gesundheit im Auge behalten und immer wieder schauen, ob und wie weit man diesen Weg mitgehen kann, oder ob es einen irgendwann selbst kaputt macht.
Und gerade bei diesem Krankheitsbild muss man auch damit rechnen, dass der Erkrankte den Kontakt von heute auf morgen einstellt, weil es ihm zu viel geworden ist (was man als Außenstehender oft so nicht nachvollziehen kann).

Das war nur meine persönliche Meinung, bzw. Erfahrungen (als Erkrankter) - die erheben natürlich keinen Anspruch auf Richtigkeit, oder Allgemeingültigkeit.

LG
ZeroOne

07.04.2020 10:03 • x 3 #4


Dan20

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Ich schreiben ebenfalls als selbst Betroffener.

Die Überwindung, sich treffen zu wollen, muss letztendlich von ihr ausgehen. Das Hauptproblem liegt eben bei uns (bzw. ihr) im Kopf und damit ist es weniger eine Frage Deines Verhaltens, als vielmehr, ob Deiner Bekannten diese Überwindung irgendwann gelingt.
Wenn sie sehr schwer betroffen ist, dann klappt das evtl. auch nur, wenn sie entsprechende Fortschritte per Therapie macht. Mir persönlich hat ein Klinikaufenthalt ziemlich geholfen. Das hat plötzlich Dinge möglich gemacht, die ich davor nicht für möglich gehalten hätte. Vielleicht kannst Du das ja einmal anregen.

Wenn es dann tatsächlich zu einem Treffen kommt, ist es nicht verkehrt, wenn Du prinzipiell in der Lage bist, ein Gespräch notfalls "übernehmen" zu können...also wenn Du mit der Situation gut umgehen kannst, dass sie evtl. sehr wenig sagt bzw. keine eigene Initiative im Gespräch zeigt. Das wird dann leider oft auch als Desinteresse missinterpretiert, ist aber eben ein Symptom dieser Erkrankung, weil man sich nichts traut. Geduld ist dann wichtig.

11.04.2020 03:29 • x 1 #5


Resi

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Zitat von Wolfsklaue:
Ich habe eine Frau kennengelernt die an einer Sozialen Phobie leidet.
Wir schreiben schon über ein Monat mit einander.

Ich finde, es kommt darauf an, mit welcher Intention du dich mit ihr treffen willst, bzw. den Kontakt suchst.
Wenn du auf Partner-Suche bist kann ich mir das sehr schwierig vorstellen und möglicherweise für beide frustrierend.
Wobei für mich jetzt einen-Monat-Schreiben keine Zeit wäre, bei der Ungeduld ausbrechen müßte.

Wenn du die Frau einfach so kennen gelernt hast und sie dir sympathisch ist hast du doch alle Zeit der Welt, dann hast du ja kein "Ziel" vor Augen sondern kannst der Entwicklung ihren Lauf lassen- ich wünschte rückblickend, so manche Begegnungen in meinem Leben, egal welche, hätten sich eher langsam entwickelt, hätten Zeit gehabt.

Außerdem: ich glaube nicht, daß ich eine soziale Phobie habe (oder doch?), aber ich telefoniere auch nicht gerne, man darf mich keineswegs unter Druck setzen, und ich finde Schreiben eigentlich eine ganz schöne Sache: Die Frau setzt sich hin, nimmt sich Zeit, macht sich Gedanken und formuliert die - wieviel besser kann man denn jemanden kennen lernen?
Nur- wenn das nichts für dich ist und die Geduld nicht aufbringen magst, würde ich mich so schnell wie möglich verabschieden, zum Besten von beiden Seiten, ohne Schuldzuweisung- es paßt dann halt nicht und ist für beide Verschwendung von Lebenszeit

15.04.2020 09:36 • #6


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Novalis123

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Es kann 3 Jahre dauern aus erfahrung

Außerdem musst du sie absolut verstehen Praktisch seelenverwandter werden.

Hab Ihr nur Mut geschenkt.
Ihr gezeigt wo Ihr glück ist
Wo sie glücklich sein wird weil sie es nicht sehen konnte
Mir dann Herz Gebrochen nur damit Sie glücklich sein kann.

Sie ist nun verheiratet und glücklich.
Aber das klappte nur weil man selbst krank ist und die schmerzen fühlt.

17.05.2020 21:03 • #7


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Dani82a

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@Novalis123

Das hört sich nach einer sehr sehr schmerzhaften Erfahrung an.
Das tut mir leid für dich.

Zitat von Novalis123:
Ihr gezeigt wo Ihr glück ist
Wo sie glücklich sein wird weil sie es nicht sehen konnte
Mir dann Herz Gebrochen nur damit Sie glücklich sein kann.


Man kann einem Menschen, den man sehr gerne hat durchaus zeigen, was man ihm alles zuteil werden lassen möchte. Jedoch können wir nicht beeinflussen, ob sie unsere Einladung annehmen oder sich anderweitig umschauen und sich von uns abwenden.

Es ist wichtig in solchen Fällen zu trauern, die Gefühle raus zu lassen.

Aber: es ist auch wichtig für sich selbst zu erkennen, dass man für sich selbst verantwortlich ist. Sein Glück darf man nicht von seinem Gegenüber abhängig machen. Ich weiß, dass ist leichter gesagt als getan. Aber wir können nur das beeinflussen, was uns selbst betrifft.

19.05.2020 16:48 • #8

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