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Zitat von Momo58: . Wahrscheinlich überlappen sich viele Symptome bei ADHS und Depressionen.
Im Laufe meiner Behandlung in Kliniken und auch ambulant, habe ich einige Menschen mit diagnostizierter ADHS / A.D.S kennenlernen dürfen. Tatsächlich waren die nicht unglücklich mit der Diagnose, weil üblicherweise auch das Umfeld eher damit gestresster war, als sie selbst. Eine Erklärung für etwas zu haben, kann dementsprechend erleichternd wirken. Bei ADHS im Kindesalter wird mit entsprechenden Medikamenten gezielt behandelt um den betroffenen Menschen eine „Ruhe“ geben zu können, weil eben dieses „Unruhige, Zappelige und nicht unbedingt bei der Sache bleiben zu können“ tendenziell eigentlich das Umfeld mehr belastet, als den Betroffenen selbst, wobei für diesen belastend sein kann, dass Andere eben gestresst sind, durch sein Verhalten. Bei Erwachsenen mit ADHS ist der Hyperaktive Part oft garnicht so ausgeprägt, das „zappelige“ fällt dann nicht so sehr ins Gewicht, wohl aber das „nicht bei der Sache bleiben können“. Wohlgemerkt, der eigentlich belastende Aspekt für Betroffene ist da eher, dass sie mit ihrer „Art“ anecken können, oder als nervend erlebt werden, von Außenstehenden, die dann aber auch nicht unbedingt etwas mit ADHS anfangen können. Es gibt gute Techniken in der Verhaltenstherapie, mit der sich ADHS Betroffene im erwachsenen Stadium besser regulieren können um eben im gesellschaftlichen Kontext nicht negativ beurteilt zu werden. Und wenn ein Betroffener das will, wird er dementsprechend daran und an sich arbeiten, wenn dieses „für Andere tun“ demjenigen selbst auch als ein für sich Guttun empfunden würde.
Welche Persönlichkeitszüge jemand inne hat und in welcher Ausprägung, wird man meiner Meinung nach selbst gut einschätzen können, wenn man sich mit der Materie beschäftigt. Nicht Alle sind in ihrer Ausprägung als Störung zu betrachten und dementsprechend auch nicht unbedingt behandlungsbedürftig. Es ist halt die eigene „Art“. Und an der lässt sich nur verändern, was man davon verändern will. Diagnosen als Rechtfertigung gegenüber wem auch immer zu verwenden, dass man so ist wie man ist, tatsächlich aber auch nichts daran ändern will, ist ja nicht verboten. Ob und was es einem nutzt, kann man eh nur selbst beurteilen.
Jedenfalls kenne ich in meinem Umfeld keinen Menschen, der nicht teilweise Persönlichkeitszüge an den Tag legt, die man ungeachtet der tatsächlichen Ausprägung, einer Persönlichkeitsstörung zuordnen könnte, was aber eben auch nur zeigt, dass man mal von einer solchen Störung gehört hat und weiß, dass es sie gibt. Daher überlasse ich das diagnostizierende Element auch lieber einem Profi. Was mir persönlich an einem Menschen auffällt, spreche ich entweder an, oder ich lasse es, denn wie mir etwas vorkommt ist ja meinem Empfinden geschuldet. Im Zweifelsfall, wenn überhaupt irgendetwas davon abhängt ob und wie ich mit jemandem zusammen sein muss und auch will, frage ich eben einfach mal, weshalb er sich so gibt, wie er es tut. Und alles weitere würde sich aus den Informationen ergeben, die ich auf mein Fragen erhalte.