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Vergesslich und dauermüde - wer kennt das auch

Lyane

Lyane

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Mich beschäftigt derzeit, dass ich so extrem vergesslich geworden bin. Wenn ich etwas täglich wiederhole, bleibt es irgendwann hängen, aber sobald ich damit aufhöre - ist es weg. Und wer merkt sich schon alles dauerhaft jeden Tag neu.

Jetzt habe ich nächste Woche ein Vorstellungsgespräch und müsste dafür lernen, mich vorbereiten. Weiß aber schon jetzt - es bleibt nichts hängen. Geschweige denn, dass ich den Anfang dazu finde, denn eigentlich müsste ich heute und morgen tausend Dinge tun, erledigen, machen.
Dazu bin ich dauerhaft übermüdet, das hilft nicht gerade gegen die Vergesslichkeit. Die Müdigkeit kommt vom schlechten Schlaf, von den täglichen/nächtlichen Alpträumen, die nicht wirklich erholsam sind.

Wer kennt das auch und wie geht ihr damit um - was hilft euch, sich etwas mal ein paar Tage lang, zu merken, was ihr sonst nie braucht.
Und für den einen oder anderen Schlaftipp - wäre ich auch sehr dankbar.

Allen ein schönes Wochenende.

LG
Lyane

19.10.2019 14:38 • x 2 #1


Frederick1

liebe Lyane,

oh DU das kenne ich auch aus meinem Leben. Mir hilft es, wieder mehr und mehr in meinen persönlichen Lebensrhytmus zu kommen. Es gibt Tage der Arbeit, aber den Sonntag nehme ich persönlich wieder als Ruhetag. Oder den Wechsel von Sommer und Winter, Tag und Nacht. Lange Zeit habe ich auch Schicht gearbeitet, die Nacht zum Tage gemacht, und umgekehrt, das tut uns Menschen auch nicht so gut.

Wir Menschen und die Natur brauchen das Beständige und Wiederkehrende. Aber wir dürfen unserem Leben auch wieder Form und Gestalt geben, wie das Neue, das Unerwartete, das Spontane. Oder die Jahreszeiten, Frühling, Sommer, Herbst, und Winter. Wir Menschen haben da leider oft schon zu stark in die Natur eingegriffen.

Im Frühjahr, wenn die Tier- und Pflanzenwelt wieder erwacht, Tulpen strecken ihre Blätter vorsichtig wieder aus der Erde.

Der Frühling ist eine "verrückte" Zeit. Nach dem Winter, wieder Frühlingsgefühle, weiches Grün kämpft sich wieder aus dem Boden. Neues Leben erwacht, muss sich aber noch hart durch den gefrorenen Boden kämpfen.

Ich finde es eine gute Idee, das du allen Dingen und Aktivitäten deines Lebens, die Zeit schenkst, die es braucht, so gut das heute noch geht.

Es gibt auch im Leben eine Zeit der Ruhe, eine Zeit des Kampfes, das pflanzen, das fest halten, aber auch das wieder los lassen.

Damit wir in unserer heutigen verrückten Welt wieder besser klar kommen. Das schnelle Leben, das Auf und Ab in der Geschäftswelt, die Börsen, das Geld.

In dieser unserer heutigen manchmal zu schnellen Welt, da haben Jahreszeiten, der Wechsel von Tag und Nacht, Saat und Ernte, Dinge die uns lieb und vertraut sind, etwas Beruhigendes, tröstliches für dich.

Du es kann dein und mein Leben entlasten, uns neue Kraft schenken, wenn wir den Wechsel der Zeiten wieder versuchen, bewusst mit zu leben, im natürlichen Rythmus unseres Lebens zu leben, zu fließen, als gegen uns und unseren natürlichen Rhythmus zu leben.

Je nachdem, in welcher Zeit wir uns gerade befinden, dürfen wir unser Leben anders leben.

Denn es hat keinen Sinn, Druck zu machen, wenn es noch Winter ist, und der harte gefrorene Boden noch keinen Lebensraum für uns bietet. In diesen Zeiten ist es besser, entspannt zu bleiben, wieder zur Ruhe und zum Frieden mit uns selbst zu kommen, die Dinge einfach geschehen lassen, fließen lassen. Abwarten und Tee trinken, oder auch mal eine gute Tasse Kaffee, mit Sahne.

Das wir den kommenden Lebenszeiten mit Gelassenheit und Ruhe entgegensehen können.

Dann wieder los gehen, wenn der Frühling kommt, die ersten Knospen sich entfalten.

Das wir spüren was jetzt dran ist in unserem persönlichen Leben, wir uns das aufschreiben, oder was kann noch warten.

Ich mag wohltuendes geordnetes Leben. Tag und Nacht, Ebbe und Flut, Sommer und Winter usw.Meinen Tagesplan nach dem Wetter auszurichten, Zeit zum Kaffee trinken, Hund rausgehen, zu lesen usw.

Aber ich weiß auch, wie stressig ein Arbeitsleben sein kann, wenn du nach dem Rhythmus anderer leben musst.

Da hilft eine Zeit der Besinnung und Stille am frühen Morgen, bevor der Alltag wieder los geht, mein täglich gleiches Frühstück, mein Buch vor dem Einschlafen.Alle diese kleinen Wiederholungen können neue Ruhe und Gelassenheit in unser Leben bringen

Aber ich habe meine Schwachstelle am Mittag, da werde ich sehr sehr müde, da mache ich nicht so viel, schon gar nichts Wichtiges.

Es kann uns sehr helfen, bewusst Ruhephasen in unser Leben einzubauen, damit wir uns in der schnelllebigen Zeit gut zurecht finden.

Da wünsche ich dir ganz viel Liebe für dich selbst, damit du dich immer besser in dich einfühlen kannst, dich selbst immer besser lieben, annehmen und verstehen kannst.


ganz viele liebe Grüße an dich,

in guten Gedanken für dich,

Frederick

19.10.2019 17:40 • x 3 #2


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Pimbolina71

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Hallo Lyane

Oh, das kenne ich auch sehr gut, Vergesslichkeit und Müdigkeit! Ich kann mich nur ganz schwer auf etwas konzentrieren, geschweige denn mal ein Buch lesen. Aber auch Kleinigkeiten fallen mir sehr schwer. Und dann die tägliche Müdigkeit, weil ich nachts kaum schlafen kann. Aber einen guten Tipp habe ich Dir leider auch nicht.

Wichtig ist einfach, dass wir uns nicht selber unter Druck setzen. O.k., Du hast nächste Woche einen wichtigen Termin, also schreibe doch einfach alles auf, was Dir dazu einfällt und was wichtig ist.

Hab einen schönen Samstagabend.

LG Pimbolina

19.10.2019 18:06 • x 3 #3


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maya60

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Hallo Lyane, ich finde es eigentlich eine zu schwere Vorstellung, in Zeiten, in denen man an "Depressions-Demenz" leidet und Schlafstörungen hat, zu einem Vorstellungsgespräch zu gehen. Denn überall muss man sich ja heute auch als besonders belastbar präsentieren.
Und wenn das Vorstellungsgespräch zuende ist, kommt all der Stress des neuen Arbeitsplatzes.

Ich kenne dich nicht von deinen Beiträgen hier, aber ich bekomme schon Stress nur von der Vorstellung, weil ich weiß, wie depressiv ich war, als ich dieses Vergesslichkeitsproblem hatte. In der Phase ist aller Druck falsch und ein Vorstellungsgespräch ist ein Hammerdruck und auch ein Jobwechsel.

Du müsstest dich ja nicht nur vorbereiten, sondern auch vorspielen, dass es dir gut geht. Finde ich sehr schwierig.

Und möchte dir das eigentlich gar nicht zumuten, weil all das deine Depression noch verschlimmern kann. .

Liebe Grüße! maya

19.10.2019 20:44 • x 4 #4


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Heidi2019

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19.10.2019 23:32 • #5


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Pimbolina71

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Hallo @Heidi2019 : Wann immer es geht, schreibe ich auf, was gesagt worden ist. Vor allem wenn es amtliche Sachen sind oder aber ich akzeptiere es halt einfach, dass ich vergesslich geworden bin. Die Ängstlichkeit kenne ich nur allzu gut, hatte heute Abend wieder Panik und wusste nicht, woher sie kommt. Jetzt gerade geht es mir etwas besser.

Ich habe Dir leider keinen guten Tipp, ausser vielleicht, alles aufzuschreiben, was gesagt wird und nachfragen, wenn Dir was unklar ist.


Liebe Grüsse
Pimbolina

19.10.2019 23:56 • x 2 #6


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Mas83

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Liebe Liyane,

Auch ich kenne die Vergesslichkeit und manchmal werde ich so richtig wütend, weil ich mich gar nichts merken kann und sogar Termine mehrfach falsch im Kalender schreibe, weil ich einfach manchmal gar nicht weiß wann wir leben (aber in dem Moment, bin ich davon überzeugt, dass es DANN ist). Ich hasse es. Als ich im Klinik war, hatte auch ganz viele andere Patienten damit zu kämpfen. Es ist wohl "normal" in eine depressive Phase.

Das einzige, was mir hilft, ist Listen schreiben. Für weitere Tipps lese ich gerne mit.

Kannst du dann schon ein Bewerbungsgespräch führen? Hast du keine Angst dafür, dass wenn du was vergisst, du dir selbst fertig machst?
Oder kannst du gut damit umgehen?

Bist du stabil genug für ein neuen Job?

Ich schlafe momentan zum Glück ziemlich gut. Was bei mir hilft ist ein festes Rhythmus, wie bei Kindern. Bei mir ist das z. B. Essen, Kind ins Bett bringen, Musikinstrument bespielen, ein bisschen Fernsehen gucken und immer zwischen 22.00 und 23.00 Uhr ins Bett. Wenn ich denke, ich schaffe es wirklich nicht mehr, auch etwas früher.

Also, feste Zeiten und Rituale.
Stell dir zur Not morgens auch einen Wecker, sodass du ein Rhythmus bekommst (ich weiß, dass ist schrecklich und auch ich bleibe manchmal liegen). Wenn du aber nicht zu spät aufsteht (und sowieso kaum geschlafen hast), wird dein Körper "echt" müde und nicht "nur" "depressions müde", und dass sollte wiederum dafür sorgen, dass du wieder gut schläfst.

Ich wünsche dir viel Glück!

LG

20.10.2019 17:30 • x 1 #7


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Mas83

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Oh und noch zur Dauermüdigkeit: dass kenne ich. Ich bin völlig erschöpft. Bei mir hilft manchmal Pause machen, manchmal raus gehen, manchmal hilft nichts.
Auf keinen Fall einfach weitermachen.

20.10.2019 17:37 • x 1 #8


Lyane

Lyane

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@Mas83 und alle anderen

Vielen Dank!
Naja ich merke schon, dass mir auch im Alltag oft etwas fehlt, im Gedächtnis. Ich muss halt versuchen, mich durch Auswendiglernen auf Gespräche vorzubereiten. Stabil genug für den neuen Job schon, denke ich. Ich schaffe ja auch den jetzigen, vom Pensum und vom Stress her. Mich nerven nur die Leute und mich regen nunmal Dinge auf, die absolut nicht angehen können. Beispiel: Es wird einem Schwerbehinderten seine Behinderung, bzw. die Anforderungen, die sie mitbringt, als "Ansprüche" vorgehalten. Da geht mir die Hutschnur. Und da ich sehr (!) ungeduldig geworden bin, was überflüssig schlechtes Benehmen angeht - muss ich mich manchmal massiv beherrschen.

Ich halte schon noch viel aus. Aber irgendwann ist es dann auch genug. Ich suche neue Stellen ja nach Inhalten aus. Und bewerbe mich nur, wenn ich das Gefühl habe, das könnte passen. Da habe ich keine Bedenken.

Vorstellungsgespräche waren noch nie etwas für mich. Schon in der Schule habe ich es gehasst, an der Tafel zu stehen und alle schauen mich an. *ergssssss*
Deshalb sind die Gespräche schon ein Problem. Aber ich gehe eigentlich entspannt rein. Im Allgemeinen rechne ich nicht damit, dass ich die Stelle bekomme. So kann ich nicht enttäuscht werden. Sollte es wider Erwarten doch klappen - freu' ich mich natürlich.

Die Müdigkeit, bzw. der wenige Schlaf ist natürlich ein echtes Problem. Ich werde mal versuchen, da anzusetzen. Mit allem, was man so dazu liest - Einschlafrituale, Tees usw. Es muss doch irgendwie möglich sein, das in den Griff zu bekommen.

@maya60 : Du hast natürlich Recht, man sieht mir die Dauermüdigkeit schon an. Vom Wesen her kann ich es kurzfristig überspielen, aber äußerlich ist es schlicht sichtbar. Und da ich nicht dazu neige, als Tuschkasten herumzulaufen. :- )

Versuchen tue ich es trotzdem. Wenn es etwas wird, gut, wenn nicht - ist es so.

Danke für eure Antworten, somit bin ich nicht allein, mit diesem Problem. Ich wünsche uns allen, dass wir erfolgreich daran arbeiten können.

LG
Lyane

17.11.2019 14:06 • x 1 #9