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Kann nicht damit umgehen

Cloudy400

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Hallo,
ich bin neu hier und möchte mir direkt mal etwas von der Seele reden.
Ich bin 28 Jahre alt, leide seit mehreren Jahren an Depressionen und einer Angststörung.
Ich kann kaum etwas machen, ich versuche den Alltag irgendwie zu bewältigen, schaffe es auch jeden Tag grade so, aber es könnte viel besser sein. Am liebsten würde ich mich den ganzen Tag im Bett verkriechen. Ich bin immer müde, könnte immer schlafen. Ausgeschlafen bin ich nie. Seit knapp einem Jahr nehme ich Antidepressiva, aber es scheint überhaupt nicht zu wirken.
Alles was es zu tun gibt, fällt mir schwer, aber ich überwinde mich immer wieder, denn es muss ja sein. Danach fühle ich mich ausgelaugt, leer und irgendwie auch schlecht, obwohl ich stolz auf mich sein sollte, weil ich es geschafft habe.
Ich hasse es vor die Tür zu gehen, würde gerne immer zu Hause sein. In meinem gesicherten Umfeld. Hier fühle ich mich sicher. Ich möchte keine Kontakte, trotzdem wünsche ich mir oft jemanden, mit dem ich reden kann, wenn mir danach ist. Jemanden, der versteht, dass ich mich nicht gesellschaftsfähig fühle.
Bis jetzt habe ich niemanden gefunden.
Zudem habe ich oft Panikattacken, es reicht wenn ein Auto bei den Nachbarn auf den Hof fährt, oder wenn es an der Tür klingelt. Rausgehen, einkaufen gehen, eine innerliche Tortur für mich.

Was habt ihr getan, oder was tut ihr in solchen Situationen? Gibt es Tricks?

Liebe Grüße!

30.08.2022 09:29 • x 4 #1


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Plottwist

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Hi Cloudy, tut mri leid, dass es dir so schlecht geht. Einen Trick hab ich da leider nicht für dich, aber vielleicht tut es ja schon gut, es sich von der Seele zu schreiben? Hast du einen Therapeuten mit dem du reden kannst? Mal an eine Selbsthilfegruppe gedacht? Ich finde da ist es einfacher hinzugehen, auch wenn man sich sehr schlecht fühlt.
Liebe Grüße

30.08.2022 14:20 • #2



Hallo Cloudy400,

Kann nicht damit umgehen

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aurora333

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Auch mir tut es leid, dass für Dich @Cloudy400 das Leben so ein Kampf ist. Leider gehört das zu den Symptomen einer Depression-Angststörung. Ich kenne das Phänomen von mir selbst. Manches wird schwierig und ist mit viel Überwindung verbunden. Soziale Kontakte wären so wichtig, doch oft fehlt der Mut sich unter Menschen zu begeben, und an Gruppensitzungen und Treffen mit seinesgleichen teil zu nehmen.

Diese Energie kann jedoch durch Psychotherapie sowie die richtige medikamentöse Behandlung ( als Basis) zurückkommen. Du schreibst, das Antidepressiva das Du seit einem Jahr nimmst, wirkt nicht. Leider ist es keine Seltenheit, dass man mehr als ein solches Medikament ausprobieren muss, bis es hilft. Es wundert mich, dass Dein Psychiater/Arzt noch keinen Wechsel vorgeschlagen hat. Deshalb empfehle ich Dir, ihn Deinerseits darauf an zu sprechen. Es gibt wirklich einige Alternativen !

30.08.2022 16:29 • x 1 #3


Cloudy400

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Therapie mache ich nicht mehr, leider hat das irgendwie nicht so geholfen. Einmal in der Woche ein Gespräch hat nur jedes Mal alles neu aufgewühlt und am Ende hab ich mich mieser gefühlt.
Eine SHG hab ich auch mal überlegt, aber da gibt es erstens bei uns zu wenig Angebote und zweitens könnte ich mich dazu wohl nicht aufraffen.
Ich sollte wohl doch mal zum Arzt gehen, meine Medikation anpassen lassen.
Am schlimmsten sind die Panikattacken.. was kann man dagegen tun?
Liebe Grüße

31.08.2022 09:07 • x 1 #4


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Pessimist

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@Cloudy400 Herzlich willkommen im Club...

Arbeitsunfähigkeit Mann... in vielen Punkten erkenne ich mich sofort wieder! Also, beschreiben muss ich dann wohl nichts mehr...

Ja, es kostet alles viel Überwindung. Zum Glück übe ich sehr viel und mache dabei immer neue Fortschritte, das baut auch auf.
Aber was Du da u.a. beschreibst sind typische Erschöpfungszustände, quasi aus dem Nichts. Du musst irgend etwas haben womit Du Dich beschäftigen und ablenken kannst! Auch wenn es schwer fällt, Du musst immer wieder den inneren Schweinehund überwinden und aktiver werden, was mir auch oft sehr schwer fällt.

Welches Antidepressiver nimmst Du ? Nach vielen vielen Jahren bin ich Anfang des Jahres auf VENLAFAXIN umgestiegen, und ich muss sagen, Ängste sind weitgehend verschwunden. Ggfs. mal mit deinen Arzt reden.

31.08.2022 09:42 • x 1 #5


Cloudy400

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Ich nehme Citalopram, dass soll jetzt erhöht werden. Muss aber erst auf meine Blutergebnisse warten, die bekomme ich heute abend.
Gegen meine Panikattacken habe ich auch etwas bekommen. Etwas zu haben, was ich bei Bedarf nehmen könnte, reicht mir für den Moment schon aus.
Mal sehen!

01.09.2022 07:18 • x 1 #6


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Pessimist

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@Cloudy400 Dann wird das sicherlich schon seine Richtigkeit haben! Bin ja auch kein Arzt. Das war nur mal so ein Gedanke, eine Anregung aus eigener Erfahrung. Weiter alles Gute und gute Besserung!
Ich habe schon oft gehört Alles wird gut. Trifft auf mich selber zwar nicht unbedingt zu, aber das soll ja nichts heißen... bei Dir wird jedoch alles wieder gut

01.09.2022 09:10 • #7


Florian1

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Jo, kenn ich alles gut. Und auch den Antworten kann ich im Großen und Ganzen beipflichten.

Ja, mit der Medikation, das ist für mich auch so ein Brief mit sieben Siegeln. Ich nehm schon seit 24 Jahren Medikamente aber es gibt nicht einen Zeitpunkt, an dem ich sagen kann, dass ich in irgendeiner Form je wirklich davon profitiert hab. Ehrlich gesagt nehm ich sie aus reiner Gewohnheit und ich hab da inzwischen die komplette Palette durch. Mein Arzt meinte mal, wenn ich sie nicht nähme, würde es mir ganz, ganz schlecht gehen aber so wirklich glauben kann ich das nicht.

08.09.2022 15:11 • x 1 #8

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