Liebe Ausgebrannte,
😜 ich bin gerade dabei etwas zu experimentieren und mir Gedanken zu machen,
zum Beispiel dazu, was ich tun kann, dass es mir wieder besser geht.
Konnte jetzt erfolgreich den Hausarzt wechseln und der ganze Aufruhr hat sich wieder gelegt.
Nichtsdestotrotz habe ich das auch als Signal wahrgenommen, etwas zu tun. Im ersten halben Jahr war ich aber irgendwie so fertig und gleichzeitig hochgedreht und gereizt und kaputt, dass ich es irgendwie auch nicht geschafft habe mich groß zu kümmern.
Also was hilft wirklich zur Heilung, was kann man tun?
1. Regelmäßige Bewegung, Frische Luft, Licht- Durch meinen Hund bin ich täglich draußen. In der Akutphase habe ich nur kleinere Runden geschafft, jetzt bin ich vormittags 1-2 Stunden spazieren und Abends nochmal eine Stunde. Oft setze ich mich dann auch noch irgendwo auf eine Bank und genieße es einfach ein bisschen draußen in der Sonne zu sein.
2. Genug Schlaf und Schlafhygiene - Obwohl ich sonst maximal 7 Stunden geschlafen habe, schlafe ich aktuell 9-10 Stunden und mache häufig sogar noch einen Mittagsschlaf ca. 1 Stunde. Das tut mir richtig gut, war am Anfang aber nicht so einfach. Ich gehe etwa zur gleichen Zeit ins Bett jeden Tag und habe einen guten Rhythmus entwickelt.
3. Nährstoffmangel - Starker Stress, und starker Erschöpfung liegt häufig auch ein Nährstoffmangel zugrunde. Meist: Eisen, D3, B12, B3, Magnesium, Zink, Selen, Omega3, VitaminC etc. Dies kann man durch ein geeignetes Blutbild (Privatleistung) sehr genau erheben lassen und dann gezielt supplementieren.
4. Ernährung - Kommt gleich mit Nährstoffmangel zusammen. Auf eine abwechslungsreiche, gesunde Ernährung achten, die nährstoffdicht ist. Es gibt einen hohen Zusammenang bspw. auch mit Depression und Ernährung. Faustregel kann sein, desto unverarbeiteter das Lebensmittel desto besser und gesünder. Hochverarbeitete Lebensmittel eher meiden oder stark reduzieren, bzw. gute Alternativen finden.
5. Kaffee - Jetzt wirds langsam ungemütlich mit den Tipps

) Ich bin ja selbst Kaffeeliebhaberin, nachdem ich weder trinke, noch rauche ist der Kaffee meine letzte Instanz am Morgen. Dennoch habe ich ihn jetzt erstmal sein gelassen. Warum? Weil Kaffee unseren Körper zu einer biologischen Reaktion zwingt. Der Körper wird in "Alarmmodus" versetzt, er schüttet Cortisol (Stresshormon) aus und auch die Nebenniere wird dazu gezwungen Adrenalin zu produzieren und freizusetzen, der Blutzuckerspiegel steigt. Der Körper macht uns bereit auf eine Bedrohung zu reagieren und ggf. schnell weglaufen oder kämpfen zu können. Diesen Kick lieben wir ja am Kaffee. Menschen, die tief erschöpft sind, haben aber kaum noch Adrenalin in den Depots und die Nebenniere kann gar nichts mehr produzieren, ist schon ausgelaugt und erschöpft, dann wirkt Kaffee meist auch nciht mehr sondern macht manchmal noch mehr müde und ausgelaugt als ohnehin schon. Das ständge Cosrtisol etc. ist der Heilung einer Tiefgreifenden Erschöpfung auch nicht dienlich, sondern triggert ständig das Nervensystem an, was nie wirklich zur Ruhe kommen kann. Wir bleiben gereizt und ausgelaugt. Mit jedem Kaffee den wir trinken, chronifizieren wir diesen Zustand. Also Kaffee lieber nicht als tägliches Ritual jeden Morgen jeden Mittag, Nachmittag sondern lieber nur hin und wieder mal einen Kaffee.
Ich selbst trinke morgens jetzt Tee, manchmal auch grünen Tee der sehr viel sanfter und deutlich gesünder ist. Manchmal auch ein Zitronenwasser, das tut auch gut und hat einen belebenden Effekt und ist gleichzeitig gleich ein kleiner Vitaminkick.
6. Durch innere Inventur zur Ruhe finden - Das ist nicht so einfach. Aber es kann gelingen, wenn man versucht wirklich loszulassen. Wenn man versucht alle Gefühle da sein zu lassen, sich ausweint. Denn ein Burnout ist auch eine Zäsur, wir haben unser Leben so gelebt, wie es nicht funktioniert. Wir haben gegen uns selbst gelebt. Wir haben Ziele und Prioritäten gesetzt, die uns krank gemacht und nicht gut getan haben. Das gilt es anzuschauen und aufzuarbeiten. Wo geben wir überall Energie rein, wo ziehen Menschen und Arrangements von uns Energie. Was wollen wir selbst? Was ist uns zuviel? Der innere Aufwasch wird dabei sowohl den Beruf, die Familie und die Beziehungen im Allgemeinen betreffen. Es lohnt sich da mal eine selbstkritische Inventur zu machen.
Ich habe mich beispielsweise auch von einseitigen und kraftzehrenden Freunden getrennt, weil ich das für mich nicht mehr möchte. Auch in meiner Beziehung gab es intensive Gespräche.
Wenn man da mal aufräumt, kommt man auch ganz anders zur Ruhe innerlich.
7. Die Zukunft - Wie soll dein Leben künftig aussehen. Was kannst Du tun, um für Dich einen besseren Weg zu gestalten, wie kannst Du Deine Arbeit anders organisieren, wie Deine Freundschaften, Deine Beziehung. Was würde Dir guttun, ein Hobby? eine neue Stadt? Ein Neuanfang? Ein neuer Job? Überlege es Dir gut, damit Du zuversichtlich in Deine Zukunft gehen kannst. Dass es etwas gibt, worauf Du Dich freuen kannst, was es auch sei. Hauptsache es ist für Dich und tut Dir gut.
8. Die Ruhezeit nutzen - Die zeit der Krankheit nutzen, um wirklich in die Ruhe und Entspannung zu finden. Es ist okay, wenn der Haushalt liegen bleibt, Du musst die keinen Druck machen, den hatten wir ja lange genug. Sind wir selbst nicht unsere schlimmsten Antreiber? Dann lass uns herausfinden, dass die Welt nicht untergeht, wenn es nicht perfekt und produktiv zugeht.

Lass los, lass es einfach geschehen. Bleib bei Dir, bleib in der Ruhe. Es darf auch mal langweilig werden, super. in der Langeweile entstehen die besten Ideen. Tu Dir gutes, geh in die Sauna, zur Massage, in den Garten, auf die Couch, wo auch immer. Lies, höre Podcasts und lass es Dir gut gehen. Gönn Dir diese Ruhe.
Denn bald dreht sich das Leben weiter und der neue Alltag greift, dann willst Du ausgeruht und weitestgehend in Deiner Mitte sein, um gute Entscheidungen für Dich treffen zu können.
9. Journaling - Was kann helfen. Manchen Menschen hilft es eine Art Tagebuch zu führen, wo sie ihre Gedanken, Wünsche, Gefühle aufschreiben. Einfach, um sich selbst besser zu beobachten und reflektieren zu können. Manchmal auch, weil es hilft, das Dinge aus dem System heraus kommen und irgendwo niedergeschrieben sind. Das ist etwas das manchmal ein Gegenüber ersetzen kann, weil Du mit Dir selbst ins Zwiegespräch gehst. Ehrlich und ungeschont.
Das sind gerade so meine Dinge, die ich für mich tue.
und die ich gern mit euch teilen wollte. Denn was bringen alle Pillen vom Psychiater, wenn diese Stellschrauben nicht angegangen werden? Genau, gar nichts. Niemand kann uns da raus helfen, wir müssen selbst den Weg gehen.
Ich habe mich jetzt um einen Therapieplatz für eine Kurzzeittherapie beworben, auch damit ich "was mache" für die Krankenkasse. Ich denke es kann ganz gut sein, in der Übergangsphase eine neutrale Begleitung im Außen zu haben.
Wo ihr auch gerade steht, ich wünsche euch alles Gute für euren Weg.
In diesem Sinne, liebe Grüße