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Ist mit Burnout eine Beziehung / Partnerschaft möglich?

loulou1

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Hallo,
ich habe mal eine Frage zum Thema Burnout, selbst hatte ich schon Depressionen aber Burnout kenne ich so nur von außen. Mein neuer Freund hat einen. Ich habe das vermutet, jetzt nach einigen Monaten wurde es diagnostiziert. Ich bin gefühlsmäßig schon tief drin. Hätte ich es vorher gewußt hätte ich sicher direkt Abstand genommen, denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich in der Depression vor allem mit mir selbst zu tun hatte und es auch wichtig war, keine weiteren Einflüsse von außen in die emotionale Schiene reinzulassen. Ich habe mich in der Zeit zwar auch verliebt, aber vermutlich war auch das eher das suchen nach Anerkennung und Bestätigung.
Ähnlich drückt mein Freund es aus. Er hat zwar nur kurze depressive Verstimmungen ist aber permanent energie und lustlos. Er meldet sich dann nicht mehr regelmäßig und von "Gefühle zeigen" ist dann auch nicht mehr viel. Er sagt, er kommt nicht hoch. Er sagt, er weiß nicht ob es ihm um Bestätigung geht und dann sagt er wieder, er hätte noch mit keiner Frau etwas ähnliches wie mit mir erlebt. Ich verstehe das irgendwie nicht und merke, es tut mir auch nicht gut, wie es ist.

Kann jemand aus Erfahrung berichten. Ich denke, wenn die Basis eine andere wäre und ich ihn schon lange kennen würde auch ohne die Diagnose, wäre es vielleicht etwas anderes, aber so weiß ich ja nicht auf wen ich mich einlasse.

LG

02.12.2019 14:42 • #1


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111Sternchen222

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Herlich willkommen hier im Forum, das ist wirklich nicht einfach zu sagen.gerade wenn man sich noch nicht so richtig gut kennt. Vielleicht findest du im thread " wie gehe ich mit meinem depressiven Partner um" Menschen die sich da hinein versetzen können.lg Sternchen

02.12.2019 17:21 • #2


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Bergwald

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Liebe Loulou

Auf Anhieb hätte ich gesagt, dass soweit ich informiert bin (bin auch noch neuer auf dem Thema) Burnout nicht unbedingt auch Depression bedeuten muss, und ich daher nicht denke, dass es schwierig werden muss als Beziehung, aber du schreibst ja, er hat kurze Episoden. Wie lange sind diese denn?

Ich kann leider auch nicht wahnsinnig viel beitragen, ich leide selber gerade unter Erschöpfung und Burnoutsymptomen, kann aber sagen, dass ich durchaus noch positive Gefühle habe und auch den Mann, den ich toll finde, möglichst oft sehen möchte (das ist aber leider nicht so oft, er weiss nichts von meinen Gefühlen glaube ich, also es ist noch keine Beziehung bei uns).

LG
Bergwald

02.12.2019 17:46 • #3


loulou1

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Hallo, ich weiß im Prinzip, dass er häufig nicht hoch kommt. Termine absagt usw. das kam alles mit der Zeit heraus. Lg

02.12.2019 18:37 • x 1 #4


Tirza

Hey! Deine Gedanken sind absolut nachvollziehbar. In solchen Phasen möchte man als Betroffener meist auch wirklich niemanden sehen, aber nicht, weil man die andere Person nicht mag, sondern weil man ihr nicht zur Last fallen möchte. Man will nicht, dass sich jemand Sorgen machen muss & denkt, dass man wertlos ist. Ich glaube, dass es trotzdem sehr sinnvoll ist, ihm zu sagen & zu zeigen, dass du da bist, weil das für ihn eine sehr große Stütze sein kann. Du weißt doch selber aus Erfahrung, dass es dir selber auch sehr gut getan hat. Aber trotzdem sollte er sich professionelle Hilfe suchen, damit er nicht alles bei dir ablassen muss, da es für Angehörige natürlich sehr belastend sein kann. Du könntest ihm anbieten, ihn zu begleiten oder ähnliches. Aber ich denke, dass er mit ein wenig Ruhe schnell wieder auf die Beine kommt & ihr eure Zeit dann vollkommen genießen könnt. Wenn es jedoch überhaupt nicht besser wird & er keine eigene Motivation hat, etwas zu ändern, musst du auch ein bisschen an dich denken, damit du daran nicht zugrunde gehst.

16.12.2019 00:57 • #5


fiorina

Zitat von loulou1:
Hallo,
ich habe mal eine Frage zum Thema Burnout, selbst hatte ich schon Depressionen aber Burnout kenne ich so nur von außen. Mein neuer Freund hat einen. Ich habe das vermutet, jetzt nach einigen Monaten wurde es diagnostiziert. Ich bin gefühlsmäßig schon tief drin. Hätte ich es vorher gewußt hätte ich sicher direkt Abstand genommen, denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich in der Depression vor allem mit mir selbst zu tun hatte und es auch wichtig war, keine weiteren Einflüsse von außen in die emotionale Schiene reinzulassen. Ich habe mich in der Zeit zwar auch verliebt, aber vermutlich war auch das eher das suchen nach Anerkennung und Bestätigung.
Ähnlich drückt mein Freund es aus. Er hat zwar nur kurze depressive Verstimmungen ist aber permanent energie und lustlos. Er meldet sich dann nicht mehr regelmäßig und von "Gefühle zeigen" ist dann auch nicht mehr viel. Er sagt, er kommt nicht hoch. Er sagt, er weiß nicht ob es ihm um Bestätigung geht und dann sagt er wieder, er hätte noch mit keiner Frau etwas ähnliches wie mit mir erlebt. Ich verstehe das irgendwie nicht und merke, es tut mir auch nicht gut, wie es ist.

Kann jemand aus Erfahrung berichten. Ich denke, wenn die Basis eine andere wäre und ich ihn schon lange kennen würde auch ohne die Diagnose, wäre es vielleicht etwas anderes, aber so weiß ich ja nicht auf wen ich mich einlasse.

LG


Bist du gaaaanz sicher, dass er NUR ein Burnout hat? Das liest sich für mich aucg sehr nach Borderline. (komm her- geh weg) und künstliche Auf- und Abwertung.
Ich wünsche dir gaaaanz doll, dass ich mich irre.

16.12.2019 02:11 • #6


ViolettaM

Hallo loulou,
Zitat von loulou1:
Kann jemand aus Erfahrung berichten. Ich denke, wenn die Basis eine andere wäre und ich ihn schon lange kennen würde auch ohne die Diagnose, wäre es vielleicht etwas anderes, aber so weiß ich ja nicht auf wen ich mich einlasse.

Das ist wohl wahr. Und da du seine Reaktionen nicht richtig einordnen kannst, belastet es dich umso mehr und kostet dich Energie, die du dringend für dich selbst brauchst.

Meine Erfahrungen beschränken sich auf meine schon einige Jahre alte Beziehung. Wir haben das mit dem Burnout inzwischen von beiden Seiten erlebt - und bisher gut überstanden. Aber es kostet den gerade nicht betroffenen Partner schon Kraft. Um das Rückzugsverhalten, die oft dünnhäutigen Reaktionen und die Motivationslosigkeit des anderen zu ertragen, braucht man das Gefühl, dass die Basis stimmt.
Die muss man aber in einer frischen Beziehung ja erst aufbauen.




Zitat von loulou1:
dann sagt er wieder, er hätte noch mit keiner Frau etwas ähnliches wie mit mir erlebt.

Genau das habe ich zweimal von Männern gehört. Und genau diese beiden hatten das Problem, dass sie von ihrer Ex- (oder doch nicht so richtig Ex-)Partnerin eigentlich weg wollten, es aber irgendwie nicht schafften. In mir haben sie wahrscheinlich den rettenden Engel gesehen, der ihnen endlich aus der Nummer raushilft. Vor dem Hintergrund habe ich dann in den strahlendsten Farben geleuchtet.
Mit mir als realem Menschen hatte das Ganze nichts zu tun. Und funktioniert hat das mit der Rettung natürlich nicht.
Aber ich habe mich auch blenden lassen. Obwohl ich von Anfang an ein unterschwellig ungutes Gefühl hatte, hat es bei dem einen zwei Monate gedauert und bei dem anderen ein ganzes Jahr, bis ich die Reißleine gezogen habe.

Wenn dir dein Gefühl sagt, da tut dir irgendwas nicht gut, dann ist das schon richtig. Allerdings musste ich auch erst genau wissen, was es war, um eine Entscheidung treffen zu können



Zitat:
Bist du gaaaanz sicher, dass er NUR ein Burnout hat? Das liest sich für mich aucg sehr nach Borderline. (komm her- geh weg) und künstliche Auf- und Abwertung.

Auch das kann möglich sein. Oder eine narzisstische Störung, das kann man auf die Entfernung kaum sagen. Kennst du denn Feunde, Bekannte, Familie von ihm? Das könnte helfen, die Lage besser einzuschätzen.

Ich wünsche dir alles Gute
ViolettaM

16.12.2019 10:18 • x 1 #7

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