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Interesse am Leben verloren

Wasserflasche92

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Hey,

eigentlich schreibe ich hier nur für nen Austausch mit Leuten die ähnliche Probleme habe. Also ich suche nicht nach den üblichen Hilfestellungen aka Psychotherapie/Psychopharmaka/Sport/ die man nach bisschen Recherche überall findet. Nach 6 Jahren der Außeinandersetzung mit psychischen Störungen, vielen Psychaterdiagnosen, Therapiestunden, könnte ich fast schon nen Bachleor in der Psychologie anfangen *Ironie*. Würde ich nie wollen.

Mein Problem ist, dass ich schleichend ab 13-14~ Jahren immer mehr die Lust am Leben verloren habe. Bin mittlerweile 20 (man wird ja auch nicht mehr jünger).
Aber zuerst mal ein paar Diagnosen zur Übersicht:

- Depression
- Soziale Angststörung
- Schizoide PS

Wobei ich zur Sozialen Angststörung sagen muss, dass sie mich in jungen Jahren sehr verfolgt hat, aber mittlerweile echt keine Problematik mehr ist. Die üblichen Dinge kann ich problemlos (Friseur, Einkaufen,Präsentationen,. ), genau so fallen mir Bewerbungsgespräche nicht mehr so schwer. Ich hab das vermeidende Denkmuster schon länger abgelegt und tuh die Dinge einfach, die mir in den Kopf kommen.

Das eigentliche "Problem" ist diese Lebensunlust/Motivationslosigkeit.
Was natürlich noch dazuspielt, dass ich nicht wie andere den wirklichen Drive dazu habe Frauen kennenzulernen.
ich hatte 3 Beziehungen angefangen, aber jedes mal aufgehört, weil ich mich in meiner Freiheit stark eingeschränkt gefühlt habe und auch nach dem S. immer den Gedanken hatte: "Das soll es jetzt gewesen sein? Dafür diese Mühe?" Mein Interesse an Beziehungen/S./Liebe war nach den ersten Malen weg. Ich hatte die Hoffnung, dass das doch die Lösung sein muss: jeder spricht davon, die tollste Nebensache der Welt. Die Liebe sei die Erfüllung, der Lebenssinn. Ich habe mich da aber auch eher von gesellschaftlichen Vorstellungen leiten lassen: man müsse eine Partnerin haben, Kinder haben,. Ich sehe die Liebe schon seit jüngeren Jahren als dummes Konstrukt, das nicht existiert, eine Illusion bleibt, aufbereitet durch Medien. Viele glauben daran, sehen die Erfüllung, aber im Endeffekt bleiben wir Menschen ichbezogen.
Ich habe für mich persönlich festgestellt, dass ich kein Interesse an Beziehungen habe und auch kein Problem damit habe.

Vieles habe ich versucht. Viele nette Familienmitglieder haben versucht mich einzugliedern. Angefangen von Konzerten, Partys, jahrelanger Besuch des Fitnessstudios, monatelanger Laufsport, viele Kinobesuche, viele Urlaubsreisen, viele Unternehmungen. Ich habe übers Internet sehr nette Menschen kennengelernt, die mich akzeptiert haben wie ich bin. es mangelte aber an Interesse meinerseits mit diesen was zu tun bzw. diese regelmäßig zu treffen. Ich sah einfach keinen Sinn dahinter.

Auch in der Schule bin ich wohl für meine Gefühlskälte und starker Distanziertheit bekannt. Kaum Emotionen, keine Reaktion auf Kritik, totaler Einzelgänger. Durchschnittsschüler. In bestimmten Gebieten überdurchschnittlich (Mathematik/Rechnungswegsen/Informatik) und ansonsten Durchschnitt. (Geschichte & Deutsch lassen grüßen )

Meine Freizeit besteht eigentlich nur daraus, mich irgendwie abzulenken. Aber selbst da fällt es schwer. Mein Job als Programmierer den ich bald antreten werde (derzeit allg. Abitur), an dem habe ich schon lange kein großes Interesse mehr: es boten sich aber keine Alternativen. Für Medizin hätte ich einerseits keinen NC dafür (Motivationslosigkeit) und eben auch keine Motivation zu lernen. Ich strebe auch nicht nach dem gesellschaftlichen Prestige, der ist mir mit der Zeit auch egal geworden. Meine damalige Ehrgeizigkeit geht auch langsam dahin (ehemaliger Hauptschüler der sich zum Abi durchboxt. Durchschnitt von 4,5 auf der Grundschule)

Irgendwie will ich oft auch gar nicht mehr zu dieser Gesellschaft dazugehören. Wenn ich mir Menschen so anschaue, mich eingeschlossen, dann kriege ich da sehr oft das Kotzen. Gefüllt von heuchlerischen Menschen, gefüllt von Armut, Gewalt und Konsum. Das Internet öffnet da leider auch viele sehr detailierte Einblicke wenn es darum geht was Falsch in unserer Welt läuft, wir Menschen es aber ausblenden und uns dann an Tagen wie diesen als Gutmenschen darstellen lassen.

Ich sehe immer diesen Konsum den alle betreiben um sich der Sinnlosigkeit zu betäuben. Den habe ich auch oft betrieben, aber irgendwie ist der nicht mehr so mein Fall: aber was bleibt mir sonst noch so an Alternativen übrig. Den Sport denn ich angefangen hatte um mir antidepressive Wirkungen zu versprechen, ja den habe ich auch nach jahrelanger konstanter Aktivität abgebrochen.

Was mir bleibt, ist letztendlich Nichts. Es ist ein Abwarten, ein sich ziehendes Altern.
Suizid kam nie in meine Gedanken, aber was mich stört ist, dass die bewusste Beschäftigung die Zeit unendlich erscheinen lässt, die man absitzen muss. Die Ablenkung durch Dro., Konsum, Kinder und Karriere ist wohl die einzige Lösung um diese sinnlose Zeit des Lebens zu überbrücken? Wozu Kinder zeugen? Ist es nicht ein bisschen selbstsüchtig Kinder in dieses grausame System zu setzen, nur um sich selber der Sinnlosigkeit, der Depression, zu entziehen?

Ich sehe schon, ich schweife ein bisschen ab.
Ich wünsche euch einen schönen MIttwoch. Ich hoffe dass mein Beitrag hier nicht negativ ankommt. Es ist einfach die ehrliche Darlegung meiner Gedankenwelt, die man so im realen Leben nie darlegen könnte.

26.12.2018 00:49 • x 1 #1


Ex-Mitglied

Bei mir kommt er nicht negativ an.
Du scheinst dich ja auch intensiv damit beschäftigt haben - und wenn das deine Sichtweise ist - ist es ja auch ok.
Einige Sachen sehe ich ähnlich. Anderes, z.B das mit der Liebe nicht

Und wenn Du dich austauschen möchtest ist das ja auch in Ordnung, aber einige Ratschläge wirst Du vermutlich schon bekommen, aber ich denke du hörst dich so an, als ob Du das nicht verkraften kannst.


Somit mal herzlich willkommen im Forum

26.12.2018 01:49 • x 1 #2


Wasserflasche92


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Zitat von florica:
Bei mir kommt er nicht negativ an.
Du scheinst dich ja auch intensiv damit beschäftigt haben - und wenn das deine Sichtweise ist - ist es ja auch ok.
Einige Sachen sehe ich ähnlich. Anderes, z.B das mit der Liebe nicht

Und wenn Du dich austauschen möchtest ist das ja auch in Ordnung, aber einige Ratschläge wirst Du vermutlich schon bekommen, aber ich denke du hörst dich so an, als ob Du das nicht verkraften kannst.


Somit mal herzlich willkommen im Forum


Hey.

Vielen Dank für die Nachricht.
Ratschläge sind nicht das Problem und auch lieb gemeint. Kann man ja auch trotzdem ruhig machen: nur kenne ich im Grunde schon alles bei den zahlreichen Recherchen, Diskussionen mit Psychiatern und Neurologen.
Eigentlich erhoffe ich mir hier schlichtweg dann doch nix, nur manchmal hat man das Bedürfniss sowas zu teilen.
Kannst du ja ruhig so sehen, dagegen sag ich ja nix

26.12.2018 02:09 • #3


freeza

Hey Wasserflasche,

So ähnliche Gedanken wie deine schwirren mir auch gelegentlich durch den Kopf. Also von wegen was ist der Sinn des Ganzen, wozu überhaupt Dinge unternehmen, Familie gründen etc.

Das Problem ist, dass Depressionen einem verdammt heftig den Spaß an Unternehmungen jeglicher Art rauben können. Und wenn man dann fast völlig freudlos vor sich hinvegetiert fragt man sich natürlich wozu das alles. Man kann einfach nichts mehr genießen, alles scheint komplett sinnlos.
Wenn du aber entspannt das Leben, so wie es ist, genießen kannst, dann stellt sich überhaupt nicht die Frage nach einem Sinn.
Ich will damit nicht sagen, dass man nur über den Sinn nachdenkt wenn man depressiv ist. Sondern dass man in einer Depression überhaupt nicht in der Lage ist einen Sinn zu erkennen.

Durch Depressionen wird das komplette Erleben und Denken so dermaßen beeinträchtigt, sodass fast alles was du siehst/denkst/fühlst nur von der "schlechten" Seite betrachtet wird.

Du solltest also nicht nach einem Sinn suchen, sondern viel mehr versuchen aus deiner Depression und deinem Denkmuster herauszufinden.
Vorrausgesetzt du willst überhaupt raus aus der Depression, aber das nehme ich jetzt einfach mal an.
Auch wenn die Depression den Finger immer nach Außen auf die "böse und brutale" Welt (was sie vielleicht auch teilweise ist) zeigen will, versuche zu verstehen dass die Depression selbst das Problem ist. Und dass du nur rauskommst wenn du die Psyche selbst änderst, anstatt zu versuchen mithilfe der Psyche etwas zu verändern.
Hat das einigermaßen Sinn gemacht was ich hier schreibe? Keine Ahnung ^^
Hoffe du hast zu mindest die Grundidee dahinter begriffen.

26.12.2018 03:41 • x 2 #4


Ex-Mitglied

Hallo Wasserflasche92,

liest sich für mich auch nach überdurchschnittlichem IQ und das nicht gefordert / gefördert werden. Und ich befürchte, daß es nicht wirklich Hilfe gibt.

Fühlst Du Dich schnell gelangweilt von Menschen um Dich herum (die, mit denen Du Kontakt hast) oder empfindest Du manche Kontakte als anstrengend für Dich?

26.12.2018 04:40 • x 1 #5


Wasserflasche92


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Zitat von freeza:
Hey Wasserflasche, So ähnliche Gedanken wie deine schwirren mir auch gelegentlich durch den Kopf. Also von wegen was ist der Sinn des Ganzen, wozu überhaupt Dinge unternehmen, Familie gründen etc. Das Problem ist, dass Depressionen einem verdammt heftig den Spaß an Unternehmungen jeglicher Art rauben können. Und wenn man dann fast völlig freudlos vor sich hinvegetiert fragt man sich natürlich wozu das alles. Man kann einfach nichts mehr genießen, alles scheint komplett sinnlos. Wenn du aber entspannt das Leben, so wie es ist, genießen kannst, dann stellt sich überhaupt nicht die Frage nach ...


Es ist ja nicht so dass diese Gedanken in einer depressiven Hochphase aufkamen, nein, sie begleiten mich jahrelang und ich empfinde daran auch nichts als negativ. Ich sehe auch nichts Krankhaftes daran das Interesse am Leben zu verlieren, ich sehe es als völlig legitim an.

Will ich das überhaupt? Ich sehe keinen Sinn dahinter eine Familie zu gründen, noch zwischenmenschliche Beziehungen zu führen oder Kinder zu haben.
Ich bin dankbar für das Internet. Hier kann ich einerseits ein bisschen Kontakt haben, gleichzeitig habe ich aber auch die Kontrolle darüber es jederzeit zu beenden sobald ich wieder meine Ruhe haben will.

Kann gut sein, nur scheitert jeder Versuch an einer Änderung. Ehrlich gesagt habe ich auch nicht so das Interesse dagegen ankämpfen zu wollen. Ich bin so wie ich bin und das ist gut so. Ich sehe den Prozess sowieso als unumkehrbar an - wenn es nicht vielleicht bald mal eine Resetpille für das Gehirn gäbe.

Mein Weltbild ist äußerst negativ, das stimmt. Aber ich sehe daran nichts verwerfliches. Kann ja jeder anders sehen.

Danke dir aber trotzdem.

Zitat von Versunkenheyt:
Hallo Wasserflasche92,

liest sich für mich auch nach überdurchschnittlichem IQ und das nicht gefordert / gefördert werden. Und ich befürchte, daß es nicht wirklich Hilfe gibt.

Fühlst Du Dich schnell gelangweilt von Menschen um Dich herum (die, mit denen Du Kontakt hast) oder empfindest Du manche Kontakte als anstrengend für Dich?


Tendenziell eher gelangweilt. Es ist doch alles so vorhersehbar wenn man sich das Verhalten von Menschen anschaut.
Sinnloser Smalltalk, sinnlose Intrigen/Streit, immer die selben Diskussionen. Kann man ewig so fortführen.
Alles sehr ermüdend und langweilig.

27.12.2018 00:04 • x 1 #6


Ex-Mitglied

Zitat von Wasserflasche92:
Kann gut sein, nur scheitert jeder Versuch an einer Änderung. Ehrlich gesagt habe ich auch nicht so das Interesse dagegen ankämpfen zu wollen. Ich bin so wie ich bin und das ist gut so. Ich sehe den Prozess sowieso als unumkehrbar an - wenn es nicht vielleicht bald mal eine Resetpille für das Gehirn gäbe.

Mein Weltbild ist äußerst negativ, das stimmt. Aber ich sehe daran nichts verwerfliches. Kann ja jeder anders sehen.


Du hörst dich zufrieden mit deinem Leben an
Zitat:
Ich bin so wie ich bin und das ist gut so.

Und das ist meiner Meinung nach alles was zählt.
Ich finde es gut und absolut "normal" wenn jemand seinen Frieden in anderen Sachen findet, die mir nicht so zusagen, zumindest nicht für mein Leben.

Ich hoffe noch immer auf diese innere Zufriedenheit und suche weiter meine Weg zu "meinem eigenen Paradies". Du scheinst ja deines gefunden zu haben.

27.12.2018 00:15 • x 1 #7


Liselotte

Liselotte

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Ich finde Deinen Beitrag außerordentlich interessant.

Ich fühle das ähnlich, nur das ich leider nicht über Deinen emotionalen Abstand verfüge und dieses Wahrnehmen der Sinnlosigkeit mich niederschmettert und in eine körperliche Starre versetzt.

Dieses, das kann es doch nicht wirklich sein, Konsum, ja selbst Liebe als Konsum....viel Geplapper, nur um die Stille nicht ertragen zu müssen,

Ich hege eine sehr große Bewunderung für Menschen, die dieses Nichtverstehen unseres manchmal doch sehr dümmlich anmutenden Daseins in Kunst verwandeln können.Denn sie ist eine Möglichkeit das Verstreichen der Zeit erträglicher zu verbringen.

27.12.2018 00:52 • x 2 #8


Wende2018

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Guten Morgen Wasserflasche (bis an den Rand mit Intellekt gefüllt)

In Anbetracht Deiner Jugend ist Dein Beitrag erstaunlich, ganz großes Kompliment dazu.

Zitat von Wasserflasche92:
Ich habe für mich persönlich festgestellt, dass ich kein Interesse an Beziehungen habe und auch kein Problem damit habe.


Das hat mit Sicherheit auch mit Deiner Jugend zu tun, zumindest was die Damenwelt betrifft.


Zitat von Wasserflasche92:
Gefüllt von heuchlerischen Menschen, gefüllt von Armut, Gewalt und Konsum.


Hast Du schon einmal überlegt, dass genau DU in der Lage bist, daran etwas zu ändern?
Um in Deinem Bild zu bleiben. Jedes einzelne Tröpfchen hilft dabei, die Flasche zu füllen.
Wenn wir alle, die wir mit dem Zustand der Welt nicht einverstanden sind, einen Tropfen beisteuern, würde es schon etwas ändern.

Danke freeza, Deine Ausführung in Bezug auf Depression ist perfekt beschrieben. Damit hast Du absolut Recht und Du bist auf dem richtigen Weg.

Zitat von Wasserflasche92:
Mein Weltbild ist äußerst negativ, das stimmt. Aber ich sehe daran nichts verwerfliches. Kann ja jeder anders sehen.


Daran ist absolut nichts verwerflich, verwerflich wäre nur, wenn Du nicht versuchst, es zu hinterfragen. Aber genau das tust Du ja hier.

Warum schauen viele Menschen so gerne, Kindern oder auch Tieren bei ihrer Interaktion zu?

Sie kennen diese verfluchte Sinnsuche noch nicht. Sie sind im Augenblick, leben einfach ohne über das Morgen oder die Zukunft nachzudenken.


Liebe Grüße Renate

27.12.2018 06:17 • #9


Ex-Mitglied

Hallo Wasserflasche92,

Zitat von Wasserflasche92:
Ich bin dankbar für das Internet. Hier kann ich einerseits ein bisschen Kontakt haben, gleichzeitig habe ich aber auch die Kontrolle darüber es jederzeit zu beenden sobald ich wieder meine Ruhe haben will.


Genau das ist das Problem außerhalb des Internets. Auf der einen Seite will man Kontakt, aber kontrollierbar. Und um nicht unhöflich zu wirken, läßt man im Leben mehr über sich ergehn als man eigentlich will. Da hat es diesen On/Off Schalter nicht. Anstrengend wird es, wenn Menschen nicht ähnlich ticken wie Du selbst. Innerlich suchst du etwas, was es nicht oder nur schwer gibt. Deine Ansprüche sind hoch an Deine Umwelt, unbewußt. Weil die Art, wie Du denkst und fühlst, eigentlich total normal ist oder sein sollte. Und Du siehst Wahrheit.

Ich muß mich Dir in Deinen Gedanken hier anschließen, da ich es ziemlich ähnlich seh. Allerdings resultieren bei mir daraus auch Depressionen, weil ich das Empfinden habe, daß ich hier (auf dieser Welt) völlig falsch bin. Mir wurde oft gesagt, ich solle meine Ansichten ändern, den Blickwinkel. Aber immer komme ich zu dem Schluß, daß am Ende ich mich selbst ändern müßte, und somit meine Persönlichkeit. Und das wäre dann nicht mehr ich und ich würde mich selbst belügen.

Und bin ich auch der Meinung, daß ich nichts ändern kann in dieser Gesellschaft. Denn da ist das Unverständnis der anderen, oder das nicht Verstehen oder Begreifen wollen. Ich persönlich denke, daß sich die Menschheit abschafft, und das nicht nur in Kriegen...

27.12.2018 06:55 • x 1 #10


Ex-Mitglied

Hallo florica,

Zitat von florica:
Ich finde es gut und absolut "normal" wenn jemand seinen Frieden in anderen Sachen findet, die mir nicht so zusagen, zumindest nicht für mein Leben.

Ich hoffe noch immer auf diese innere Zufriedenheit und suche weiter meine Weg zu "meinem eigenen Paradies". Du scheinst ja deines gefunden zu haben.



Ich denke, daß das eigentliche Problem nicht der Punkt "Ziel", oder wie du es nennst, "eigenes Paradies" ist, sondern der Weg dahin. Daß man weiß, was oder wer man sein will in seiner eigenen Persönlichkeit, seinem eigenen Denken. Ok, das setzt voraus, daß man sich dessen sicher ist, wer oder was man ist. Aber m.E. ist "der Weg" die eigentliche Herausforderung, und dieser Weg, denke ich, dauert ein Leben lang und ist u.U. ein Kampf.

27.12.2018 08:17 • x 1 #11


Wende2018

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Guten Morgen,

zunächst einmal, wir sprechen hier mit Menschen, an völlig unterschiedlichen Punkten.

Jeder für sich, steht mittendrin, kurz davor, oder auf dem Weg in eine Depression. Dazwischen liegen Welten.

Zitat von Versunkenheyt:
solle meine Ansichten ändern, den Blickwinkel


nicht Deine Ansichten, nur den Blickwinkel

Zitat von Versunkenheyt:
nd bin ich auch der Meinung, daß ich nichts ändern kann in dieser Gesellschaft. Denn da ist das Unverständnis der anderen, oder das nicht Verstehen oder Begreifen wollen. Ich persönlich denke, daß sich die Menschheit abschafft, und das nicht nur in Kriegen...



Zitat von Versunkenheyt:
Ich denke, daß das eigentliche Problem nicht der Punkt "Ziel", oder wie du es nennst, "eigenes Paradies" ist, sondern der Weg dahin.



Ich möchte eine kleine WAHRE Geschichte erzählen

Ich kenne einen Piloten, vorweg genommen, heute ist er ein in sich ruhender Mensch

Als ich ihn kennenlernte, steckte er in einer tiefen Depression fest und weder er, noch weniger sein Umfeld konnten verstehen, warum das so war.

Er war damals Mitte dreißig, hatte eine hübsche Frau, ein Haus und zwei zuckersüße Kinder, 3 und 7 Jahre alt und den Traumjob schlechthin.
In vielen Gesprächen habe ich heraus gefunden, dass er aus einer gut situierten Familie kam, sein Aufstieg vorprogrammiert. Er wusste, dass er dafür dankbar sein sollte, das hatte er auch oft genug gehört.

Tief in seinem Inneren hatte er aber das Gefühl, dass das nicht richtig war, er fühlte sich schuldig. Dieses schlechte Gewissen hatte ihn zerfressen, ohne sich dessen bewusst zu werden.

Ich "arbeitete" damals ehrenamtlich für eine Tafel und machte ihm den Vorschlag, einmal mitzukommen. Nach anfänglicher Skepsis, kam er schließlich mit.
Bereits nach der ersten "Schicht", konnte man eine Veränderung erkennen. Dieses tiefe Gefühl von "nützlich sein", der Ungerechtigkeit in unserem System aktiv etwas entgegen zusetzen, spiegelte sich in seinem Gesicht wieder.
Diese ehrenamtliche Arbeit hat ihn seither nicht mehr losgelassen.
Er hat viele dieser Menschen, ihre Geschichte und ihre Situation kennengelernt. Einige davon sind jetzt Teil seiner "Familie". Er unterstützt sie, mit den Mitteln die er hat und sie unterstützen ihn mit den Mitteln, die sie haben.

Seine Depression ist nahezu verschwunden. Er hat eine Mitte gefunden, seine Mitte.
Nach wie vor arbeitet er als Pilot, nur jetzt ist er ein innerlich ausgeglichener Mensch, denn er gibt etwas, von dem er glaubte, es nicht verdient zu haben, an die Menschen zurück.

Das ist kein Allheilmittel, aber es kann ein Weg sein, einer von vielen

Zitat von Versunkenheyt:
ich das Empfinden habe, daß ich hier (auf dieser Welt) völlig falsch bin.


niemand ist auf dieser Welt falsch, absolut niemand

Liebe Grüsse Renate

27.12.2018 08:56 • x 1 #12


Ex-Mitglied

Hallo Wende,

selbst wenn ich meinen Blickwinkel ändere, ändere ich das zu meiner Persönlichkeit gehörende Denken. Vielleicht liest sich das überheblich, aber ich zähle mich NICHT zu den meisten normalen Menschen (den Großteil, auch wenn jetzt wieder die Diskussion aufkommt, daß jeder einzigartig ist, worin auch Wahrheit liegt... ). Und ich habe mich oft gefragt, warum Anstrengung, wenn mein Umfeld sich nicht die geringste Mühe macht. Sie kritisieren, lehnen ab, Sichtweise nur bis zu ihrem Tellerrand, sehr sehr oberflächlich und all die Lügen, um von sich abzulenken oder nicht über sich nachdenken zu müssen. Ich habe (und das tu ich (leider) auch jetzt noch) mich oft genug mit mir auseinander gesetzt, versucht, die anderen besser zu verstehen. Mein eigenes Verhalten und Denken überdacht. Schlußendlich komme ich nur zu einer Lösung, Änderung meiner Persönlichkeit. Abgelehnt!

Ich bin Misanthrop aus Überzeugung, und das nicht seit meiner Geburt. Aber ich kann sagen, daß Menschen mich zu dem geprägt haben, was ich heute bin. Auch wenn das viele anders sehen und bestreiten und sagen, ich sei ein freundlicher Mensch.

Ich kann mit den wenigsten Menschen etwas anfangen. Und ich ziehe dann vor, lieber allein zu sein.

Und daß ich meinen Seelenpartner verloren habe, macht das Leben jetzt unerträglich für mich. Er hat eine Last mit mir geteilt. Er war mein Pendant, etwas, was seit meiner Geburt einzigartig war und nie wieder kommen wird.

Du sagst, daß keiner falsch ist auf dieser Welt.

Ich bin da anderer Meinung. Ja, ich gehe sogar soweit zu sagen, daß die Menschheit falsch ist auf dieser Erde. Daß ich mir wünschen würde, die Natur würde sich erholen und nur noch Tiere würden auf dieser Erde existieren. Ein Ort des Friedens, in jeglicher Hinsicht. Der Mensch ist keine Bereicherung, der Mensch ist wie eine Pest.

Danke für Deine Geschichte. Und gut für den Piloten, so einfach "Erfüllung" gefunden zu haben.

Bei mir geht das alles tiefer. Aber ich habe oft Probleme, das in Worte zu fassen, was wirklich alles in mir ist.

27.12.2018 09:56 • #13


ulysses

Zitat von Wasserflasche92:
Mein Problem ist, dass ich schleichend ab 13-14~ Jahren immer mehr die Lust am Leben verloren habe.


Du hast recht früh resigniert. Das soll kein Vorwurf sein.
Nimm was du kriegen kannst und sei zufrieden ... könnte die ultumative, all umfassende Lebensweisheit lauten.
Die Zufriedenheit ist es die du nicht gefunden hast. Alles andere wäre okay wenn die Zufriedenheit nicht fehlen würde.
Wenn ich dir raten sollte - soll ich aber sehr wahrscheinlich nicht - würde ich sagen dass du besser nicht die Fehler bei den Menschen suchst sondern nach dem was dir noch fehlt, in dir selbst. Dann werden sich einige Dinge durch deine andere Sichtweise ändern und vielleicht - wer weiß - wirst du die Lust am Leben zurück gewinnen.

27.12.2018 10:43 • #14


Ex-Mitglied

Hallo ulysses,

Zitat von ulysses:
Wenn ich dir raten sollte - soll ich aber sehr wahrscheinlich nicht - würde ich sagen dass du besser nicht die Fehler bei den Menschen suchst sondern nach dem was dir noch fehlt, in dir selbst.


Was aber, wenn man das in sich schon gefunden hat, es aber in seinem näheren oder weiteren Umfeld nicht findet (und das über Jahre...)?

27.12.2018 11:13 • #15




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