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Alles verloren: Familie, Freundin, Wohnung. Wie geht es weiter?

Marl

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Hi,
Vor einiger Zeit habe ich mich ja schon mal vorgestellt.
Da hatte ich das Problem, dass ich das Abitur nicht geschafft habe und mir vieles entglitten ist.
Mir wurde dann nicht nur hier im Forum geraten, eine Therapie zu beginnen. Das habe ich nun auch gemacht.
Deswegen wollte ich euch mal auf dem laufendem halten was so bei mir passiert ist.

Seid dem letzten Beitrag habe ich mich mehr oder weniger gut in die neue Stufe in der Schule eingegliedert, auch wenn der Altersunterschied mich immer wieder erschreckt.
Außerdem hat meine Freundin über Skype die Beziehung beendet mit den Worten: Ich weiß nicht genau warum. Es gibt keine wirklich greifbaren Gründe. Ich glaube, ich liebe dich einfach nicht mehr. (komplett emotionslos. Im Hintergrund war ihre Schwester zu hören....das ist unbeschreiblich...)
Die Trennung kam aus dem nichts, da ich sehr viel Zeit in liebevolle Nachricht etc. gesteckt habe und sie immer wieder gefragt habe, ob sie glücklich ist. Ihre Antwort war immer Ja, bin ich. Sehr sogar!
Zudem ist mein bester Freund bei einem Autounfall verunglückt. Ein Jahrzehnt Freundschaft einfach so weg....
Und Zuhause bin ich raus geflogen, weil ich ihren Vorstellungen nicht entspreche. Nun lebe ich in meinem Auto mit all meinem Hab und Gut, weil ich nicht weiß, wohin.

Somit habe ich weder Familie, Freunde, Freundin oder ein Dach über dem Kopf.

Ich weiss wirklich nicht mehr weiter...kommt ihr denn auch nicht zu dem selben Entschluss wie ich, dass Selbstmord der einzige Ausweg ist?

Danke fürs lesen....

24.06.2017 11:11 • #1


tänzer

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Hallo Marl,
nein, ich finde nicht, dass Suizid der einzige Ausweg ist. Wir haben nur dieses eine Leben, daraus sollten wir etwas machen, auch wenn es nicht einfach ist. Dir ist natürlich Schlimmes passiert und gleichzeitig weißt du nicht, was das Leben noch für dich bereit hält. Was sagt dein Therapeut zu deiner Situation? Hast du mit ihm geredet? In welcher Klasse bist du? Hast du eine Chance auf einen Schulabschluss? Wenn deine Freundin mit dir Schluss macht, dann ist das sicher nicht schön, vor allem, wenn du dich um sie bemüht hast. Und einen guten Freund so plötzlich zu verlieren ist furchtbar. Aber du lebst noch und kannst dein Leben gestalten; sicher nicht in allem, aber in manchem. Es gibt auf diesem Planeten noch so viele interessante, nette Menschen. Du musst nur suchen. Irgendwo gibt es Leute, zu denen du einen Draht herstellen kannst.
Warum bist du Zuhause raus geflogen? Gibt es eine Möglichkeit, den Draht zu deinen Eltern wieder herzustellen?
Ich würde in deiner Situation jede Hilfe annehmen, die ich bekommen kann. Rede mit deinem Therapeuten darüber, wie du aus dem Loch wieder rausfinden kannst. Das wird dauern, aber es lohnt sich. Ruf bei der Telefonseelsorge an ( 0800/111 0 111 kostenlos) und besprich dort deine Situation. Melde dich bei der Wohnungslosenhilfe (http://www.wohnungslosenhilfe-bayern.de ... index.html für Bayern; ich denke das gibt es auch in anderen Bundesländern). Melde dich bei der Familienberatung (https://www.caritas.de/hilfeundberatung ... enberatung) und arbeite daran die Beziehung zu deinen Eltern wieder zu kitten. Suche dir etwas, das dich interessiert und finde Gleichgesinnte mit denen du dich austauschen kannst.
Wir haben nur dieses eine Leben und auch wenn es sich manchmal furchtbar anfühlt ist es manchmal auch sehr schön. Denk zurück. Es gab in deinem Leben sicher auch glückliche Momente. Wahrscheinlich hast du momentan das Gefühl, dass solche Momente nicht mehr wiederkommen, aber wenn du die Hoffnung nicht aufgibst, dann kommen irgendwann auch wieder glücklichere Zeiten. Unser Leben ist zu viel wert, als dass wir nicht soviel wie möglich damit anfangen sollten.
Ich wünsche dir Menschen, die dich unterstützen, dir helfen. Und ich wünsche dir die Kraft und Ausdauer auf diesem langen Weg, der Leben heißt.

27.06.2017 17:23 • #2



Hallo Marl,

Alles verloren: Familie, Freundin, Wohnung. Wie geht es weiter?

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Marl

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Was sagt dein Therapeut zu deiner Situation? Hast du mit ihm geredet?
Er hat mit mir über verschiedene Wege geredet, wie ich in solchen Situationen die Ruhe bewahre und mir Hilfe hole. (Telefonseelsorge oder sogar Selbsteinweisung)
Hast du eine Chance auf einen Schulabschluss? Das ist nicht das Problem. Wenn alle Stricke reißen habe ich das Fachabitur. Im Moment bin ich in der MSS13 und werde, so hoffe ich, im März das Abitur bestehen.
Warum bist du Zuhause raus geflogen? Gibt es eine Möglichkeit, den Draht zu deinen Eltern wieder herzustellen? Bei der Frage verweise ich auf meinen ersten Beitrag in diesem Forum. (Um diese Nachricht nicht zuuu lange zu machen)
Suche dir etwas, das dich interessiert und finde Gleichgesinnte mit denen du dich austauschen kannst. Diese Idee ist keine neue für mich und natürlich habe ich versucht, diese umzusetzen. Aber leider habe ich große Probleme mit menschlichem Kontakt. Etwas, das mich interessiert, also ein Hobby, habe ich seid Jahren bereits. Jedoch wirkt alles auf mich nur noch nichtig. Es hat für mich alles keinen Sinn mehr. Jeden Abend, wenn ich versuche einzuschlafen, denke ich mir, warum das nicht mein letzter sein sollte. Früher, vor einiger Zeit, hab ich bei suizidalen Gedanken an meine Freunde und meine Zukunft gedacht. An den Willen in mir weiter zu leben. Aber nach all dem was passiert ist bin ich an einen Punkt gekommen, wo die Angst, dieser Respekt oder wie auch immer man diese innere Wand beschreiben will, weg ist. Es fühlt sich nicht mehr so an, als würde ich an der Klippe stehen und Angst haben zu springen. Ich bin schon gesprungen und nun befinde ich mich im freien Fall.

Denk zurück. Es gab in deinem Leben sicher auch glückliche Momente. Das hört sich jetzt natürlich unwirklich an, vielleicht auch überspitzt und dramatisch dargestellt. Aber Fakt ist, das ich nie eine lange Zeit von mehreren Monaten hatte, wo ich sehr glücklich war. Deshalb habe ich auch immer weiter gemacht. Weil ich mal wissen wollte, wie es sich anfühlt ohne Sorgen einzuschlafen. Wie es sich anfühlt in der Öffentlichkeit nicht immer mit dem Drang der Tränen zu kämpfen. Wie fühlt es sich an, wenn die größte Sorge im Leben die ist, das Abitur zu bestehen? An erster Stelle ist bei mir erstmal mit meinen Selbstmordgedanken klar zu kommen. An zweiter Stelle sind meine Probleme bezüglich Familie und ein Heim. Und irgendwann kommt dann auch die Sorge das Abitur zu bestehen.
Bitte, lieber Leser, versteh mich nicht falsch. Dich plagen wahrscheinlich ähnliche Probleme, weshalb ich an dieser Stelle deutlich machen will, dass ich mein Leid nicht als wichtiger im Vergleich zu deinem, eher als nichtiger, betrachte.

Status-update: Konnte bei Bekannten fürs erste unterkommen und bin auf der suche nach einem Nebenjob. Ich hoffe, dass ich bis Ende der Sommerferien eine Wohnung, einen Job und somit genug Fundament habe, um mein Abitur weiter in Angriff zu nehmen.

Vielen Dank fürs Lesen.

02.07.2017 10:06 • #3


tänzer

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Hallo Marl,
gelingt es dir, mit Hilfe der Ratschlägen deines Therapeuten die schwierigen Situationen in den einigermaßen in den Griff zu bekommen? Das ist für mich ein wichtiger Aspekt gewesen, dass ich mich nicht total ausgeliefert gefühlt habe.
Dass du bereits ein Fachabitur hast und sogar die Aussicht auf ein allgemeines Abitur hast, ist wirklich positiv. Du hast eine Qualifikation, von der andere nur träumen können und dir stehen damit viele Türen offen. Außerdem zeigt es dir, dass du Aufgaben, die du dir ernsthaft vornimmst, auch meistern kannst. Du bist also nicht total deinem Schicksal ausgeliefert. Auch, dass du bei einem Bekannten untergekommen bist, zeigt das.
Worin bestehen deine Schwierigkeiten beim Kontakt mit Menschen (Deine Worte wirken eigentlich sehr reflektiert.)? Welches Hobby hast du? Warum hast du das Gefühl, dass alles in deinem Leben sinnlos sein sollte? Andresrum: Was wäre für dich ein sinnvolles Leben?
Glück ist für mich so eine Sache. Glück kann man nicht machen. Früher hatte ich zu große Erwartungen an das Leben. Die sind inzwischen kleiner. Ich freue mich eher an kleinen Dingen im großen Lebenschaos und suche nicht nach dem großen Glück. Das macht mir vieles erträglicher.
Mit Menschen ist es bei mir auch so. Die großen Freundschaften sind ein Glücksfall, meist sind es kleine nette Worte oder ein kleines zufälliges Lächeln von einem fremden Menschen, die mich freuen. Für mich ist es harte und sehr bewusste Arbeit, mir diese kleinen Dinge bewusst zu machen und nicht in meine negative Sichtweise zu fallen. Die Wirklichkeit, die wir erleben, existiert nur in unserer Wahrnehmung. Die Menschen um uns herum nehmen diesselbe Situation anders wahr. Das ist unsere Chance: Unsere eigene Wahrnehmung der Welt zu verändern. Aber es ist ein weiter Weg.
Liebe Grüße

03.07.2017 22:38 • #4


Marl

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Ja, das geht schon ganz gut.
Meine Probleme mit Menschen sind etwas komplizierter, sodass ich selber noch an dieser Frage scheitere.
Ein Leben, indem ich wenigstens etwas habe, an das ich mich festhalten kann, wenn ich mal wieder abrutsche. Ein Leben ohne jeden Abend Selbstmordgedanken zu haben. Die Frage, die du mir da gestellt hast ist recht schwer zu beantworten und, so denke ich jedenfalls, auch für andere Menschen.

Das ist bei mir genauso. Früher hatte ich auch sehr große Erwartungen, jetzt aber ist alles sehr zurück gegangen. Nicht unbedingt, weil ich es nicht umsetzten kann, sondern weil ich mich selber schützten will wieder zu scheitern und daran zu zerbrechen.

Selbst wenn ich meine Wahrnehmung dahingehend verändere, dass ich alles nicht mehr so negativ sehe, wobei dazu zu sagen ist, dass ich eigentlich recht rational denke, ist nicht zu leugnen, dass meine Situation beschissen ist. Und egal wie toll ich es finde, dass mir eine fremde Person zugelächelt hat. Wenn ich nach hause komme lebe ich trotzdem ein Leben ohne Freunde, Partnerin und diese von mir so unglaublich hart ersehnte Ruhe von allem, was mir die Sinne raubt, den Verstand vernebelt und die Seele frisst.

Ich kämpfe, ich kämpfe unermüdlich. Aber mein müdes Herz schafft das sicherlich nicht alleine...und vor allem kein Leben lang.

09.07.2017 13:51 • x 1 #5


tänzer

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Es ist wirklich gut, wenn du dich in schwierigen Situationen selbst regulieren kannst. Das bewahrt dich davor, in diesem Moment das Gefühl zu haben, total ausgeliefert zu sein. Das ist etwas, das sich ausbauen lässt ... auch wenn das eine Weile dauert.
Deine Probleme mit Menschen ... würdest du bitte mal versuchen, ein paar konkrete Situationen zu beschreiben, die für dich kompliziert sind? Dann wird vielleicht etwas klarer worum es bei dir geht.
Woran kann man sich festhalten? Meine Erfahrung ist eigentlich die, dass es nicht die anderen Menschen sind, an denen man sich festhalten kann, sondern man selbst. Ich kann mir nicht sicher sein, ob sich die anderen um mich kümmern werden, aber ich habe - wenn ich mir das zutraue - in mir selbst jemanden, der sich um mich kümmert. Ich kann mir selbst Hoffnung geben und mit mir selbst nachsichtig sein. Weißt du, ich habe auch lange Zeit mir von anderen erhofft, dass sie für mich da sind. Das ist auch manchmal so, aber letztendlich ist der feste Fels nicht unbedingt ein anderer, sondern der Glaube daran, dass man wieder hochkommt, wenn man abgerutscht ist, und dass man nicht der einzige ist, der abrutscht. Ich weiß jetzt nicht, ob dir das hilft was ich da schreibe.
Dass du deine Erwartungen zurückschraubst ist gut. Es hat mir auch geholfen, mich zu schützen. Aber mehr noch ... ich habe mir dadurch auch Raum gegeben ... musste nicht dauernd nur meine oder die Erwartungen anderer erfüllen. Eigentlich tut es gut. Ich habe da ein Bild für mich: Ich sitze am Strand ... allein ... schaue die untergehende Sonne an ... blicke auf meinen Tag zurück ... auf die Probleme und Erlebnisse ... und bin dankbar und zufrieden, dass ich das erleben durfte. Das wäre so meine ideale Vorstellung, die ich natürlich nicht jeden Tag umsetzen kann. Manchmal sind da Selbstzweifel, Ärger oder auch Wut. Aber die dürfen da auch sein. Wir sind Menschen und keine Maschinen.
Du sprichst von dieser hart ersehnten Ruhe von allem. Was raubt dir die Sinne? Was vernebelt dir den Verstand? Was frisst deine Seele?
Dein müdes Herz ist nicht alleine ... und das Leben ist nicht in jedem Moment ein Kampf, auch wenn es sich für dich momentan so anfühlt. Ich wünsche dir Kraft und Hoffnung.

10.07.2017 22:01 • #6


Marisa25

3
Bist Du zufällig 1,77 m groß, dann kannst Du mir helfen ein Haus auszuräumen?

28.12.2020 14:21 • #7


Avatar

Kate

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19216
Zitat von Marisa25:
Bist Du zufällig 1,77 m groß, dann kannst Du mir helfen ein Haus auszuräumen?

Wieso muss er dazu 1,77m sein?

28.12.2020 14:26 • x 1 #8


Marisa25

3
Weil ich nicht krank werden will. Dr. Marisa Wenny

28.12.2020 15:10 • #9


Marisa25

3
Bist Du jetzt zufällig 1,77 m ?

28.12.2020 15:12 • #10


Avatar

Kate

10969
15
19216
Zitat von Marisa25:
Bist Du jetzt zufällig 1,77 m ?

...?...?
Warum 1,77?

28.12.2020 16:57 • #11


Ex-Mitglied

Bist du zufällig 1,67, Kate? Oder ggf auch 1,73 .. ist egal. Zum Wäsche aus dem Keller holen... ich mein ja nur



Und wieso wird jemand, der diesen Post fast 5 Monate nicht genutzt hat, als Hilfe angeheuert?

28.12.2020 17:13 • x 2 #12


Machara

6421
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7720
Zitat:
Und wieso wird jemand, der diesen Post fast 5 Monate nicht genutzt hat, als Hilfe angeheuert?


Der Post ist 2017 genutzt worden

28.12.2020 17:18 • x 2 #13


Ex-Mitglied

Zitat von Machara:

Der Post ist 2017 genutzt worden


Ahh .. Danke;) 17 hatte ich glatt überlesen, weil ich schon 10.7. Für .. aussagekräftig hielt.

28.12.2020 17:20 • x 2 #14


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Kate

10969
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19216
Zitat von ClaraFall:
Bist du zufällig 1,67, Kate? Oder ggf auch 1,73 .. ist egal. Zum Wäsche aus dem Keller holen... ich mein ja nur



Und wieso wird jemand, der diesen Post fast 5 Monate nicht genutzt hat, als Hilfe angeheuert?


Ich bin völlig verwirrt von sowas

28.12.2020 17:25 • x 1 #15


Ex-Mitglied

Und was ist jetzt mit dem Keller? Muss ich selbst?

28.12.2020 17:28 • #16


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Kate

10969
15
19216
Zitat von ClaraFall:
Und was ist jetzt mit dem Keller? Muss ich selbst?

Kommt drauf an wie groß Du bist

28.12.2020 17:29 • #17


Ex-Mitglied

Verdammte Axt... jaja, ich geh schon.

28.12.2020 17:30 • x 1 #18


Traumwelt

200
3
223
Hahahahaha.
Kann mir irgendjemand, der 1,88 m groß ist, ne Pizza bestellen?

28.12.2020 18:13 • x 2 #19


Ex-Mitglied

Da bin ich raus um mehr als 10 cm. . Soooorry. Echt!

28.12.2020 18:29 • x 2 #20



Hallo Marl,

x 4#21


Avatar

Kate

10969
15
19216
Zitat von Traumwelt:
Hahahahaha.
Kann mir irgendjemand, der 1,88 m groß ist, ne Pizza bestellen?

28.12.2020 18:30 • x 2 #21

Pfeil rechts




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