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Ich will aufgeben, also was jetzt?

Fabienne02

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Mir geht es seit einem Jahr sehr schlecht. Mittlerweile bin ich überzeugt, dass es für mich keine Hoffnung mehr gibt. Mein Leben wird immer so sein.

Ich habe also aufgegeben. Ich weiß aber auch nicht so genau was das heißt. Im Herzen bin ich ein großer Optimist, deswegen sagt meine Stimme im Hinterkopf, ich kann jetzt alles tun und lassen was ich will, denn zu verlieren ist nicht viel da. Irgendwie aber doch.

Und wonach entscheidet man was man "will" wenn man auch nichts mehr zu gewinnen hat?

08.10.2020 21:54 • x 1 #1


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Lost111

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Hallo Fabienne02,

erstmal willkommen hier.
Warum denkst du denn, dass es für dich keine Hoffnung mehr gibt? Vllt. magst du etwas mehr von dir erzählen.

Wenn es dir schon so lange schlecht geht, hast du dir da irgendwo Hilfe gesucht?

Zitat:
Ich habe also aufgegeben. Ich weiß aber auch nicht so genau was das heißt. Im Herzen bin ich ein großer Optimist, deswegen sagt meine Stimme im Hinterkopf, ich kann jetzt alles tun und lassen was ich will, denn zu verlieren ist nicht viel da. Irgendwie aber doch.


Für mich hört sich das so an, als hättest du noch ganz und gar nicht aufgegeben; was lässt dich so sehr zweifeln?

LG Lost111

08.10.2020 22:06 • x 1 #2


Fabienne02

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Guten Morgen Lost111,

mir macht gar nichts mehr Spaß, weder die Dinge die mich früher erfreut haben, noch irgendwelche neuen Erfahrungen. Ich mag meine Arbeit nicht, meine Freunde oder mich selbst. Ich unternehme nichts mehr und sitze nur meine Zeit ab. Ich langweile mich ganz schrecklich, habe aber für nichts mehr Energie, bin nur noch wütend oder traurig.

Anfang des Jahres war ich beim Hausarzt, habe Antidepressiva bekommen, aber bisher noch kein Medikament gefunden was mir hilft. Nach langem Suchen habe ich endlich einen Therapieplatz bekommen, aber die Psychotherapeutin hat mich nicht wirklich verstanden und auch kaum geholfen. Jetzt geht die Suche wieder von vorne los und ich muss wochenlang auf Termine warten.

Als ich im Februar die Diagnose Depression bekommen habe, dachte ich in ein paar Monaten bin ich wieder ich selbst. Nun bin ich überzeugt, dass sich der Rest meines Lebens so leer und traurig anfühlen wird wie das vergangene Jahr, weil mir keiner helfen kann. Und ich weiß nicht, was ich mit dieser Erkenntnis anfangen soll. Ich würde es nie übers Herz bringen, mir etwas anzutun, also scheine ich ja noch Hoffnung auf Veränderung zu haben. Aber im Moment ist alles blöd, also was soll ich mit meiner Lebenszeit anfangen?

Ich lasse gerade meinen Frust hauptsächlich an meinem Partner und meiner Familie und Freunden aus. Ich weiß, dass ich das nicht sollte, aber ich denke mir, es ist doch sowieso alles egal. Ich kann nicht noch unglücklicher werden. Aber eigentlich würde ich erst recht abstürzen, wenn mein soziales Umfeld auch noch wegfällt...deswegen, was soll ich denn machen um wieder was zu fühlen?

09.10.2020 10:20 • x 2 #3


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bones

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Nun das kann ich sehr gut verstehen. Ich war auch mal in so einer Situation, wie du es beschreibst. Hatte wie du mit medis wenig Glück oder sie hielten nur kurz an.

Aber es wird besser, glaub mir. Ich kann dir nicht sagen, wann aber mit der richtigen medi und Therapeut am besten wird es wieder aufwärts gehen. Es wird nicht einfach, aber wenn du an dir arbeitest und sei zu dir selbst nicht zu hart.

Es ist wichtig , dass du wieder aktiver wirst Schritt für Schritt. Natürlich denkt man in dem Moment, dass es fast unmöglich ist. Aber in der Depression ist es so, dass man gewiss Dinge zwingen muss was zu machen. Klappt mit Sicherheit nicht beim ersten Mal, aber es wird immer leichter. Das ist wichtig.

Was hat denn dein Arzt nun vor bei dir , was medi betrifft? Wenn es nicht hilft, sollte man über ein Wechsel nachdenken.

Wenn das Leiden zu groß ist, wäre eine Klinik auch eine Möglichkeit Sich Hilfe zu holen.

09.10.2020 10:57 • x 1 #4


Fabienne02

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Hi bones,

danke für deine netten Worte, aber na ja, das habe ich schon tausend Mal gehört. Am Anfang war das auch alles nicht so schwer, ich habe mich aufgerafft noch etwas zu unternehmen und mir eingeredet, ich muss nicht mehr lange aushalten, aber es wird jeden Tag schlimmer, unabhängig davon ob ich im Bett liege oder joggen und danach mit Freunden ausgehe.

Ich habe bisher drei verschiedene Medikamente ausprobiert, davon zwei keinerlei Wirkung und eins hatte nur Nebenwirkungen, die nicht auszuhalten waren. Ich möchte nicht mehr weiter probieren, ich muss ja noch arbeiten gehen und ich kann nicht dauernd ausfallen, nur weil ich Arztermine habe oder ein neues Mittel nicht vertrage. Was ich in einer Klinik soll, weiß ich ehrlich nicht so recht, mein Job ist zwar anstrengend, aber damit geht die Zeit wenigstens schneller rum, und den ganzen Tag irgendwo rumzusitzen (oder was auch immer man da macht) klingt ja noch schlimmer als mein aktueller Alltag.

Und das soll ich jetzt noch gut 60 Jahre, oder wie lange ich auch immer leben werde, mitmachen? Das ist doch ein Albtraum...

09.10.2020 14:40 • #5


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bones

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Ich glaub du hast ein falsches Bild von der Klinik. Dort wirst du schon was machen. Die haben verschied Therapien, was du machen tust. Wie es allerdings jetzt in der corona Zeit ist, weiß ich allerdings nicht. Aber dort wird man dich behandeln und bist nicht alleine damit. Du hast ein Recht darauf, dass du wieder gesund werden sollst. Das

Nun die Arbeit hilft dir etwas, dass ist schön. Aber du solltest die Signale deines Körpers keinesfalls ignorieren. Denn im schlimmsten falle ist es so schlimm, dass du dann nicht mehr arbeiten kannst. Aber ich war nicht besser als du. Bis ich es eingesehen hab und Hilfe annahm.

09.10.2020 18:15 • x 2 #6


Die

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Hey Fabienne,

Mir geht es seit einigen Monaten auch so. Mal habe ich auch relativ gute Tage, aber nie komplett frei. Es wurde eine schwere depression festgestellt. Die Medis helfen auch nur semi

10.10.2020 17:56 • x 1 #7


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buddl1

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immer, ja immer fragt man sich wofür, wozu und nach dem Sinn...
es gibt keinen!
es sein denn, man kann sich finden, sich erproben, sich fordern und sich bestätigen,
nur so können wir uns freuen, weil etwas gelungen ist, sich geistig oder körperlich an die Grenzen bringen um zu erkennen,
wo Grenzen sind und diese weiter stecken.
und letztlich, sich dafür zu loben,
es gewagt, sich überwunden zu haben und stolz auf sich zu sein, weil man es kann!
andere werden dies anerkennen, dich achten und lieben können
wir spiegeln uns und lieben auch,
nicht nur den anderen,
sondern vor allem das Leben,
das eigene Leben.

machen, oder können wir das nicht,
die Frage wohl berechtigt ist:
wozu leben wir?
buddl1,

11.10.2020 08:16 • #8


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ClaraFall

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Bewahr dir dein Herz und halte dich an den Erinnerungen fest, als es anders war.

Leben ist nicht immer fair - häufig glaube ich sogar, nur selten. Aber Leben ist wirklich schön - auch wenn man es nicht ( immer ) fühlen kann.

Eine Therapie - ggf auch mal der Gedanke an eine stationäre Einstellung auf Medikamente- ist sicher hilfreich. Und den richtigen therapeutischen Weg zu finden ist manchmal ganz schön langwierig. Aber es lohnt sich.

Für mich als Rückfragen an dich: ich lese dass du wenig bis keine Energie hast, dich aufzuraffen. Das ist völlig normal und okay. Der erste Schritt wird wohl sein, das zu Akzeptieren und Anzunehmen. Dann fällt diese negative Energie ein wenig weg, sich deswegen immer Vorwürfe zu machen.

Gibt es kleine Dinge, die du magst oder genießt? Malen? Lesen? Basteln?

Du sagst, du hast einen Freund. Weiß er, wie es dir geht - also sprecht ihr darüber? Oder nimmt er es einfach so hin und erlebt dich einfach so?

Liebe Grüße an dich!

11.10.2020 08:28 • x 2 #9


Fabienne02

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Ja, manches kann ich noch genießen, spaziergehen zum Beispiel, vor allem wenn ich dann noch einen schönen Sonnenuntergang ansehen kann. Aber es sind wirklich nur Kleinigkeiten, die in dem Moment gut tun.

Mein Freund weiß Bescheid und wir haben viel darüber gesprochen, mir ist das aber mittlerweile unangenehm, dass ich schon so lange krank bin. Ich ziehe mich momentan wieder mehr zurück, weil er mir ja auch nicht helfen kann.

11.10.2020 18:52 • #10


Sothesoul

Wo ist eigentlich dein Wille ? liegt er vielleicht hinter dem Sofa , schau doch bitte mal dort nach, du es gab ihn doch oder besser gesagt er ist auch jetzt noch in dir , versuch ihn in dir zu spüren , lass ihn raus

11.10.2020 19:01 • x 1 #11


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PaulaBaumann

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Hallo liebe Fabienne,

ich war vor 2 1/2 Jahren in der Tagesklinik und mir hat es viel gebracht. Man ist zwar danach nicht 100 % gesund, aber es geht besser und man lernt mit verschiedenen Situationen umzugehen.

Was die Medikamente betrifft, bei mir hat das Fünfte angeschlagen. Ich habe aber auch schon gehört, dass bei manchen erst Nr. 11 angeschlagen hat.

Viele liebe Grüße und alles Gute Paula

11.10.2020 19:33 • x 1 #12


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DownTown

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Zitat von Fabienne02:
ich muss ja noch arbeiten gehen und ich kann nicht dauernd ausfallen, nur weil ich Arztermine habe oder ein neues Mittel nicht vertrage.

...du hast noch lange nicht aufgegeben...es würde dir sonst irgendwo vorbei gehen, was mit deiner Arbeit ist...aufgeben kannst du, wenn du alles versucht hast und das hast du noch nicht. Versuche Alternativen zu finden. Bleib an der Medikation dran, manchmal ist es auch "nur" die Dosis, die nicht passt...und,es braucht einfach Zeit...das ist schrecklich, wir kennen es alle...gib dir Zeit!
Ich wünsche dir viel Kraft!

11.10.2020 19:49 • x 1 #13


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buddl1

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die kleinen Dinge,
sie machen doch die Großen aus.
genieße, was dich erfüllt, nur daraus kannst du die Kraft für dein Leben schöpfen.

ja, etwas unwohl mag dir sein, wegen der Arbeit.
sie ist für viele (besonders für mich) ein muss und ja eine Notwendigkeit,
sie schafft die Grundlage für unsere freie Freizeitgestaltung, sie unser Leben finanziert.
es mögen nicht alle so sehen, aber unser Sozialsystem beruht auf solche die es als muss ansehen.
und ich finde es gut darüber nachzudenken,
und aufnehmen wirst du sie erst wieder die Arbeit,
wenn du die Kraft dafür zurück erobert hast.
Du hast noch nicht aufgegeben,
dein Freund hilft dir soweit er kann,
zusammen wird vieles möglich sein.
halte an ihn und vor allen an dich fest!
buddl1,

12.10.2020 05:31 • #14

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