Ich vermisse meinen alten Freundeskreis

Sashasha

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Hallo zusammen, ich habe ein Problem das nicht unbedingt mit meinen Depressionen zu tun hat, aber betroffen bin ich davon auch.
Und zwar vermisse ich meinen alten Freundeskreis ganz schrecklich und fühle mich in der Folge davon sehr einsam.
Wir kennen uns schon seit der Schulzeit, haben uns aber nach dem Abschluss größtenteils aus den Augen verloren. Manche Personen haben gänzlich den Kontakt abgebrochen, das versuche ich auch zu akzeptieren, selbst wenn es weh tut. Andere sind noch zu Treffen und gelegentlichem Telefonieren bereit, da merke ich aber, dass sich unsere Interessen so stark verändert haben, dass wir kaum noch Gemeinsamkeiten haben. Also es sind komplett andere Menschen geworden, und ich finde es schwierig mich dann über den Alltag auszutauschen oder andere Dinge, die mir durch den Kopf gehen, wenn wir bei so vielen Sachen grundverschiedene Ansichten haben. Außerdem fühle ich mich oft nicht ernst genommen und respektiert, dazu gleich mehr.
Der Grund, warum ich diese Freundesgruppe dennoch beibehalten will, ist schlichtweg dass wir uns nun mal schon sehr lange kennen (über 15 Jahre) und ich das nicht einfach so wegschmeißen will. Außerdem sind das meine engsten Freunde, denen ich eigentlich immer alles sagen konnte, was mir gerade durch den Kopf ging und die mich in und auswendig kannten. Deswegen tut es um so mehr weh, dass sie jetzt plötzlich gar nichts mehr über mich wissen. Und im Vergleich dazu sind die anderen Kontakte, die ich über die Jahre geknüpft habe, viel oberflächlicher.
Also komplett allein bin ich nicht, aber natürlich kann ich meine alten Freunde nicht mit jemandem vergleichen, den ich erst seit einem Jahr kenne und mit dem ich größtenteils Smalltalk mache.
Dazu kommt, dass wir wie gesagt nicht nur ein paar Meinungsverschiedenheiten haben und sowas, sondern dass wir teilweise auch in ersteren Dingen, also politische und gesellschaftliche Angelegenheiten, total unterschiedlich sind und mir das eigentlich schon wichtig ist, mich mit Menschen zum Umgeben die da eine ähnliche Sicht auf die Welt haben. Außerdem habe ich mittlerweile auch das Gefühl, ein wenig ausgegrenzt zu werden und nicht ernst genommen. Wenn ich zum Beispiel über manche Dinge nicht sprechen will, weil ich weiß dass das Trigger für mich sind, wird darüber nur gelacht, obwohl meine Freunde eigentlich wissen, dass ich depressiv bin und auch schon S. Versuche hatte. Oder wenn ich mich um den mentalen Zustand meiner Freunde sorge, wozu es auch definitiv Anlass gibt, wird das oft interpretiert dass ich mich nur wichtig machen will, weil ich in Therapie bin. Dabei meine ich es nur gut. Ich werde auch ständig unterbrochen oder über mich hinweg geredet. Und wenn ich das Thema wechseln will, weil ich gerade nicht mitreden kann oder möchte, wird das auch gekonnt überhört. Es ist besser, wenn ich mich mit manchen Personen nur einzeln treffe, aber wenn wir uns als Gruppe zusammensetzen, fühle ich mich wie ein unbeteiligter Zuschauer (außer natürlich es wird sich über mich lustig gemacht).
Leider weiß ich schon, dass darüber reden nichts bringt. Egal wie ich es formuliere, dass ich mich in dem Kreis nicht mehr wohlfühle, wird mir grundsätzlich übel genommen. Aber ich möchte das, was wir früher hatten, einfach nicht aufgeben. Was würdet ihr in dieser Lage tun? Ich denke ein kompletter Kontaktabbruch ist für mich nicht drin, aber ich bin immer total erschöpft und unglücklich, wenn ich von einem Treffen wieder komme.

02.10.2022 10:28 • #1


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hollibee

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Hallo,
ich kenne das leider auch zu gut.
Von meinem Freundeskreis sind nur noch 2 übrig geblieben.
Aber selbst wenn niemand mehr da wäre... ich wäre lieber alleine als mit solchen Menschen zusammen zu sein.
Ich kann gut alleine sein, das konnte ich schon immer. Aber das kann eben nicht jeder. Daher verstehe ich das du daran festhalten willst. Leider hast du ja selber schon festgestellt, dass es dir aber nicht gut tut. Ist ein schwierige Situation.

02.10.2022 10:39 • #2

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