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Ich kann mich nicht beschäftigen

yvosi

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Hallo,
leider leide ich bereits schon seit Jahren an Depressionen.

Mittlerweile ist es so weit gekommen das ich keine Glücksgefühl mehr habe und mir die Freude an Dingen die ich einst liebte verloren gegangen ist.

Und genau da liegt denke ich mein Problem. Ich kann mich überhaupt nicht mehr betätigen. Schlafen, sitzen, essen, rauchen und das war es.

Wenn ich mein Freund nicht hätte, sehe es sehr übel für mich aus.

Er hat Jahre lang Verständnis gezeigt und alles getan um mir zu helfen. Mittlerweile ist es ihm, weil ich nichts tu zu viel geworden sich um mich zu kümmern.

Ich selber hänge fest und komme nicht los.

Bitte wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht? Was hat eventuell geholfen?

Liebe Grüße
Yvosi

09.07.2020 06:10 • x 2 #1


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Mayke1

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Liebe @yvosi ,
sich zu nichts aufraffen zu können, ist eine Sache, die mich jahrelang quälte. Sitzen, schlafen, liegen, Löcher in die Luft stieren, ein schlechtes Gewissen haben, weil der Partner alles erledigt, während man selber zu nichts mehr fähig ist, all das ist mir wohlbekannt. Und wenn ich mich selbst gezwungenermaßen aus meiner Lethargie herausziehen musste, war ich schlecht gelaunt, hatte Wutanfälle und war nur am Heulen oder nach diesem Termin für den Rest des Tages zu erschöpft.

Seit ich ein Medikament bekommen habe (Duloxetin) ist es mit dem Herumsitzen vorbei. Auch weiß ich jetzt, warum ich zu der einen oder anderen Sache keine Lust habe. Vorher war nur eine Mischung aus Starre und Panik, etwas tun zu müssen, wozu aber auch die angenehmen Dinge gehörten!
Nimmst du Medikamente?
Lange Zeit habe ich mich gegen eine Medikation gewehrt. Die Entlastung aber hätte ich viel eher haben können!
Viele Grüße von Mayke

09.07.2020 10:19 • x 1 #2


yvosi

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Hallo Mayke,
ja ich nehme Medikamente. Duloksetin habe ich auch schon genommen. Zur Zeit nehme ich Venlafaxin und Aripriprazolneuraxpharm.
Bist du "nur" des Medikamentes wieder aktiv geworden?

09.07.2020 11:20 • #3


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julienne

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Hallo Yvosi,
hast du schon einmal darüber nachgedacht, was dir an den Dingen, die du einst liebtest, Freude bereitete?

09.07.2020 12:10 • #4


yvosi

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Um ehrlich zu sein, noch nicht.

Ich denke es war die Beschäftigung mit dem jeweiligen Hobbys. Es gab so vieles was mich da interessierte.

Das Interesse scheint weg zu sein.

10.07.2020 02:59 • #5


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julienne

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Was war denn dein letztes Hobby?

10.07.2020 08:23 • #6


yvosi

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Ich habe gestrickt. Überhaupt viel Handarbeiten und kreatives gemacht.

Das Arbeiten mit Papier (Fensterbilder) machte mir auch Freude.

Gestern habe ich einen Anruf für ein Erstgespräch zur Tagesklinik erhalten.
Ich will da nicht hin und merke nur eine innerliche Abwehr gegen.

Trotzdem muss ja was passieren.

Mein Freund macht das Ganze nicht
mehr lange mit.

11.07.2020 04:39 • #7


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Giraffe

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Guten Morgen Yvosi,

leider kann ich das was du schreibst sehr gut nachempfinden.

Das einzige, was mich aufstehen lässt, ist die Zig. der Kaffee und mein Freund aber ganz oft muss ich michbdanachbgleuch wieder hinlegen weil ich einfach so müde bin.

Hänge wie du fest in einem Nichts, dass nicht aufhören will. Freude, Lust, Fehlanzeige.

Dieser Zustand ist sehr belastend zumal mein Umfeld, dass nicht unter Depressionen leidet, mir dann auch immer wieder vorhält, warum ich mich zu nichts aufraffen kann.

Vor zwei Wochen wollte ich eigentlich mit meiner Neurologin auf ein anderes Depressiva umstellen. Nehme aktuell Sertralin aber weil dann so vieles zusammenkam (Mein Freund musste ins Krankenhaus) und ich Angst hatte vor Nebenwirkungen, sie wollte mir Venlafaxin verschreiben, bin ich doch wieder bei Sertralin geblieben weil ich das bisher gut vertrage.

Ich kann dir die Tagesklinik nur empfehlen. Mir tat es sehr gut, unter Gleichgesinnten zu sein da ichbsonst auch keine Sozialen Kontakte mehr habe.

Eine Zeit lang hatte sich daraus eine Badminton Gruppe gebildet und die Akti ität hatte mir sehr gut getan. Leider hat sich die Gruppe mittlerweile wieder aufgelöst aber vielleicht könnte sich bei euch ja auch so etwas bilden, was dann ggf. ein Anstoß zu mehr für dich sein könnte.

Ich habe mich mittlerweile damit abgefunden und bin froh wenn ich wenigstens meine Arbeit und den Haushalt auf die Reihe kriege. Große Hoffnung das die Freude, die Lust mal wieder kommt habe ich aktuell nicht aber solang sie anderen Sachen laufen, bin ich schon mal zufrieden.

Ich hoffe es hilft dir vielleicht ein bisschen wenn du weißt, du bist damit nicht allein..

Ich drücke doch aus der Ferne.

11.07.2020 05:13 • #8


yvosi

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Hab vielen lieben Dank für deine Worte.

Auch ich habe keine sozialen Kontakte, außer meinem Freund und der Familie.

In der Tagesklinik bin ich schon mehrfach gewesen. Es hat mir auch schon geholfen.

Es macht mich traurig das du auch so fest hängst und ich hoffe das es besser wird.

11.07.2020 11:08 • #9


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buddl1

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hi,
die Tagesklinik schafft dir eine sichere und stabile Unterlage auf der du außerhalb unbedingt weiter dein Leben neu erarbeiten musst.
finde dich in deinen Hobbys neu wieder oder probiere neues aus.
du musst eine Verantwortung übernehmen, etwas was für dich wichtig ist,
dich zwingt zum Handeln.
nur so kannst du andere, bessere Gedanken finden,
weil du gebraucht wirst,
weil auch dein Freund dich brauch er aber leer ist, derzeit nicht mehr geben kann...

ich kann dir nur schreiben, aber was hältst du von einem kleinen Haustier,
sich um diesen zu sorgen, zu erkennen wie seine Aufmerksamkeit dich fordert,
dich begrüßt, Liebe geben und empfangen kann...
so manche Stunde hierdurch dich nicht im Karussell der Gedanken versinken lässt.
buddl1,

13.07.2020 06:19 • #10

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