Hallo an alle!!!
Und wieder habe ich mehrere Monate verstreichen lassen, sorry, aber es hat sich vieles getan.
Also, das letzte mal war ich ja noch krank geschrieben, das bin ich jetzt nicht mehr. Seit dem 07. 09. 2011 gehe ich wieder regelmäßig in Vollzeit zur Schule. Und zwar hole ich mein Abitur an einem "Weiterbildungskolleg" nach. Das geht wieder volle drei Jahre, mit BAföG und all dem.
Eigentlich sollte ich im Sommer ja noch eine Reha machen, daraus ist aber nix geworden. Die Rentenversicherung hatte erst meine Unterlagen verschlampt und dann nicht mal auf meine Anrufe und E-Mails reagiert. Ein paar Monate später, am ersten Schultag, kam dann doch noch der Bescheid dass ich die Reha jetzt antreten könne. Da hab ich aber dann einen Riegel vorgeschoben, die Schule wollte ich mir nicht damit kaputt machen.
Ich bin auch weiterhin noch einmal die Woche bei meinem Therapeuten. Und es läuft auch weiterhin gut.
Ich sehe jetzt viele Dinge in einem ganz anderen Licht und ich habe mich auch sehr verändert. Als ich in die Schule kam wurde ich sehr positiv aufgenommen. Ich war auch nicht mehr zurückhaltend, verbittert, schüchtern oder voreingenommen. Ich war ganz offen und auch "offensiv", ich war ganz locker, lustig, selbstbewusst und gut drauf. Die daraus resultierenden Reaktionen haben dann einen sehr positives Gefühl hinterlassen. Die Leute fanden mich interessant und ich kam aus dem Reden gar nicht mehr raus. Ich sag euch, würde ich denen erzählen dass ich vor kurzem noch mit schweren Depressionen zu Hause völlig isoliert gelebt habe und davor sogar drei Monate in einer Klinik für Depressionen gewesen bin, die würden mir kein Wort glauben.
Man kann wirklich sagen ich hab im meinem Leben so einiges aufgeräumt. Zunächst mal ernähre ich mich viel gesünder, trinke viel Wasser, esse mehr Obst und Gemüse. Dann gehe ich so oft es mir möglich ist ins Fitnessstudio, doch dazu muss ich gleich sagen, das hilft bei mir überhaupt nicht, also wenn ich mal wieder meine Aggressionszustände habe, kann ich noch so viel laufen oder Gewichte stemmen, da ändert sich nichts bei mir an der Gefühlslage. Aber ich mache es trotzdem weiter, einfach um was zu tun zu haben, schließlich bezahle ich ja auch dafür. Tja, und dann eben halt noch die Schule, die ist jetzt meine neue Konstante im Leben. Jeden morgen 6:00 Uhr aufstehen und gegen 14:30 Uhr wieder zu Hause. Dann noch Hausaufgaben und ein wenig üben.
Doch so schön das alles auch klingt, noch ist nicht alles gut. Jedes Wochenende falle ich zurück in ein tiefes Loch, da ich einfach alleine bin. Auch wenn die Leute in der Schule mich alle sehr mögen, so haben sich daraus keine Freundschaften entwickelt. Einige haben sich gleich am zweiten Tag zum WE miteinander verabredet, aber dazu gleich mehr...
Die letzten 1 1/2 Wochen waren nicht so gut. Ich war wieder ziemlich down, habe viel geschlafen, zwei Tage blau gemacht und war in der Schule geistig total abwesend und sehr reizbar. Auch meine Mitschüler haben sich gefragt was mit mir los sei, weil sie mich so gar nicht kennen.
Es sind zwei hauptsächliche Probleme die mich derartig beschäftigen:
Das erste ist, dass ich meine Vergangenheit einfach nicht loslassen kann. Ich werde jedes mal traurig, wütend und aggressiv mir selbst gegenüber, wenn ich darüber nachdenke, dass so vieles so mies gelaufen ist. Hauptsächlich geht es darum dass ich bisher noch nie eine Freundin hatte und keine richtigen Freunde. Dass ich so viel verpasst habe. Das ich mich nicht mehr erinnern kann wann ich das letzte mal meinen Geburtstag gefeiert habe bzw. wann das letzte mal jemand da war der nicht meine Mutter oder mein Bruder waren. Dass ich all diese Erfahrungen die ein junger heranwachsender Mensch macht nicht gemacht habe.
Und jetzt setzte ich mich so sehr selbst unter Druck all diese Dinge nachholen zu wollen, weil ich endlich wieder den Anschluss finden will. Es ist als ob man 2 Wochen in der Schule gefehlt hat und sich beeilen muss den versäumten Stoff nachzuholen um nicht hinterherzuhinken.
Und das zweite ist die Partnersuche. Ich glaube es gibt nichts womit ich mir zur Zeit mehr Druck mit auferlege. Aber es ist auch so schwer für mich nicht an solche Sachen zu denken. Es reicht manchmal schon ein kleiner Schubser, ein kleiner Gedanke, ein Werbespot, eine Satz in einem Text, eine junges Pärchen auf dem Gehweg oder wenn sich meine Sitznachbarn in der Schule über ihre Beziehungen unterhalten. Ich könnte dann jedes mal total austicken. Ich werde dann jedes mal so wütend und aggressiv gegen mich selbst, dass es nicht selten vorkommt dass ich mich selber schlage oder mir irgendwie anderes Schmerzen zufügen möchte, als Bestrafung. (...) Siehe nächsten Post (...)