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Ich bin gereizt, aggressiv, müde und schlecht gelaunt

Ylvi13

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Hallo Emilucy, ich möchte dir dringend raten, verabschiede dich von der Vorstellung, dass du psychisch gestört bist. Du bist krank, Depression ist eine Krankheit und bedarf der Behandlung. Warum sollte man sich schämen, wenn man krank ist. Verstecken wollen wird unendlich viel Kraft brauchen, die anderswo fehlt.
Ich verstehe deine Bedenken total, ich lebe in einer grossen Stadt, und hier laufen mir auch viele " dumme " Menschen über den Weg. Letztlich wird die Depression nicht einfach verschwinden, man muss aktiv etwas tun, Therapie, ggf. Medikamente, .... .
Vielleicht hilft dir eine Krisenberatungsstelle oder was anderes in der Richtung weiter.
Ich habe eine Tochter, sie ist der Grund und meine Motivation , dass ich meine Krankheit immer besser in den Griff kriegen will.

07.01.2019 13:39 • x 1 #16


Emilucy


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ICH weiß das es eine Krankheit ist. Das wissen aber sehr viele nicht.
Und bevor sich meine Familie anhören muss das ich "psychisch krank bin erzähle ich lieber niemandem etwas von meiner Depression. Viele setzen sich damit nicht auseinander und jemanden als Psycho abzustempeln ist immer sehr leicht als tiefer in die Thematik einzudringen.
Das habe ich mit psychisch gestört gemeint!
Medikamente habe ich Angst vor noch mehr fremdgesteuert zu sein als ich es jetzt schon bin.
Im Bezug auf meine Kinder, habe ich ein sehr schlechtes Gewissen. Ich versaue Ihnen die schöne unbeschwerte Kindheit. Ich kann mich trotzdem einfach motivieren mich für die Kinder aufzuraffen. Das frustriert mich dann noch mehr.

07.01.2019 16:02 • #17


Emilucy


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.....Einfach nicht motivieren.......

07.01.2019 16:04 • #18


Juju

Juju

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Hallo. .. Ich kann verstehen, dass Du das alles verstecken möchtest.

Hast Du denn zum ersten Mal so etwas?

07.01.2019 18:03 • x 1 #19


Frederick1

Frederick1

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liebe Emilucy,

ja du bist unfrei, gebunden, blockiert, du kannst nicht mehr zu dir stehen, hast keine Liebe und keine Annahme mehr für dich, äußerlich bist du reich und hast alles, aber von innen heraus bist du traurig, unglücklich, keine Lust mehr zum Leben...

Du das kenne ich auch aus meinem Leben. Du lebst wie eingesperrt.............................................................................

Für mich wurde es mal so wichtig, meine Masken abzulegen, ehrlich vor mir selbst und anderen Menschen zu werden

Frei werden vom Urteil anderer Menschen heißt auch, den Mut zu haben mich mehr und mehr zeigen, so wie ich wirklich bin.
Die Masken die du trägst, abzulegen. Rollen, durch die dich vor anderen verstecken möchtest, aufgeben. Es sind ja nicht nur die anderen, die dich beurteilen, du selbst betrachtest dich ständig mit den Augen anderer. Was denken sie von dir, finden sie dich gut, bemerken sie dich...........

Wichtig finde ich, das du der Wahrheit deiner Depression ins Auge sehen kannst. Lasse sie ins Licht, das Verstecken im Dunkeln macht uns noch mehr depressiver. Das ist aber eines von den schwersten Dingen, zu sich und seiner Depression zu stehen.

Heute musst du ja erfolgreich sein, cool, du musst zeigen was du bist und was du hast. Ja nicht zeigen wenn du innerlich aufgewühlt bist. Dann setzt du die Maske liebenswürdig auf, anscheinend ärgern die sich nie.........................................

Freundlich sein, hilfsbereit zu sein hat ja sein Gutes. Es kann aber auch zur Maske werden, wenn du daraus für dich und andere Menschen deinen Selbstwert definierst. ...

Masken haben etwas Starres, etwas Unlebendiges. Wer Masken trägt hat kein Gesicht mehr. Wenn du den Mut hast, deine Masken abzulegen, und so zunehmend der Mensch zum Vorschein kommt, der du wirklich bist, wirst du es selbst und die anderen merken. Oh lange Zeit habe ich auch Masken getragen, bis ich durch die Depression keine Kraft mehr hatte.

"Ist dein Ruf erst einmal ruiniert, gibst du dich völlig ungeniert."

Du und andere Menschen wissen aber dann, woran sie sind, und trauen sich vielleicht ebenso zu zeigen, so wie sie sind.

Früher hätte ich es auch nicht gedacht, das es so viele Menschen gibt, die an dieser Depression leiden müssen.

Aber liebe Emilucy, du darfst wieder frei werden, echt werden, so gut es geht, in Liebe und im Einklang mit dir selbst leben, so wie du bist, so darfst du leben, sein..............

Und du musst dich nicht mehr verstecken, darfst Fehler und eigene Schwächen zugeben. Das fällt natürlich auch schwer, denn als Mensch möchte ich doch gut und perfekt da stehen.

Meine Erfahrung liebe Emilucy ist, das Menschen mit Abwehr reagieren, wenn ich so tue, als sei in meinem Leben alles gut und perfekt, auch wenn es gar nicht stimmt. Du signalisierst, ich schaffe alles allein, ich brauche keine Hilfe.

Aber das ich mich mit meiner Unvollkommenheit, meinen Fehlern, meinen Schwächen immer wieder versöhnen und aussöhnen darf. Wie oft musste ich meine liebe Frau, meine Kinder, andere Menschen schon um Versöhnung, Vergebung bitten, wenn ich wieder mal versagt habe. Und das ich mich mit mir selbst immer wieder versöhnen kann, aussöhnen kann.

Auch mit meinen ganzen unerfüllten Wünschen,e meiner Art, meinem Wesen, meiner nicht guten Kindheit usw.....

Ohne Versöhnung, ohne Vergebung, wären meine liebe Frau und ich schon lange nicht mehr zusammen................

Ja, auch mal meinen Frust, mein Leid, meinen Ärger, meine Schmerzen , meine Aggressionen raus schreien dürfen, trauern, klagen. Verbergen macht mich noch depressiver, ich spiele mir selbst und anderen was vor.

Die Phase der Trauer, des Schmerzes ist wichtig, und das ich meinen Schmerz auch sagen darf, was mir so unendlich weht tut. Einsamer Schmerz, einsames Leiden, lässt mich erstarren, verbittern, ja schon fast versteinern. Da kannst du von den Kindern lernen, wenn ein Kind sich weh getan hat, läuft es zu Mutter oder zu Vater, lässt sich trösten, und schon wird es wieder besser.

Du darfst dir die Zeit lassen, zum Trauern und zum Klagen, du darfst dich ausklagen, ausweinen, deine Wunden heilen nicht von jetzt auf nachher, sie brauchen Zeit.

Doch wenn du deinen Wunden, deiner Trauer, deinen Schmerzen Raum gibst, dann kannst du dich auch eines Tages dich damit versöhnen. Du kannst auf einer tieferen Ebene in dir drin akzeptieren, dass deine Dinge so sind wie sie sind.

Du erklärst dich mit deinen Verletzungen, deinen Schmerzen, deinen Verlusten einverstanden, auch wenn es schmerzlich war und ist.

Du darfst dich versöhnen mit deinem Leben, weil du ja auch schon Gutes in deinem Leben erfahren durftest..................

Du hast wieder Vertrauen zu dir selbst, fühlst dich wieder wertvoll, findest wieder Frieden mit dir und deinem Leben, anderen Menschen. Und das möchte ich dir jetzt von Herzen wünschen.

...in guten Gedanken für dich,

ganz viele liebe Grüße,


Frederick

07.01.2019 18:59 • x 1 #20


florica

florica

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Zitat von Frederick1:
"Ist dein Ruf erst einmal ruiniert, gibst du dich völlig ungeniert."

Du und andere Menschen wissen aber dann, woran sie sind, und trauen sich vielleicht ebenso zu zeigen, so wie sie sind.

Früher hätte ich es auch nicht gedacht, das es so viele Menschen gibt, die an dieser Depression leiden müssen.



Es stimmt was Du sagst - keine Frage. Ich erzähle es mittlerweile auch offen und mache mir da keinen Kopf mehr drüber, selbst wenn andere Leute es nicht verstehen. Ist ja nicht meine Schuld wenn die keine Ahnung haben :-)
Und es fühlt sich auch gut für mich an - weil die Last des verstecken weg ist.
Und ich finde es erstaunlich wie viele Leute plötzlich auch selbst oder Angehörige mit der Krankheit haben.

Selbst unsere Postbotin hat jemand in der Familie :-)

Aber ich kann auch diese Dorf Sache verstehen - wir sind auch von der Stadt in ein Dorf gezogen.... und wirklich - da ticken die Leute anders.
Wie sagte meine Oma immer:

Wahrheit ist ein starker Trank,
wer ihn braut, hat selten Dank;
denn der Menge schlaffer Magen,
kann ihn nur verdünnt vertragen!

Und das trifft da meistens noch stärker zu als in der Stadt

07.01.2019 19:10 • x 4 #21


Emilucy


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Zitat von Juju:
Hallo. .. Ich kann verstehen, dass Du das alles verstecken möchtest.

Hast Du denn zum ersten Mal so etwas?


Ja das ist das erste mal.....

07.01.2019 22:12 • #22


Emilucy


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Genau so ist das im Dorf. Mir wäre es egal, hätte ich keine Kinder.
Meine Maske, wie Frederick schrieb, trage ich hauptsächlich nur um meine Familie zu schützen.
Hier ist alles perfekt, nur ich bin es nicht!
Natürlich sind hier auch welche krank doch zugeben würde und hat es keiner.

07.01.2019 22:23 • x 1 #23


issabella

issabella

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Hallo, Emilucy

ich habe eine Antwort im Kopf - wäre aber ein Büchlein.
Lese noch mal, was Frederic geschrieben hatte.

Ich selber bin in meiner Kindheit bei meiner Großtante und Großonkel gelebt.
Es war ein kleines Städchen in Polen, sehr konservativ.
Alle wussten, dass mein Großonkel an Schizophrenie leidet.
Ich, als Kind ( Deine Kinder werden auch in Ruhe gelassen) hatte gar keine Probleme in der Schule deswegen. Eher, was ich nicht ganz verstanden hatte, dass meine Eltern Akademiker sind. Da hat ich Neid erfahren, aber nicht wegen psychische Krankheit meines Großonkels.
Das war vor etlichen Jahren (ich bin 1960 geboren)

Wieso hast Du in unseren Jahrzehnt Angst, dass Dich keiner versteht, und vor allem,, was sollte Deinen Kinder passieren?

Ich finde es viel wichtiger, dass Du Dich behandeln lässt und dann bist Du auch ausgeglichene Mutter. Mit Arbeit klappt es auch besser.

Ich wünsche Dir alles Gute.
LG
i.

08.01.2019 01:44 • x 3 #24


Emilucy


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Zitat von issabella:
Ich finde es viel wichtiger, dass Du Dich behandeln lässt und dann bist Du auch ausgeglichene Mutter. Mit Arbeit klappt es auch besser.

Du hast natürlich recht. Ich kann mich nicht überwinden es auszusprechen. Vielleicht hoffe ich noch insgeheim das es nur eine Phase ist die wieder vorbei geht, ohne dass ich es jedem erzählen muss.

08.01.2019 10:02 • #25


issabella

issabella

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Wenn es nur eine Phase ist, um so besser.
Trotzdem würde ich eine Meinung von Facharzt holen.
Du hast so vieles zu tun, Du musst fit sein.
So schell, wie es geht: Termin bei Psychiater und Psychologen.
Es muss keiner wissen. Und Medis sind nur Deine Sache - Du bist nicht verplichtet, zu beichten

Mach das für Deine Kinder .Bitte.

LG
i.

08.01.2019 10:22 • x 1 #26


Frederick1

Frederick1

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liebe Emilucy,

die Frage ist, wie gehst du jetzt damit um. Selbst habe ich schon immer lieber in einem kleinen Dorf gelebt und gearbeitet.
Es ist oft viel persönlicher. die Gefahr ist aber auch, das es auch manchmal zu persönlich wird. Sollst du jetzt alles was dir begegnet verstecken, kritiklos, kommentarlos hinnehmen............................................................................................

Mich persönlich wurmt es schon, wenn andere Menschen schlecht über mich reden, mich falsch kritisieren. Wenn andere dich klein machen wollen, damit sie größer erscheinen.............

Ja es tut weh, wenn du als Mensch abgelehnt wirst. Du fühlst dich abgelehnt, ungerecht behandelt, und als Mensch versteckst du dich lieber, oder ziehst dich immer mehr zurück.

Doch die Frage ist immer wieder liebe Emilucy, woher bestimmst du deinen Wert, dein ganz persönliches Leben?

Vom Urteil anderer Menschen. Daher das du dich so gibst, so wie alle anderen auch, dass du alles richtig machst, keine peinlichen Fehler?

Doch du darfst dir immer wieder bewusst machen, dass dein ganz persönlicher Wert auf dem JA zu dir selbst gründet.

Andere können dich ankratzen, verachten, ablehnen usw..

Doch den tiefsten Kern deines Wesens, deiner Persönlichkeit, der Ort wo du in dir zuhause bist, wo dein Selbstwertgefühl begründet ist, diesen Ort kannst nur du erreichen. Denn du bist überall zuhause, egal wo du wohnst und bist, wenn du selber in dir bleibst. Da bist du frei, selbst Menschen die unschuldig äußerlich in Gefängnissen sitzen, sind da frei.

Es liegt also mit an dir, ob du frei bist, oder nicht. Wie oft wollte ich schon umziehen, einen Neuanfang machen................

Dein Innerstes ist deine Heimat, und zu diesem Ort hast nur du allein Zutritt. Niemand hat das Recht, diesen deinen Ort anzutasten, er würde damit deine Würde als Mensch antasten.

Doch dein Innerstes ist auch sehr zerbrechlich, du musst es schützen, dein Leben ist dein Geheimnis.

Der tiefe Wert liebe Emilucy, (ein sehr schöner Name), darfst du nicht vom Ureteil anderer Menschen in Frage stellen lassen. Das kann dich ruhiger machen, gelassener, wie andere über dich reden, gerade auch hinter deinem Rücken.

Ja du darfst prüfen was daran berechtigt ist, ändern was du ändern kannst.

Die automatische Reaktion von falscher Rede über dich ist, du wirst aggressiv, schlägst zurück, und schlägst auch noch dich. Aber das macht dich nur noch depressiver.

Du nimmst es wahr, wenn du betroffen bist, und wie du dann ruhig und gelassen entscheidest. Helfen wird dir der Ort. Kraft Trost und Liebe schenkt dir der Ort, dein Innerstes, da wo du zuhause bist, angenommen, geschätzt und geliebt.

Menschen die über andere Menschen böse nachreden, wollen nur ihr eigenes Ego verstecken, suchen Aufmerksamkeit, wollen die Besten sein, andere überfahren, sind gierig nach den vorderen Plätzen, neugierige Menschen die alles wissen müssen, immer reden müssen, immer im Vordergrund stehen wollen, dadurch andere überfahren, verletzen, usw....

aber.............das alles hast du gar nicht nötig.


in guten Gedanken für dich,

viele liebe Grüße,


Frederick

08.01.2019 15:37 • x 2 #27


Emilucy


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Das ist so wahr was du schreibst Frederick.
Danke für deine Worte.
Ich brauche erstmal etwas Zeit alles zu verstehen und um wirklich meine innere Heimat zu finden.

Es tut ja schon mal gut hier mit euch etwas darüber zu schreiben.
Seit nun zwei stolzen Tagen hatte ich keine Ausraster mehr, fühle mich gut und irgendwie auch fit.

08.01.2019 20:12 • x 1 #28


Emilucy


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Zitat von issabella:
Termin bei Psychiater und Psychologen.

Ich war bei einer Psychologin im Klinikum. Sofortigen Termin bekommen, Hausarzt meinte es sei sehr dringend. Ich habe den Termin dann abgesagt, dann hat mich mein Hausarzt zuhause angerufen und mich gebeten dringend den Termin wahr zu nehmen. Habe ich getan und die Psychologin wollte mich gleich einweisen...... nur hat keiner an meine Kinder gedacht. Deshalb habe ich nochmal im Klinikum angerufen und gesagt dass ich nicht eingeliefert werden kann / möchte. Mir wurde gesagt dass ich nie wieder einen Platz in dieser Klinik bekommen würde wenn ich nicht in einer Woche zur Einweisung komme.... das wars....

08.01.2019 20:18 • x 1 #29


Katjusha

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Hallo Emilucy,

für dich und für deine Familie wäre es sehr sinnvoll, wenn du eine Behandlung machen würdest. Du könntest beim Jugendamt nachfragen oder bei deiner Krankenkasse, wie du das mit den Kindern organisieren könntest, es gibt bestimmt eine Lösung dafür.

Warum bist du eigentlich depressiv geworden, normalerweise muss ein Grund dafür sein: eine unglückliche Kindheit oder traumatische Erfahrungen, oder eine Hormonstörung. Ich habe auch gehört, dass man das Problem soger wegen den Vitaminmangel (Omega 3 oder B-Vitamine) bekommen kann. Hat dein Hausarzt das schon abgeklärt?

Liebe Grüße

08.01.2019 20:56 • #30




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