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Ich bin ein emotionales Wrack

Was ist denn der Unterschied zwischen einem Psychiater und einem Psychotherapeuten?
Weil du schreibst, Eis, einen Termin bei beiden ausmachen.?

Versuche gerade etwas rauszusuchen, was mir zusagt.
Jemanden der auch Kassenpatienten nimmt.
Bis ich etwas finde hoffe ich, hier einfach noch ein paar Dinge loswerden zu können, die mich einfach beschäftigen.

Ich bin schon wieder/immer noch total am verzweifeln. Es ist alles arrangiert, in ein paar Tagen gehts zurück. Und alles in mir sträubt sich dermaßen. es fühlt sich so falsch an. Ich habe fast Angst zurück zu gehen, wo das alles angefangen hat, dass ich mich dort wieder so eingeengt fühle, in alte Muster falle und mich wieder ständig nur zusammenreiße.
Gleichzeitig möchte ich hier endlich alles abgeschlossen wissen und mich darauf konzentrieren können, dass es mir wieder besser geht. Es fühlt sich an als ob ich innerlich gerade zerrissen werde.

Momentan mache ich nichts außer schlafen und spazieren gehen. Ab und an vielleicht ein bisschen lesen.
Letztens musste ich allerdings einkaufen gehen. Die ersten 10 min gingen. Dann musste ich mich jedoch so zusammennehmen, nicht komplett in Panik auszubrechen, wegen den ganzen Leuten um mich herum (und es waren nicht mal viele).
Ich bin durchgängig nur noch angespannt und nervös und würde mich am liebsten nur noch verkriechen. Mir ist Alles zu viel, Menschen, Geräusche, ich fühle mich total mit Eindrücken aus allen Richtungen überschüttet.

Nachts ist es etwas besser, oft gehe ich da nochmal eine kleine Runde wenn nichts mehr los ist, aber richtig entspannen kann ich gar nicht mehr. Und schlafen ist immer weniger erholenden, gleichzeitig würde ich am liebsten nur noch schlafen.

Dazu mache ich mir ständig Gedanken, wie es weiter gehen soll.
Vor allem möchte ich niemandem auf der Tasche liegen. Bekommt man mit 21 überhaupt schon so etwas wie Krankengeld? Eine Ausbildung habe ich, allerdings ist diese nicht staatlich anerkannt. Und bisher habe ich zwischen Schule und meinem geplanten Auslandsjahr neben dieser Ausbildung nur Aushilfsarbeiten gemacht (um mir dieses Auslandsjahr leisten zu können und wollte dann eigentlich durchstarten.)

Es ist gerade alles so zu viel.

07.07.2019 23:55 • x 1 #16


Eis
Hallo Cat,

Schön wieder von dir zu hören.

Ein Psychiater ist ein Facharzt für Psychiatrie, (manchmal auch zusätzlich ein Facharzt für Neurologie), der dir die notwendigen Medikamente verordnen kann.

Ein Psychotherapeut ist jemand, der mit dir eine Gesprächstherapie macht, das ist meist ein Psychologe, kann aber auch (eher selten) ein ärztlicher Psychotherapeut sein. Die häufigsten Vaianten sind die Verhaltenstherapie (Ändern von Mustern und Änderung deines Verhaltens in verschiedenen Situationen) und die Tiefenpsychologie (Suche nach Gründen und Ursachen, also in der Vergangenheit kramen).

So wie Du deine momentane Situation beschreibst ging es auch mir. Ich bin anfangs bloß noch rumgelegen, hab gegrübelt und hatte genauso wie Du in Geschäften Panikattacken. Zu viele Leute (auch wenn es tatsächlich nur wenige waren) zuviel Auswahl, zu viele Eindrücke, zu viele Entscheidungen. Ich habe mir dadurch die Sache erleichtest, dass ich nur noch kleine Einkäufe in kleinen Läden gemacht habe, dann ist es besser geworden.

Sorg dich nicht, dass du jetzt dahin zurückgeht, wo alles angefangen hat, du warst vermutlich dort schon krank. Ich vermute/hoffe, dass du noch bei deinen Eltern wohnst. Sie können sich um dich kümmern. Allein durch eine Depression zu gehen ist verdamme schwer, du wirst sehen es ist einfacher, wenn dir jemand hilft. Du kannst z,B. am Anfang die Einkäufe abtreten. Wenn du Angst vor einer Einengung hast, überleg dir einfach mal, was das Problem war. Hast du zu wenig Freiräume für dein Alter gehabt, sind deine Eltern zu streng/zu bevormundend, willst du Ihnen alles recht machen, kommen sie ungefragt in dein Zimmer usw. Vielleicht findest du ein paar Antworten (Das ist auch Teil der Gesprächstherapie!) und kannst mit deinen Eltern offen darüber reden. Nur DU kannst etwas ändern.

Versuch, nicht zu viel rumzuliegen während des Tages, das ist ein Teufelskreis, den du durchbrechen musst. Spazierengehen ist schon super! Vielleicht findest du noch etwas anderes, ein bisschen Routine, den Tagesablauf strukturieren. Z.B. nach dem Spaziergang ein Buch oder Zeitung lesen. Oder mal eine kleine Sporteinheit. Was machst du denn gerne? (Vielleicht fällt dir gerade nichts ein, das ist normal!)

Das mit dem Krankengeld weiß ich nicht genau. "Normalerweise" zahlt ja der Arbeitgeber Krankengeld, den hast du ja nicht. Ich vermute mal, es würde auf das Sozialamt hinauslaufen. Vielleicht weiß jemand hier im Forum, wie das läuft.

Aber ich bin mir sicher, so wie du deine Eltern beschrieben hast, dass sie dich nicht hängen lassen. Rede mit ihnen darüber, auch dass du dir Sorgen deswegen machst. Sie werden gemeinsam mit dir eine Lösung finden.

Alles Gute
Eis

08.07.2019 06:33 • x 1 #17


Mandinka
Mein Sohn ist genau so alt wie du und macht gerade auch so eine Krise durch. Er hat mir auch lange nicht so richtig gesagt, wie es ihm geht, ist immer brav zur Ausbildung gegangen und ich dachte, alles ist gut. Er wollte mich eben auch auf keinen Fall belasten. Es ging ihm emotional immer schlechter und es war sehr viel Druck in ihm, was ich einfach nicht bemerkte, weil ich ja nicht in ihn hineinsehen kann.
Bis er kürzlich so etwas wie einen Zusammenbruch hatte.

Wenn du ansonsten ein gutes Verhältnis zu deinen Eltern hast, ist es auf jeden Fall besser, dich ihnen gegenüber zu öffnen. Eltern wollen, daß es ihren Kindern gut geht.
Ich wußte so vieles nicht, was meinen Sohn belastet. Zukunftsängste, Unsicherheiten, Überforderung, wachsender Druck. etc. Du bist damit nicht alleine. Ich befürchte, daß das viele junge Erwachsene in diesem Alter stark belastet.
Ich bin jedenfalls froh und erleichtert, daß ich jetzt weiß, was mit meinem Sohn los ist, weil ich bzw. wir nun etwas dagegen unternehmen können. Ich habe ihm geholfen, zeitnah einen Termin bei einem Psychiater zu bekommen. Er erhält jetzt erst einmal für die erste Zeit medikamentöse Unterstützung und er beginnt noch in dieser Woche eine Therapie in einer Tagesklinik. Seine Ausbildung haben wir unterbrochen und werden es organisieren, daß er die Ausbildung nach der Therapie fortsetzen kann.

Es finden sich immer Lösungen. Und es ist keine Schande, Hilfe anzunehmen.
Wenn es dir schwer fällt, den Mund aufzumachen - ich kenne das auch von mir und auch von meinem Sohn - hilft es mir, mir in Ruhe zuhause Stichpunkte aufzuschreiben mit den Dingen, die ich unbedingt sagen muß bzw. will beim Arzt oder auch bei anderen Stellen. Dann nehme ich den kleinen Zettel einfach mit. Ich glaube, das ist z.B. Ärzten auch lieber, als wenn sie dir alles "aus der Nase ziehen" müssen oder du ihnen nix sagst. LG

08.07.2019 07:27 • x 3 #18


Alexandra2
Liebe cat,
Ich kann Dein Empfinden sehr nachvollziehen. Du wirst sehen, daß es Dir nach und nach besser geht, sobald Du Dich in Behandlung begibst. Die Depression lässt mich vollkommen anders fühlen und denken, so erkenne ich mich kaum noch wieder. Daß das die Krankheit macht, dämmerte mir nach und nach und es ist einfach nur erschreckend. Aber es gibt einen Weg daraus, Du wirst sehen.
Ich mochte auch nicht sprechen, denken ging auch nicht, ich hätte nicht formulieren können. Und deshalb habe ich mich so klein gefühlt und geschämt. Psychiater kennen das und haben einen Blick dafür, was geht und was nicht, ohne zu verurteilen, was ich immer wieder einfach nur angenehm und entlastend finde.
Du kannst Deine Schilderungen hier ausdrucken und mitnehmen zum Arzt? Und eine Tagesklinik könnte auch hilfreich sein, wenn sie nicht zu früh kommt für Dich. Dort lernt man viel über die Krankheit und es hilft sehr, sich auszutauschen und Klarheit zu gewinnen,.
Versuche freundlich mit Dir zu sein,
liebe Grüße Alexandra

08.07.2019 09:54 • x 2 #19


LittleWing
Depressionen sind gut behandelbar.
Wenn man mittendrin steckt,glaubt man,nie wieder heraus zu kommen aber das geht!

Ich möchte Dir ein Buch an´s Herz legen,es heisst:

"Wenn das Leben zur Last wird" von Dr. Rolf Merkle.
In dem Buch werden Zusammenhänge erklärt und es gibt viele Tips im Umgang mit Depressionen und den immer wiederkehrenden belastenden Gedanken.

Ich war selbst schonmal schwer depressiv und hatte keine Hoffnung mehr auf Besserung.
Hat eine Weile gedauert,sich da rauszulavieren und man muss Geduld haben.

Ich selbst bin dann auch freiwillig in eine Klinik gegangen,hat mir nicht geschadet.

08.07.2019 10:57 • x 3 #20


Danke für eure ganzen Antworten.
Ok, also Medikamente würde ich wenn irgendwie möglich gern vermeiden. Pillen zu schlucken, damit es mir besser geht, macht mir ehrlich gesagt etwas Angst.
In der Vergangenheit kramen ist wohl das, wobei ich Hilfe brauche.

Zu viel liegen/bzw. nichts tun will ich nicht. Ich habe mich bisher eben immer durch den Tag gezwungen obwohl es mir eigentlich zu viel war.

Eingeengt hat mich anfangs einfach zuhause zu sein. Weil ich das Gefühl hatte, funktionieren zu müssen.
Vor allem weil, wie du schreibst Eis, ich ihnen alles recht machen wollte/sie nicht verletzten wollte, weil ich weis, dass sie es immer nur gut gemeint haben.
Mir fällt es sehr schwer zu akzeptieren, dass mich Menschen, die mich lieben, manchmal eben vllt. sehr verletzt haben, gerade wegen diesem nicht zuhören.
Sie kommen in mein Zimmer, wenn auch um nur eben Bescheid zu geben, dass sie nur kurz einkaufen sind, wo ja eigentlich nichts dabei ist.
Aber ich schätze deshalb konnte ich auch nie richtig entspannen/bzw. erst, wenn alle im Bett waren.

Später hat mich dann auch zusätzlich die ganze Umgebung eingeengt, alles war irgendwie so eng und hektisch.

Lesen tue ich gerne, ich weis nur nicht ob es so gut ist, wenn ich mich jetzt in eine andere Realität zurückziehe.

Sicher werden meine Eltern mich unterstützen, aber das zuzulassen und offen mit ihnen zu reden, damit tue ich mir gerade noch sehr, sehr schwer.

Ich glaube eine Tagesklinik wäre, zumindest erstmal, nichts für mich.
Zu viele neue Eindrücke und Situationen. zu laut. Hoffe auf zwei oder drei mal die Woche zu einem Psychotherapeuten gehen zu können.

Danke, werde mir das Buch mal anschauen.

08.07.2019 18:39 • x 4 #21


Eis
Hallo Cat,

Vielleicht schreibst du einfach mal alles auf, was dich daheim belastet hat. Wenn du es mal für Dich formuliert hast, dann kannst und solltest du ein offenes Gespräch mit deinen Eltern führen. Aber bitte nicht mit Vorwürfen, das ist kontraproduktiv. Eher in der ICH-Form bleiben: MICH stört es, wenn ihr ohne anzuklopfen in mein Zimmer kommt. ICH kann mich dabei nicht entspannen, ICH fühle mich eingeengt, ICH möchte, dass ihr MIR zuhört. Das Zuhören ist ein ganz wichtiger Punkt übrigens, meines Erachtens der Wichtigste, denn nur dann nehmen sie auf, was dich stört.

Für Eltern ist dieser Abnablungsprozess der Kinder auch nicht einfach. Meine Tochter ist 20, und sie kämpft auch gerade gegen uns mit Sachen wie Anklopfen usw. Es fällt uns nicht leicht, uns nicht ständig in ihr Leben einzumischen, aber wir üben es jeden Tag. Mal klappt es besser, mal nicht. Sei nicht zu streng mit deinen Eltern, es ist für sie auch schwer. Aber bleib bei dir und setzte deine Punkte FREUNDLICH ABER KONSEQUENT durch.

Alles Gute
Eis

P.S. Ich hätte keine Bedenken gegen Lesen in einer anderen Welt. Hab ich auch immer gemacht. Man darf sich doch auch mal eine Auszeit aus der momentan besch. Welt gönnen. Wenn du es gern machst, dann tut es!

08.07.2019 21:06 • x 1 #22


Eis
Das mit den Tabletten noch. Je nach Schweregrad kann man es durchaus ohne Tabletten versuchen, sag das dem Arzt ruhig, dass dir das lieber ist. Hab ich auch gemacht. Nur mach nicht den gleichen Fehler wie ich, dass du monatelang wartest. Wenn keine Besserung eintritt, dann gib den Tabletten eine Chance. Du veränderst dich dadurch nicht. Ich wäre ohne Tabletten nicht gesund geworden, no way.
Also probieren ja, aber nicht monatelang abwarten.

08.07.2019 21:12 • x 2 #23


Mandinka
Mein Sohn lebt ja bei mir. Ich habe mir schon vor längerem von mir aus angewöhnt, vorher kurz anzuklopfen, bevor ich in sein Zimmer gehe, weil ich bemerkt habe, daß es ihm manchmal unangenehm war, wenn ich einfach so hereinplatzte.

Tagesklinik bedeutet nicht, daß du dort schlafen/übernachten mußt. Tagesklinik bedeutet, daß du dorthin gehst, wie zu einem Schul- oder Ausbildungstag z.B. Man kommt da morgens um 8:00 Uhr hin und hat nachmittags "Feierabend" und geht normal nach Hause. Der Tag dort wird gefüllt mit Therapiegesprächen, einzeln oder in der Gruppe, Musik-, Ergo-, Bewegungs-, Entspannungs-, Gesprächs-Therapien und ähnlichem. Tageskliniken sind deshalb gut, weil man nicht vollkommen über Wochen in einer geschützten "Blase" lebt, sondern quasi in seinem eigenen Alltag und seinem normalen Umfeld bleibt. Man verliert also nicht völlig den Kontakt und Bezug zum Alltag und es fällt dadurch nach der Therapie dann leichter, wieder den Anschluß in einen normalen Alltag zu finden.

Das mit dem Eingeengt-Fühlen kann ich nachvollziehen. Ich fühlte mich in dem Alter auch so. Ich fühlte mich eigentlich auch ständig in gewissem Maße kontrolliert.

09.07.2019 10:03 • x 2 #24


Ja, kurz angeklopft wird schon, aber das bringt halt nichts viel, wenn daraufhin sofort reingekommen wird. ohne auf ein Ja oder was zu warten.

Ja, das ist mir soweit klar mit der Tagesklinik. Ich denke nur, dass mir das zu viel ist, wenn ich dann jeden Tag dort hin gehen muss. Auch wenn ich abends wieder zuhause wäre.
Gerade wenn ich morgens aufstehen MUSS, fällt es mir noch schwerer und dann so früh.
Und dann den ganzen Tag wieder mit diesen ganzen verschiedenen Eindrücken (Gespräche, verschiedene Therapien.) zugeschüttet zu werden. genau das ist mir gerade zu viel.
Aber vielleicht wäre es eine Hilfe wenn ich dann eine Weile eine Therapie bekommen habe.
Ich bin ja grundsätzlich offen für alles, was mir vielleicht hilft. Nur gerade will ich nichts machen, was sich nicht richtig anfühlt. Sonder dann eben zur richtigen Zeit, wenn ich mich dafür bereit fühlen und mich dann auch wirklich darauf einlassen kann.

Danke für deine Antwort

09.07.2019 20:21 • x 1 #25


Eis
Hallo Cat,

Musste grade herzhaft lachen bei deiner Schilderung vom Anklopfen. Das war bei uns auch so. Kommentar meiner Tochter dann: "da kannst du dir das Anklopfen gleich sparen, wenn du nicht auf eine Antwort wartest". Es hat ein wenig gedauert, aber meistens funktioniert es jetzt. Gib deinen Eltern die Zeit für die Umstellung. Es ist nicht so einfach, wie Du dir das vorstellst.

Bei der Tagesklinik geht es genau darum, dass man wieder eine Struktur in den Tagesablauf bekommt. Das mit dem Aufstehen müssen ist Teil der Therapie. Wenn du dich dem tatsächlich gar nicht gewachsen fühlst, dann wirst du um eine medikamentöse Behandlung nicht rumkommen. Denn dann geht es genau darum, durch die Medikamente soweit an Stabilität zu gewinnen, dass man eine Therapie machen kann. Vom rumliegen und darauf warten, dass man irgendwann soweit ist, wird man leider nicht gesund. Sorry, das hört sich jetzt brutal an, aber ich musste das auch lernen. Das war einer der ersten Sätze meines Psychiaters, nachdem ich ihm gesagt habe, was ich den ganzen Tag so mache. Das ist eine Spirale, die dich immer weiter runterzieht.

Alles Gute
Eis

09.07.2019 21:44 • x 3 #26


Mandinka
Na, ich werde meinen Sohn heute mal fragen, ob ich in Zukunft auf Antwort warten soll bzw. ob es überhaupt ein Problem für ihn ist.

Es muß ja auch nicht unbedingt eine Tagesklinik sein. Aber ein Psychiater würde wohl nach Möglichkeit dazu zuerst raten, wenn es einem so mies geht. Man kann natürlich auch eine ambulante Therapie machen. Das habe ich selbst z.B. vor Jahren gemacht. Blöd ist eben, daß man für beide Therapieformen in der Regel eine längere Wartezeit überbrücken muß.

10.07.2019 10:45 • x 2 #27


Hallo mal wieder,

ich bin zurück, seit ein paar Tagen erst. Ich habe schon einen Termin für ein Erstgespräch bei einem Therapeuten, mal sehen wie es läuft.
Ich sehe noch nicht so ganz, wie es besser werden soll, jetzt wo ich wieder hier "festsitze".
Wieder hier zu sein ist so komisch. Es ist alles so vertraut hier, ich bin hier aufgewaschen und gleichzeitig fühle ich mich so fremd hier. Es fühlt sich so gar nicht wie zuhause an.
Ich fühle mich hier wieder total eingeengt - von allem, der Umgebung, meiner Familie.
Und total gestresst. Jeder Tag kommt mir wie eine Ewigkeit vor, ich habe überhaupt kein Zeitgefühl mehr.
Nachts ist die einzige Zeit in der ich etwas zur Ruhe kommen kann.

Und mit dem reden klappt es auch nicht so ganz. Ich denke es ist schwer für meine Familie nachzuvollziehen wie es mir geht/wie sie damit umgehen sollen und ich weis nicht, wie ich es ihnen erklären soll, dass sie es verstehen, bzw. will ich gerade gar nichts erklären müssen.

30.07.2019 00:28 • x 2 #28


LittleWing
Es gibt ein Buch,in dem die Depression einfach und treffend beschrieben wird: "Leben mit dem schwarzen Hund".
Das zu lesen kann euch sehr helfen denn was man versteht,ist schon weit weniger bedrohlich.

Dass Du nachts schlafen kannst,ist sehr gut,so kann der Körper und die Seele wieder Kraft tanken.

Ja,die Umgebung fühlt sich komisch an,das hatte ich auch als ich depressiv war.
Alles wirkte so "kalt",ich konnte mich auch nirgends mehr wohl fühlen.

Am besten klebst Du Dir einen Zettel an den Spiegel auf dem steht: ES GEHT VORÜBER.

Das ist manchmal der beste Trost,auch wenn man daran immer wieder zweifelt.

30.07.2019 07:07 • x 1 #29


Eis
Hallo Cat,

Schön wieder von dir zu hören. Die Tipps von LittleWing sind gut. Evtl kannst du mal schauen ob irgendwo in deiner Nähe ein Vortrag über Depressionen ist und mit deinen Eltern dort hingehen. So hab ich das mit meinen Mann gemacht. Dann hat er endlich verstanden wie es mir geht. Das mit dem erklären ist schwierig, weil man ja selber nicht weiß, was mit einem los ist.

Du könntest auch vereinbaren, dass du z.B. einen Zettel an die Tür hängst, wenn du mal Luft für dich brauchst. So was wie "bitte nicht stören". Nur sollte der Zettel v.a. am Anfang nicht den ganzen Tag dort hängen, sonst nützt es nichts. Aber mal vielleicht für eine Stunde. Und mach mit deinen Eltern aus, dass sie dann auch nicht klopfen sollen. Wenn ich weiß, dass meine Tochter ihre Ruhe will und ich unbedingt was von ihr brauche schreibe ich ihr - auch im Haus- eine Nachricht aufs Handy. Das hat sie dann innerhalb kurzer Zeit in der Hand und antwortet.

Alles Gute für dein Erstgespräch. Hast du denn auch schon einen Termin beim Arzt?

LG Eis

30.07.2019 08:28 • x 1 #30




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