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Hochsensibel und generalisierte Angststörung

Sifu

Sifu
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Ich bin hochsensibel und habe seit über 40 Jahren u.a. eine generalisierte Angststörung diagnostiziert.

In all den Jahren ist es mir nicht gelungen ein dickeres Fell zu bekommen. Manchmal reicht eine einzige Information aus dem Internet oder einer anderen Quelle und ich kann tagelang anhaltende Ängste oder Panik bekommen/haben. Ohne meine Medikamente wäre ich nicht mehr lebenstauglich. Neben Krankheitsängsten sind da unzählige Weitere wie Strafverfolgung (obwohl ich noch nie mit der Polizei oder Gericht zu tun hatte), Autoritäten, Mobbing (ist schon oft geschehen) Umweltkatastrophen usw. usw. Mit Pillen, Meditation, Sport, kein Alk. oder Coffein kann ich die Beschwerden nur leicht lindern.

Wer kennt das auch ?

x 2 #1


49 Antworten ↓
Pilsum

Pilsum
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Zitat von Alexandra2:
Das Belohnungssystem springt auch an, wenn unbewusste negative Glaubenssätze erst ins Bewusstsein geholt werden, um sie durch selbst formulierte positive Sätze auszutauschen?


Ich glaube nicht, dass das Belohnungssystem schon schon anspringt, wenn man nur etwas Positives denkt.
Man muss schon etwas Positives tun, damit unser Belohnungssystem anspringt.
Auch wenn es noch so klein und wenig ist.
Der Kopf sollte immer wieder
erkennen, dass er Teile des Körpers steuern kann und auch dass er sich in der Welt (Natur) bewegen kann.
Der Kopf sollte erkennen, dass er ein gutes Gefühl bekommt, wenn er mit angenehmen Menschen
zusammenkommt. Und auch erkennen, dass unangenehme Menschen nur ganz selten eine
Bedrohung bedeuten können.
Der Mensch kann sich ohne immer mal zu handeln, nicht allein gesund denken. Er kann sich aber krank denken.

Menschen die ihre Wohnungen nicht mehr verlassen können sich nicht sicher und gesund fühlen.

Ein wesentlicher Punkt bei Depressionen kann sein. Der Kopf denkt etwas, aber er wagt nie, dass auch
einmal auszuprobieren.
Dadurch kann das Belohnungsystem nie einen Erfolg spüren. Es weiß nicht,
wie sich Erfolg anfühlt.

Zitat von Alexandra2:
Bspw wenn jemand gelernt hat "du kannst das sowieso nicht" sich stattdessen sagt "ich probiere das mal"


Das ist der richtige Weg. Aber nur das zu denken allein lässt das Belohnungssystem noch nicht anspringen.

Zitat von Alexandra2:
Und dann müsste ich die positiven Sätze immer weiter ausbauen und fühle mich langfristig besser?


Wenn Du nicht nur sagst, ich probiere das mal, sondern wenn Du es immer wieder mal probierst,
dann sollte es mit der Zeit funktionieren.

Zitat von Alexandra2:
Und wie gelange ich an die tiefsitzende Angst, die mich blitzschnell in die Flucht treibt?


Das ist erst einer der späteren Schritte. Noch musst Du da nicht unbedingt ran. Fange mit einfacheren Dingen an.
Schwierigere Sachen kannst Du später angehen.

Zitat von Alexandra2:
Ich könnte das mit Selbstberuhigung versuchen- Handeln mit Belohnungseffekt


So ist es . Das zum Beispiel kannst Du machen. Denke Dir selbst angenehme Belohnungen aus. daumen hoch

28.05.2024 08:08 • x 3 #46


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A


Hallo Sifu,

Hochsensibel und generalisierte Angststörung

x 3#3


Jedi

Jedi
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Zitat von Ziva:
Warum muss ich denn erklären, dass ich das herablassend oder verletzend finde?!

Ich empfinde das einfach so.

Nein @Ziva erklären müsstest Du es nicht u. wenn Du es so empfindest,
dann sollte man es erstmal so wahrnehmen u. akzeptieren !

Genauso geht es hier jedem Schreiber, dass ist eben immer auch seine Meinung, gar pers. Erfahrung -
sicher besteht immer die Möglichkeit, falsch verstanden zu werden - manchmal u. das ist mir auch
hier im Forum schon passiert, schießt man mit dem, was man geschrieben hat überdas Ziel heraus.
Schwierig ist dann manchmal, dass wieder einzufangen. Meist hat man damit jemanden verletzt -
gar verärgert oder gar ggetriggert.
Ich finde dies passiert u. ganz sicher oftmals ungewollt.
Ich finde es richtig Ziva, dass Du darauf reagiert hast u. es eben nicht nur heruntergeschluckt hast spitze

Du kennst es ja, wie Du hier uns hast wissen lassen:
Zitat von Ziva:
Ich habe mein Leben lang alles immer nur runtergeschluckt, mich nie beschwert und das getan,
was man mir gesagt hat.
Ich bin ganz froh, dass ich hier und da den Mut finde, nicht mehr so zu sein.

u. das ist ehrlich u. authentisch ! - Bleibe da dran ! -
---------------------------------------------------------------------
Zitat von Ziva:
wie ich es drehe und wende - etwas positives kann ich dieser Aussage nicht abgewinnen.

Dann ist es eben bei Dir so u. das ist völlig auch Ok !
Finde es aber auch super, Dein Austausch mit Pilsum.
-----------------------------------------------------------------------
Zitat von Ziva:
Ich kriege da draussen ganz oft mit, dass meine Ängste unbegründet sind,
jeder seine Ängste hat
und
nicht verstanden wird, warum ich die noch immer habe.
Warum ich sie nach so langer Zeit nicht schon losgeworden bin..

Natürlich sind recht häufig Ängste unbegründet. Deshalb ist es ja auch eine Behandlungsbedürftige
psychische Erkrankung !
Das diese Erkrankung von außen ot nicht verstanden wir, dass kannte ich auch.
Hat mich oft verzweifeln lassen u. mutlos gemacht. Mit der Zeit konnte ich aber verstehen,
dass eine andere, nicht betroffene Person auch gar nicht verstehen kann, weil in der Angsterkrankung,
Mechanismen ablaufen (Pilsum hatte in seinen Beiträgen einige benannt), die sind auch nicht einfach
so zu verstehen.
Die "Warum Fragen" weshalb Du diese Erkrankung noch nicht losgeworden bist, ist gar nicht
so einfach zu beantworten. Zuerst ist es wichtig herauszufinden, was könnte zu dieser Angsterkrankung
geführt haben - wann ist sie einem bewusst geworden - was steckt unter der Angst.
Auch hier braucht sich niemand dafür zu Rechtfertigen, denn seine Ängste loszuwerden, mit ihnen
umgehen zu können, dass kann ein sehr sehr langer Prozess werden u. ist sehr individuell !
Das kann nur immer wieder in einem therapeutischen Prozess geübt werden.
-------------------
Zitat von Ziva:
Das hat mich hier noch niemand gefragt
und
nicht nur deswegen fühle ich mich hier verstanden.

Kann ich absolut Nachvollziehen !
---------------------------------------------------
Zitat von Pilsum:
Dein inneres Belohnungssystem mit etwas anderem zu füttern,
als mit Angstgedanken.

Da hat @Pilsum etwas ganz wichtiges hier eingebracht, was oft unterschätzt wird.
Ich selbst bin immer wieder in meiner Therapie darauf hingewiesen worden, wie wichtig
es ist sich seiner Angst zustellen u. durch Überwindung positive Erfahrungen zu machen.
Dies wird von unserem Belohnungszentrum (dem ventraler Tegumtalbereich u. Nucleus accumbens)
wahrgenommen.
Dafür gibt es in unserem Gehirn den Weg über das mesolimbische Dopaminsystem.
So können wir durch ganz unterschiedliche Reize, unser Belohnungssystem aktivieren
(ein Lächeln, ein schönes Erlebnis, gar ein schöner Abend mit lieben Menschen
bei ein Glas Wein, uvm. ).

LG Jedi

27.05.2024 14:27 • x 3 #43


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Aboi
Ich finde mich in deinen Zeilen zum größten Teil wieder, Sifu! Auch ich bin hochsensibel und leide unter massiver Angst, die allerdings nicht generalisiert, sondern situationsbezogen ist und sich eher in einer Leistungsangst und der Furcht vor dem Versagen äußert. Therapien scheiterten stets, wenn es um Konfrontation mit dem Auslöser ging. Durch die Hochsensibilität erfährt jeder sorgenvolle Gedanke eine Vervielfachung, so dass ich bisher alle Therapien abgebrochen habe. Im Moment arbeite ich daran, wenigstens ein, zwei Schritte in die Angstsituationen zu machen. Mir helfen Zusagen, dass ich jederzeit die Situation verlassen kann. Wenn es gar nicht geht und ich mich der Situation stellen muss und es auch keinen Ausweg gibt, nehme ich ein Notfallmedikament.
Vor bestimmten Terminen selber bin ich schon tagelang sehr angespannt. Zudem kommt noch die Angst vor unvorhergesehenen Ereignissen.

x 2 #2


Stromboli
Hallo Sifu
Mir ist das auch vertraut, was du beschreibst.
Immerhin hat das Wissen, dass manches eben mit der Hochsensibilität zu tun hat (die dünne Haut z. B.), einigen Druck von mir genommen, den ich mir mein Leben lang gemacht hatte - so ängstlich ist doch kein normaler Mensch und schon gar nicht ein Mann, nun reiss dich mal zusammen, therapier das weg etc. Ja, etwa so bin ich umgesprungen mit mir, noch weit über die 50 hinaus. Dass dies die Angst noch vervielfachte, muss ich ja nicht ausführen.
Hochsensibel sein bedeutet einfach, dass beängstigende Dinge viel unmittelbarer "unter die Haut" gehen als mit einem robusteren Nervenkostüm. Wenn du dann, wie du und ich, als Junge erlebt hast, dass da keinerlei Verständnis dafür da war, dann konnte sich das Urvertrauen nicht bilden, das es als Korrektiv bräuchte und das ermöglichen würde, dass wir auch die Ressourcen der Hochsensibilität entwickeln könnten. Denn im Prinzip könnten auch beglückende und schöne Erfahrungen tiefer unter die Haut gehen als mit einer dickeren Haut. Das zu erfahren, bedingte aber, dass wir den unbewussten Selbstschutz gegen unsere Sehnsucht nach Glück ablegen könnten. Den haben wir einstmals entwickelt, um nicht immer wieder verletzt zu werden, was auch Sinn machte damals und dank dem wir vielleicht überlebt haben.
Ich wünschte dir, dass Therapien dir trotz allem kleine Schritte in diese Richtung ermöglichen. Für mich tun sie das, aber es brauchte sehr viel Geduld und Beharrlichkeit. Die Erfahrung, dass Dinge, die Ärzte und Therapeuten ihren Patienten sonst erstmal raten (kein Alk, viel Bewegung, gesund ernähren, genug schlafen usw), an eine Grenze stossen, kenne ich auch. Ein guter Hausarzt, den ich mal hatte, war deswegen auch schon am Ende seines Lateins gewesen ...
Gib nicht auf. Manchmal kommen neue Möglichkeiten ganz unverhofft und trotz -zig Rückschlägen.

x 3 #3


Sifu
Zitat von Aboi:
Ich finde mich in deinen Zeilen zum größten Teil wieder, Sifu! Auch ich bin hochsensibel und leide unter massiver Angst, die allerdings nicht generalisiert, sondern situationsbezogen ist und sich eher in einer Leistungsangst und der Furcht vor dem Versagen äußert. Therapien scheiterten stets, wenn es um ...

Ja, das kenn ich. Steigerst Du Dich auch immer in das Worst Case Szenario rein ?

#4


Sifu
Zitat von Stromboli:
Hallo Sifu Mir ist das auch vertraut, was du beschreibst. Immerhin hat das Wissen, dass manches eben mit der Hochsensibilität zu tun hat (die dünne Haut z. B.), einigen Druck von mir genommen, den ich mir mein Leben lang gemacht hatte - so ängstlich ist doch kein normaler Mensch und schon gar nicht ein Mann, nun ...

Ja, jede Medaille hat zwei Seiten....auch die Hochsensibilität.

x 2 #5


Aboi
Zitat von Sifu:
Steigerst Du Dich auch immer in das Worst Case Szenario rein ?

Hineinsteigern passiert nur, wenn ich in ein Ereignis nicht mitgestalten kann. In Gedanken spiele ich die Angstsituation immer wieder durch, bis ich eine für mich passende Lösung gefunden habe.


Vielleicht hängt es mit der Hochsensibilität zusammen, dass allein beim Betrachten der Situation ungewollt ganz viele innere Bilder aufspringen, die die befürchtete Sache als nicht aushaltbar beschreiben. Daraufhin wächst die Angst stetig an.

x 2 #6


Sifu
Zitat von Aboi:
Hineinsteigern passiert nur, wenn ich in ein Ereignis nicht mitgestalten kann. In Gedanken spiele ich die Angstsituation immer wieder durch, bis ich eine für mich passende Lösung gefunden habe. Vielleicht hängt es mit der Hochsensibilität zusammen, dass allein beim Betrachten der Situation ungewollt ganz viele ...

Ja, gestern dachte ich durch eine Headline im Internet an die Wiedereinführung der Wehrpflicht und das würde meinen Sohn betreffen. Ich sah mich nach dem 3. Weltkrieg an seinen Grab stehen.

#7


Alexandra2
Ich bin hochsensibel und mir hilft der "innere Freund" weiter, wenn ich mich hochschaukele. Mit einiger Übung, hoffe ich, Nervosität /Angst zu verkleinern...
In manchen Situation hat mich das Hochsensible aber auch geschützt und anscheinend hat mein Sohn eine exzellente Intuition, die ihn vor Schäden bewahrt hat. Es ist eine manchmal nützliche Fähigkeit...

x 1 #8


Pilsum
Zitat von Sifu:
Ich bin hochsensibel und habe seit über 40 Jahren u.a. eine generalisierte Angststörung diagnostiziert. In all den Jahren ist es mir nicht gelungen
ein dickeres Fell zu bekommen.


Ich denke, ich kenne mich damit
ziemlich gut aus.
Leider finde ich es extrem schwierig,
mit einigen Leuten hier im Forum und
so auch mit Dir in ein gutes sachliches
Gespräch zu kommen.

x 1 #9


Sifu
Zitat von Pilsum:
Ich denke, ich kenne mich damit ziemlich gut aus. Leider finde ich es extrem schwierig, mit einigen Leuten hier im Forum und so auch mit Dir in ein gutes sachliches Gespräch zu kommen.

Warum ? Mir mir kannst Du gerne reden.

#10


Pilsum
Zitat von Sifu:
Warum ? Mir mir kannst Du gerne reden.

Ein paar mal hatte ich das schon versucht.
Irgendwie ist es uns jedoch nicht gelungen,
Gemeinsam bei einem Thema zu bleiben.
Oder ist das nur mir aufgefallen?

Das "Dicke Fell", von dem Du sprichst,
Muss man sich nicht aneignen.
Das kommt von alleine, wenn Du Dir angewöhnst, ein wenig langsamer und sachlicher zu denken.

Die Wissenschaft weiß heutzutage wie und warum dieses Angstdenken entsteht.
Verändert Du an Deinem Denken ein kleines bisschen, sollte es Dir gelingen,
deutlich weniger Angst zu empfinden.
Etwas schwierig ist oft dabei.
Zwei von drei Betroffenen behaupten,
Sie können nicht anders Denken.
Und dann bin ich mit meinen Möglichkeiten
am Ende. Denn zwingen kann man keinen Menschen. Jeder darf seine Denkweise
frei so wählen, wie er das möchte.

x 3 #11


Sifu
Zitat von Pilsum:
Ein paar mal hatte ich das schon versucht. Irgendwie ist es uns jedoch nicht gelungen, Gemeinsam bei einem Thema zu bleiben. Oder ist das nur mir aufgefallen? Das "Dicke Fell", von dem Du sprichst, Muss man sich nicht aneignen. Das kommt von alleine, wenn Du Dir angewöhnst, ein wenig langsamer und ...

Ja mit 60 seine jahrzehtenlangen Gedankenströme zu ändern braucht sehr viel Zeit. Ich versuch es eher damit die Gedanken nur zu beobachten und sich nicht mit Ihnen zu identifizieren.

#12


Pilsum
Zitat von Sifu:
Ja mit 60 seine jahrzehtenlangen Gedankenströme zu ändern braucht sehr viel Zeit. Ich versuch es eher damit die Gedanken nur zu beobachten und sich nicht mit ihnen zu identifizieren.


Hier unterscheiden sich unsere Denkweisenschon sehr stark.
Das Alter spielt fast keine Rolle dabei.
Es kann immer relativ schnell funktionieren.
Bist Du eher ein Theoretiker, also ein Denker oder bist Du eher praktisch veranlagt?

Deine Gedankenströme musst Du im Grunde dafür nicht ändern. Allerdings
hilft es sehr, wenn Du logische Denkfehler
In Deinen Gedankenströmen entdeckst.
Solche Fehler baut jeder Mensch in sein Denken ein.
Warum identifizierst Du Dich nicht mit Deinen Gedanken? Bedeutet das, Du identifiziert Dich auch nicht mit Deinen Gefühlen?

x 1 #13


Sifu
Zitat von Pilsum:
Hier unterscheiden sich unsere Denkweisenschon sehr stark. Das Alter spielt fast keine Rolle dabei. Es kann immer relativ schnell funktionieren. Bist Du eher ein Theoretiker, also ein Denker oder bist Du eher praktisch veranlagt? Deine Gedankenströme musst Du im Grunde dafür nicht ändern. Allerdings hilft es sehr, ...

Eher der Denker.

Das ist eine buddhistische Technik, die besagt, das Gedanken und Gefühle nicht du bist sondern nur das Ego. Hinter dem Ego oder tiefer ist das reine Bewußtsein - individuell und kollektiv und DAS bist du. Separiert man sich vom Ego, wird man frei.
Also schau ich meine Gedanken an wie Wolken am Himmel ohne mich mit ihnen zu identifizieren......und die Gefühle und Gedanken kommen und gehen wieder wie Wolken und das bin ich nicht.

x 1 #14


A


Hallo Sifu,

x 4#15


Pilsum
Zitat von Sifu:
Eher der Denker.


Wenn Du gedankenstark bist, dann sollte es Dir gelingen, Dich schneller von weniger hilfreichen
Überlegungen zu befreien.

Zitat von Sifu:
Das ist eine buddhistische Technik, die besagt, das Gedanken und Gefühle nicht du bist sondern nur das Ego.

Ich habe zwar nichts mit dem Buddismus zu tun, aber ich stimme hier völlig zu, dass ich nicht meine
Gedanken und meine Gefühle bin. Obwohl ich finde, dass meine Gefühle meinem "Ich" verflixt
nahe kommen.

Zitat von Sifu:
Hinter dem Ego oder tiefer ist das reine Bewußtsein - individuell und kollektiv und DAS bist du. Separiert man sich vom Ego, wird man frei.


Das sehe ich überhaupt nicht so. Das scheint mir mehr nur ein Gedankenkostrukt zu sein.
Wenn ich beschreibe, dass ich nicht meine Gedanken bin, muss mein "Ich" ja wohl irgendwo anders sein. Yes

Zitat von Sifu:
Also schau ich meine Gedanken an wie Wolken am Himmel ohne mich mit ihnen zu identifizieren

Oh je, jetzt erschrecke ich fast. Ist das nicht ein falscher Schluss aus dem, was Du hier beschreibst? unwissend
Meiner Meinung nach, kann das nicht funktionieren.

Zitat von Sifu:
.und die Gefühle und Gedanken kommen und gehen wieder wie Wolken und das bin ich nicht.


Was Du da schreibst, finde ich äußerst interessant.
Ich kann Deinen Aussagen noch in soweit folgen, dass unsere Gefühle meistens erscheinen, ohne dass
wir das direkt beeinflussen können. daumen hoch

Aber jetzt kommt es.
Was Du denkst, also Deine Gedanken, die machst Du! Niemand anderes. Und es kommt noch
mehr dazu. Deine Gefühle kannst Du wenn Du das möchtest auch zu großen Teilen beeinflussen.

Beispiel:
In einer Gesellschaft, wo fast jeder ein Auto hat, ist der, der nur ein Fahrrad hat ein armer Mensch.
Aber in einer Gesellschft, wo alle Menschen zu Fuß gehen müssen, ist der, der ein Fahrrad hat, ein
beneidenswerter Mensch, weil er einen viel weiteren Bewegungsradius hat.
Deine Gefühle machst Du also in Abhängigkeit von Deinem persönlichen Weltbild.

Und wo ist da nun Dein "Ich"?

Wenn wir für unser Denken eine Religion als Gedanken-Basis nehmen, dann sehe ich da eine ziemlich
große Gefahr, den Blick für die aktuelle Realität ein wenig zu verlieren.
Denn es gibt viele, sehr viele Religionen auf unserer Welt. Folglich kann keine Religion eine
ausschließliche, vollständige und korrekte Erklärung dafür liefern, wie man Leben muss, um
alles richtig zu machen und sein Seelenheil finden zu können.

#15

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