Liebe Maya,
Zitat:Das Gute an einem Selbsthilfeforum wie diesem ist, finde ich, dass wir unsere Erfahrungen so gut vergleichen können und damit auch unsere eigene Selbstwahrnehmung schärfen können, was bei uns zutrifft und was ganz anders ist.
Ja das stimmt, fällt mir jetzt auch auf. Man geht davon aus, dass andere mit der gleichen Diagnose ähnlich empfinden aber ein und dieselbe Krankheit kann sich vollkommen anders darstellen.
Ich bin mir auch nicht sicher, ob das mit der Hochsensibilität wirklich auf mich zutrifft, weil es ja nicht schon immer da war und ich hab das schon so verstanden, dass es wie bei Dir ein Persönlichkeitsmerkmal ist, was schon immer da war.
Zitat:Mein Überreizungsschmerz, wie ich ihn nenne, ist schwer zu beschreiben. Außer Magen- und Kopfschmerzen, schmerzenden Augen ist es auch ein Ganzkörperschmerz, ein muskulärer unter der Verkrampfung des Daueradrenalins.
Ja, ich erlebte meine extreme Überreizung als sehr schmerzhaft. Es war ein Schmerzgefühl am gesamten Körper als ob (was ja auch der Fall war) ein enormer Stressdruck alle Muskeln in mir zusammenzog. Danach, weil ja keine Erlösung kam, starr werden ließ, Herz und Blut antrieb, ein dementsprechendes rasendes Rauschen im Körper und in der Überreizung sensorisch auch noch so, als ob Unmengen von langen Fingernägeln an einer Wandtafel hinunterkratzen, ein elektrisiertes Gefühl und wie roh ohne Haut dem ausgeliefert zu sein, als ob meine Haut ein löchriger Mantel wäre.
Dazu der emotionale (depressive) Schmerz der Machtlosigkeit und Verzweiflung, der Anspannung und Angst sowie der abgrundtiefen Erschöpfung und zahllose psychosomatische Missempfindungen wie Sehstörungen, Kribbeln, Taubheit.
Ist das irgendwie verständlich?
Oh das ist krass. Ja, kann ich mir ein bisschen vorstellen. Das ist bei mir auch anders. Ich stumpfe dann ab, Erschöpfung und ich werde leicht agressiv. Obwohl Schmerz im ganzen Körper empfinde ich auch z.b. bei Lärm.
Zitat:Kompensationsaktionen waren z.B., nicht mehr bei Klassenfahrten mitzufahren, immer stille Ecken zum Arbeiten zu suchen, immer Minuten der Auszeit zu ermogeln und wenn´s auf dem WC war, früher von Parties zu verschwinden, alles, um meine Reizoffenheit soweit zu kompensieren, dass ich nicht aus dem Alltag fiel. Damit hatte ich ca die Hälfte des Tages viel zu tun und es zog enorme Energie. Ich konnte nur halbtags berufstätig sein.
Oh, das war ein anstrengendes Leben.[/quote]
Das kenne ich auch. Ich kann auch alleine zu hause in Ruhe über viele Stunden konzentriert und produktiv arbeiten, mit anderen dann so gut wie gar nicht mehr.
Ich hab auch nur eine halbe Stelle und selbst das ist mir noch zu viel. Für eigene Kinder hätte ich gar keine Energie übrig.
Was machst Du denn beruflich, wenn ich fragen darf? Wie sind da Deine Erfahrungen mit verschiedenen Tätigkeiten?