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Hilfreiche Sätze und Aussagen bei Depressionen?

Just_me

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Hallo ihr Lieben,

Normalerweise bin ich eher im Angehörigenbereich zu finden, aber ich hätte mal eine Frage.
Hintergrund dazu ist, das ich meinem Freund, der sich gerade mal wieder in einem Tief befindet und sich einigelt gelegentlich eine kurze Mail, quasi als Nachricht von draußen schicke, so das er weiß das da jemand ist wenn es ihm wieder danach ist.
Keine Forderungen, nichts was Antworten erfordert, sondern ein kurzer Gruß.

Nun liest man ja überall, was man an Depressionen Erkrankten nicht sagen soll. Aber was Mut oder Hoffnung macht oder einfach ein positives Gefühl geben könnte findet man leider nirgends. Daher nun meine Frage, was hättet ihr in solchen Momenten gerne von euren Lieben gehört. Mir ist klar, das es jeder anders empfindet. Es geht auch nicht um eine 1:1 Anleitung sondern eher um eine grobe Richtung, was positiv sein könnte.

Passt gut auf euch auf

Lg
Just_me

08.08.2020 15:36 • x 9 #1


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Kate

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Hi,
ich finde es schön, wie viele Gedanken Du Dir machst.
Ich habe meiner Tochter mal ein Fotoalbum gestaltet, da hatte ich vorn drauf geschrieben,

Wenn alle gegangen sind, bin ich es die für immer bleibt

Ich hatte dies mal irgendwo gelesen und finde es sagt so viel und passt auch auf so viel.

LG Kate

08.08.2020 15:42 • x 9 #2



Hallo Just_me,

Hilfreiche Sätze und Aussagen bei Depressionen?

x 3#3


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Alexandra2

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Was mir geholfen hätte:
du bist wunderbar und wirst wieder rauskommen
du hast den Willen und die Zähigkeit, auch dieses Tal zu durchschreiten
Ich glaube an Dich, dass Du über Dich hinauswachsen kannst
Ich bleibe bei dir

09.08.2020 22:13 • x 8 #3


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Blume71

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Hallo, eine tolle und richtige Frage, die Du da stellst.
Danke von Herzen dafür.

Sie ist so nötig und ich frage mich gerade, warum ich bis dahin nicht selbst drauf gekommen bin.

Eigentlich wollte ich gerade losschreiben, aber @Alexandra2 hat mir förmlich die Worte aus dem Mund genommen.

Ich weiß noch, wie ich am Anfang meines Burnouts gar nichts verstand. Was passiert da gerade mit mir und bei mir?

Irgendwann kam die Diagnose und das Erstaunen war groß! Was soll ich haben?
Damit hätte ich nicht im geringsten gerechnet, obwohl meine Oma vor vielen Jahren auch daran erkrankt war.

So dann hatte ich die Diagnose und fühlte mich wie im luftleeren Raum und alle um mich herum gefühlt wie in Schockstarre.

Getan wurde viel für mich in meinem Umfeld - auch zugehört - aber auch mit viel Unverständnis reagiert.

Mein größter Wunsch war, dass man mich einmal in den Arm nahm und sagte: "Alles wird gut. Es geht vorbei und Du schaffst das. Es gibt Hilfe und Wege daraus."

Bei meinem 1. Therapiebesuch konnte mir davon in kleinen Teilen etwas mitgegeben werden, allerdings auch nicht zuviel. Da ja wirklich niemand wissen kann, wo die Reise hingeht.

Seine Ängste auszusprechen und positive Resonanz zu bekommen, Entwarnung sozusagen, war Balsam für meine Seele und auch Arbeitsunfähigkeit sein zu dürfen. Auszuruhen sozusagen, in Ruhe zu genesen.

Aber ich schweife gerade ab.
Eigentlich möchte ich mich nur Alexandra anschließen, sie hat es wunderbar auf den Punkt gebracht.

Schönen Abend!

09.08.2020 22:45 • x 5 #4


Manu-ela

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Du bist nicht allein.

09.08.2020 23:42 • x 5 #5


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Alexandra2

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Mir ging es genau wie @Blume und die Bestürzung meiner ebenso hilflosen Freunde hat mich genauso getragen wie die Freude, sie bleiben bei mir. Niemand hat anfangs verstanden, worum es ging, aber sie bleiben bei mir. Und das geschah alles nonverbal....

10.08.2020 06:20 • x 4 #6


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maya60

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Zitat von Alexandra2:
Was mir geholfen hätte:
du bist wunderbar und wirst wieder rauskommen
du hast den Willen und die Zähigkeit, auch dieses Tal zu durchschreiten
Ich glaube an Dich, dass Du über Dich hinauswachsen kannst
Ich bleibe bei dir


Hallo @Just_me , auch ich danke dir für diese tolle Anfrage an uns und diese liebevolle Idee. Wer kommt schon auf die Idee als Angehöriger oder Freund, einfach mal andere Betroffene zu fragen, was ihnen geholfen hätte, helfen würde? Das ist eine solch wunderbare Herzenshaltung der Zugewandtheit, die sich darin zeigt, dass mir ganz warm wird.

Ich weiß nicht, in welcher Krankheitsphase dein/e Familienangehörige/r ist. Wenn da eine Akzeptanz und ein Wissen ist, depressiv zu sein, dann finde ich auch die Versicherungen von @Alexandra2 wundervoll, denn die habe und hätte ich auch von so einigen Nahestehenden gebraucht und da, wo ich sie immer wieder hörte, taten sie so gut.

In der Anfangsphase jedoch, wenn Verwirrung vorherrscht und Nichtwahrhabenkönnen, in eine ganz veränderte Wahrnehmung, ein ganz verändertes Fühlen und Denken und Können hineingerutscht zu sein und irgendwie noch gehofft wird, dass das genauso wieder plötzlich verschwindet wie es gekommen ist, wenn das Wort "Depression" noch wild abgewehrt wird (Ich doch nicht) und sich aber doch schon zurückgezogen wird aus Überforderung mit sich selbst und den versagenden Kräften im Alltag, dann würde ich noch vorsichtiger sein. Weil jeder Ratschlag ja eben auch den -schlag mit sich führt, dass derjenige die Dinge besser überschaut als ich momentan.
Da würden solche liebevollen Worte wie die von Alexandra eher in die Richtung missverstanden werden: Ihr habt mich wohl schon abgeschrieben, was?

In der Phase des Kämpfens gegen eine unverständliche Verwirrung und die Angst, unterzugehen, da würde ich einfach nur schreiben oder sagen:

Du, ich habe das schon sooft von anderen gehört nach Stressüberlastung, all diese Sachen wie Schlafstörungen, Magenprobleme, Kopfschmerzen, völliges Chaos im Fühlen und Denken und alle denken, sie sind die Einzigen, das stimmt aber gar nicht. Stress macht krank, immer mehr Menschen, das ist eine Masseneerscheinung, kein Loserbeweis.

Und ich bin immer für dich da und liebe dich und nur, weil du dich jetzt ganz anders fühlst, bist du trotzdem für mich der wundervolle Mensch, den ich liebe.


Liebe Grüße! maya

10.08.2020 06:57 • x 5 #7


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Alexandra2

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Auch @ Maya hat es so wundervoll beschrieben, und erinnerte mich an schwarze Zeiten. Dann hat mir geholfen, daß jemand da war, weil ich keine Familie habe, die mit mir lebt, jemand der angerufen hat und plauderte. Oder mit mir spazierenging, die Botschaft war dieselbe: ich bin bin bei Dir, Du bist mir wichtig. Das tat einfach nur gut.
Liebe @just_me, das Zurückweichen vor einer psychischen Erkrankung ist immer noch weit verbreitet und daher ist der Rückzug des Kranken schädlich und verständlich. Wenn dann jemand da ist, der imaginativ einen Schutzwall bietet, ist das eine große Hilfe und hat mich sehr beruhigt
Ich finde großartig, dass Du Dich bei Betroffenen informierst!
Liebe Grüße Alexandra

10.08.2020 09:45 • x 5 #8


Just_me

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Hallo @maya60 ,

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort und ein herzliches Danke natürlich auch allen anderen.

Ich wollte nur kurz auf deine Antwort zum besseren Verständnis eingehen.

Mein Freund ist seit ca. 8 Jahren mit schweren Depressionen geschlagen, mit Therapie, mit stationärem Aufenthalt usw.
Ihm ging es lange Zeit sehr schlecht, hat sich dort wie ich finde super toll durch gekämpft und auch schon große Fortschritte gemacht. Lange Zeit zwischendurch auch stabile Phasen, in denen es ihm vergleichsweise gut geht, bzw. ging.
Ich kam quasi letzten Herbst hinzu. Wir beide kennen und mögen uns seit mehr als 20 Jahren, wohnten früher im gleichen Ort und waren sehr gute Freunde.
Dann lebte ich viele Jahre im Ausland und der Kontakt beschränkte sich überwiegend auf Gratulation zum Geburtstag, Weihnachtsgrüsse etc.

Seit letztem Herbst dann wieder Kontakt. Treffen, Telefonate etc., wobei wir inzwischen gut 200km auseinander wohnen und plötzlich wars mehr als nur Freundschaft. Er erzählte mir auch direkt von seiner Krankheit und geht da offen mit um.
Was ich damit sagen möchte, wir kennen und vertrauen uns mehr als 100%.

Nun ja, nun ist er gerade wieder in einem Tief, er schottet sich ab, igelt sich ein... aber das ändert für mich nichts am Menschen. Das ist nicht er sondern die Krankheit.
Und selbstverständlich bin ich da, wenn sich die dunkle Wolke verzieht.

Nachdem ich vorher nie damit zu tun hatte, habe ich es Anfangs sicher unterschätzt was es bedeutet Depressionen zu haben, aber lesen bildet )

Nach dem ersten Schreck kann ich inzwischen damit umgehen. In den Phasen in denen er abtaucht achte ich auf mich, verwöhne mich selbst um mich nicht mit runterziehen zu lassen. Und so melde ich mich einfach nur gelegentlich per Mail, so das mein Freund weiß das ich da bin, wenn es für ihn wieder passt.

Vieles habe ich scheinbar intuitiv richtig gemacht wenn ich eure Antworten lese.

Und zum Schluss, er ist mir viel zu wichtig und ein viel zu toller Mensch, als dass ich mich von dem schwarzen Hund vertreiben lasse.

Lg
Just_me

10.08.2020 13:37 • x 4 #9


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Jedi

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Hallo @Just_me !

Zitat von Just_me:
Nun liest man ja überall, was man an Depressionen Erkrankten nicht sagen soll.
Aber was Mut oder Hoffnung macht oder einfach ein positives Gefühl geben könnte findet man leider nirgends.
-------------------------
Daher nun meine Frage, was hättet ihr in solchen Momenten gerne von euren Lieben gehört.

Worte sind u. bleiben nun einmal oft nur Worte.

Was mir damals geholfen hat, die Authentizität meiner Partnerin - ein echtes Interesse an meiner Person (nicht an meiner Erkrankung),
Freiräume lassen, ohne Beurteilung u. Bewertung u.
das unsere gemeinsam getroffenen Verabredungen (Wir lebten ja Zusammen), als Orientierung für mich, eingehalten wurden.

LG Jedi

10.08.2020 16:19 • x 5 #10


Just_me

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Hallo @Jedi ,

Wir haben uns ja bereits öfters ausgetauscht und ich bin wie immer dankbar für deinen Input.

Aber Interesse und Authentizität zeigen während der andere sich bewusst zurück zieht geht schlecht, bzw. denke ich das ein Zuviel eher als Bedrängen empfunden wird.
Daher habe ich mich bewusst für gelegentliche kurze Mails entschieden, die er ja dann lesen kann wenn er mag. Und da bleiben eben nur dann Worte, die sich im besten Fall dann im Unterbewusstsein verankern.

Lg
Just_me

10.08.2020 19:03 • x 2 #11


Michael808

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Tolle Idee von Dir!

Zitat von Just_me:
Nun liest man ja überall, was man an Depressionen Erkrankten nicht sagen soll. Aber was Mut oder Hoffnung macht oder einfach ein positives Gefühl geben könnte findet man leider nirgends.


Ich hätte mir gewünscht, (sowohl von Ärzten als auch von Angehörigen) mal gesagt zu bekommen, dass eine Depression auch ohne Medikamente vorbei geht. Gerade vor dem Hintergrund, dass ich schon mehrere Episoden hatte und die alle wieder ohne Medikamente vorbei gingen.

Stattdessen haben mir alle weitere Angst eingejagt.
"Ohne Medikamente werden Sie es nicht schaffen!" Argument: Der Botenstoffhaushalt im Gehirn sei gestört und das die Ursache der Depression. Ist bis heute nicht wissenschaftlich nachgewiesen und wird von immer mehr Ärzten angezweifelt. Entstammt vermutlich der Überheblichkeit der Neurowissenschaften, zu meinen, bildgebende Verfahren würden uns nun ermöglichen, die genaue Funktionsweise des Gehirns zu verstehen.

Für die nächste Episode bin ich vorbereitet. Ich arbeite an einem motivierenden Text, den ich mir als große Tafel ausdrucke und in meinen Kleiderscharank hänge. Der Plan ist: wenn ich es mal wieder als unlösbar ansehe, zu entscheiden, was ich heute anziehe, komme ich an dieser Tafel nicht vorbei

11.08.2020 14:45 • x 2 #12


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Alexandra2

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Der wissenschaftliche Nachweis der Neurotransmitter ist erbracht. Ob man dran glaubt oder nicht.
https://www.dasgehirn.info/grundlagen/k...-im-gehirn
Ich hätte ohne Medikamente nicht überlebt trotz vieler anderer Maßnahmen und habe unbewusst selbst für den überschießenden Verbrauch der Neurotransmitter gesorgt. 30 Jahre habe ich mich ohne Medikamente durchgeschlagen, was vielleicht funktioniert, wenn man überall Hilfe, Ruhepausen und kiloweise Verständnis erhält. Irgendwas habe ich falsch gemacht, daß mir das nicht gegönnt war...
Im Ernst, bei einer fortlaufenden leichten Disthymie (Leichte lebenslange Depression) sind Medikamente oft nicht nötig, aber ab der mittelschweren Depression sollte sich niemand rumquälen müssen, die Gefahr die Depression zu chronifizieren ist groß. Leitlinien der Neurologie/Psychiatrie helfen weiter.
Oft stecken noch weitere psychische Erlebnisse/Erkrankungen hinter der Depression ZB A D S /A D H S, Traumatisierung und und und, dann ist erst Recht eine Medikation nötig.
Ich finde das Leben mit dem ganzen Komplex sehr anstrengend, warum sollte ich es mir nicht erträglicher gestalten und die Neurotransmitter ersetzen? Es ist noch nicht lange her, als ich beim Stolpern (Bürgersteig) öfter kerzengerade umfiel, weil für die erforderliche Schutzreaktion keine Neurotransmitter mehr vorhanden waren. Ich habe doof geguckt, als der Neurologe das feststellte, Wahnsinn.

Und einmal davon fiel ich neben den Porsche, anstatt darauf, das wäre teuer geworden...

11.08.2020 15:35 • x 3 #13


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Kate

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Liebe Alexandra, @Michael808 kanns einfach nicht lassen, auf den Medikamenten rumzuhacken, zumal dies gar nicht Thema in diesem Thread ist, er lässt aber auch keine Gelegenheit aus.

Wenn er keine nehmen will, gut so. Andere brauchen sie, auch gut so. Punkt.

LG Kate

Und @Michael808 ich kann mir nicht vorstellen, dass es @Just_me noch ihrem Freund hilft zu sagen, Medikamente sind Teufelszeug, box Dich da alleine raus.

11.08.2020 15:43 • x 2 #14


Michael808

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Zitat von Kate:
zumal dies gar nicht Thema in diesem Thread ist, er lässt aber auch keine Gelegenheit aus.

Das Thema ist wenig spezifisch. Thema des Threads ist:
Zitat:
Welche Sätze/ Aussagen hättet ihr gerne gehört

Ich stehe weiterhin zu meinen Erfahrungen und damit verbundenen Meinungen.

11.08.2020 15:53 • #15


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Kate

9316
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Zitat von Michael808:
Ich stehe weiterhin zu meinen Erfahrungen und damit verbundenen Meinungen.

Weiß ich doch

11.08.2020 15:54 • x 1 #16


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Phinchen

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Meine Ergotherapeutin sagte mal schön das sie da sind, ich habe mich schon auf den Termin mit ihnen gefreut.
Das tat gut
Von einer bekannten Freundin Oder Partner würde ich mich über einen Gruß ,ohne Hintergedanken, per Karte SMS WhatsApp oder so freuen. Das wär für mich so ein Zeichen, einem nicht vergessen zu haben oder einen nicht gleichgültig zu sein.
Liebe Grüße Phinchen

11.08.2020 16:48 • x 4 #17


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Jedi

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Hallo !

@Kate hat sicherlich recht u. da stimme ich ihr absolut zu, wer es ohne Antidepressiva schafft oder schaffen kann,
raus aus der Depression, dann ist es völlig OK !

Doch, je nach schwere der Depression, villt. auch mit einer Angststörung u. Panikattacke,
können Antidepressiva durchaus hilfreich sein, ob für einen kurzen Zeitraum u. auch auf einen längeren Zeitraum.
Dies liegt auch immer daran, wie gut eine Diagnose gestellt wird u. wie eine Beratung,
durch den Psychiater ausfällt.

Ob Antidepressiva für einen erkrankten Partner in einer Akutphase das Mittel der Wahl ist, ist von der Beratung des Arztes abhängig.

Leider sind die Informationsmöglichkeiten für Angehörige sehr schwierig für sie zu bekommen,
da sie oftmals auf totale Gegner von Antidepressiva treffen oder auf totale Befürworter.
- die gibt es auch unter den Ärzten u. TP !

Doch ist jede Depression, so individuell zu betrachten u. hängt sehr stark vom Leidensdruck des Erkrankten ab,
so dass auch nur sehr individuell geschaut werden kann, ob in dem einen oder anderen Fall ein Antidepressiva nötig sein könnte.

So verhält es sich auch mit dem Tavor, was sicher nicht zu einer dauerhaften Einnahme auf längere Zeit geeignet ist,
aber, wie auch hier im Forum, von einigen Mitgliedern im Notfall ihnen sehr hilft.

Das Thema Antidepressiva - Ja - Nein, war schon immer u. wird weiter ein strittiges Thema bleiben !

Und meine ganz persönliche Aussage dazu ist, "wenn Antidepressiva, dann nur in Begleitung einer Therapie" !
Ein Antidepressiva als allerste Hilfe sicher ok, aber dann auch die Therapie, um durch Selbsterfahrung etwas an die Hand zu bekommen,
um sich aus weiteren möglichen Episoden, mit Hilfe eines "Notfallkoffers" sich selbst helfen zu können.

Was nicht ausschließt, dass es durchaus zu eine zweiten -dritten Therapie führen kann.

"Welche Sätze/ Aussagen hättet ihr gerne gehört", hat meiner Meinung auch etwas mit dem zu tun,
was @Just_me villt. auch dabei intressierte, den Partner evtl. auch darin zu bestärken, wenn der es dann zulässt,
einer Empfehlung zu folgen oder zu probieren, für eine Zeit einmal ein Antidepressiva einzunehmen
(sollte dies vom Arzt empfohlen worden sein) !
Auch das sind Aussagen u. Hilfen, wenn diese von einem geliebten Menschen kommen !

So verhält es sich doch auch mit einer Therapie, dass der Rückzug für den Erkrankten, aus meiner Sicht
nicht positiv zu betrachten ist, sondern es fehlt auch das Mut machen - die Unterstützung - Bejahung einer Entscheidung
u. hilfe bei den ersten Schritten.
Das sind die Ressourcen die ich meine, von denen ich des öfteren in einem anderen Thread, wo sich Angehörige austauschen
schon geschrieben habe - die Partnerin als Ressource zu nutzen, für einen Weg, raus aus dem schwarzen Loch u.
der Depression u. evtl. den Ängsten.
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Zitat von Michael808:
Ich hätte mir gewünscht, (sowohl von Ärzten als auch von Angehörigen) mal gesagt zu bekommen,
dass eine Depression auch ohne Medikamente vorbei geht.
Gerade vor dem Hintergrund, dass ich schon mehrere Episoden hatte und die alle wieder ohne Medikamente vorbei gingen.

Stattdessen haben mir alle weitere Angst eingejagt.

Da kann ich den Wunsch von @Michael808 auch verstehen, dass dies Angst machen eher sehr ungüstig ist u.
dass auch das Mut machen, ihm offensichtlich gefehlt hat, sowohl von Seiten des Arztes, aber auch der Angehörigen,
dass er es auch ohne Medis schaffen könnte.
Ja, so können Angehörige eben zu einer wichtigen Ressource für einen Erkrankten werden.
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Zitat von Kate:
Medikamente sind Teufelszeug,
Da sprechen alle Studien dagegen !
Ist völlig unabhängig davon, wie man selbst zu Antidepressiva steht, ob man sie für Sinnvoll erachtet oder eher für Sinnloses Zeug hält !

box Dich da alleine raus.
[b]Kann villt. bei einer allgemeinen Verstimmung/ Traurigkeit od. Melancholischen Verstimmung oder leichten Form der Depression möglich sein, aber halte es ansonsten nicht für Ratsam, ohne die schwere de Depression beurteilen zu können,
es Allein zu versuchen, sich aus der Depression herauszuholen !
[/b]

11.08.2020 16:51 • x 2 #18


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Kate

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Zitat von Phinchen:
Meine Ergotherapeutin sagte mal schön das sie da sind, ich habe mich schon auf den Termin mit ihnen gefreut.
Das tat gut

Sowas würde mich auch freuen
LG Kate

11.08.2020 16:52 • x 2 #19


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Kate

9316
15
17062
Zitat von Jedi:
Medikamente sind Teufelszeug,
Da sprechen alle Studien dagegen !
Ist völlig unabhängig davon, wie man selbst zu Antidepressiva steht, ob man sie für Sinnvoll erachtet oder eher für Sinnloses Zeug hält !

box Dich da alleine raus.
[b]Kann villt. bei einer allgemeinen Verstimmung/ Traurigkeit od. Melancholischen Verstimmung oder leichten Form der Depression möglich sein, aber halte es ansonsten nicht für Ratsam, ohne die schwere de Depression beurteilen zu können,
es Allein zu versuchen, sich aus der Depression herauszuholen !
[/b]

Das war Ironie lieber Jedi

11.08.2020 16:55 • #20


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Jedi

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Zitat von Kate:
Sowas würde mich auch freuen

Habe das so auch verstanden

Aber da ich in diesem Forum, aber auch in dem Forum, wo ich vorher war, schon des öfteren diese Diskussion hatte,
wollte ich das aber noch einmal deutlich machen, weil ich mich u. den Studien dazu, schon vor längerer Zeit damit
beschäftigt hatte.

Das wird aber weiter immer ein strittiges Thema bleiben u. das habe ich in der Klinik - der Reha u. in der Gruppentherapie
erfahren können.

11.08.2020 17:03 • x 1 #21


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Phinchen

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Bei den Thema Medikamente würde ich mich über die Einstellung und auch Sagen das es egal wie ich mich entscheide (ob mit oder ohne Medikamente) er den Weg auf jeden Fall mit mir geht. Ich denke das sollte eine persönliche Entscheidung des Patienten sein (in Absprache mit dem Arzt) .
Phinchen

11.08.2020 17:05 • x 4 #22


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Jedi

7439
16
15841
Zitat von Phinchen:
Ich denke das sollte eine persönliche Entscheidung des Patienten sein (in Absprache mit dem Arzt) .

Stimme Dir da absolut zu !
Hilfreich ist es dann auch noch, wenn man dann evtl. einen Partner an seiner Seite weiß,
der beide Wege, mit oder ohne Medis mit dem Erkrankten zusammen gehen kann.

11.08.2020 17:09 • x 2 #23


Michael808

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Danke für deinen sehr differenzierten Beitrag, @jedi!
Zitat von Jedi:
Doch ist jede Depression, so individuell zu betrachten u. hängt sehr stark vom Leidensdruck des Erkrankten ab, so dass auch nur sehr individuell geschaut werden kann, ob in dem einen oder anderen Fall ein Antidepressiva nötig sein könnte.

Hört sich plausibel an. Bei mir war allerdings das Problem: Der Leidensdruck war sehr groß (in 3 von 4 Episoden), rein psychisch. Seit ich das Zeug genommen habe, kamen dann aber noch weitere psychische Probleme und heftige körperliche Probleme hinzu (die ich zuvor nie hatte). Bilanz also: Verbesserung in keiner Hinsicht, sogar Verschlimmerung. Und man sagte mir auch noch, dass die Nebenwirkungen nach spät. 2 Wochen vorbeigehen. Ich Idiot habe es entgegen aller Warnungen auch noch geglaubt und das Zeug deswegen weiter genommen. Und nun war ich in einer Zwickmühle: Dass die Nebenwirkungen verschwinden war einfach Quatsch. Aber nun war ich drauf hereingefallen und nahm Mirtazapin bereits 4 Wochen. Das Problem ist: nimmt man sowas 1-2 Wochen und bemerkt den Schwindel, kann man noch relativ problemlos absetzen, aber später halt nicht mehr. Ich habe dann vorsichtiger ausgeschlichen, als der Arzt empfahl und dennoch hatte ich massive Probleme. Später bei ADFD habe ich erfahren, auch das war noch zu schnell, die raten zu einer Reduzierung der Dosis um 10% alle vier Wochen - was man nur mit einer Wasserlösmethode oder vom Apotheker zusammengestellten Sonderdosierung erreicht. Fazit: Das Zeug kann große Probleme machen, mit denen man dann völlig allein gelassen ist. Denn bis man einen Arzt findet, der überhaupt zugibt, dass das davon kommt, gerät man an mehrere, die einem erzählen, dass sei alles psychosomatisch (sehr witzig, wenn man selbst schon spürt, dass die Depression besiegt ist) oder man sei ein hypochonder.

Zitat:
So verhält es sich auch mit dem Tavor, was sicher nicht zu einer dauerhaften Einnahme auf längere Zeit geeignet ist, aber, wie auch hier im Forum, von einigen Mitgliedern im Notfall ihnen sehr hilft.

Ich möchte noch (nur der Vollständigkeit wegen) darauf hinweisen, dass man sog. Antidepressiva nicht mal an einem Tag weglassen sollte, wenn es gerade irgendwie unpässlich ist - im Gegensatz zu Tavor, das man, wie du richtig sagst, eigentlich nur im Bedarfsfall nehmen sollte. Das kann auch schon zu Irritationen des zentralen Nervensystems führen.

11.08.2020 19:01 • x 1 #24


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Jedi

7439
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15841
@Michael808 !

Zitat von Michael808:
Ich Idiot habe es entgegen aller Warnungen auch noch geglaubt

Nun hattest Du diese eher negative Erfahrung gemacht u. so ist es doch jetzt auch völlig OK,
wenn Du es schaffst, auch ohne ein Medi, raus aus der depressiven Episode zu kommen.

Wenn ich selbst, auch solch negativen Erfahrungen gemacht hätte, würde ich mich auch gegen ein Medi aussprechen.
Natürlich wäre die Vorraussetzung, wie bei Dir, dass ich auch ohne Medi, meine depressiven Episoden im Griff bekäme.

Ich denke, dass auch vieles davon abhängig sein kann, wie ein Arzt die Aufklärung macht - erklären kann,
warum ein Medi in diesem individuellen Fall sinnvoll sein kann u. der den Patienten dann auch während der Einnahme u,
vorallem, wenn Nebenwirkungen auftreten gut begleitet.
Passiert das so nicht, da brauche ich mich nicht zu wundern, dass große Vorbehalte gegen solche Medis da sein werden.

Zitat von Michael808:
Aber nun war ich drauf hereingefallen

Ich denke, dass Du es so nicht betrachten solltest.
Du hast es probiert - hat für Dich nicht funktioniert, weil Dir auch ärztlicherseits, eine gute Mitbegleitung gefehlt hatte.
Ist natürlich sehr schade, solche Erfahrungen gemacht zu haben.
Aber Du scheinst ja einen für Dich stimmigen Weg gefunden zu haben u. das zählt !

11.08.2020 19:25 • x 1 #25


Manu-ela

4241
3
2648
Genau

11.08.2020 19:52 • x 1 #26


Manu-ela

4241
3
2648
Welche Sätze/Aussagen hätte ich gerne gehört:
Gerne hätte ich die Wahrheit gehört. Kein Gewäsch, einfach Klarheit.
Von meiner Familie hätte ich gerne gehört, das ich so wie ich bin, auch dazu gehöre. Das ich mich verstanden fühle, durch einfache Worte, das man mich liebt . Das ich nicht alleine bin, mit dieser ekelhaften Krankheit. Trost spenden, wenn alles nicht so klappt. Das sie Fortschritte erkennen und dies mir sagen. Eine Bestätigung zum weiter machen.
Das alles hätte ich gerne gehört.

11.08.2020 20:06 • x 4 #27


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Hoffnung21

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Ich habe die Frage "Wie geht es Dir?" gehasst, weil ich nie wusste, was ich darauf antworten soll. Aber einmal hat mich jemand gefragt "Geht es dir denn inzwischen etwas besser?" Über diese Frage habe ich mich gefreut, weil ich sofort etwas sagen konnte und nicht überlegen musste, wieviel Wahrheit ich dem Fragenden erzählen möchte. Eine kleine Umformulierung, die mir sofort aufgefallen ist.
Ansonsten hab ich viel Freiraum für mich gebraucht. Wenn ich auf Spaziergängen begleitet wurde, wollte ich nur erzählen dürfen wenn mir danach zumute war oder still nebeneinander hergehen. Ich wollte keine Ratschläge und Tipps, sondern einfach einen Zuhörer. Ich wollte auch keine Lösungsvorschläge.

11.08.2020 20:51 • x 5 #28


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Phinchen

372
17
494
@ Eis
Ja das mit dem Freiraum ist bei mir auch so, ich mag nicht bedrängt werden

12.08.2020 06:36 • x 3 #29



Hallo Just_me,

x 4#30


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Heideblümchen

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"wenn du mich brauchst, bin ich für dich da. Und du brauchst nicht extra was sagen; ich glaube, ich merke, wenn es dir nicht gut geht und kann dich dann einfach mal drücken!" Den Satz hat mir mein Sohn vor Kurzem gesagt.

Auf "wie geht es dir" reagiere ich auch zurückhaltend. Bin mir auch inzwischen nie sicher, ob es nur eine Floskel ist oder ehrliches Interesse. Auch ich habe mal gegenüber einem Bekannten auf sein "Und? Wie gehts inzwischen" lang und breit geantwortet, mit all seinen Facetten und habe in meinem Monolog gemerkt, dass mein Bekannter immer mehr von mir zurück gewichen ist, weil ihn meine Offenheit bestürzt hat. Am Ende hab ich lächelnd gesagt: "Du hast mich gefragt...jetzt weißt du, wie es mir geht!"......Ich glaube, er wird mich nie wieder fragen.

Was mir gut tun würde? Ganz ehrlich?......Keine Ahnung. Das ist situationsabhängig.

In einer Akut-Phase würde ich bei jedem noch so kleinen Zuspruch einfach anfangen zu heulen. Vor Unsicherheit....nicht vor Selbstmitleid.
Ein "das wird schon wieder" würde gar nichts bewirken, außer Fassungslosigkeit meinerseits.
Wahre Hilfe ist z.B. ein direktes Gespräch mit einer sehr guten Freundin oder mit meinem Partner und der direkten Frage a´la: "Komm, erzähl mal, wie es dir gerade geht. Was geht in deinem Kopf vor sich? Kann ich dir helfen, deine Gedanken zu ordnen oder kann ich dir irgend was abnehmen?".....
Und zum Thema Medis: Ich glaube auch, dass das jeder für sich selber ausprobieren bzw. entscheiden muss. Man kann von den einzelnen Vorschlägen und Erfahrungen hier lernen, ja, aber ich schätze, bei jedem ist die Erfahrung anders (auch wenn es Parallelen gibt) und es wird IMMER ein pro und ein contra geben. Jeder reagiert anders, jeder empfindet anders, deshalb gibt es eigentlich kein "richtig" oder "falsch". So sehe ich das zumindest....

12.08.2020 10:42 • x 1 #30

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