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Infelicity

Infelicity

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Hallo erstmal!

Ich weiß gar nicht, wie ich anfangen soll. Mein Leben ist schon seit Längerem eine Katastrophe und jetzt bin ich an einem Punkt angelangt, wo bald nix mehr möglich ist...
Ich hatte schon als Kind und in der Schule Probleme im Umgang mit anderen Menschen, weil ich eher zurückhaltend und introvertiert bin. Damals war ich der totale Außenseiter und ich hatte nie richtige Freunde. Alle haben über mich abgelästert, mich gehänselt und mich als "Missgeburt" bezeichnet.
Auch zuhause hatte ich extreme Schwierigkeiten mit meinen Eltern gehabt. Ich konnte mit ihnen über nix reden und war immer auf mich selbst gestellt und musste mit meinen Problemen alleine fertig werden. Zudem war noch meine Oma gestorben, als ich 14 war und sie war die Einzige, die immer für mich da war.
Seitdem habe ich mich immer mehr zurückgezogen und als ich mit der Schule durch war, waren meine Kontaktschwierigkeiten schon dermaßen schlimm, dass ich nicht einmal einen Ausbildungsplatz bekommen habe. Dazu kam noch, dass ich mich für mein Aussehen geschämt habe und es für mich deshalb verdammt unangenehm war, unter Menschen zu gehen.

Ich wurde arbeitslos, dann wurde ich in solche Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen gestopft, die mich aber im Nachhinein auch nicht weitergebracht haben. Schon damals wurde ich aufgrund meines zurückgezogenen Verhaltens als "psychisch krank" eingestuft und niemand hat mir zugetraut, dass ich in der Arbeitswelt zurecht käme. Kam ich auch nicht. 2002 war ich wieder arbeitslos und wurde von meinen Eltern deswegen als "Nichts" bezeichnet und von der gesamten Verwandtschaft fertiggemacht. Irgendwann war ich so am Ende, dass ich einen Suizid begangen habe, der aber fehlgeschlagen ist.
Ich wurde dann für ein paar Monate in eine Klinik zwangseingewiesen. Es war die Hölle, denn auch dort fand ich schwer Anschluss und ich wurde wie eine Geisteskranke behandelt.
Danach startete ich noch letzte klägliche Versuche, in ein normales Leben zurückzufinden. Ich nahm an einer Reha-Maßnahme teil - wieder erfolglos und die zweite brach ich ab, weil ich es nicht mehr ausgehalten hab, wie eine Irre behandelt zu werden, die nicht bis 3 zählen kann. Die Scham wegen meines Aussehens wurde auch kontinuierlich schlimmer und ich hab es einfach nicht mehr geschafft, unter Menschen zu gehen.
2004 lernte ich übers Internet meinen Ex-Freund kennen, mit dem ich immerhin 2 Jahre zusammen war. Aber ich hab mehr unter dieser Beziehung gelitten, als dass sie gut für mich gewesen wäre. Am Ende hat er sich überhaupt nicht mehr für mich und meine Probleme interessiert, geschweige denn je geholfen. Ich war nur noch fürs Bett gut genug. Sonst hatte ich keinerlei Wert. Das hat mich noch mehr kaputtgemacht und ich bekam Minderwertigkeitskomplexe und Selbsthass.
Seit 5 Jahren leide ich zudem noch an Depressionen, die im Moment schon ihren höchsten Punkt erreicht haben. Seit 2 Jahren mache ich eine Therapie, aber ich bin nach wie vor isoliert und habe außer meiner Schwester niemanden zum Reden. Ich habe keine Freunde, keine Bekannten und nicht einen einzigen Kontakt zur Außenwelt. Mein Leben ist eine absolute Leere und ich denke immer öfter wieder über Selbstmord nach.
2007 lernte ich noch einmal einen Mann übers Internet kennen. Es war der Mensch, den ich immer gesucht hatte. Wir hatten soviel gemeinsam und er hatte auch ähnliche Probleme wie ich. Leider war ich damals nicht in der Lage, mich mit ihm zu treffen. Er zog sich schnell zurück, aber ich konnte ihn nicht vergessen und kämpfte 1 ganzes Jahr lang um ihn. Im September diesen Jahres habe ich ihn dann doch noch getroffen. Trotz all meiner Ängste und Schwierigkeiten habe ich es gemacht und es war, als hätte er einen Schalter in mir umgelegt. Ich konnte mit ihm zusammen unter Menschen gehen und wir konnten uns ganz locker unterhalten. Es hätte besser wirklich nicht laufen können. Ich dachte, es würde endlich alles gut werden. Er meinte auch, dass wir mal wieder etwas zusammen unternehmen könnten. Aber er meldete sich nie mehr und hatte ein paar Moante später eine Andere. Ich hab es nicht verkraftet und erst recht nicht verstanden. Seitdem hat mein Leben überhaupt keinen Sinn mehr. Ich hasse mich selbst abgrundtief. Bin in dem Glauben, dass ich ihm zu hässlich war und er deswegen nix mehr von mir wissen will. Ich kriege ständig Depressionen deswegen und glaube, dass ich nie mehr jemanden finden werde, der zu mir passt und mich versteht.

Aus all diesen Gründen habe ich mich wohl hier angemeldet, weil ich mit Menschen, die keine Depressionen oder ähnliche Schwierigkeiten haben, nix anfangen kann und die mich auch nicht verstehen. Ich bin es leid, jedem meine Situation zu erklären und mich für alles schämen zu müssen. Ich werde überhaupt nicht mehr wie ein Mensch behandelt und fühle mich auch nicht mehr so. Ich weiß nicht, wie ich noch jemals aus diesem Teufelskreis von Isoliertheit, Einsamkeit und Depressionen herauskommen soll. Alleine schaffe ich das nicht...

28.12.2008 17:30 • #1


Imogdi

Hallo, infelicity

ich hab deinen Beitrag gelesen und kann mir vorstellen, wie du dich fühlst.
Es ist tatsächlich ein Teufelskreis:
Wenn ich mich selbst nicht mag , mache ich mich abhängig vom Wohlwollen meiner Umgebung
Wenn das fehlt , such ich die Gründe dafür in meiner Person und zieh mich zurück, weil ich mich nicht für "gesellschaftsfähig" halte
Wenn ich mich zurückziehe, nehm ich mir die Chance , neue, bessere Erfahrungen zu machen
Ohne freundliche Begegnungen ist es schwer, das Liebenswerte auch in mir zu entdecken.

So kenn ich es jedenfalls und meine, in deinem Beitrag ein paar Ähnlichkeiten entdeckt zu haben.

Ich weiss, daß es nur die eine Möglichkeit gibt :
es immer wieder wagen.
und versuchen, die innere Einstellung zu sich selbst zu ändern.
Gut mir sich selbst umgehen.
Wenn man sich selbst nicht mag, gerade dann sich etwas gutes gönnen.

Vielleicht wär es hilfreich, wenn du dich zunächst noch nicht auf einen Menschen (Partnerschaft) festlegen würdest , sondern erstmal einen Freundeskreis suchst ?
Du könntest z.B. Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe aufnehmen, in einen Sportverein gehen oder dir ein Ehrenamt suchen
Ich weiss , daß in Altenheimen fast immer freiwillige Helfer gesucht werden.
Das wär eine Aufgabe und du hättest Kontakte nach aussen.

Neugierig bin ich schon:
Was ist denn so furchtbar an deinem Ausssehen?
So, wie du es darstellst, muss es ja echt monströs sein .
Ist es wirklich so, oder machst du daran nur fest, weswegen du allein und isoliert bist?

liebe Grüße
Imogdi

28.12.2008 18:03 • #2


Infelicity

Infelicity

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Ich bin so oft enttäuscht worden und es ist schwer, noch jemandem zu vertrauen.
Rausgehen und unter Leute geht wegen meines Aussehens momentan praktisch gar nicht. Zum Einen habe ich seit vielen Jahren schon Hautprobleme, also im Gesicht. Und vor gut 2 Jahren hatte ich schlimmen Haarausfall und da fehlen jetzt noch immer eine Menge Haare, was mein seelisches Wohlbefinden endgültig zum Einstürzen gebracht hat.
Ich hasse mein Gesicht, vor allem meine Nase. Meinen ganzen Körper kann ich nicht mehr ausstehen. Ich komme mir, wenn ich unter Menschen bin, wie eine Witzfigur vor und will da nur noch weg. Es ist echt extrem schlimm geworden...

Allerdings ist es auch unerträglich geworden, immer nur alleine zu sein und seinen dunklen Gedanken ausgeliefert zu sein. Ich hab nur noch das Internet als Möglichkeit, um jemanden kennenzulernen. Ich glaub, ich bin zu einer Freundschaft gar nicht mehr fähig. Daher auch der übermäßige Wunsch, endlich einen Partner zu finden. Aber da ist wohl auch schon alle Hoffnung verloren. Ich glaub, ich dreh echt noch durch...

28.12.2008 22:48 • #3


Sandy

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Hallo Infelicity,

Haut- und Haarprobleme (Haarausfall) können hormonell bedingt sein. Warst du deswegen schon einmal bei einem Hautarzt? Evtl. könnte schon die Einnahme der Pille diese Probleme beseitigen.
Zum anderen spielt auch die Ernährung eine wichtige Rolle. Wie ist denn dein Eßverhalten? Ißt du regelmäßig und achtest auch ein wenig auf eine ausgewogene Ernährung?

Ansonsten kann ich gut verstehen, wie die Isolation dich auffrißt. Wenn du diese so sehr an deinem Aussehen festmachst, dann wäre doch einer der ersten Schritte, mal eine Blutuntersuchung zwecks Bestimmung des Hormonstatus durchführen zu lassen und dann ggf. eine Therapie wegen der Haut- und Haarprobleme zu beginnen. Ein Erfolg würde dir evtl. schon etwas mehr Selbstbewußtsein geben? Auch ein Friseurbesuch wäre doch schon ein Schritt. Dort könnte man dich vielleicht gut beraten, was du mit einen (noch) dünnen Haaren anfangen kannst?

Wäre das denkbar für dich?

Gruß
Sandy

29.12.2008 00:36 • #4


Infelicity

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Die Pille nehme ich schon. Es ist also nicht hormonell bedingt. Man hat damals einen Eisenmangel festgestellt, also was den Haarausfall betrifft. Ich warte nur noch verzweifelt, bis das alles wieder nachgewachsen ist. Abschneiden kann ich da nix, weil mir kurze Haare absolut nicht stehen. Mich würden auch keine 10 Pferde zu einem Frisör kriegen...
Mit der Haut ist es eine andere Sache. Ich war auch früher schon bei so vielen Ärzten und nie konnte mir jemand helfen. Langsam glaube ich, dass das seelisch bedingt ist und die Haut deswegen so aussieht.
An der Ernährung kann es auch nicht liegen, denn die ist seit Jahren gleich und ich achte auch darauf, nicht so ungesund zu essen.

Im Moment macht mich irgendwie mein gesamtes Äußeres fertig. Ich bekomme manchmal so eine Wut und so einen Hass auf mich selbst, wenn ich mich im Spiegel sehe. Erst recht, wenn ich Menschen sehe, die diese Probleme nicht haben und die nicht wissen, wie es ist, sich mit sowas rumquälen zu müssen. Und am Meisten tut es weh, dass womöglich deswegen mein Traummann nix mehr mit mir zu tun haben will, weil ich so hässlich bin...

29.12.2008 16:53 • #5


cleo

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Hallo!

Vielleicht solltest du lernen deinen Selbstwert nicht so stark an deinem Aussehen auszuzmachen; ich kenne das -auf etwas andere Weise- sehr gut, bei mir war es so, dass ich immer makellos aussehen wollte, konnte nicht mehr ungeschminkt aus dem Haus, nicht ins Schwimmbad etc. Schon ein paar Pickel waren ein Drama für mich. Mein Aussehen war noch das einzige, das mir an mir selbst einigermaßen gut erschien.
Es wird langsam besser, seit ich wieder mehr meinen wirklichen Wert erkennen kann; dass ich nicht immer irgendwas leisten oder bieten muss, um geliebt zu werden.

Es gibt so viele Menschen, die Hautprobleme und Haarausfall haben (ich auch- übrigens aufgrund einer Schilddrüsenunterfunktion); schau dir nicht nur die wenigen "perfekten" Menschen an, die meisten Menschen sehen völlig durchschnittlich aus, tragen es aber mit Selbstbewusstsein! Den meisten Menschen gefällt irgendwas an ihrem Körper nicht, aber sie verstecken sich deshalb nicht.

Guck mal, im schlimmstmöglichen Notfall -was ich kaum annehme- würde sich viell. ein ganz eitler Mensch an deinem Aussehen "anstoßen"- aber was jukt dih das, sein/ihr Problem! Sie/er wäre es dann nicht wert, dass du dich schlecht fühlst. Was sollte dir die Meinung dieses unbekannten Menschs bedeuten? Nichts!
Nette Menschen werden dich deshalb nicht ablehnen!! Du hast ein Recht darauf, dich zu zeigen, wie jeder andere Mensch! Nirgends steht geshrieben, dass nur schöne Menschen in der Öffentlichkeit bewegen dürfen.

Wobei ich sowieso stark annehme, dass deine Wahrnehmung von deinem Aussehen nicht realistisch ist, sondern zu negativ. In Wirklichkeit, bist nur du es, die mit sich selbst so hart ist! Versuch dich so zu akzeptieren, wie du bist!! In deinem Leben geht es vor allem darum, wie DU dich fühlst!

Alles Liebe,
Cleo

03.01.2009 01:41 • #6


Infelicity

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Das ist so leicht gesagt, aber um sich in seiner Haut wohlfühlen zu können, sollte wenigstens das Notwendigste in Ordnung sein. Es ist auch so, dass ich immer mit meiner Schwester verglichen wurde und ich immer zu hören bekam, was an meinem Äußeren alles falsch und unansehnlich ist. Sowas tut weh und hinterlässt tiefe Wunden, die nun mit Selbsthass zum Vorschein kommen. Zum Anderen liegt es wohl auch daran, dass ich einen Hang zum Perfektionismus habe und wenn nicht alles makellos ist, ist es schon minderwertig.
Und es ist leider auch so, dass sich Männer, die ich attraktiv finde, nix von mir wissen wollen, weil ich denen eben nicht gut genug bin. In der heutigen Zeit wird viel mehr auf das Aussehen geguckt. Das ist leider eine Tatsache. Ich weiß ja, dass viele Menschen auch nur durchschnittlich aussehen, aber die haben vielleicht auch nicht diese Erfahrungen gemacht und können sich deshalb noch selbst akzeptieren. Ich weiß einfach nicht, wie ich das jemals schaffen soll...

04.01.2009 00:27 • #7


Imogdi

Alte Einstellungen kann man für sich überprüfen und dann entscheiden,
ob man sie beibehalten oder eine andere ausprobieren will.

Meine Mutter z.B. hat mir erzählt, daß sie bei meinem Anblick erschrocken ist,
weil sie zuerst dachte, ich sei eine Mißgeburt und daß ich als Kind schon nicht schön war.

Und genau so hab ich mich sehr lange gefühlt.
Das schien mir die Erklärung für alles , was mit mir passierte:
ich war eben abstoßend, nicht liebenswert.

So eine Haltung schützt allerdings auch davor , neue Erfahrungen zu machen.

Heute seh ich alte Fotos und bin traurig, weil ich damals nicht sehen konnte,
daß ich (ein bisschen ) attraktiv war und
mir selbst viele schöne Erlebnisse unmöglich gemacht habe.

Andererseits habe ich auf diese Weise auch vermieden,
mich mit meiner Angst vor Nähe auseinanderstezen zu müssen.

Wenn nur noch schöne Menschen ihr Leben leben dürften,
dann säh es übel aus in unserer Welt, nicht wahr?

Es muss da noch etwas anderes geben, daß anziehend macht...

Jetzt , beim Älterwerden
(wo ja wirklich nichts mehr "schön" ist" nach den heutigen Maßstäben
in einer von den Bildern in der Werbung geprägten Gesellschaft)
kann ich es erleben:
Wer interessiert ist, ist interessant

Und dann kennst du vielleicht aus "Der kleine Prinz" :
"Nur mit dem Herzen sieht man gut"

Man muss irgendwo anfangen:
"Ich kann mich nicht akzeptieren, weil ich hässlich bin - aber ich müßte mich ja mögen, damit andere mich mögen"
Das geht nicht.
Ich habe irgendwann (war ein Tipp in der damaligen Therapie) das versucht:
" Ich tu erstmal so, als ob ...
ich mich mögen würde, als ob ich in Ordnung wäre, als ob ich liebenswert wäre.."
So konnte ich nach und nach ein Verhalten einüben, daß mein Leben besser gemacht hat.

Gab es irgenwann in deinem Leben einen Menschen,
der dich mit liebevollen Augen angeschaut hat?

06.01.2009 11:04 • #8


Infelicity

Infelicity

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Menschen, die an mir nicht nur das Hässliche und Schlechte gesehen haben? Da gab es eigentlich nur meine Oma, aber die ist leider schon seit über 10 Jahren tot. Seitdem bin ich irgendwie nur noch auf Menschen gestoßen, die an mir etwas auszusetzen hatten, mich bezüglich meines Ausssehens diskriminiert haben oder mich auf sonstige Weise verletzt und beleidigt haben.
Vor ein paar Jahren kam ich wenigstens noch halbwegs irgendwie mit meinem Äußeren zurecht. Ich weiß auch nicht, wieso es jetzt so extrem geworden ist.
Zum Einen wohl durch den Haarausfall und dass der Zustand meiner Haut sich auch noch verschlechtert hat. Aber ein bißchen liegt es wohl auch daran, dass ich gealtert bin und mich äußerlich verändert habe...

Ich weiß, es muss einen Weg geben, mich selbst wieder ansatzweise akzeptieren zu können und den muss ich erstmal finden. Ob es was bringt, mir einzureden, es wäre so in Ordnung, das wage ich zu bezweifeln.
Man kann ja auch nicht sagen, dass das ganze Leben nur aufgrund des Äußeren so schlecht ist. Zu großen Teilen stimmt es aber. Man ist irgendwo schon benachteiligt und hat es immer etwas schwerer als Menschen, die besser aussehen...leider.

06.01.2009 15:55 • #9


Imogdi

Wenn ich es mir mal wieder arg schwer mache wegen meines Äusseren,
dann denk ich an mein Praktikum in einer Behindertenwerkstatt ,
in der es eine junge Frau gab, die - mit normaler Intelligenz -
nur einen Fuß bewegen und nicht sprechen konnte .
Oder an eine Patientin mit Gesichtskrebs (in meiner Ausbildung) .
Dann bin ich erstmal wieder dankbar dafür,
daß ich so "normal" aussehe und nicht entstellt oder krank bin ,
alle meine Sinne zur Verfügung habe
und über meine Bewegungen entscheiden kann .

06.01.2009 16:38 • #10


Sophokles

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Zitat von Infelicity:
Dazu kam noch, dass ich mich für mein Aussehen geschämt habe und es für mich deshalb verdammt unangenehm war, unter Menschen zu gehen.


Das Gefühl hab ich auch. Es bringt mich beinahe um, weil ich befürchte niemals Anschluss zu finden.


Zitat von Infelicity:
Ich wurde dann für ein paar Monate in eine Klinik zwangseingewiesen. Es war die Hölle, denn auch dort fand ich schwer Anschluss und ich wurde wie eine Geisteskranke behandelt.


Das ist typisch für Kliniken. Deswegen gehe ich auch in keine, obwohl alle denken, dass ich da hingehöre.

Mein Motto: "Lieber einmal den Strick zu stark gespannt, als in der Psychoklinik sinnlos gegen die Wand gerannt."

07.01.2009 16:59 • #11


mrhyde

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hallo infelicity,

nur zwei dinge aus meiner eigenen sicht:

menschen, die dich deines aussehens wegen mögen oder nicht kannst du in die tonne kicken, wahre schönheit ist in dir drin, und der oder die richtige wird dich genau deswegen lieben.

ich selbst war einmal in der psychoklinik und diese erfahrung zählt mit zu den besten und schönsten die ich je gemacht habe. hätte ich viel früher machen sollen, nicht erst mit über 50.


alles gute für dich, wirf dich nicht weg
helmut

07.01.2009 22:50 • #12


Infelicity

Infelicity

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Es gibt ja kaum noch Menschen, die auf innere Schönheit gucken. Und ich möchte doch auch, dass ich optisch gemocht und akzeptiert werde. Gerade von einem Partner. Ich würde doch auch mit niemandem zusammen sein wollen, den ich äußerlich gar nicht leiden mag. Natürlich ist der Charakter ebenso wichtig. Aber man kann genauso wenig jemanden nur darauf reduzieren wie man jemanden nur aufs Äußere reduzieren kann. Das sind für mich zwei Dinge, die zusammen gehören...

Was die Klinik betrifft: Was für den Einen gut und hilfreich ist, muss nicht zwangsläufig für Andere auch so sein. Ich denke mal, für diejenigen, die sich dort wohlfühlen, ist es ein geschützter Rahmen. Für mich und andere ist es aber eher wie Gefängnis. Ein Ort, an dem man eher den Verstand verliert, als dass einem geholfen wird...

08.01.2009 00:10 • #13


mrhyde

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du arme kleine seele.

warum hälst du dich denn selbst für hässlich? gott hat dich schön erschaffen und der erste der das erkennen muss bist du selbst. und zwar nicht im spiegel der mitmenschen sondern in dir drin, ist ganz wichtig. da beginnt und endet es nämlich, und strahlt genauso nach aussen.

dann zur klinik: klar ist das bei jedem mensch unterschiedlich und wird auch unterschiedlich empfunden. aber die erste voraussetzung um gesund zu werden ist doch die bereitschaft, sich auch helfen zu lassen.

in der pych gibt es den begriff des bequemen elends, schon mal gehört? will heissen, dass es leute immer wieder in die traurigkeit zieht weil sie damit gelernt haben umzugehen. sie wollen und können das so natürlich nicht wahrhaben, stimmt aber doch. kann es sein, dass du ein klein wenig so agierst?

geh die dinge mit pos. grundhaltung an, lehne nicht von vornherein alles ab, mach mit und du wirst sehen, auch dir kann geholfen werden. wünsche dir das beste

lg helmut

08.01.2009 01:24 • #14


Henriette28

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Hi infelicity,

sorry, aber ich möchte fast wetten, dass Du überhaupt gar nicht hässlich bist. Und das völlig objektiv.

Wie geht es Dir, wenn Du Dir alte Photos von Dir ansiehst - also mit deutlichem Zeitabstand?
Denkst Du da 'wow, ist die hässlich?'. Oder denkst Du 'so schlimm ist es doch gar nicht', eventuell sogar 'ich sag doch ganz gut aus'. ...

Ich kenne das Problem - ich dachte seit meiner Jugend, dass ich so abstoßend hässlich bin, dass es eine wirklich Zumutung für andere ist, mir ins Gesicht zu sehen. Dass die, die es tun nur 'echt hart im Nehmen' sind und mich nur aus Mitgefühl nicht spüren lassen, dass ich eigentlich aussehe wie ein Monster.
Es gab aber sogar Menschen, die mir sagten, ich sei schön. Ich dachte 'ok - dann sind die wohl wahnsinnig'. Bzw. (das ist das klassische 'ich kann nur lieben, wenn ich mich selber liebe und ich kann mich nur lieben lassen, wenn ich mich liebe'): Dann können die (die mich schön finden) ja nicht viel wert sein...

Ich habe es natürlich trotzdem gerne gehört - dass ich gut aussehe. Irgendwann hatte ich das auch immerhin so verinnerlicht, dass ich dachte, dass ich immerhin nicht wie ein Alien aussehe. Aber ganz tief drinnen ist auch heute noch die böse kleine Stimme, die sagt 'Aber Du BIST hässlich'.

Aber weißt Du was? Wenn ich mir heute Photos von damals ansehe, kippe ich manchmal fast hintenüber, denn: Ich sah tatsächlich verdammt gut aus! Ja, die Nase auch nicht 'klassisch schmal', zig Sachen nicht 100%ig wie in der Werbung. Aber ich sah echt verdammt attraktiv aus!!!

Weißt Du, was mir mal passiert ist mit Mitte 20? Ich stand an einer U-Bahn-Haltestelle und in der Ferne haben mich 2 (ziemlich attraktive) Männer meines Alters angeguckt bzw. beobachtet. Ich dachte standard-gemäß, sie glotzen nur rüber, weil sie denken 'BOAH, ist die hässlich!'
Irgendwann kamen die beiden zu mir und fragten mich, ob ich singen kann oder ein Instrument spiele. Es kam raus, dass sie gerade dabei waren, eine Band zu gründen und mich und meine Erscheinung so attraktiv fanden, dass sie sich dachten, sie fragen mich einfach mal auf gut Glück, ob ich da mitmachen könnte.
Naja, aber selbst sowas kann man sich ja kaputtreden. Anstatt mich drüber zu freuen, was denke ich...? "Naja, die haben Dich ja nur aus der Ferne beobachtet. Als sie näher kamen und mit mir gesprochen haben, haben sie gesehen, dass sie sich geirrt haben und ich voll hässlich bin. Dann war's aber zu spät, also haben sie trotzdem gefragt. Aber sie waren bestimmt froh, dass ich gesagt habe, dass ich kein Instrument spiele'.

Solche Geschichten kannste ja kaum einem erzählen. Aber die Sache ist wahr - vor allem auch mein Gedankengang dahinter.
Wie gesagt, wenn ich heute Photos von damals sehe, denke ich: Die hatten recht!

Aber dann kommt er nächste Gedanke: Aber DAS war ja DAMALS. Damals SAH ich dann also meinetwegen gut aus, obwohl ich es nicht geglaubt habe. Aber JETZT ... jetzt bin ich ALT. Jetzt sehe ich WIRKLICH nicht mehr gut aus...

Ich finds manchmal echt schade, dass ich mir wahrscheinlich bis an mein Lebensende meine Lebensfreude damit versaue.
Mit einem Gedanken, den mir irgendwer anders eingesät hat ganz offensichtlich.

Seit ich denken kann, sehe ich in den Spiegel oder aktuelle Photos und denke 'boah, geht ja GAR nicht!'. Und immer einige Jahre später - mit Abstand denke ich '*beep*, ich habe mir echt total unnütz die Zeit durchtrieben'.

Ach, und dass die wahre Schönheit - mal ab von griechischer Nase etc. - vor allem durch die Ausstrahlung entsteht, ist ja eine Binsenweisheit. Das stimmt wirklich. Guck Dir mal Menschen an, die Du wirklich schön findest. Der Grund wird meistens weniger die Perfektion sein als die Ausstrahlung, die sie haben.
Hört sich bekloppt an, aber was man nach außen abstrahlt, sehen auch die anderen: Wenn man sich hässlich fühlt, sehen die anderen auch die Makel. Wenn man sich schön fühlt (klassiker: frisch verliebt), finden einen auch andere schön. Jemand, der strahlt, ist immer schön.

Achso, und zu der Haut- und Haargeschichte: Ich hatte auch jahrelang Probleme mit der Haut. Und seit eingen Jahren auch sichtbaren Haarausfall. Und denke genau wie Du 'das jetzt auch noch, jetzt ist wirklich alles vorbei'.

Haut und Haare gehören ja zusammen und 'spinnen' häufig bei Kontaktschwierigkeiten mit der Außenwelt - sie sind ja der erste sichtbare 'Kontakt' nach draußen. Und ich glaube ja, dass da der Körper der Seele nur hinterherzieht. Es gibt ja auch die schöne Redewendung 'da hat jemand Haare/Federn gelassen'. Oder 'da krieg ich echt Pickel/die Krise'.

Wie geht es Dir, wenn Du Dich mal schminkst? Fühlst Du Dich dann schöner? Ich schminke mich (wenn ich die Energie aufbringe) auch mal nur für mich selber - und fühle mich gleich 100%ig besser.

Übrigens habe ich auch eine Schwester, die irgendwie immer besser war als ich, besser aussah. Und eine Mutter, die mir jahrelang bei jedem Treffen als erstes das Gesicht auf Unregelmäßigkeiten 'abgescannt' und mich gglfs. auch drauf hingewiesen hat ("Du hast da ja einen fiesen Pickel." Ach echt? War mir gar nicht augefallen).

Ich denke, da liegt der Hund und das Problem begraben. Nicht in Deiner objektiven Schönheit/Unschönheit.

Dass Du sagst, Du bist es leid, Dich ständig zu schämen oder Dich zu erklären, finde ich sehr, sehr gut! Wut ist ein erster phantastischer Schritt in die Richtung, dass Du Dir nicht mehr das Leben versauen lässt bzw. es Dir selber versaust durch Zweifel, die eigentlich gar nicht Deine sind, sondern die Dir netterweise irgendwer implantiert hat.

Als Du mit dem Mann unterwegs warst und alles auf einmal 'locker und entspannt' war - hast Du Dich DA ernsthaft hässlich gefühlt? Ich wette nicht. Ein Beweis mehr, dass Du es nicht bist. ;)

Aber Du brauchst viel Unterstützung von außen, damit Du etwas anderes denken kannst. Ich würde zig Euro mit Dir wetten, dass sich dieser Mann nicht von Dir distanziert hat, weil Du hässlich bist, sondern aus ganz anderen Gründen (evtll. z.B. weil Du Dich selber hasst - das macht es anderen ganz schön schwer).
Wenn man sich selber so wenig mag, ist eine Riesengefahr, dass man sich dann auf einen Menschen konzentriert = Beziehung, der dann alles 'gut küssen' soll. Damit ist jeder Mensch/Mann überfordert. Und man läuft Gefahr, sich an die falschen Männer/Menschen zu binden, die die Schwäche ausnutzen. Abhängigkeit ist da schnell geschehen..

Vielleicht ist ein besserer Schritt, den entspannten Nachmttag mit dem Mann nicht negativ zu sehen ('siehste..und jetzt will er nicht mehr, weil ich so hässlich bin), sondern positiv: Du hattest einen entspannten Nachmittag, warst locker und fandst Dich selber gut. Geht doch! Nimm das mit da raus und bescher Dir immer mehr dieser positiven Ereignisse. Das sammelt sich irgendwann. ;)

Ich hoffe, Du konntest etwas damit anfangen.

Liebe Grüße
Henriette

09.01.2009 15:06 • #15


Infelicity

Infelicity

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Hallo Henriette!

Erstmal danke für den ausführlichen Beitrag. Ich hab Fotos von mir nie sonderlich gemocht, egal wie alt sie waren. Manchmal habe ich sogar dadurch erst gesehen, wie hässlich ich wirklich bin. Wenn ich aber Fotos von vor 2 Jahren sehe, finde ich mich da tatsächlich noch halbswegs akzeptal, aber ganz bestimmt nicht schön. Warum ich mich auf alten Bildern jetzt akzeptabler finde, liegt wohl daran, dass ich nicht gewusst habe, wie schlimm ich mit zunehmendem Alter erst noch aussehen würde. Und da es schlimmer immer geht, habe ich Angst, dass ich mir irgendwann nen Sack übern Kopf ziehen muss, weil ich meinen Anblick dann gar nicht mehr ertragen werde...Ich schminke mich immer...jeden Tag, aber ich fühle mich fast trotzdem noch genauso hässlich. Ohne Schminke würd's gar nicht gehen...

Wenn mir jemand sagt, ich würde doch ganz gut aussehen, glaube ich es ebenfalls nicht. Es kommt meist auch nur von Menschen, die selbst nicht gerade attraktiv auf mich wirken. Dann denk ich, die haben ja eh keine Ahnung. Das müsste mir dann schon jemand sagen, den ich auch attraktiv finde...
Wie du siehst, kann ich Komplimente auch kaum noch ernst nehmen und fühle mich dadurch nur verarscht. Fakt ist aber, dass ich wirklich nicht mehr gut aussehe mit der geschädigten Haut und den Überresten meiner einst schönen Haare. Und durchs Altern hat sich jegliche Ausstrahlung wohl auch für immer verabschiedet. Im Moment fühle ich mich einfach nur scheußlich und abstoßend, ja wirklich wie ein Monster!

Als ich mich mit dem Typen getroffen hatte, hab ich mich bestimmt nicht hübsch gefühlt. Ich war nur so mit ihm beschäftigt, dass diese Gedanken nicht an die Oberfläche kamen. Er wusste auch gar nicht, dass ich mich selbst so hasse. Ich hätte auch alles dafür getan, damit er es nicht erfährt. Aber ich weiß einfach nicht, was sonst der Grund sein soll, dass er sich gegen mich entschieden hat, wenn es nicht mein Äußeres war. Er hat ja sogar noch gesagt, dass wir uns mal wieder treffen können.
Es ist deswegen so schlimm, weil ich gerade seinetwegen einmal locker sein konnte und weil ich ein Mal Dinge gesehen und gespürt habe, die ich jetzt nie wieder so empfinden kann. Er war vielleicht der einzige Mensch, der wirklich zu mir gepasst hat und den ich wie keinen anderen geliebt habe. Aber weil er mich nicht wollte, hasse ich mich noch mehr und fühle mich wertlos und falsch. Durch den ganzen Schmerz kann ich einfach nix mehr positiv sehen, denn das war der letzte Versuch, zu glauben, jemand würde mich als Mensch noch akzeptieren. Ich bin einfach nur lächerlich und falsch!

09.01.2009 23:01 • #16


dudeldi

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In deiner Situation würde ich vielleicht irgendeine extreme Änderung herbeiführen, z.B. ins Ausland gehen.

04.06.2009 16:42 • #17

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