Gruppentherapie bei Depressionen hilfreich / Wie läuft das ab?

Modul46

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Guten Abend zusammen.
ich leide wohl schon seit jahren an einer depression. ich hab immer wieder erklärungen für mein befinden gesucht, für dieses gefühl das mich an so vielen dingen hindert, das mich so viel bereun lässt.
im februar dieses jahres stieß ich auf einen artikel im internet über depressionen und war überwältigt von der ähnlichkeit der symptome. also bin ich zu meinem hausarzt gegangen ihm die lage geschildert und wurde zu einer therapeutin überwiesen die er mir empfohlen hat. musste einige dieser fragebögen ausfüllen und bilder malen etc... auf jeden fall hatte ich dann ein par einzelsitzungen und darauf folgend bis jetzt einmal wöchentlich eine gruppentherapie-sitzung...
ich bin jetzt seit einigen monaten in dieser gruppentherapie und frag mich heute ernster denn je in wie fern diese sitzungen mir helfen können... ich seh wenig ähnlichkeit zu den anderen leuten in der gruppe und bin oft gelangweilt von ihren "geschichten", jeder der dort etwas erzählt hat immer einen grund für seine gemühtslage in entsprechenden situationen. bei mir is dies nicht der fall, nicht meiner meinung nach. ich weiß nicht was ich erzählen kann wenn es mir schlecht geht. außer meine gemütslage zu schildern kann ich nicht viel in das gespräch beitragen. bekomme also auch entsprechend wenig feedback außer n bisschen mitleid worauf ich getrost verzichten kann.

ich wäre sehr verbunden, wenn mir hier jemand erfahrungen über derartige therapiemethoden berichten könnte. in wie fern es jemandem geholfen hat und wie. bzw. welche andere methoden sinnvoll sind.

24.12.2009 23:34 • #1


Serafina

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Hallo Modul,

welche Therapieform für wen die Beste ist, ist unterschiedlich.

Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass ich bei einer eher "leichten Depression" die Gruppentherapie als sehr hilfreich empfand. Allein der Austausch unter Gleichbetroffenen gab mit viel. Allerdings hatte ich auch ein Mitteilungsbedürfnis. Was ja bei dir nicht der Fall zu sein scheint. Als ich dann an einer schweren Depression mit akuten Panikattacken und Zwängen erkrankt bin, half mir eine mehrjährige Analyse weiter.

Generell solltest du es für dich selbst entscheiden. Vllt sprichst du es mal in der Gruppentherapie an. Auch das gehört dazu.

Viel Glück.

Serafina

26.12.2009 12:39 • #2


fly

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Hallo Modul,

auch ich habe mich anfänglich gefragt, was mir die Gruppenpsychotherapietherapie bringen soll. Ich bin nicht der kommunikativste Mensch und mir ist es sehr schwer gefallen mich der Gruppe anzuvertrauen ( etwas zu sagen, weil ich glaubte es interessiert sowieso niemanden). Mittlerweile denke ich, dass ich in der Gruppe sehr viel lernen kann. Ich kann meine Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten ( denn die Anderen sehen manche Sachen eben anders als ich) und mich selbst dadurch etwas besser reflektieren, aber ich kann auch andere Geschichten aus meinem Blickwinkel betrachten und durch andere Geschichten selbst etwas mitnehmen.
Ich jedenfalls möchte mir nach meinem Kurende eine Selbsthilfegruppe suchen , denn ich denke mir würde so eine Gruppe gut tun.
Ich weiß nicht wie es bei dir ist, aber ich hatte in der Zeit der Gruppenpsychotherapie auch Einzelsitzungen, das hat mir dabei sehr geholfen, dass ganze besser annehmen zu können.
Auch draußen werde ich die Einzelsitzungen weiter haben, deshalb hoffe ich, dass ich eine passende Gruppe finde, in der ich manche Dinge ausprobieren kann und wo ich mich wohl fühlen kann.

Das ist meine Geschichte, mein Blickwinkel . Nicht alles, was andere sagen oder was anderen gut tut ist für einen selbst auch stimmig. Man muss letztentlich immer selbst entscheiden, was man für sich mitnehmen möchte.

LG fly

26.12.2009 14:17 • #3


Modul46

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danke euch beiden für die beiträge.
ich werd wohl einfach mehr erzählen müssen, auch wenn ich jetzt nicht genau weiß was...
und die sichtweiße über die gruppentherapie, wie du es geschrieben hast, fly, hört sich interessant an.
ich denke das werde ich in den nächsten sitzungen miteinbeziehn, und meine zweifel einfach ansprechen.
danke euch.

29.12.2009 13:33 • #4


Bordeli

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Aktuell bin ich ja bei meiner Psychotherapeutin in Behandlung, was mir schon sehr weiterhilft. Da sie auch Gruppentherapien anbietet, hat sie mir kürzlich angeboten, beim nächsten Treffen einfach dazuzustoßen. In dieser Gruppe ist es wohl so, dass die Teilnehmer (meist so bis 10 Personen) alle unterschiedlich weit mit ihrer eigentlichen Therapie sind, es den meisten aber helfen würde, sich auf diese Weise untereinander auszutauschen.

Was haltet ihr grundsätzlich von Gruppentherapien? Wie sind eure persönlichen Erfahrungen?

Momentan bin ich noch unentschlossen, zumal ich nicht so wirklich der "Gruppentyp" bin. Das heißt, ich war als Kind und Jugendlicher immer sehr zurückhaltend und unsicher, was sich im Laufe des Erwachsenwerdens aber ein gutes Stück gewandelt hat. Trotzdem merke ich oft, dass mir das Zusammensein in "größeren" Gruppen schnell mal zu viel wird. Allerdings möchte ich aber auch alles mitnehmen, was mir helfen kann. Wie gesagt, ich bin noch unentschlossen.

03.01.2018 07:34 • #5


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Von bones:

Da ich im Moment selber in einer Behandlung bin ,kann ich dazu was sagen.
Eine Gruppentherapie ist nicht ganz so wie du es beschrieben hast. Eher sitzen in der Gruppe ein Psychologe/in und Psychiater/in. Dort werden themen erläutert über Depressionen. Die Patienten werden dann aktiv mitarbeiten. Bei tiefgründige Fälle werden/können dann bei Einzeltherapie behandelt werden,weil das sonst kein Ende nimmt,da jeder Patient seine eigene Probleme hat. Aber ich finde es gut. Bei vielen hat dies den Vorteil,dass sie nicht alleine sind und die Möglichkeit bietet, sich auszutauschen bzw sich verstanden fühlen,was bei vielen nicht der Fall ist.

Auch ich war Anfang ehrlich gesagt skeptisch bzgl gruppentherapie.aber es bringt was.

24.01.2018 13:43 • #6


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von auferstehung:

Ich halte von Gruppentherapien gar nichts. Wenn ich mich mit Gleichbetroffenen austauschen möchte, kann ich das auch auf informeller Ebene tun.

24.01.2018 13:43 • #7


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Von col:

Für mich wäre Gruppentherapie auch nichts. Mich kostet die Anwesenheit in Gruppen zu viel energie. Mit reden und zuhören sich öffnen habe ich kein Problem

col

24.01.2018 13:44 • #8

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