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Gefangen in negativen Gedanken

Tilu

Tilu

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Hallo. ich bin neu hier und möchte mir ein paar Dinge von der Seele schreiben.

Ich bin weiblich und 35 Jahre alt. Ich habe 2 Kinder und lasse mich gerade scheiden.

Seit einiger Zeit habe ich einen neuen Partner, den ich sehr liebe, aber den ich immerzu verletze, weil ich nicht aus der Spirale negativer Gedanken rauskomme. Ich fühle mich permanent angegriffen und reagiere extrem auf Dinge und Aussagen, die mich (im Nachhinein betrachtet) gar nicht betreffen.
Wenn ich Probleme mit anderen Menschen habe, lasse ich es an ihm aus. Wenn ich Stress habe, lasse ich es an ihm aus. Wenn ich unzufrieden bin, lasse ich es an ihm aus.

Ich habe eine Therapie angefangen, weil ich so nicht mehr sein möchte. Meine Therapeutin hat mir aufgezeigt, dass mein Ex-Mann ein Narzisst ist und woher als diese negativen Gedanken kommen und dass ich jahrelang manipuliert wurde.

Ich weiß nicht, wer ich bin und erkenne mich in Streitsituationen selbst nicht wieder. Ich bin dann außer mir, obwohl ich ein sehr ruhiger Mensch. Doch dieses Gefühl, mich verteidigen zu müssen, ist allgegenwärtig. Ich kann dann nicht klar denken.

Nun steht die Trennung kurz bevor und das ist das Letzte, was ich möchte. Ich möchte ihn in meinem Leben, weil er ein so großartiger Mensch ist und weil er immer für mich da ist. Ich aber leider nicht für ihn und ich erkenne das nicht mal.

Ich weiß nicht, was ich machen soll, wenn dieses Gefühl in mir hochkommt, dass ich mich verteidigen muss, obwohl er mir gar nichts getan hat.

Hat damit jemand Erfahrung? Ich wünsche mir, dass ich mich an jemanden wenden kann, wenn das Gedankenkarussell wieder beginnt sich zu drehen. Dass ich meine Gefühle beschreiben kann und mir jemand aufzeigt, wo gerade mein "Fehler" ist. Dass mir jemand hilft, besser darauf zu reagieren, statt loszurennen und Streit zu suchen.

Danke.

21.05.2021 19:39 • x 3 #1


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Juju

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Guten Morgen, liebe Tilu.

Vielleicht hilft es Dir die Gedanken in der Wut aufzuschreiben, Dich von der Situation zu entfernen und woanders alles rauszuschreien, wo es niemand hört, es Dich im ersten Moment aber verlässt.
Wenn Du in Therapie bist, dann wird man Dir dort sicher Wege aufzeigen wie es geht, wie es funktioniert.
Versuche es mal damit, es nicht persönlich zu nehmen.
Sage Dir immer wieder, es ist kein Angriff gegen Deine Person, vielleicht hilft es Dir.
Ich wünsche Dir, dass ihr einen gemeinsamen Weg findet und Dein Freund bei Dir bleibt.
Er hat es scheinbar nicht verdient, also versuche besonders lieb zu ihm zu sein.
Liebe Grüße, Juju

22.05.2021 07:04 • x 1 #2



Hallo Tilu,

Gefangen in negativen Gedanken

x 3#3


Tilu

Tilu

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Liebe Juju,

vielen Dank für deine Antwort und auch deinen Rat, meine Wut aufzuschreiben oder rauszuschreien. Vielleicht finde ich so auch heraus, warum und auf wen ich eigentlich wütend bin.

Er hat es tatsächlich nicht verdient, desto schlimmer empfinde ich es auch, dass ich es an ihm auslasse.

22.05.2021 11:21 • x 1 #3


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Greta

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Liebe @Tilu,

Zitat von Tilu:
wenn dieses Gefühl in mir hochkommt, dass ich mich verteidigen muss, obwohl er mir gar nichts getan hat.

Dieses Gefühl kenne ich leider auch. Ich fühle mich oft angegriffen und kritisiert, nehme alles schnell persönlich, ziehe mich dann aber eher zurück.
Mein Therapeut hat mir kürzlich das Kommunikationsmodell nach Thun erklärt.
Ich habe festgestellt, dass ich sehr auf der Beziehungsebene kommuniziere und höre, während mein Freund eher auf der Sachebene unterwegs ist.
Die negativen Erfahrungen mit deinem Ex-Mann könnten die Ursache dafür sein, dass auch du auf der Beziehungsebene extrem hellhörig bist.
Hier mal ein Link zum Thema:

https://www.soft-skills.com/thema/bezie...usst%20ist.

Hast du denn mit deinem Partner schon mal über deine negativen Gefühle gesprochen? Weiß er, wie es dir geht und warum du so zu ihm bist? Und weiß er, dass du in Therapie bist?
Du bist ja auf dem Weg und arbeitest an deinem Verhalten.
Wenn dein Partner ein Guter ist, wird er sicher Verständnis haben und diese schwierige Zeit gemeinsam mit dir durchstehen.

Liebe Grüße
Greta

22.05.2021 12:18 • x 1 #4


Tilu

Tilu

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Meine Therapeutin meint auch, dass die toxische Beziehung dazu geführt hat, dass ich mich immerzu verteidigen will. Da Narzissten eben genau das bewirken wollen...sie wollen manipulieren und ihr gegenüber beeinflussen und verändern. Aber so leicht wie es sich erkennen lässt, lässt es sich leider nicht verändern.

Mein Freund kennt meine Geschichte und hält auch schon ein Jahr mit mir aus. Am Anfang war es auch nicht so, dass ich so reagiert habe. Doch jetzt wird es häufiger, deswegen habe ich jetzt auch eine Therapie begonnen.
Er hat das Gefühl, dass wir uns nur um "mich" kümmern und seine Bedürfnisse und Wünsche an unsere Beziehung nicht gesehen werden...womit er ja auch irgendwie recht hat. Dass ich eine Therapie mache, weiß er.

22.05.2021 19:02 • #5


amarili12

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Hmm, ein selbstschädigendes Verhalten liegt bei dir hoffentlich nicht vor?

22.05.2021 19:17 • #6


Tilu

Tilu

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Das weiß ich nicht. Kannst du mir mehr darüber erzählen?

22.05.2021 20:05 • #7


amarili12

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Ich kenne dich nicht aber vielleicht wäre ein Gespräch mit einem von Fach viel aufschlussreicher?

25.05.2021 19:44 • #8


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Kate

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Zitat von amarili12:
Ich kenne dich nicht aber vielleicht wäre ein Gespräch mit einem von Fach viel aufschlussreicher?

Aus Deinen Beiträgen werde ich nicht schlau!
Sie spricht bereits mit einer Therapeutin! Das liest man aus ihren Beiträgen raus!

25.05.2021 19:47 • #9


Tilu

Tilu

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Ja, ich bin bereits bei einer Therapeutin gewesen, hatte aber erst zwei Termine.
Deswegen bin ich mit ihr noch nicht so weit gekommen, dass Sie schon meine gesamte Geschichte kennt. Das Problem ist, dass die Termine immer auch ein paar Wochen auseinander liegen und man zwischendurch auch mal das Bedürfnis hat, über bestimmte Dinge zu sprechen. Mein Familie gibt da leider nicht so viel Potential her und Freunde möchte ich damit nicht belasten, da sie selber auch Familien und damit auch wenig Zeit haben.

26.05.2021 09:05 • #10


amarili12

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Therapeuten sind da weniger behilflich, ich an deiner Stelle würde es mal bei einem Psychologen/Psychiater versuchen... Schreibe dir das relevante auf und genau so schilderst das, wenn das alles erzählt hast, gibt es eine Anfangsdiagnose vermutlich mit einer Einstellung

26.05.2021 17:47 • #11


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Kate

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Zitat von amarili12:
Therapeuten sind da weniger behilflich, ich an deiner Stelle würde es mal bei einem Psychologen/Psychiater versuchen...

ich frage mich, woher Du Deine Weisheiten nimmst?
Ohne Mist, mit Deinen permanenten Falschaussagen verunsicherst Du Mitglieder!

26.05.2021 17:50 • x 1 #12


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djamila

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Was ist der Unterschied zwischen Therapeut und Psychologe .

26.05.2021 18:08 • #13


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Kate

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Zitat von djamila:
Was ist der Unterschied zwischen Therapeut und Psychologe .

Ein Therapeut ist ein Psychologe mit mehrjähriger Zusatzausbildung. Und ein Psychiater hat immer Medizin studiert.

Ich will nicht sagen das Therapeuten besser sind, aber zumindest sind sie qualifizierter.

26.05.2021 18:14 • x 1 #14


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Kate

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Zitat von amarili12:
Zufällig an ADHS erkrankt?

Ich erkenne eine Falschaussage auch ohne ADHS Erkrankung!

26.05.2021 18:35 • #15


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connyhoff

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Hallo @Tilu ,
Zitat von Tilu:
Wenn ich Probleme mit anderen Menschen habe, lasse ich es an ihm aus. Wenn ich Stress habe, lasse ich es an ihm aus. Wenn ich unzufrieden bin, lasse ich es an ihm aus.

Genau das gleiche kenne ich auch.
Irgendwann habe ich festgestellt dass ich alles an meinem Mann auslasse weil ich mich bei ihm sicher fühle. Ich weiß er liebt mich, ist immer für mich da und hält zu mir, auch wenn ich schlecht drauf bin.
Wenn ich meine Wut/ Frust/ Enttäuschung oder was auch immer an den Menschen auslassen würde, die der Grund für diese Gefühle sind weiß ich nicht wie sie darauf reagieren. Das macht mir Angst und ich behalte diese Gefühle für mich.
Manchmal wird der Druck so groß dass ich ein Ventil brauche und dann bekommt mein Mann das leider wegen irgendeiner Kleinigkeit ab. Es tut mir weh wenn ich merke dass ich ungerecht bin und ihn verletze und versuche daran zu arbeiten dass sich meine Gefühle nicht so anstauen.

Nur ein kleiner Erfahrungsbericht, vielleicht kannst du was damit anfangen...

Liebe Grüße

26.05.2021 18:43 • x 3 #16


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djamila

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Liebe @Kate danke für die Aufklärung . Das vom Psychiater wusste ich . Gibt ja auch Psychiater / Neurologe .

26.05.2021 18:44 • x 1 #17


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Kate

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Zitat von amarili12:
Da bin ich mir bei dir nicht ganz sicher? Ich erblicke da nur alltägliche Spam posts, hast du zuhause niemanden zum quatschen? Gute Besserung!

Beleidigungen sind die Argumente jener, die über keine Argumente verfügen.

26.05.2021 18:56 • x 3 #18


amarili12

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@connyhoff
Das hast du gut erläutert. Ich denke deine Analyse trifft auch hier zu...

26.05.2021 19:00 • #19


Nottolate

@Tilu , Hallo Tilu,
Ich widerspreche ungern Therapeuten, aber das die Schuld deiner negativen Gedanken ausschließlich bei deinem Narzissten zu suchen ist bezweifle ich ein wenig. Wie lange lebte er an deiner Seite und hatte Einfluss auf deine Persönlichkeitsentwicklung? Jugendliebe? Dann würde ich einhergehen mit deinem Therapeuten, ansonst...

35 Jahre jung, Zwei Kinder, d.h. du hast früh Kinder bekommen oder sind die Kids noch so Jung?
Erzähl doch mal ein wenig von dir.
Deine Negativen Gedanken hast du seit wann? Bereits im Jugendalter, vorher? Negative Gedanken, setzten ein negatives gespeichertes Denkmuster voraus. Wie sieht es mit Phobien aus? Angst vor engen Räumen? Höhenangst? Was ist deine Lieblingsfarbe? Könnte es sein das dich in der Vergangenheit jemand in die Ecke getrieben hat? Wurdest du intensivem Druck ausgesetzt? Wie gehst du mit den Glaubenssätzen wie: Du taugst nichts, du kannst nichts, du wirst es nie zu etwas bringen, alle anderen sind besser als du, du machst alles nur noch viel schlimmer, du bist ein Versager usw. um? Welche Gefühle kommen in dir bei solchen oder ähnlichen Glaubenssätzen hoch? Hast du ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsverlangen? Bist du ein Mensch, der immer gerne Helfen möchte und vieles Ungerecht empfindet? Über Emphatisch?
Was noch interessant wäre ist, wie du dich dabei fühlst, wenn du negativ denkst. Hör mal tief in dich hinein. Wo schmerzt es? Niere, Lunge, Leber, Galle, Darm, Bauch, Herz? Macht der Hals zu, schluckst du, wird die Zunge trocken?

Hört sich an dieser Stelle komisch an, aber in welch einem Wohnraum (Wohnung, Haus) lebst du? Neubau, Altbau? Wer hat vor dir darin gelebt? Hat der Wohnraum eine Geschichte? Hat die Umgebung wo du lebst eine negative Geschichte wie den Kriegsjahren des ersten und Zweiten Weltkrieges.

Woran denkst du ganz spontan, wenn du das Wort Dunkelheit hörst?

Gefühle sind Hinweise auf Einschnitte in der Vergangenheit. Gib uns mehr Informationen. Vielleicht können wir dir ein paar Tipps mit auf deinem Lebensweg geben.
Alle Gute

26.05.2021 19:23 • x 3 #20


Tilu

Tilu

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Wow...das sind jetzt mal viele Fragen...

Also...Jugendliebe definitiv. Ich habe ihn mit 14 kennengelernt und seitdem waren wir auch zusammen...also 19 Jahre...davon 6 Jahre verheiratet. Meine Tochter ist 12 Jahre und mein Sohn 8 Jahre alt.

Seit wann ich so negativ denke, kann ich nicht einschätzen, aber seit meiner Kindheit ist es nicht. Ich hatte eine sehr schöne Kindheit und bin mit meinen Eltern, meiner älteren Schwester und meiner Zwillingsschwester aufgewachsen. Ich war immer sehr offen und fröhlich und nie negativ.

Zu den Phobien...ich habe Platz-, Höhen- und Spinnenangst.
Meine Lieblingsfarben sind blau, grau und schwarz.
Meinen Selbstwert schätze ich als eher gering ein...aber auch nur auf der Beziehungsebene. Wenn es um die Arbeit geht zum Beispiel, weiß ich, was ich wert bin und bin selbstbewusst und stark. Bei Freunde und Bekannten ist es dasselbe...nur in Beziehungen funktioniere ist völlig anders. Manchmal bin ich herrisch, dann wieder verletzlich und manchmal ziehe ich mich komplett zurück.
Wenn ich das Gefühl habe, dass ich oder meine Kinder ungerecht behandelt werden, kann ich echt kämpferisch und laut werden...obwohl ich eher ruhig und introvertiert.

Ich kann mich zum Beispiel nicht über Geschenke freuen...Ich weiß nicht, wie ich das machen soll. Aber ich kann mich total für andere mitfreuen.

Wenn ich merke, dass ich etwas negativ bewertet habe, obwohl es falsch war, wird mein Mund trocken. Ich bekomme Ohrensausen und Schmerzen in der Brust. Es ist wie ein ertappt werden...alle haben es erkannt, nur ich nicht.

Ich lebe in einer Mietwohnung-Altbau. Es ist ein Nachkriegsbau und vor mir lebte ein Junggeselle dort. Ich bin nach der Trennung von meinem Ex-Mann aus dem gemeinsamen Haus ausgezogen und in die Wohnung gezogen.
Er hat alles behalten...zwei Häuser, gemeinsame Firma, alle Autos...usw...
Jetzt steht die Scheidung bevor und er versucht alles, um mir keine Ausgleich zahlen zu müssen. Durch die Scheidung kam auch raus, wieviel Geld er in den letzten Jahren an mir vorbei geschleust hat. Er hat ständig Geld von seinen Eltern bekommen...jedes Jahr mehrere tausend Euro und ich wusste nichts davon. Außerdem hat er ein Haus kurz vor der Trennung auf seinen Vater übertragen, dass ich keinen Zugriff darauf habe.

Wenn ich Dunkelheit höre, denke ich an nichts. Ich habe keine Angst im Dunkeln oder so. Im Gegenteil...ich mache gern alles dunkel und schaue dann aus dem Fenster oder liege auf der Couch.

Ich hoffe, dass ich soweit alles beantwortet habe. Ich bin das erste mal in einem Forum angemeldet und weiß noch nicht so recht, was ich alles schreiben kann, darf oder soll...also entschuldigt bitte...

26.05.2021 21:05 • x 1 #21


Excellent66

Zanken tun die Leute immer , nehme mich da nicht aus ,doch es ist Dummheit wir stecken alle im selben Sumpf fest , Gegenseitige Unterstützung ,wäre da schon sehr viel angenehmer , geht ja aber nicht weil sich jeder der nächste ist , auch da nehme ich mich nicht aus

26.05.2021 23:21 • #22


Tilu

Tilu

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Ich will gar nicht streiten...wenn das so wäre, müsste ich mich danach ja gut fühlen und das ist absolut nicht der Fall. Wenn er etwas sagt oder tut, dann sehe ich darin etwas negatives auf den ersten Blick. Dann fühle ich mich angegriffen und will mich verteidigen, also fange ich eine Diskussion an. Da er es nicht nachvollziehen kann, gibt es Streit. Hinterher kann ich das negative selbst nicht mehr finden. Ich überlege dann, wie ich darauf gekommen bin und kann es selbst nicht mehr nachvollziehen. Das ist auch der Grund, warum ich letztendlich zu einer Therapeutin gegangen bin.

Ich kämpfe gerade akut gegen meinen Ex-Mann, dass er mich nicht ausquetscht wie eine Zitrone. Und auch gegen meine Zwillingsschwester, weil sie es nicht richtig findet, dass ich mich getrennt habe und deshalb versucht, unsere Familie davon zu überzeugen, dass sie mich fallen lassen soll. Sie spricht seit einem Jahr nicht mehr mit mir, weil ich meinen Mann verlassen habe.
Das letzte was ich also will, ist noch mehr Streit. Aber ich kann manchmal nicht erkennen, wer es jetzt gut mit mir meint und wer nicht.

27.05.2021 05:33 • x 2 #23


Nottolate

Es klingt für mich dennoch, als wärst du einen innerlichen Druck ausgesetzt und äußerst es in einer Überreaktion.
Lass mich ein paar Kopfgedanken wiedergeben.
Dein Mann erzieht dich seit deinem 14 Lebensjahr, einer Zeit wo du gerade in die Pubertäre Phase schlüpfst und dich von deinen Eltern biologisch abnabelst. In dieser Phase baut sich ein Gehirn neu auf und bereitet sich für das Leben vor. Vergleichbar mit dem Wechseln der Insel meiner Eltern (Geborgenheit zu Zuflucht) wo ich den rauen Ozean (Pubatäre Phase) überquere um die Insel meiner Träume (eigenes Leben) zu beleben. Der Einfluss deines Partners ist der Einfluss deines jetzigen Denkens, er war beim Überqueren des Ozeans ständig an deiner Seite. Er und die 19 Jahre, haben dich zu dem gemacht, was du derzeit bist. Dein innerliches ICH, weigert sich das anzunehmen und schreit es seit Jahren nach außen, doch du wirst nicht gehört. Im Gegenteil du wirst sogar noch von deinen Liebsten unter Druck gestellt.
Die Reaktion gehört zu werden äußert sich zwischenzeitlich bereits bei Kleinigkeiten. Ohne nachzudenken, sucht dein Gehirn die Kohärenz im Angriff. Weg, lasst mich in Ruhe, ich will nicht mehr, warum akzeptiert keiner meine Entscheidung. ICH WILL FREI SEIN?

Tilu: Vorschlag:
Lehne dich zurück und beobachte deine Situation von einer Helikopterperspektive aus an. Lass deine Emotionen dabei außer Acht und konzentriere dich auf die Szenen deines Lebens. Als Metapher könnte man sich vorstellen in der letzten Reihe eines Theaters, ganz oben auf der Tribüne zu sitzen und sich das Schauspiel des eigenen Lebens zu widmen. Wie siehst du dich in dieser Rolle? Wo sind deine Kinder? Deine Eltern, dein soziales Umfeld? Wer steht dir nahe, wer zu nahe?

Du schreibst, du magst die Dunkelheit. Dunkelheit gibt Geborgenheit und versteckt die Umwelt, den Druck, den Einfluss von außen. Deine dunklen Farben passen zu diesem Muster und deine Phobien sind klassisch. Gut, die Spinnenphobie würde ich der Evolution zuschreiben, die Platzangst würde ich mit deiner eingeschränkten Freiheit, die du so dringend brauchst, vergleichen und die Höhenangst spricht vor der Angst der Ungewissheit, des Fallen Lassens, des nicht kontrollierbaren.

Ich hatte mal ein Erlebnis mit einem 1 1/2 jährigen Kind. Der Vater der Familie verstand nicht immer seine Wortwahl und den Ton richtig zu treffen und nahm auch keine Rücksicht mit seinem Tonfall vor dem Kleinkind. Kleinkinder erkennen im Tonfall nicht, ob etwas gut oder schlecht ist, dennoch nahm das Kind den Vater eines Tages an der Hand und führte ihn in sein Zimmer. Als sie dort ankamen, fing das Kind bewusst an zu schreien und stampfe mit den Füßen auf den Boden während es lächelte. Für den Vater war es das Zeichen in Zukunft seine Luft woanders auszulassen, was er auch tat.
Es ist nicht immer notwendig sich sofort auf Dinge zu äußern oder seine Meinung dazu abzugeben. Das Gegenteil ist der Fall. Zähle beim nächsten Mal bis Zehn oder zwanzig und stell dir danach die Frage, ob du überhaupt noch Lust hast zu antworten oder dich zu äußern. Wenn du dennoch merkst das die Stresshormone einschießen, dann geh an einem Ort wo du trampeln kannst du viel du willst. Lass das Wasser raus aus dem Topf und vermeide, dass es überläuft. Mach das ein paar mal und du wirst merken wie dein Körper auf einmal anders reagiert.

27.05.2021 10:01 • x 2 #24


Tilu

Tilu

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Das klingt für mich sehr schlüssig. Ich werde versuchen, dass umzusetzen. Mittlerweile bin ich selbst genervt von mir und möchte unbedingt ausgeglichener sein. Dieses ständige Rauschen in den Ohren, diese ständigen Kopfschmerzen und dazu das Gefühl, immer alles falsch zu verstehen, ist sehr anstrengend und zieht einen nach unten. Dabei habe ich mich von meinem Ex-Mann getrennt, um glücklicher zu sein...nun fühle ich mich inzwischen schlechter als vorher.

Und ich habe natürlich Angst, mich wieder emotional abhängig zu machen.
Kann es auch sein, dass ich meinen Partner "wegschubse", um mich emotional nicht so stark binden zu müssen?

27.05.2021 10:25 • #25


Nottolate

Hallo @Tilu, Das wegschubsen hast du gut erkannt. Das Leben sagt es dir ja bereits ausführlich, du musst nur hinhören.
Es gibt 3 Bereiche im Leben welche stimmig sein sollten, um inneren Ausgleich zu finden. Arbeit/Beruf - Familie/Freunde - Freizeit/Hobby. Wie ist die Aufteilung bei dir? Hast du genügend Zeit für dich? Für deine Hobbys, für deine Weiterentwicklung, für deine persönlichen Ziel? Meist wird die eigene Freizeit ganz nach hinten verschoben. Wie ist das bei dir?
In wenigen Jahren kommen deine Kids in die Pubertät, das heißt für dich, dass es eine Zusätzliche psychische Belastung geben wird, die man nur dann mit Freude meistern kann, wenn man den Rücken frei hat und man einen inneren Ausgleich findet

Wie gefällt dir folgender Gedanke?
Du wirst eingeladen auf einen einwöchigen Segeltörn, ohne Kids, ohne Partner. Du weißt das Zuhause alle gut betreut sind und kannst dich stresslos diesem Abenteuer widmen. Dabei lässt du beim Segeln deine Seele bei strahlend Blauen Himmel baumeln während der warme Sommerwind deine Haut streichelt. Beim Besuch romantischer Hafenstädte kannst du frei aller Gedanken durch die einladenden Gassen marschieren, Getränke genießen und dabei auf das weite Meer hinausblicken. Die Abende verbringst du in einsame Buchten begleitet vom Geräusch der Wellen, des Windes und der Grillen die dir ein Abendlied singen. Oder du lässt dich in eines gemütlichen Restaurants am Meer mit Köstlichkeiten verwöhnen währenddessen du den Sonnenuntergang beobachtest....

Stresst dich dieser Gedanke oder empfindest du so etwas wie Erleichterung, Freiheit, ein Gefühl von Ich würde wenn nicht... etc.?

27.05.2021 11:12 • x 2 #26


Tilu

Tilu

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Bei der Arbeit ist es sehr stressig. Ich arbeite bei einer Versicherung und wir sind normalerweise zu zweit im Büro, aber meine Kollegin ist seit Oktober in Elternzeit und seitdem mache ich alles allein. Außerdem habe ich seit Januar noch einen Nebenjob, da ich finanziell sonst an meine Grenzen komme. Durch die Anwaltskosten der Scheidung und dadurch, dass mein Ex auch alles Geld usw. behalten hat, muss ich mir erstmal wieder eine Grundlage schaffen.

Bei Freunden und Familie ist es auch eher unruhig seit der Scheidung. Meine Kinder betreuen wir im Wechselmodell, weil mein Ex das unbedingt möchte. Er hat sich zwar nie um die Kinder gekümmert und fehlte bei sämtlichen Aktivitäten und Ausflügen, aber jetzt hat er es ganz wichtig. Die beiden bekommen alles, was sie sich wünschen, sei es noch so teuer oder sinnlos. Meine Zwillingsschwester besucht und spricht nur noch mit meinem Ex. Ansonsten hab ich noch meine ältere Schwester und meine Mutter. Mein Vater ist schon vor 12 Jahren an Krebs gestorben.
Freunde habe ich einige und auch sehr sehr gute, obwohl es seit der Trennung natürlich weniger geworden sind. Meine Ex-Familie bewertet die Trennung so, dass ich sie damit angegriffen habe und deshalb sind sie permanent darauf aus, mich schlecht zu machen bei meinen Kindern und Lügen zu verbreiten.

Als Hobby habe ich eigentlich tanzen, wobei das durch Corona nicht mehr möglich war. Ich treibe aber auch so viel Sport und fahre gern Fahrrad. Dafür versuche ich auch mir Zeit zu nehmen.

Der Gedanke mit dem Segeltörn löst eher ein ungutes Gefühl in mir aus. Eine Woche weg? Das kann ich mir nicht vorstellen...ich hätte Angst, dass sich alles verändert in dieser Zeit...dass nichts mehr so ist wie vorher. Macht vielleicht keinen Sinn, aber das war mein erster Gedanke.

27.05.2021 14:51 • x 2 #27


Nottolate

Uhi, da lebt jemand seinen Kontrollzwang Was bewegt dich dazu?
Loslassen ist ein schönes Gefühl. Sich einfach treiben lassen. Hingabe im Wissen, das alles von alleine gut wird und das wird es auch. Glaub daran.

Danke Tilu, auch für deine ehrlichen Sätze.
Die Situation mit deinem Ex und den Kids wird sich legen. Zeig einfach deinen Kindern das du sie liebst, das sie immer ein Teil von dir sind und es immer bleiben werden, mehr ist nicht notwendig. Sie sind noch Jung dennoch wissen sie was Ihre Mutter wert ist, auch wenn ihr Vater anderer Meinung sein mag.
Das rundherum versuche nicht zu bewerten, nicht zu lenken, folgedessen versuche es objektiv zu betrachten und nicht sachlich. Stell dir vor, es ist nicht dein Leben, sondern irgendeines. Lass die negativen Einflüsse nicht an dich heran. 85% unserer Gedanken und Befürchtungen sind Müll. Warum das Gehirn damit belasten, wenn es schönere Dinge tun könnte. Deine Eltern und auch deine Geschwister meines es gut mit dir. Auch wenn deine Meinung nicht mit jener von Ihnen konform geht, bist du nach wie vor ein Teil von Ihnen. Bleib dir selber treu und genieße die Zeit mit deinem neuen Lebenspartner. Lass dich von ihm verwöhnen und verwöhne ihn. Deine Belastung spürt er. Er kann sie dir aber nicht nehmen, das liegt schon an dir.

Negative Gedanken kann man nicht wegdenken Tilu. Man kann sich aber die Frage stellen, von wem sie kommen. Von dir oder von deinem zweiten Ich. Stell dir mal die Frage wer so überreagiert? Du oder deine Vergangenheit, das Kind in dir, wie es eine Psychologin schön umschreibt. Sigmund Freud lehrte es uns bereits vor 100 Jahren und gab es uns mit auf dem Weg des Lebens. Lerne dein zweites Ich kennen und teil ihm mit, dass du nicht bereit bist seine negativen Gedanken und damit verbundenen Emotionen weiterhin zu akzeptieren. Teil ihm mit, dass du ihm zukünftig nicht mehr folgen wirst. Zukünftig kannst du, sobald dir ein negativer Gedanke kommt, deinem Ich mitteilen, dass sie es sein lassen soll dich weiter zu manipulieren.
Ich weiß, hört sich blöd an, aber versuche es. Es macht Spaß, keiner bekommt es mit und es zeigt eine schnelle und positive Wirkung. Und das Schöne daran. Das ICH macht, was du ihm sagst. Je öfter du es ihm Mitteilst, desto mehr wird es dir zuhören und deinen Rat befolgen.

27.05.2021 16:01 • x 2 #28


Tilu

Tilu

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Ja, ich bin ein Kontrollfreak. Ich mache am liebsten alles selbst und bin sehr perfektionistisch. Keine Ahnung, seit wann das so ist. Ich denke, ich will nichts aus der Hand geben, weil ich vielleicht auch Bestätigung suche. Je mehr und je besser ich etwas getan habe, desto mehr nehmen es andere Menschen vielleicht wahr.

Danke für deine Ratschläge und deine Ideen. Es ist schön, dass ich mich hier öffnen kann und ich so tolle Antworten bekomme...

27.05.2021 20:30 • x 1 #29



Hallo Tilu,

x 4#30


Excellent66

Zitat von Tilu:
Ich will gar nicht streiten...wenn das so wäre, müsste ich mich danach ja gut fühlen und das ist absolut nicht der Fall. Wenn er etwas sagt oder tut, dann sehe ich darin etwas negatives auf den ersten Blick. Dann fühle ich mich angegriffen und will mich verteidigen, also fange ich eine Diskussion an. Da er es ...

Ich spreche mit meinem mittleren Bruder , seit 30 Jahren nicht mehr

27.05.2021 21:44 • x 1 #30

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