Negative Gedanken loswerden und in positive umwandeln

Schlechte Gedanken schnüren die Kehle zu, sie werden vor dem inneren Auge wahr.

Eine Studie der Universität Lübeck hat gezeigt, dass depressive Menschen nicht nur negativ denken, sondern dass ihre Gedanken häufig von eindringlichen Sinneswahrnehmungen begleitet werden.

Mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer sprachen von bösartigen inneren Stimmen, von bleischweren Körperteilen oder Atemproblemen. Von Bildern in ihrem Kopf über den Tod, von nicht vorhandenen Gerüchen und dass sie oft keine Farben mehr sehen könnten, sondern alles grau wurde.

Das war keine Fantasie, sondern Sinneseindrücke und Empfindungen. Am häufigsten waren die körperlichen Beschwerden.

Ich erkenne mich da in einigen Punkten wieder. Das macht Angst. Leider finden diese Erkenntnisse in Therapie und Diagnostik bisher kaum Anwendung.

Wie sind da eure Erfahrungen? Werden diese Beschwerden von Ärzten und Therapeuten
berücksichtigt?

25.10.2015 17:42 • #1


Meine Thera geht auf das Phänomen sehr gut ein. So neige ich dazu, bei schweren Ängsten meinen Partner als besonders hart und grau zu sehen. Mit tiefen schwarzen Furchen im Gesicht. Er macht mir dann noch mehr Angst. Auch sehe ich mich selber in anderen Farben, ganz seltsam und schwer zu erklären. Meine Thera kennt das bei mir und konnte mir schon häufig daraus helfen. Für sie ist diese Dissuziation mit meinem Krankheitsbild erklärbar.

Ich finde das auch logisch, denn alles, was wir sehen, ist ja letztendlich durch unser Gehirn konstruiert. Philosophen fragen daher schon immer, sehen wir wirklich grün oder bilden wir uns grün ein. Und sehen wir das gleiche grün wie der nächste neben uns.

25.10.2015 18:06 • #2


Knoten
Oh ja, das Thema kenne ich auch. Psychosomatische Schmerzen waren bei mir gerne zu Besuch. Vor allem Atemnot, das Gefühl zu Ersticken. Dies kam in der Zeit mit den ständigen Angriffen meines Nachbarn am häufigsten vor.

Ganz am Anfang meiner 2ten Depressionsphase, die 2009 anfing und nun in meine Erwerbsunfähigkeit geendet hat - die Ersten war vor 18 Jahren - war die Welt grau in grau. Nichts konnte mich aus meinem Loch rausziehen. Ein Psychiater hat mich von Heute auf Morgen in eine Akutklinik eingewiesen, wo ich dann 11 Wochen verbrachte. Danach kam dann erstmal wieder dieser typische "nach der Klinik" Absturz, weil die Käseglocke nicht mehr vorhanden war.

Mein jetziger Psychiater und mein Lebensgefährte haben mir durch die schwierigste Zeit geholfen.

Auch heute treten immer mal wieder Schmerzen auf. Aber damit habe ich gelernt umzugehen. Ich weiß sie kommen und gehen. Genau wie meine Stimmungsschwankungen, die mal heftiger mal erträglich und mal ok sind.

Einen Therapeuten habe ich nicht. Die Krankenkasse hat mich als aus therapiert eingestuft. Na ja, dass wichtigste bespreche ich in den kurzen Terminen mit meinem Psychiater, was auch ok ist.

26.10.2015 12:41 • #3


Ich befinde mich grade in einer sehr schwarzen Phase,
und merke wie mein Körper rebelliert.
Durch Juckreitz, Atemnot, Farbverlust, Zittern der Gliedmaßen, Farbverlust in der Sicht, von meinen inneren Filmen mal ganz zu schweigen.
Ich bin leider noch nicht in Therapie, kümmere mich aber darum soweit es möglich ist.
Nur die Ärzte gehen darauf nicht ein, leider auch nicht darauf meine Attacken abzuschwächen.
Tabletten fressen und auf einen Therapieplatz warten heißt es immer.

Gruß Gumble

13.09.2016 18:47 • #4


Also mein Hirn führt auch ein Eigenleben. In schlechten Zeit quält es mich mit Bildern aus der Vergangenheit, nach dem Motto "damals war es so schön und das kommt nie wieder". Oder es bringt mich so auf Ideen, gegen den Baum zufahren, osä. Das sind dann immer nur Sekunden, aber die belasten mich für Stunden.
Das mit der Atmung kenn ich auch. Das Gefühl nicht richtig durch atmen zu können. Hatte ich vor 2 Wochen erst wieder, obwohl es mir eigentlich ganz gut geht.
Manche Symptome kommen aber auch in den guten Zeiten.
Es ist ein täglicher kampf.

16.09.2016 07:17 • #5


Nach meinem ersten Therapeuten Besuch heute war ich noch mal in der Ambulants meiner örtlichen Klinik, und ich habe ja schon eh Angst vor Ärzten, aber ich muss sagen heute haben sie es wirklich übertrieben. Meine behandelnde Ärztin fragte ob ich was dagegen hätte wenn ich mich mal mit einer Praktikantin und einem angehenden Arzt unterhalten würde. Hilfsbereit wie ich bin willigte ich ein. Nach dem ich den beiden dann erzählte, was mich die letzten zwei Monate so plagt und meine gesamt Situation beschrieben habe, gingen sie kurz vor die Tür. Um mit der behandelnden Ärztin Rücksprache zu halten. Diese setzte sich dann völlig aufgelöst zu mir, mit den zwei anderen und ich wiederholte das was ich schon zuvor berichtet hatte. Alle drei verließen danach kurz das Zimmer, mit dem Stationsleiter im Schlepptau standen plötzlich vier Ärzte vor mir, und ich wiederholte das bereits gesagte. In mir wuchs die Angst bis ins unermessliche, sie verließen wieder den Raum und kamen mit dem Chef Psychiater zurück, dem ich darauf hin nochmal erzählte was los ist. Ich konnte kaum noch reden oder Atmen vor Panik, der Chef Psychiater erklärte mir das meine Symptome nicht zu meiner Diagnose passen. Hat mich wieder beruhigen können und mir von dieser Studie erzählt. Ich solle mich zur richtigen Diagnostik in Stationäre Behandlung begeben, in der sämtliche Untersuchungen gemacht werden, wie Schlaflabor, EEG und vieles mehr.

Ich bin da zwar nicht so erfreut drüber, vertraue den Ärzten aber und ich möchte ja auch das endlich der Grund gefunden wird und ich damit arbeiten kann. Damit es bald wieder Bergauf geht.

Gruß Gumble

20.09.2016 13:56 • #6




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag