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Festgesetzte Gedanken

kloeffler

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Hallo,

Ich habe da negative - nicht ungefährliche - Gedanken, die haben sich total festgesetzt und ich werde sie nicht mehr los.

Die Klinik hat mich vor 3 Wochen so entlassen nach 1,5 Jahren in diversen Kliniken. Ich wurde als therapieresistent und chronisch suizidal betitelt.
Mein Therapeut weiß eigentlich Bescheid, meint aber, da ich heute lächeln könnte, es sei nicht so wild.
Da die Gedanken so festgefressen sind, wird auch ein Aufenthalt auf der Geschlossenen nichts bringen - da bin ich nur 3-4 Tage zur Krisenintervention.
Familie und eine Freundin reichen nicht aus als Hilfe, auch aufschreiben nicht.

Normal kann ich mit meinen negativen Gedanken gut umgehen, habe Defusionstechniken gelernt. Aber dieses Mal hilft nichts.

Wohin kann ich mich noch wenden?

Danke euch.
(Ich bin nicht akut gefährdet, es sind nur Gedanken. )

21.10.2021 17:30 • x 1 #1


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bones

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Hast du mal probiert mit Meditation oder Entspannung? Da kann man die Gedanken weg trainieren für kurz zeit.

Ich hatte vor 2 Jahren auch das Problem gehabt mit den suizidgedanken. Die gingen auch nicht weg. War selber in der geschlossene für 3 Monaten. Wurde mit benzo Monate lang hoch dosiert . Irgendwann nach richtiger Einstellung der medis gingen sie Gott sei Dank weg.
Ich hatte bis vor 1 Woche Ruhe gehabt. Nun hab ich sie wieder. Es sind diesmal wie bei dir nur Gedanken.

Wollt dir nur sagen, dass du nicht alleine damit bist. Fühle mit dir.

21.10.2021 20:59 • #2



Hallo kloeffler,

Festgesetzte Gedanken

x 3#3


kloeffler

kloeffler

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Leider hilft Entspannung nicht nachhaltig. Ich brauche was, was länger hilft. Auch Benzos tun bei mir nicht viel... War selbst zuletzt 8 Wochen auf der Geschlossenen.... (inkl Suizidversuch )

23.10.2021 12:06 • #3


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bones

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Was für medis nimmst du denn im Moment? Weil 8 Wochen halte ich für wenig, wenn man bedenkt, dass du nen Versuch hinter dir hattest.

Haste mal probiert, irgend welche Reize zu probieren? Weil das ne gute Methode ist wieder im hier und jetzt Modus zu gelangen.

23.10.2021 18:47 • #4


kloeffler

kloeffler

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Venlafaxin und Lithium. Helfen beide gut.
Im Bedarf Neurocil, für den Notfall Tavor.

Man hat mich mit Suizidplänen im Kopf von der Geschlossenen auf die Offene verlegt, weil der Platz gebraucht wurde und ich eine der Stabileren war...

Was für Reize meinst du?

23.10.2021 20:32 • #5


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bones

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Ah ok. Hört sich vernünftig an was deine medis betrifft. Lithium ist sehr effektiv bei suizidgedanken.

nun kannst du deine Gedanken kontrollieren?
bei mir ist es im Moment so, dass ich sie kontrollieren kann. Aber es ist sehr schwierig da rational zu denken.

nun mit Reize meine ich, sei es Gummi am Handgelenk oder Düfte zum Beispiel. Damit kannst du gegen steuern.

24.10.2021 05:48 • #6


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buddl1

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alles nur Gedanken,
ein Karussell was sich ewig dreht...

nicht hilft wirklich,
immer kehrst du zurück,
weißt du auch warum?

wahrscheinlich ist dein Leben ist so in einheitliche Spuren gefasst,
dass wenn du immer die gleichen Gleiße befährst,
auch immer wieder an denselben Bahnhöfen anhältst
und somit du immer wieder dieselben Gesichter, die selben Gebäude siehst,
und ja auch dieselben Wege gehst, gerade dann wenn du ausgestiegen bist
weil du wieder mal dich selber erwischt hast, Hand anzulegen....

und täglich grüßt das Murmeltier...

nein es soll jetzt nicht wichtig sein,
es ist nur der Versuch von mir dir zu erklären, warum dein Therapeut abwinkt,
dass es nicht so schlimm ist, dass du aus der geschlossenen raus musst, weil es akutere Fälle gibt
und ja, sie haben damit auch noch recht,
... weil du ja jetzt hier über dich selbst schreiben kannst,
musst, du selber gefunden hast, deinen Teufelskreis.

es ist schwer aus seinem eigenen Gefängnis heraus zu kommen, Mauern einzureißen,
die man kaum selbst sehen oder erkennen kann,
aber da du ja hier bist, hast du eben jene gefunden,
Mauern, Grenzen und eben die Zwänge die damit unweigerlich verbunden sind.

und in meinem geschriebenen könnte die Lösung liegen,
wenn du brechen kannst, sich neu erfinden, wenn schon das Verlassen des eigenen Gleises (Arbeit/Wohnung)
nicht möglich ist, so doch zumindest die Bahnhöfe wechseln, andere Haltestellen zu suchen (eben wie Meditation) sei es auf freier Strecke oder bisher unbeachtete Nebengleiße befahren, neue Bahnhöfe suchen.
ich meine damit deinen Alltag ändern, sich Ziele setzen,
und neben neuen Herausforderungen auch Ziele setzen und
ja auch Verantwortung zu übernehmen zu wollen, zu können, sich zuzutrauen...

überdenke deinen ALL-Tag, was kannst du mit anderen Dingen füllen,
ich lief zum Bsp. im Wald, einfach ohne Ziel, ohne gesehen werden zu wollen,
immer wenn dunkle Wolken aufzogen- im Kopf-
auch wenn der nicht vor der Tür lag, der Wald, fuhr ich mit meinem Moped hin, und selten war ich im Wald allein
ich war nicht der einzige Verrückte und ja es tat gut zu wissen...
und ausgepowert wieder zuhause, die eigenen Zimmerwände einen nicht mehr so zerdrücken konnten, im Bad der Köper seine Erholung und Entspannung fand.
Der eingeforderte Schlaf mir letztlich viele Gedanken abnahm,
Träume weniger einen in die Tiefe rissen...
und beim nächsten Tag, die Strecke länger wurde von Mal zu Mal, der Körper ja
sich einstellte, mehr Kraft und Ausdauer mir gab.es gelang mir Ziele zu setzen,
greifbare und auch Belohnungen sich zu geben,
es endete letztlich mit 20km mit dem Rad- Moped blieb für die Arbeit, 2h Rudern an einem See, Mittagessen in einer Kneipe und 20km mit dem Rad zurück. der Tag war um, ich geschafft, aber Stolz Ziele nicht nur gesetzt, sondern auch erreicht zu haben.
Dieses Bewusstsein sich selbst zu geben, ja Medis können das begleiten, aber allein der eigene Wille muss gefunden werden, er muss sich erkämpft werden,
nicht erwarten, dass andere etwas mir vorgeben, was zu tun sei,
nein, man muss sich selbst am Schopf packen, dann helfen die anderen die einen begleiten können.
aber deren Weg zu gehen,
kann nicht gelingen, denn das ist deren nicht der eigene...

und weißt du warum ich von diesem Weg- meinen- so überzeugt bin?
ich ging ihn bereits zum zweiten Mal, auch wenn die Rahmenbedingungen anders waren,
aber ich fing an mit 100m Schwimmen in der Schwimmlalle 25 Jahre später,
schimpfte auch das Chlor im Wasser, was mir die Luft nahm,
letztlich es das Rauchen war.
ich kam auf 3000m, in Normzeit Stück für Stück.
es kam nicht über Nacht, brauchte 2 Jahre dafür,

alles dazu aufzuschreiben,
Bücher füllen würde und doch nur mein Leben wiederspiegelt.
mit vielen Tiefs, wenigen Hochs,
und immer noch nicht Schluss, am Ende zu sein oder zu fühlen...

die Gedanken sind nicht weg,
werden wohl immer da sein,
sind aber beherrschbar geworden und können mit vielen kleinen Dingen
die man selbst für sich tut, wieder ganz nach hinten gedrängt werden,
sei es eine extra Runde mit den vier Pfoten, einem Stopp beim Vietnamesen, das B. genießen, die Leute zu beobachten, wie sie in ihrer Hast vorüberziehen und dann der kurze Weg wieder nach Haus,
mit anderen Gedanken, was noch zu machen ist,
... weil man es kann...
buddl1,

24.10.2021 07:43 • #7


kloeffler

kloeffler

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Ich lenke mich viel ab, mache Sudokus, gehe spazieren, nähe.
Spazieren hatte heute schon wieder den Negativeffekt und mich voll reingeritten.

Leider bleiben dir Gedanken nicht bei Gedanken, sondern es entwickeln sich Pläne... bzw ein Plan... ein sehr konkreter. Daher Besucher ich dringend Hilfe, weiß nur nicht, wo ich hin soll...

24.10.2021 16:27 • #8


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bones

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Wohnst du mit deiner Freundin zusammen oder allein? Ich weiß ja nicht wo du herkommst, aber ich hatte beim letzten suizidgedanken ne Person gehabt, die täglich zu mir kam und wo drüber geredet wird, Aktivitäten zusammen gemacht und je nachdem wie schlecht es mir ging, könnte ich bei denen im Therapie-Gebäude schlafen unter Beobachtung. Hier im Saarland heißt der Verein INVITA. vielleicht gibt es sowas bei dir auch . Wäre doch ne Möglichkeit sowas in Anspruch zu nehmen. Der Alltag bleibt gleich und nicht wieder auf der geschlossene. Ist auch angenehmer.

24.10.2021 19:17 • #9


kloeffler

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Ich bin im sozialtherapeutischen Wohnen. vielleicht kann ich meine Betreuerin sensibilisieren. Normal reden wir nur einmal pro Woche ausführlicher...
Im Zimmer bin ich alleine, aber ich habe mehrmals täglich Kontakt mit anderen Betreuern und Mitbewohnern.

24.10.2021 20:25 • #10



Hallo kloeffler,

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buddl1

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reden ist immer gut,
am besten mit einen Vertrauten für Herz und eben Seele.
Betreuer tuen was sie sollen, aber können sie dein Herz und deine Seele erreichen?
sicher nicht, das trifft sicher auch deine Mitbewohner zu,
meist haben sie genug mit sich selbst zu tun,
hören sicher ab und an zu, aber keiner kann wirklich abschätzen, wie es in deinen inneren aussieht.

wenn es so akut ist,
musst du freiwillig in eine Klinik gehen.
nur dort kann man aktiv verhindern, dass es zum schlimmsten kommt, nur dort kann dir der geschützte Raum geboten werden.

wir hier,
wir können hier nur mit dir schreiben,
und austauschen, mit dir teilen,
aber keiner kann deine Hand halten,
deinen Weg gehen oder begleiten.

sicher,
für viele bedeutet das schon viel,
aber wenn du die Kiste hier abschaltetest,
dann bist du eben allein mit all deinen Gedanken,
den Visionen, die du so nicht erleben magst,
aber bevor Pläne Wahrheit werden,
öffne dich und suche die Hilfe zunächst im geschützten Raum.
buddl1,

25.10.2021 05:31 • x 1 #11

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