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Erste Depression

Flo-87

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Hallo Zusammen,
Ich bin neu hier und suche Leute zum Erfahrungsaustausch. Ich habe im Sommer eine bipolare Störung diagnostiziert bekommen (hatte eine stark manische Episode) und bin seit ein paar Monaten in einer depressiven Phase. Da ich vorher nie etwas mit Depressionen zu tun hatte, überfordert die Situation mich ein wenig. Dinge bei denen ich ehemals Spaß hatte, machen mir keine Freude mehr. Ich fühle mich ziemlich allein und missverstanden mit der Situation. Mein Umfeld reagiert ziemlich komisch auf die Situation, fasst mich mit Samthandschuhen an und stellt meine Gemütslage auf ein Podest, was für mich sehr unangenehm ist. Was macht ihr wenn ihr in einem Loch gefangen seid? Was hilft euch da wieder raus zu kommen?

Grüße Flo

03.12.2019 15:12 • x 1 #1


bones

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Herzlich willkommen im Forum.

Nun auf deine Frage zu kommen, was man machen könnte, wenn man in einen loch gefangen ist. Es gibt ne Technik bei solch Situation, wo man sich bisschen helfen lassen kann selber. Nähmlich das ABC-modell. Weiss nicht, ob du es kennst?

Bist du in Behandlung? Psychiatrische ambulant und Psychotherapie? Es hilft unheimlich von einer fachperson gerade in gesprächtherapie, sich über die Depression zu unterhalten. Meist auch die effektivste Methode beide gleichzeitig zu absolvieren.

03.12.2019 15:50 • #2


Flo-87

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Nein das ABC Modell sagt mir nichts. Ich befinde mich derzeit in keiner Therapie, aber versuche eine Gesprächstherapie zu bekommen. Momentan nehme ich nur Medikamente (Valproat) und versuche bestmöglich auf der Arbeit zu funktionieren.
Gibt es zu diesem ABC Modell Bücher oder Audios zum herunterladen?

03.12.2019 17:05 • #3


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Dakota

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Nun ja es kommt bei mir auf das Ausmaß des Lochs an.
An und für sich helfe ich mir durch regelmäßigen Ausdauersport (fahre Fahrrad), ausreichend Schlaf, mache Verabredungen mit Freunden, ich gehe gerne in die Badewanne, esse regelmäßig, habe Körperkontakt mit meinem Partner, nehme ein Medi, habe Gespräche mit meinem Therapeuten, erledige meine Pflichten, .
Jetzt weiss ich aber nicht wie es bei Dir ist aktuell. Du bist in einer akuten depressiven Phase? Wenn ich es richtig verstehe, bist Du aktuell zumindest arbeitsfähig?
Was hat Dir früher geholfen, wenn es Dir schlecht ging?
Welche Hobbies und Interessen hast Du? Gibt es da etwas, das Dich stärkt in einer schwierigen Zeit?

03.12.2019 18:46 • #4


Flo-87

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Ja ich bin momentan akut in einer depressiven Phase. Arbeitsfähig bin ich mehr oder weniger. Vorher half der Job, die Partnerschaft und mein Hund mir sehr. Meine Partnerschaft hatte ein ein Ende gefunden und ich musste meinen Hund abgeben. Bei Job habe ich eine Beförderung hinter mir und das neue Aufgabengebiet liegt mir nicht so sehr, vorallem weil man sich mit Themen wie Entlassungen beschäftigen muss. Zu Dingen, die mir sonst so halfen wie Sport, Musik und Videospielen, habe ich momentan keinen Draht/Interesse bzw. kann mich kaum motivieren. Ich war vorher sehr antriebsstark und konnte mich zu allem motivieren und mein soziales Umfeld ist seit der manischen bzw. später depressiven Phase zurückgegangen, da die Leute scheinbar die Situation nicht wirklich nachempfinden können, bzw nicht wissen wie sie damit umgehen sollen.

04.12.2019 09:51 • x 1 #5


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Axel61

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Erinnert mich an Mich

Vielen hier wird es ähnlich gegangen sein. 2005 hatte ich ein ähnliches Loch. Freundin ausgezogen, Hund hatte ich eh nicht und Job, na ja, Geld ist nicht alles, auch wenn es nicht schadet.

Therapie, Antidepressiva, Sport.irgenwie hat es dann funktioniwert. Vor einem Jahr dann das alte Loch wieder gefunden und wieder Medikamente genommen. Seit 6 Wochen jetzt wieder im Loch. Ich glaube nicht, dass es da ein Kochrezept gibt. Gäbe es das, wäre hier keiner. Heilung? Damit rechne ich nicht mehr. Ich versuche einfach ein Umfeld zu schaffen, mit dem ich zurecht komme. Ob das auf Dauer klappt? Komisch.ich bin zwar noch registriert, aber seit 2 Jahren spiele ich auch nicht mehr. Auch dazu fehlt mir der Antrieb. Es ist aber auch stressig, wenn man dann keine Gruppe zusammen bekommt.

04.12.2019 10:22 • #6


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Bella72

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Hallo Flo,

willkommen hier im Forum! Allein das ist ein erster Schritt.
Ich habe einige sehr schwere Depressionen hinter mir. Ich bin auch bipolar wobei der Schwerpunkt auf der Depression liegt. Wie lange hat Deine Manie gedauert? Und wie lang bist Du schon bipolar? Valproat ist eigentlich ein gutes Mittel aber vielleicht solltest Du aktuell noch ein Antidepressivum dazu bekommen. Mir hat z.B. Venlafaxin immer gut aus der Depression geholfen. Frag doch mal Deinen Arzt.
Was mir geholfen hat, war im Grunde der Aufenthalt in einer Klinik mit professioneller Betreuung denn zuhause haben wir es nicht in den Griff bekommen. Es sollte aber eine wirklich gute Klinik sein denn es gibt viele schlechte. Wichtig ist eine engmaschige medikamentöse Betreuung denn bei Bipolar kommt man leider kaum ohne Medis aus. Das wollte ich lange nicht wahrhaben, muss es aber bestätigen.
Bei Bipolar kann die Depression auch plötzlich weg sein. Bei mir ist das immer so. Mehr oder weniger von heute auf morgen. Ansonsten heißt es einfach aushalten und akzeptieren. Es gibt die sog. Akzeptanztherapie. Google das doch mal. Denn wirklich dagegen ankämpfen kann man nur bedingt. Und da hat jeder andere Dinge. Mir hat dann leider gar nichts mehr gut getan, selbst mein Hund war eine Last. Aber sich ganz hängen zu lassen, ist natürlich auch keine Lösung. Puzzeln fand ich nicht schlecht, spazierengehen, was Leckeres essen, das wars bei mir auch schon
Du kannst mich gerne löchern wenn ich Dir helfen kann
Liebe Grüße

04.12.2019 10:47 • #7


bones

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Zitat von Flo-87:
Nein das ABC Modell sagt mir nichts. Ich befinde mich derzeit in keiner Therapie, aber versuche eine Gesprächstherapie zu bekommen. Momentan nehme ich nur Medikamente (Valproat) und versuche bestmöglich auf der Arbeit zu funktionieren.
Gibt es zu diesem ABC Modell Bücher oder Audios zum herunterladen?


Das ABC Modell basiert darauf, dass ein bestimmtes Ereignis geschieht, sei es nun mal dein Problem. Das ist das Was passiert.dies bewertet man natürlich.daraus resultiert sich ein Gefühl. Um dies zu durchbrechen, überlegt man, was man anders machen könnte,dies erzeugt ein neue Bewertung (dies mal positiv) und dann ein neues gefühl. lernt mit der Zeit die ereignisse zu überfragen in dem man die sache von einer anderen betrachtweuse zu bewerten.
Könnte man ein Bild hier hochladen, könnte ich das hier hinzufügen. Nur weiss ich nicht, ob das geht. Sonst mach ich es sehr gerne.

Wie viel valproat nimmst du denn? Ich nehme sie ach wegen meiner hypomanie. Hilft gut.nur was deine Depression betrifft,ist dieses medikament ungeeignet. Es reduziert höchstens die Schwankungen der Reihe einer Depression.

04.12.2019 12:54 • #8


bones

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Ich hätte was gut erklärt ist mit dem ABC-modell.
Gib bei Google in der Suchmaschine
ABC-theorie Psychologie ein. Dann kommen paar Seiten,die das modell ausführlich und mit Beispielen schildern.

04.12.2019 13:36 • #9


Flo-87

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Valproat nehme ich nur noch 300 morgens und 150 abends. Als ich wegen meiner Manie in der Klinin war bakm ich 1800mg valproat täglich und dazu noch olanzapin. Ich habe vor kurzem venal teva verschrieben bekommen (37.5mg) aber habe keine apotheke gefunden die weöches beschaffen konnte. Der Psychiater meinte ich solle es vielleicht erstmal mit Therapie versuchen, da die Gefahr besteht dass ich durch Einnahme von Antidepressiva wieder in eine Manie komme. Die manische Episode ging ca. 3 Monate obwohl ich es schwer abschätzen kann ob ich nicht schon vorher manisch war. Die bipolare Störung wurde mir auch erst diesen Sommer diagnostiziert (vorher hatte ich keine derartigen Probleme). Da es noch sehr neu für mich ist weiß ich ehrlich gesagt auch nicht was mein "Normalzustand" wäre.

04.12.2019 15:16 • #10


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Bella72

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Hallo,

lies doch mal nach über die Bipolare Störung. Es gibt viel Info darüber. Vielleicht hast Du die Krankheit schon viel länger. Aber das ist ja im Grunde egal. Jetzt musst Du erstmal aus Deinem Loch raus kommen.

Wie sieht Dein Tag momentan aus? Hast Du Freunde oder Familie, die Dich unterstützen?
Wenn die Depression zu stark wird, kann ich Dir nur empfehlen, in eine Klinik zu gehen, ich weiß warum ich das schreibe.

04.12.2019 15:24 • #11


bones

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450mg ist aber sehr gering.gut wenn du damit klar kommst ist es natürlich immer gut. Und eine manie verhindert werden kann. Die Frage ist halt, noch (Hoff dass es keine manische Phase auftreten wieder natürlich), wenn du wieder deine hoch Phasen hast, ob dann 450mg ausreichen tut. Liegt es denn im therapeutischen Bereich?

Nun wenn die Apotheke kein venlafaxin organisieren kann,da es leider noch lieferschwierigkeiten bei venla gibt. Es gibt ja noch andere Medikamente die ähnlich sind wie venla. Nähmlich duloxetin. Von der wirkmechanismus ähnlich wie venla. Und es ist natürlich durch aus richtig, dass man bei solch Antidepressiva schnell wieder in die manie verfällt. Muss man sehr genau drauf achten. Das ist aber Aufgabe deines Arztes.

04.12.2019 15:28 • #12


Flo-87

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Also momentan versuche ich mich jeden 2. Bis 3. Tag zu Sport zu motivieren. Momantan hab ich Urlaub und mache außer meinem Haushalt nicht sehr viel. Ich beschäftige mich momentan damit mich selbst zu reflektieren und gönne mir Ruhe. Zu meiner Familie hab ich momentan nicht sehr viel Kontakt weil ich sie nicht belasten will. Eine sehr gute Freundin (meine Ex) kommt regelmäßig vorbei und wir schauen Serien und so. Sie hat auch Verständnis für die Situation da sie selbst Depressionen hatte und PTBS. Ich half ihr und anderen Freunden damals immer aus den Löchern raus, nur hab ich jetzt dummerweise kein Ansatz wie ich mir selbst einfach raushelfen kann. Konnte es nie wirklich nachvollziehen bis es mich jetzt selbst getroffen hat. Ich bin auch eigentlich sehr skeptisch gegenüber Antidepressiva und will es erstmal versuche ohne daraus zu kommen. Ich glaube ich habe auch noch nicht die Situation so ganz akzeptiert. Momentan sind meine Gedanken aufgrund der manischen Phase sehr schambehaftet und ich verstehe auch nicht wirklich wie es von heut auf morgen dazu kam dass ich nicht mehr Herr meiner Gedanken und Gefühle bin. Und der Klinikaufenthalt den ich hatte war die Hölle. aufgrund der Situation war ich auf richterlichen Beschluss dort, wurde nur mit Medikamenten vollgepumpt und bekam kein Therapieangebot

04.12.2019 16:10 • #13


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Bella72

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Guten Abend Flo,

Sport ist doch schon mal super!
Es ist immer leichter anderen zu helfen als einem selbst.
Das mit den Medikamenten ging mir jahrelang auch so. Kann ich gut verstehen. Aber wenn Du wirklich bipolar bist, ist die Wahrscheinlichkeit leider sehr gering, dass Du ohne Medikamente auskommst, hart aber wahr. Leider
Was ist denn in der Manie passiert und was war so schlimm an der Klinik? Magst Du das erzählen?
LG Bella

05.12.2019 21:51 • #14


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Bella72

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Hallo Flo,

wie geht's Dir aktuell? Ist es ein bisschen leichter geworden?
Viele Grüße von Bella

07.12.2019 12:42 • #15


Tirza

Hey! Ich kann das total nachvollziehen. Rede doch mal mit deinen Freunden, dass es dir nicht gefällt, wie sie dich behandeln. Meist merken die Menschen das gar nicht selber, sondern machen es unbewusst & sind dankbar & froh, wenn sie drauf hingewiesen werden. Du kannst dir gerne meinen neuen Beitrag zum Thema Depressionen anschauen. Habe über dieses Thema ein eigenes Buch geschrieben, wo ich all meine Erfahrungen, Strategien & Tipps reingeschrieben habe, mit denen man die Depression überwinden kann. Es heißt "In der Dunkelheit liegt die Kraft"
Machst du denn schon eine Therapie?

10.12.2019 15:18 • #16

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