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Erschöpfungsdepression geht nicht weg - was tun?

Anne528

Anne528

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Hallo ihr Lieben,
Hab heute hier her gefunden. Ich bin jetzt bereits über 6 Monate krankgeschrieben. Alles hat angefangen Ende 2019. Da hab ich auf der Arbeit soviel geschafft, dass ich in eine abwärtsfahrt gerutscht bin. Es war dann so schlimm das ich bis zu 13 Stunden gemacht hab und trotzdem nicht fertig war. Ich hatte keine Ahnung was da los ist. Ich bin Anfang 50 und war eigentlich immer eine Powermutti hab 2 Söhne und hab viel geschafft mit meinem Mann bisher. Ich hab die Zähne zusammen gebissen und weiter gemacht. Monat für Monat. Im Mai 20 war dann nix mehr mit mir los. Sogar mein heissgeliebter Garten, meine Jungpflanzen die ich ausgesäht hatte, nichts interessierte mich mehr. Wir wollten ein Zimmer streichen, aber ich war nicht mehr dazu in der Lage. Ich stand da und weinte nur noch. Ich ging zum Arzt mein Blutdruck war 210/110 und ich musste sofort ins Krankenhaus. Es war Verdacht auf Broken Heart Syndrom. Ein Herzinfarkt konnte ausgeschlossen werden, der Bluthochdruck blieb und musste eingestellt werden. Eine Herzinsuffizienz wurde festgestellt. Ich hatte wohl zu lange die Zähne zusammengebissen. Leider ist in meinem Kopf immer noch diese Bremse irgendetwas zu tun. Meine Leberwerte sind nicht gut, deshalb habe ich bisher auch kein Antidepressivum bekommen. Ich weine immer noch wegen Kleinigkeiten. Und mein Garten und alles andere ist mir immer noch Wurst. Aber ich möchte wieder raus aus diesem grau. Aber wie nur. Musik erreicht mich nicht, selbst die Songs mit schönen Erinnerungen lösen nichts in mir aus. Ich hatte vor Jahren schon einmal eine Depression aber sie war viel schneller überwunden. Mit meinem Hund gehe ich in Begleitung jeden Tag, mehr schaffe ich allerdings nicht .

02.02.2021 12:52 • x 6 #1


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Jedi

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Hallo @Anne528 !

Herzlich Willkommen hier im Forum !

Das was Du beschrieben hast in Deinem Beitrag, ist mir nicht unbekannt u. viele andee Forenmitglieder,
wird es auch bekannt vorkommen.

Zitat von Anne528:
Ich bin jetzt bereits über 6 Monate krankgeschrieben.

Darf ich Fragen, "Wer schreIbt Dich krank" (HA oder Facharzt) ?

Und bist Du evtl. schon in Psychologischer od. Psychotherapeutischer Begleitung ?
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Zitat von Anne528:
Meine Leberwerte sind nicht gut, deshalb habe ich bisher auch kein Antidepressivum bekommen.

Zudem Thema,da würde ich noch einmal deinen Arzt nachfragen, denn Antidepressiva können in einer jetzigen Phase,
in der Du Dich gerade befindest, hilfreich sein (das was ich aus deinem Beitrag heraus wahrnehme) !
Sicher gibt es Antidepressiva, die eine engmaschige Kontrolle der Leberwerte nötig machen, aber gibt es auch Antidepressiva,
die die Leber nicht belasten. - Frage da noch einmal explizit bei deinem Arzt nach.
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Das Du jetzt nicht viel schaffst, wird Dich sicher selbst nicht verwundern, denn wer,
Zitat von Anne528:
Ich hab die Zähne zusammen gebissen und weiter gemacht.

braucht sich nicht zu wundern, wenn Du/ Wir nicht auf unsere Seele hören u. nicht im Kontakt mit ihr sind,
dann werden sich die physischen Bedingungen dementsprechend sich bemerkbar bei uns machen u.
uns lahm legen !
Einen Bogen kannst Du auch immer nur, bis zu einem bestimmten Punkt ziehen, bevor er reißen wird u.
so ist dies auch auf uns Menschen übertragbar.

Nun sorge gut für Dich !

02.02.2021 14:23 • x 2 #2


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ZeroOne

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Willkommen @Anne528 !

Deine Situation kann ich gut nachvollziehen, da es mir ähnlich erging: erst immer auf Vollgas, den Verschleiß zwar gespürt, aber nicht reagiert und dann plötzlich der lange Ausfall.

Du hast deine Geschichte relativ kompakt dargestellt, weshalb ich mir keine detaillierte Meinung dazu erlauben will. Im Grunde schließe ich mich aber der Meinung von @Jedi an: auf die passenden (!) Ärzte kommt es an.

Ich weiß nicht, welche Fachärzte du bereits konsultiert hast. Ich war auch bei verschiedenen Fachärzten, da bei mir neben der psychischen Komponente auch andere Erkrankungen im Raum standen. Allerdings hatte ich immer den Eindruck, dass jeder Facharzt nur in seinem begrenzten Gebiet unterwegs ist und nicht über seinen Tellerrand schaut.
Ich hatte mich dann für eine Uni entschieden und habe mich dort lange Zeit interdisziplinär über verschiedene Ambulanzen "durchnudeln" und über Jahre begleiten lassen. Das war anstrengend und hat nicht immer die gewünschten Erfolge gebracht, aber von allen Wegen war es bei mir der beste und ich würde ihn wieder wählen, da die ganzheitliche Versorgung sichergestellt hat, dass nicht doch etwas übersehen wurde und ich durch eine Masche gerutscht wäre.

Zur Leber hast du nicht viel geschrieben. Hast du die schon mal näher anschauen, ggf. eine Biopsie machen lassen? Ich kenne Lebererkrankungen (unterschiedlicher Ursache), die nicht nur die Herzaktivität und den Blutdruck beeinflussen, sondern auch auf die Psyche gehen (Antriebslosigkeit, Abgeschlagenheit, Depression, etc.).

Hast du dir psychotherapeutische Unterstützung organisiert? Wenn deine Leiden nicht organisch bedingt sind und sich in über einem halben Jahr nicht viel an deinem psychischen Wohlbefinden geändert hat, dann wäre das vielleicht ein nächster Schritt? Vielleicht dann auch eine Reha, oder psychosomatische (Tages-)Klinik, etc.? Einfach mal für ein paar Wochen raus aus dem gewohnten Umfeld und dir gutes tun, Achtsamkeit und Selbstfürsorge trainieren?

Ich wünsche dir alles Gute!

LG
ZeroOne

02.02.2021 15:03 • x 3 #3


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sonnenbarke

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Hallo Anne,
ich kann nachempfinden wie es dir geht da ich auch gerade in dieser Situation stecke.
Nichts macht mehr Freude und Spaß und die Kraft etwas zu unternehmen ist auch nicht da. Man kann sich einfach nicht frei strampeln. Und es dauert und dauert bis sich ein bisschen was bewegt. Gut das du mit dem Hund raus gehst, Bewegung hilft mir auch oft gegen die negativen Gedanken und Gefühle
Ich denke man braucht viel Geduld und Verständnis mit sich selbst. Wir sind ja auch nicht hier um uns kaputt zu arbeiten.
Ich wünsche dir viel Kraft und Geduld! Nimm dir die Zeit die du brauchst. Du musst nicht funktionieren wie eine Maschine.
Lieben Gruß
Sonnenbarke

15.02.2021 19:40 • x 1 #4

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