Erschöpfung und Antriebsstörung oder eine Depression?

Clarice

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Hi zusammen,
ich möchte doch jetzt noch mal einen eigenen Thread aufmachen.

Wie ich an anderer Stelle bereits schrieb, sind bei mir rezidivierende Depressionen diagnostiziert.
Meine Ärztin (die mich seit 2004 kennt) hat mich Montag wieder damit krank geschrieben (f33.1. - mittelgradige episode).

Mir geht es nicht richtig elend, kann ich nicht behaupten. Kein Heulen, keine tiefe Traurigkeit, keine Auswegslosigkeit, bin eigentlich grundsätzlich nicht so schlecht drauf und auch willens wieder zu arbeiten.

Ich bin nur dauernd schrecklich müde, schlafe nachts recht gut, und tagsüber mache ich 1-2 stunden etwas - lesen, frühstücken, tv gucken. und dann bin ich wieder so müde, dass ich wieder 2-3 stunden tief schlafe. Sobald ich mehr als 1 Stunde Informationen aufnehme bin ich völlig platt.

Das ist natürlich auf der ARbeit ein Problem, ich kann mich nicht konzentrieren, sitze manchmal da und starre vor mich hin.... dadurch bedingt kriege ich dann allerdings Angst. Und wenn ich morgens aufstehe und da schon kaum die Augen aufkriege, kriege ich die Kurve auf die Arbeit nicht.

So, jetzt war ich heute bei einem Vertretungsarzt, da meine Ärztin nur Mo/Di in der PIA ist.

Der meinte jetzt, ich hätte keine Antriebsstörung (das sehe er mir an Haltung und Reden an, offenbar bin ich noch zu fit oder was???), sondern eine Erschöpfung. Mir persönlich ist das echt Latte, ich will nur wieder fitter sein. Dadurch, dass ich ständig müde bin, ist durchaus auch mein Antrieb gestört *argh*

Er sagte, dass wären Unterschiede in der Behandlung, bei der Erschöpfung müsse man die Müdigkeit wegbekommen, bei einer Antriebsstörung sollte man über (Tages)Klinik nachdenken. Aber er wolle sich da jetzt auch nicht einmischen. Aber mit der Medikamentenwahl (VEnlafaxin) war er doch einverstanden.

Sensationell....

Mal davon abgesehen: eine Antriebsstörung ist doch keine eigene Krankheit, sondern ein Symptom? Ich bin nun schon etwas verwirrt.

Was meint ihr?

Danke und Grüße
Clarice

01.03.2012 15:52 • #1


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Anima

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Hallo Clarice,

ich denke es ist gleichgültig, wie man "das Kind" nun nennt. Du hast definitiv also eine Depression und ich (dieselbe Diagnose) wäre ohne Hilfe der Tagesklinik nicht aus dem Tief heraus gekommen. Ich nehme auch die gleichen Medikamente wie Du in recht hoher Dosierung.
Das aber alleine hilft nicht, es braucht eine Anleitung, um mit den Problemen, die die Depression mit sich bringt, das Leben so zu gestalten, dass es Spaß macht, dass man in der Lage ist, einen normalen Alltag zu leben.

Du beschreibst, dass Du morgens nicht aus dem Bett kommst etc. - das ist die Depression. Der Vorschlag mit der Tagesklinik, ich finde ihn gut.

Gruß Anima

01.03.2012 23:40 • #2



Hallo Clarice,

Erschöpfung und Antriebsstörung oder eine Depression?

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Clarice

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Liebe Anima,
ich denke du hast recht. Ich frag mich ja auch was der Unterschied ist.

Aber die Tagesklinik empfahl der Arzt ja nur bei Antriebsstörung und eben nicht bei Erschöpfung, die er mir ja "attestiert" hat.

Wie auch immer: so schlecht geht es mir zum Glück noch nicht, dass ich in die (Tages)Klinik muss.

Ich habe rechtzeitig gehandelt und merke auch heute wie mein neues Antidepressiva (Venlafaxin) anfängt zu wirken. ich habe zwar schlecht geschlafen (ist halt eine NW), aber ich bin durchaus fit und guter Dinge.

Gernervt bin ich allerdings von meiner Firma.... mein Chef und eine Kollegin wissen bescheid. Eben kam ne SMS "Gute Besserung von der Gruppen und Herrn X, bis Montag dann."

Na, da wird aber schön Druck und Erwartungshaltung aufgebaut... "Danke, dass Sie so offen sind Frau Clarice"; "Aber klar, du bist krank".... Aber bitte trotzdem Montag wieder mit 150 % Einsatz....

Ich hätte grad Bock mich weiter krank schreiben zu lassen...
Nee, mach ich aber nicht, ich will ja arbeiten. ich mag meine Arbeit ja grundsätzlich, ebenso wie meine Kolleginnen und es gibt auch sicher schlimmere Chefs als meinen. *g*

LG Clarice

02.03.2012 15:00 • #3


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Anima

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Mal eine Frage nebenbei: Was ist das für ein Arzt? Deine Ärztin hat ja etwas anderes attestiert. Etwas verwirrend - damit meine ich nicht Dich, sondern den Arzt.

03.03.2012 00:20 • #4


Clarice

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sind beides Psychiater an der PIA hier bei uns.
Aber du weißt doch: 3 Ärzte, 5 Meinungen...

Puh, was hab Bammel vor Montag.

Aber ich habe eine Idee:
Unsere Abteilung hat gerade einen Coach (eine Coachin *g*) zur Verfügung. Sie ist Psychologin und war lange in unserem Unternehmen, u.a. für Auslandsmitarbeiter in Krisensituationen). Jetzt ist sie selbständig.

Sie hat unseren Workshop geleitet, moderiert das Aufwärtsfeedback für den Chef.

Ich denke er (oder er und ich) sollten uns mal mit ihr zusammen setzen. ggf. kann sie gut vermitteln und ihm meine Bedürfnisse/Probleme auch klar machen?


Cheers,
Clarice

03.03.2012 16:22 • #5


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Anima

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Ja, warum nicht! Wäre interessant, was dann dabei heraus gekommen ist.

03.03.2012 19:00 • #6


Clarice

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Ja, ich werde das auch machen/vorschlagen. Es ist bestimmt gut, wenn er von einem "Profi" nochmal was dazu hört.
Ich kann ihm ja viel erzählen.
Und sicher kann sie mir auch Tips geben.
Ich werde berichten!

04.03.2012 16:03 • #7


shh12

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Hi ,
ich bin so ziemlich auf dem selben Dampfer,
aber ich hab erst für mitte April ein termin fürs vorgespräch bekommen,
ich würde gern hören was für erfahrungen du da machst,
Wäre nämlich das erste mal für mich.

Danke im vorraus
Stefan

04.03.2012 21:09 • #8


Clarice

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Yeehaw! Ich hab den ersten Tag erfolgreich hinter mich gebracht!

Es fühlt sich echt gut an, wieder 'wach' zu sein und zu sehen, dass die Arbeit durchaus wieder geht.
ABer ich habe mir geschworen laaaaangsam zu machen. War fast zwei Woche nicht da, und die Welt ist nicht untergegangen. Geht sie auch nicht, wenn man mal nicht alles innerhalb 1 Tag erledigt.

Zu meinen direkten Kolleginnen, 6 an der Zahl: Jede einzelne von ihnen hat genauso reagiert wie ich es erwartet habe.
Meine Menschenkenntnis ist unschlagbar. Zwei waren so sensationell herzlich, empathisch, begeistert wie "mutig" ich sei, etc.
Eine dritte war sehr ruhig und besonnen, auch lieb irgendwie, wenn auch nicht ganz so 'überschwenglich' wie die beiden ersten.

Zwei andere haben es, naja, zur Kenntnis genommen sage ich mal. Beide kennen übrigens jemanden mit Depressionen, ja, das wünscht man ja keinem, aber die Arbeit, Mehrbelastung, du fällst ja sicher öfter mal aus, bist ja eh öfter mal krank. etc. Worauf dann die ruhig-besonnene sagt: "Führungsaufgabe jetzt entsprechend zu handeln. Kommt halt davon, wenn wir immer am Limit kratzen". Ich mein, ich kenne meine Kolleginnen, sie meinen es sicher nicht persönlich, aber sie sind halt nicht sehr feinfühlig und empathisch. Aber das kann man halt auch nicht von jedem erwarten. Das muss ich auch akzeptieren.

Die letzte stand die ganze Zeit mit hochrotem Kopf und motzigem Gesicht da, die Augen teilweise gerötet und schimmernd. Kein Ton gesagt.
Tja, ich schätze ich weiß wieso: sie schleppt sich wie bekloppt, ist sehr fragil, himmelhochjauchzend und zu tode betrübt, kratzt m.E. teilweise auch am Limit. Hätte mir vermutlich am liebsten an den Kopf geworfen: mir gehts auch schei., ich schlepp mich auch. Aber das muss sie für sich selbst erkennen

So, jetzt mein Chef.
Nicht in seinem Büro haben wir uns zusammen gesetzt, sondern im Cafe um die Ecke; hat mich aufn Kaffee eingeladen.
Er war - ich muss es fast so sagen - nahezu begeistert, wie ich damit umgehe. Begrüßt es außerordentlich, dass ich so gehandelt habe (also rechtzeitig), wie offen ich damit umgehe etc. Es bringe ja keinem was, wenn ich richtig abrutsche und dann wochen/monatelang fehle. Er schätze mich und meine Arbeit sehr, bin wichtig für das Team mit außerordentlicher Routine und Erfahrung.

Ggf. hilft es durchaus, dass seine Mutter Psychologin ist, er weiß also durchaus, was Depressionen sind (auch wenn er es natürlich nicht nach empfinden kann), hat auch Freunde mit Burn out etc.

Also im Moment, für heute, kann ich nur sagen: alles richtig gemacht.
Bin gespannt was die Langzeitstudie bringt.

Achja: Fragen anderer Kolleg/innen nach meiner Erkrankung habe ich mit meinem freundlichen: möchte ich nicht drüber reden beantwortet. Und gut war's



Lieben Gruß
Clarice

05.03.2012 21:00 • #9


Serafina

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Hört und liest sich erstmal richtig positiv. Weiter so. Das sollte dir Motivation geben.

Serafina

05.03.2012 21:08 • #10


Clarice

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Guten Morgen zusammen!
Die erste Woche ist rum und ich war gestern echt geschafft.

Ich bin dank des Antidepressivas nicht mehr müde, habe aber natürlich erstmal auch nachts nicht gut geschlafen.
Die Arbeit ist mir recht locker von der Hand gegangen, ich habe aber trotzdem aufgepasst, dass ich nicht vor lauter Euphorie zu viel mache und alles langsam angehe. Nichts destotrotz merke ich, dass mich manche Sachen sehr anstrengen. Bei schwierigeren Fälle merke ich dann meine "geistige" Begrenzung doch ganz schön.

Was mich allerdings viel mehr belastet und fertig macht, ist die Stimmung im Team. Und die hat, so wie ich das empfinde, wenig bis gar nichts mit mir zu tun.
Die "jungen Wilden" (4 aus 7), wie ich sie nenne sind ungelogen nur am Zetern. Hauptsächlich über unseren Chef, der 'arme' Mann kann machen was er will, es ist immer Falsch. Über Kolleg/innen wird hergezogen. "Ja, die hat damals ganz schnell einen unbefristeten Vertrag bekommen und mehr Geld. Aber die konnte ja auch besser schleimen als ich" - aber vorne rum zuckersüß, hallo Schätzchen.

Ich höre aus deren Mündern im Moment nur negatives. Nach den letzten beiden MIttagspausen ging es mir richtig schlecht, ich hatte einen Kloß im Hals und flaues Gefühl im Magen.

Na klar, ich könnte nicht mehr mit essen gehen, mich fernhalten. Aber es sind meine direkten Kolleginnen, und ich bin grundsätzlich froh, dass die meisten mit mir nach meiner "offenbarung" am Montag normal umgehen und grundsätzlich mag ich sie ja auch.

Ich traue mich auch nicht was zu sagen. ich bin kein guter Redner und würde von der "Meute" eh nur überrannt werden.

Insofern, heute bin ich echt platt nach einer Woche arbeiten und fühle mich wie vor 3 Wochen, einfach nur erschöpft....

LG Clarice

PS: da ich seit zwei Jahren keine Thera mehr über die KV hatte, kann ich auch wieder starten und mein "Lieblings-Therapeut" hat auch relativ schnell wieder einen Termin für mich gefunden. MIttwoch geht's wieder los.

10.03.2012 11:44 • #11


Caspara

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Hallo Clarice,
schön, dass deine Therapie so bald wieder losgehen kann. Dort kannst du dann auch lernen, dich eben von solchen negativen Äußerungen der Kolleginnen nicht runterziehen zu lassen. Das ist deren Problem, nicht deins!
Wenn du einerseits mit ihnen essen möchtest, andererseits aber nicht das Genörgel hören willst, dann macht doch aus, dass während des Essens nicht über die Arbeit geredet werden darf. Das hat bei uns sehr gut geklappt.

Versuche, das Gerede nicht so nah an dich ranzulassen. Du scheinst noch sehr dünnhäutig zu sein, das ist aber normal. Schön, dass es mit der Arbeit an sich so gut läuft. Weiter so!

10.03.2012 12:30 • #12


Clarice

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Hallo Caspara,
ja, ich bin in der Tat sehr dünnhäutig. Im Grunde immer, auch wenn ich keine depressive Phase habe, bin ich sehr empfindsam. Jetzt halt noch mehr.

Stimmt, das wäre mal einen Versuch wert mit dem Dienstlich-Verbot in der Pause ;)
Ansonsten habe ich mir überlegt, dass ich, wenn so eine Diskussion z.B. in der KÜche oder in einem Büro entsteht, einfach raus gehe.

MOrgen habe ich auch ein Gespräch mit der "Coachin", die unseren Workshop geleitet hat, das Feedback für meinen Chef leitet und überhaupt für unsere ganze Abteilung beratend tätig ist. Sie ist Psychologin. Mal gucken, was sie noch zu sagen hat.

Liebe Grüße
Clarice

11.03.2012 10:26 • #13


Caspara

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Hallo Clarice,

ich wünsche dir viel Erfolgfür das Gespräch morgen! Überleg dir vorher, was du genau erreichen möchtest und besprich mit ihr, wie du dahin kommen kannst. Es ist auch nicht schlimm, wenn nicht alles, was du eigentlich möchtest, sofort umsetzbar ist. Kompromisse sind eher gut.

11.03.2012 13:45 • #14


Clarice

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Halli-Hallo!

Das Gespräch am Montag mit der "Betriebspsychologin" war suuuuper!

Sie teilt meine Einschätzung zu meinen Kolleginnen und meinem Chef und der ganzen Problematik, die herrscht.
Mein Problem sieht sie u.a. darin, dass ich so empathisch bin und integrierend wirke.Ich hänge ja ständig zwischen den zwei Gruppen, die es innerhalb meiner Gruppe gibt. Mein ständiges Verständnis für alle und die Versuche zu vermitteln saugen zu viel Energie. Da soll ich auf mich aufpassen und mich auch mal mehr abgrenzen.

Ansonsten war sie ziemlich begeistert von mir - mutig, stark, souverän, erfahren.
Man, ich bin nach zwei Stunden zurück in mein Büro und dachte: ich bin der König der Welt

Am Mittwoch war ich dann wieder bei meinem Therapeuten (der, der mich schon lange kennt). Da bin ich raus, und wusste nicht ob ich lachen oder weinen soll. Im Grunde ähnliche Worte wie oben, aber auch sehr schnell mir auf den Kopf zugesagt, dass ich nach wie vor zu sehr mit meinem Ex beschäftigt bin (seit 17 Monaten getrennt). Nicht dass ich das nicht eigentlich selbst wüsste , aber so schnell durchschaut zu werden *autsch*

Ansonsten habe im Moment leider so etwas wie Abendtiefs....ihr kennt doch sicher Morgentiefs. Kloß im Hals, flaues Gefühl im Magen.... das hab ich abends. Hatte ich noch nie - abends gings mir sonst immer besser.

Und ich merke, wie mich - da wären wir wieder bei der Dünnhäutigkeit - vieles total mitnimmt und ich die kleinsten Dinge, die mich gar nicht persönlich betreffen, total an mich ran lasse.

So, das war's mal wieder!
Liebe Grüße
Clarice

15.03.2012 20:52 • #15


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Anima

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Und wie geht es jetzt weiter?

17.03.2012 20:07 • #16


Clarice

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Hallo Anima,
ich muss zugeben, deine Frage überfordert/erstaunt mich gerade etwas....
Was meinst du damit, wie es weiter gehen soll?

Ich nehme meine Tabletten, gehe zur Therapie, war beim Yoga, habe mich mit Freund/innen getroffen, arbeite an mir - was nicht immer leicht ist.

Freitag habe ich z.B.mal wieder keine Mittagspause gemacht, weil ich einfach keine Lust hat auf immer die gleichen Bistros bei uns und immer das gleiche Gerede.

Und gestern habe ich den Tag total durchgehangen und mir Gedanken gemacht wie ich meinen Ex endlich loslassen kann. Wir sehen uns ja so gut wie gar nicht (gelegentlich beim Eishockey, wir mögen die gleiche Mannschaft, aber dann reden wir nicht außer Hallo) und haben keinen, sehr wenig Kontakt (außer dass er immer der erste ist, der mir zum Geburststag gratuliert, an Silvester die erste SMS schickt....*seufz*, worauf ich dann nie reagiere).

Nichtsdestotrotz vergeht kein Tag, an dem ich nicht an ihn denke
Aber weniger sehnsüchtig, als solche Sachen wie was er wohl von der neuen Frisur hält, was er sagen würde, wenn er wüsste, dass ich meine Augen demnächst operieren lassen (wg. Kurzsichtigkeit). So ein Kram halt.

So und jetzt lasse ich meine Laune etwas von Robbie Williams aufbessern - nebenher läuft die Swing-DVD "Robbie Williams Live at the Albert". Ich liebe diesen charismatischen, arroganten Kerl mit seinen wundervollen grünen Augen

Liebe Grüße
Clarice

18.03.2012 11:59 • #17


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Anima

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Liebe Clarice,

- ich danke Dir für Deine Antwort. Dein Ex muss Dich sehr verletzt haben, dass er selbst nach einer solch langen Zeit, noch solchen Einfluss auf Dich hat. Was rät Dir denn Dein Therapeut?

Wie es weiter geht - mich interessiert auch, das Gespräch mit der Betriebspsychologin: Hat sie Dir Aufgaben mit gegeben, Ratschläge, die Du konkret umsetzen wirst? Manchmal klingt es gut, man sollte sich mehr zurück nehmen - wie könnte das bei Dir aus sehen?

18.03.2012 16:46 • #18


Clarice

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Hallo Anima,
es würde ausufern, das mit meinem Ex hier darzustellen - verletzt ja im Sinne von Fremdgehen (1x in den 6 Jahren).

Letztendlich lässt es sich, um es in kurze Worte zu fassen sagen, dass er sich nie richtig zu der Beziehung "committed" hat. Ich habe immer gegeben, Dinge aufgegeben, war auch bereit dies zu tun, ist für mich in einer Beziehung selbstverständlich, dass man Kompromisse eingeht, dazu war der Herr aber nie bereit.

Aber immer wenn ich es beenden wollte, ist er in Panik verfallen *seufz*

Ich habe ein grundsätzliches Muster dazu in meinen Beziehungen festgestellt. Ich bin ne echt coole Freundin - lasse den Kerlen viele Freiheiten und mecker nicht; aber anstatt es "anzuerkennen" krieg ich noch in den Ar. getreten und krieg nichts zurück, wenn ich mal was 'fordere'.

Als bei uns endlich Schluss war - ein Tag davor, kam mir zum ersten Mal (!) der Gedanke: bist du eigentlich eine coole Freundin oder bist du einfach nur selten dämlich? meine eigene Antwort war: selten dämlich.
Diese Selbsterkenntnis hat auch geschmerzt.

Nichtsdestotrotz habe ich ihn sehr geliebt, er war (ist?) meine große Liebe. Trotz all seiner Fehler: er war der Mensch, der während meiner schlimmsten Depressiven Phasen bei mir war und wirklich, richtig gut mit mir und der Erkrankung umgegangen ist.

Ich war ja letzte Woche erst das erste Mal seit 2 Jahren wieder bei dem Therapeuten. Von daher sind wir da noch nicht so in die Tiefe gegangen. Erst mal war es nur eine Ist-Aufnahme.

Und die "Betriebspsychologin" hat mir jetzt keine konkreten Aufgaben oder so gegeben. Das würde auch in dem Rahmen, in dem sie für meine Abteilung mit rund 65 Leuten da ist, sprengen. Ich habe da ja keinen regelmäßigen Termin.

Liebe Grüße
Clarice

19.03.2012 15:27 • #19


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Anima

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Liebe Clarice,

hinsichtlich Betriebspsychologin ist zwar eine Erkenntnis bestätigt worden, hilft Dir das so weiter?

Was Deinen Ex-Freund betrifft: Klingt nach Bindungsängstler. Ich denke nicht, dass Du da bei Dir suchen solltest.
Ich weiß, wovon ich schreibe, auch in mir steckt davon ein Teil. Immer schön unverbindlich, Angst vor den Gefühlen usw. So wird er jedenfalls keine dauerhafte Bindung zustande bringen.

Allerdings was Dein Muster angeht - sind es immer die gleichen menschlichen Typen? (Typ nicht abwertend gemeint).

19.03.2012 20:44 • #20


Clarice

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Liebe Anima,
bin mir noch nicht sicher, ob mir die Erkenntnis langfristig weiterhilft. Zunächst einmal in soweit, dass ich die Situation jetzt besser einschätzen kann und so vielleicht schon anders damit umgehen kann. werde das aber sicher auch mit meinem Therapeuten noch besprechen.

Vordergründig waren meine Freunde immer ganz unterschiedlich vom Typ. Aber so im nachhinein waren 3 von 4 doch in Teilen ähnlich, ja.
Jedenfalls was das Commitment für die Beziehung betraf und den "Respekt" und die Kompromissfähigkeit, die sie mir entgegenbrachten.

Ich kenne das mit der Bindungsangst gar nicht. Bin eher das Gegenteil und war bisher immer viel zu schnell dabei. Direkt von einer Beziehung in die nächste. Bloß nicht alleine sein. DAs hat sich zum Glück nach dem letzten geändert. Ich hatte ja Möglichkeiten, aber ich habe mir in mich verliebte, sehr nette Männer trotzdem nicht "ans Bein gebunden", weil ich gemerkt habe, dass es nicht das richtige ist.



Liebe Grüße
Clarice

22.03.2012 17:44 • #21


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Anima

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ich fürchte, ich habe den letzten Satz leider nicht verstanden

22.03.2012 23:36 • #22


Clarice

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Na, ich meinte, dass ich mich nicht einfach auf eine Beziehung einlasse, nur damit ich nicht alleine bin.

Oh man, mir geht es schei...e...
Also ich muss nicht heulen (kann ich nach wie vor nicht),fühle mich nicht verzweifelt oder so. Aber ich habe sowas von null Antrieb.
Ich habe gestern den ganzen Tag auf der Couch gelegen und nichts gemacht. Ich habe nicht mal viel gegessen, weil ich zu faul bin, mir was zu machen.
Immerhin war ich abends mit Freundinnen unterwegs, obwohl auch da kurz vor der Absage stand.

Heute wollte ich mein Bad sauber machen, das hat es dringend nötig. Aber ich stand da, hab es mir 2 Minuten angeguckt und bin zurück auf die Couch.
Da habe ich wieder, trotz des tollen Wetters, den Tag verbracht, teilweise mit Ohropax im Ohr, um die Leute draußen nicht zu hören, die in ihren Gärten sind.

Jetzt koch ich Nudeln und hau mir ne Pesto-Sauce drauf. Zu mehr kann mich nicht aufraffen.

Es nervt mich, aber ich fühle mich so kraft- und willenslos. Und gleichgültig. Es ist mir gerade echt alles egal. Was interessiert mich das tolle Wetter und die Sonne? meine dreckige Wohnung? Was gesundes zu Essen?

seufz

25.03.2012 17:22 • #23


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Anima

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Hm- gefällt mir nicht! Hast Du einmal über den Aufenthalt in einer Tagesklinik nachgedacht? Medikamente alleine helfen ja bekanntlich nicht und manchmal reicht auch die ambulante Therapie nicht aus.

26.03.2012 23:22 • #24


Clarice

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Liebe Anima,
ich sehe mich im Moment nicht in täglicher Therapie und dem teilweise, äh, pille-palle einer Tagesklinik (Bewegungstherapie mit 80jährigen und 20jährigen in einer GRuppe ). Ich glaube auch, die würden mich schnell wieder rausschmeißen, weil es mir eigentlich nicht soo schlecht geht.

Vergangene Woche ist einiges passiert. Ich war Montag nicht arbeiten und die Last, endlich Heulen zu wollen ist immer größer geworden. Ich weiß ja inzwischen, was mein Problem war... ich hatte mir nach der endgültigen Trennung von meinem Ex "verboten"je wieder eine Träne wg. ihm zu vergießen. Zu viel geheult wg. ihm, alles schon hundert mal durchgekaut, jetzt ist Schluss. Tja, aber es muss doch verarbeitet und betrauert werden, nicht wahr?

Ich habe also zu harten Maßnahmen gegriffen, mir Fotos aus guten Zeiten angeguckt... nichts.... völlig emotionslos... aber dann: liebe Postkarten und liebe Worte.... dann habe ich es geschafft, man was ne schwere Geburt, das zuzulassen. Waren auch nur so 10 Minuten und dann war alles versiegt. Da wusste ich noch nicht, wie ich mich fühlen sollte....

Dienstag morgen habe ich dann aber heulend im Bad gestanden, die Tränen sind ganz leicht einfach gelaufen und das war so erleichternd, dass ich dabei gelacht habe, weil ich so froh war.... wie bekloppt eigentlich, oder??

So, das war das eine Thema diese Woche....

Das andere: wieder mal die Kolleginnen...
Es wird immer mehr klar, dass vorallem eine Kollegin vollständig am Rad dreht und quasi jeden "basht", der ihr nicht in den Kram passt. Die Mittagspause am Freitag war wieder ein einziges Geläster, Gezeter, Androhungen ("die wird mich kennenlernen")....
3 andere Kolleginnen fallen dann regelmäßig mit ein. Die, die am lautestens krakelt zieht sie mit.

Ich bin kein Experte, aber m.E. geht es vorallem bei dem Gerede über eine Kollegin schon Richtung Mobbing.
Ich habe jetzt erstmal 1 Woche Urlaub und mein Chef zwei. Danach werde ich mit ihm reden. Diese Entwicklung ist ungut.
Er muss da ein Auge drauf haben, das geht so nicht! Obwohl ich natürlich auch Angst habe, dass dann rauskommt, dass ich beim Chef "gepetzt" habe (obwohl ich es natürlich schon "allgemein" halten will, was ich sage), und dann selbt in die Schusslinie gerate.

Und jetzt kann ich die nächsten 10 Tage aber hoffentlich mal davon abschalten.

Liebe Grüße
Clarice

01.04.2012 09:18 • #25


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Cleofee

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Zitat von Clarice:
Liebe Anima,
ich sehe mich im Moment nicht in täglicher Therapie und dem teilweise, äh, pille-palle einer Tagesklinik (Bewegungstherapie mit 80jährigen und 20jährigen in einer GRuppe ).


Also, das macht mich jetzt echt wütend. Entweder warst du noch nie in einer Tagesklinik oder du warst in der falschen. Ich habe schon mehmalige Aufenthalte in der Tagesklinik gehabt und das war immer harte Arbeit mit Gruppentherapie, Einzeltherapie, Ergotherapie, Soziales Kompetenstrainung etc. Und das von morgens um 8:00 Uhr bis nachmittags 16:00 Uhr. "Pille-Palle" war das nun wirklich nicht.

01.04.2012 14:53 • #26


Clarice

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Hallo Cleofee,
ich habe sowohl stationäre Aufenthalte, Tagesklinik als auch Reha hinter mir. Und ich erlaube mir zu sagen, dass es ein paar Dinge gibt, die ich persönlich nicht gut finde und die mir persönlich nichts bringen. Ich habe ja nicht gesagt, dass ich grundsätzlich eine Tagesklinik ablehne, im Gegenteil - ich finde diese Möglichkeit sogar sehr gut und würde es jederzeit wieder in Anspruch nehmen wenn nötig.

Mir persönlich bringt mit den Armen schlenkern und rückwärts im Kreis laufen allerdings leider gar nichts. Und das wird in der Klinik bei uns gemacht. Wie gesagt alle Altersklassen gemischt. Natürlich auch klar, dass da nicht alles geht. In der Reha wo ich war, gab es da schon deutlich bessere Sachen. Man konnte als Erwachsene endlich mal wieder einfach so Basketball, Brennball, Tischtennis spielen, etc. pp. Das hat sehr viel Spaß gemacht, mich gefordert und ausgepowert.

Musiktherapie finde ich genauso langweilig. Es bringt mir nichts planlos auf einem Xylophon zu klimpern und mich dem "Flow" der genauso planlosen Musizirerei der anderen hinzugeben.

Ergotherapie dagegen finde super und ich ich wünschte, es gäbe so etwas wie ein offenes Angebot, da würde ich regelmäßig hingehen. Ich habe dort zig wundervolle Sachen gebastelt, genäht, ausprobiert. Und in der Tagesklinik hatte ich die beste Therapeutin, die ich je hatte!

Konnte ich dir damit besser erklären, was ich mit "pille-palle" meine?
Ich hätte es allerdings bevorzugt, wenn du mir nicht gleich null Ahnung vorgworfen hättest.

Cheers,
Clarice

01.04.2012 15:52 • #27


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Anima

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Hallo Clarice,

ich war auch erst vor den Kopf gestoßen, um ganz ehrlich zu sein. Zumal ich den letzten Aufenthalt in der TK als verdammt anstrengend gesehen habe. Auch wenn es mit leichteren Therapien anfängt, wie z. B. Malen usw. - so war es z. T. in den Gruppen ganz schön hart, da sind Tränen geflossen.

Für die kommende Reha habe ich die Klinik mit ausgesucht, um die richtigen Ansätze weiter verfolgen zu können.

Im Augenblick erwecken Deine Worte den Anschein, als ginge es Dir besser? Also - stärker wieder? Wäre ja prima.

02.04.2012 23:45 • #28


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Cleofee

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Hallo Clarice,

ich wollte dir auf keinen Fall Unwissenheit unterstellen. Wenn es so bei dir angekommen ist, tut es mir Leid und ich entschuldige mich dafür. Habe nur versucht zu sagen, dass Tagesklinik für mich harte Arbeit war und ich jeden Abend erschöpft ins Bett gefallen bin.

L.G.

Cleofee

03.04.2012 16:05 • #29



Hallo Clarice,

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Clarice

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Hallo Ihr zwei!

Vielleicht ist unsere Klinik hier auch wirklich etwas anders?
Die Gruppentherapie Depression oder auch die soz. Kompetenzgruppe habe ich auch eher als nicht soo "anstrengend" in Erinnerung wie ihr das beschreibt. Das war alles immer eher, wie soll ich sagen, allgemein gehalten und dann oft auch Themen, die ich halt schon kenne und wenig neue Impulse bringen. Da war meine Reha damals wirklich ganz was anderes.

Das bringt mich zur Frage: was sind das bei Euch für Kliniken? So steht es auf der Internetseite: "ist eine moderne psychiatrische Akutklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik". Es gibt 3 Stationen (eine geschlossene), die Tagesklinik und die Institutsambulanz.

Für mich ist die TK dennoch wichtig, denn wenn es mir so schlecht geht, dass ich länger nicht arbeiten kann, gibt sie mir Struktur in den Tag, zwingt mich zum aufstehen, rausgehen, was machen.

Ja, mir geht es zur Zeit ganz gut. Aber ich habe a) auch Urlaub und b) mir einen großen Traum erfüllt: ich bin stark kurzsichtig und lasse mir diese Woche die Augen machen. Lasern geht bei mir nicht (das macht man bei so hohen Werten nicht), ich bekomme, um es laienhaft auszudrücken, DAuerkontaktlinsen eingesetzt. Das rechte Auge war gestern dran und ich sehe damit heute schon fast 100 %, morgen ist das Linke dran... d.h. Freitag das erste Mal aufwachen und den Wecker erkennen, ohne ran robben zu müssen.

Lieben Gruß
Clarice

03.04.2012 21:00 • #30

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