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Emotionslosigkeit bei Depressionen - eure Erfahrungen?

Blablubb

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Hallo Zusammen,

seit einigen Wochen kämpfe ich mit einer Depression bzw. deren Symptomen. Angefangen hat das Ganze vor ca. 6 Wochen. Ich bekam schlagartig Herzrasen und innere Unruhe - scheinbar ohne erkennbaren Auslöser. Da ich das schon von einer anderen Episode kannte, wusste ich gewissermaßen was mir blühen könnte. Dann hat es sich allerdings nach 2 Tagen wieder beruhigt und lag nur noch wie ein leichter Filter auf meinen Empfindungen. Eine Woche später gings dann aber so richtig los mit Ein- und Durchschlafstörungen, Herzrasen, morgendlichem Zittern etc. Daraufhin wurde mir zunächst in einer Notfallpraxis Lorazepam verschrieben und in der Woche darauf vom Psychiater Mirtazapin (15mg). Dieses ließ mich dann wieder durchschlafen und auch die extremen Unruhezustände verschwanden. Allerdings stellte sich daraufhin (evtl. aber auch schon zuvor durch die Unruhe überdeckt) eine extreme Emotionslosigkeit ein. Zunächst fühlte ich mich 2 Wochen so als wäre ich garnicht richtig da, bis mir dann Escitalopram (5mg) verschrieben wurde. Seitdem bin ich zwar wieder mehr bei Bewusstsein, fühle aber nach wie vor überhaupt nichts, was sich u.a. dadurch äußert, dass ich weder Angst vor Dingen habe, noch Freude/Motivation spüre und auch für nichts Begeisterung aufbringen kann. Oft sitze ich einfach nur mit leerem Blick da.
Extreme Situationen (wie ein tragischer Vorfall im nächsten Umfeld) lassen mich auf der emotionalen Ebene komplett kalt und äußern sich dann nur rein körperlich (innere Unruhe, Druck auf Brust etc.). Ebensowenig grüble ich viel oder ähnliches. Suizidgedanken sind keinesfalls vorhanden.
Raus gehen möchte ich auch nicht wirklich- aber auch hier habe ich keine erkennbare angst sondern eher so eine Art innere Blockade.

Natürlich fragt man sich da irgendwann ob das nochmal irgendwann aufhört, da es sich nun (für mein Empfinden) schon recht lange zieht. Der Psychiater meinte beim letzten Termin nur, dass diverse Depressionssymptome definitiv gegeben sind und dass ich das Mirtazapin nicht mehr einnehmen soll - außer ausprobieren könne auch er nichts tun. Nächste Woche wird meine Verhaltenstherapie fortgesetzt, wovon ich mir natürlich auch viel erhoffe.

Hat jemand hier ähnliche Erfahrungen gemacht und kann davon berichten?
Vielen Dank im Voraus!

16.08.2019 16:59 • #1


Laura79

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HALLO Blablubb,

Ich befinde mich auch gerade in Woche 4 meiner Depression. Auch ich kenne die schrecklichen Symptome, die du aufgelistet hast. Das Gefühl, nicht richtig da zu sein ist eines davon. Ich bin jetzt bei 20 mg citalopram . Noch warte ich auf Besserung. Die starke angst ist besser geworden.
Bist du denn medikamentös richtig eingestellt? Ich glaube, man braucht viel Geduld. Die hab ich leider auch nicht. Wie auch, bei dieser grausamen Krankheit.

16.08.2019 20:56 • x 1 #2


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LittleWing

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Ich stimme Laura absolut zu.
Bei Depressionen brauch man ganz viel Geduld.
Natürlich hat man die nicht,weil es einem nicht gut bis sehr schecht geht und man glaubt phasenweise,das nicht mehr aushalten zu können.
6 Wochen fühlen sich wie eine Ewigkeit an,wenn man depressiv ist,es ist aber noch keine lange Zeit.
Grob geschätzt braucht es mindestens 3 Monate bis eine deutliche Besserung eintritt.
Hängt auch stark davon ab,wie schnell man ein geeignetes Medikament für sich findet und dann gilt es auch noch,die richtige Dosis herauszufinden.

Setzt Dich nicht unter Druck,Dein Zustand ist für eine Depression völlig normal.
Ich hatte auch diese Emotionslosigkeit aber es war schon eine Erleichterung von Heulkrämpfen,Angstzuständen und innerer Verzweiflung befreit worden zu sein.

Wenn die starke Angst sich bereits gebessert hat ist das ein grosser Erfolg für den kurzen Zeitraum.
Und es zeigt ja auch,dass Du auf dem richtigen Weg bist.
Wenn dann noch die Verhaktenstherapie zusätzlich greift,kommst Du langsam aber sicher aus der Depression heraus.

18.08.2019 11:46 • x 1 #3


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Dakota

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Zitat von LittleWing:
Grob geschätzt braucht es mindestens 3 Monate bis eine deutliche Besserung eintritt.


Ich glaube das kann man so nicht sagen weil es bei jedem anders ist, abhängig von so vielen Faktoren.
Bei mir persönlich gab es mal sehr kurze Episoden von 4 und 5 Wochen, es gab aber auch leider sehr lange Episoden von 6 Monaten und mehr.

18.08.2019 11:52 • x 2 #4


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LittleWing

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Zitat von Dakota:

Ich glaube das kann man so nicht sagen weil es bei jedem anders ist, abhängig von so vielen Faktoren.
Bei mir persönlich gab es mal sehr kurze Episoden von 4 und 5 Wochen, es gab aber auch leider sehr lange Episoden von 6 Monaten und mehr.


Das ist richtig.

Ich hatte ja auch geschrieben "grob geschätzt",das kann durchaus eine Abweichung von ein paar Wochen beinhalten.
Habe mich da vielleicht zu unklar ausgedrückt.

Halte es nur für eher unwahrscheinlich,dass die Depression in 2 Wochen komplett abgeklungen ist,zumal sie ja doch noch deutliche Beschwerden hat und das Medikament auch ertsmal vollumfänglich greifen muss.
Mir ging es im Prinzip darum,ihr erstmal den Druck zu nehmen,den sich ja manch einer gerne noch selber macht während einer Depression.
Wollen wir ihr mal die Daumen drücken,dass sie es bald überstanden hat ,sie hat ja schon einen guten Anfang gemacht.

18.08.2019 12:14 • x 2 #5


Laura79

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Hallo ihr lieben!
Heute Nacht habe ich nach langem das erste Mal durchgeschlafen.
Gestern konnte ich kurz einkaufen gehen und hatte sogar Lust auf eine Zeitschrift. Heute habe ich wieder keinerlei Gefühle. Wahrnehmung komisch . Ist das normal?

18.08.2019 12:24 • x 1 #6


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LittleWing

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Ja,das ist völlig normal,dass es rauf und runter geht.

Geht es einem besser,denkt man "Juhuu,ich bin wieder fast gesund" und dann kommen wieder ein paar schlechtere Tage oder Stunden und man ist enttäuscht und niedergeschlagen und denkt,es hört nie auf und dass einem eh nichts helfen kann.

Es ist ein Auf und Ab aber die guten Stunden und Tage nehmen fast unmerklich immer mehr zu.
Bis man eines Tages feststellt,dass die Lebensfreude wieder da ist.

Bis dahin kann ich empfehlen,die guten Stunden und Tage zu dokumentieren und sich ganz bewusst daran zu erfreuen.
Wenn es einem wieder schlechter geht,sagt man sich am besten immer und immer wieder: "Es ist nicht schön aber ich kann es aushalten und es wird vorübergehen".

Mir persönlich haben auch Meditationen zum Thema Gesundheit/Lebensgfreude und Vertrauen geholfen.
Besonders,wenn ich so schlapp war,dass ich nur im Bett liegen konnte.
Man brauch sich nichtmal auf die Meditation konzetrieren,das Gesprochene wirkt von ganz allein positiv auf das Unterbewusstsein und die dazugehörige Musik beruhigt und vertieft da ganze noch.

Schau mal bei YouTube unter "Geführte Meditation Gesundheit",es gibt eine grosse Auswahl an Themen.

18.08.2019 12:47 • x 3 #7


Laura79

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Das beruhigt mich. Ja, in den Minuten und Stunden, wo es besser ist, denkt man tatsächlich, dass man ja fast wieder gesund ist und man macht Pläne.am nächsten Tag sind dann wieder alle Pläne,,sinnlos" . Berg und Tal. Ich setze mich innerlich so unter Druck schnell gesund sein zu wollen.
Danke für den Tipp,,Meditation". Guck ich mir an! Lg

18.08.2019 12:57 • x 2 #8


Blablubb

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Hm also ob ich bzgl der Medikamente richtig eingestellt bin, kann ich nicht bewerten.laut Aussage des Arztes kann man da auch nur ausprobieren.

Ohne mirtazapin hat sich tatsächlich wenig verändert. Aufgefallen ist mir: Ich schlafe auch ohne normal bzw wieder etwas kürzer (was positiv ist). Ansonsten habe ich momentan wieder etwas mit gedämpfter Stimmung zu kämpfen und fühle mich über große Teile des Tages schwermütig (grüble aber über nichts nach). Am meisten macht mir trotzdem die völlige Emotionslosigkeit und der damit verbundene Interessensverlust zu schaffen. Ich weiß kaum wie ich die Tage rumbekommen soll, weil mich wirklich nichts ablenkt (zB kann ich auch nicht lange Fernsehen oder ähnliches). Natürlich versuche ich mich zum rausgehen zu motivieren was auch mit keiner Angst verbunden ist. Draußen fühlt es sich dann aber genauso an wie drinnen - egal was ich unternehme.

Mittlerweile weiß ich wirklich nicht mehr wie ich diese Gefühllosigkeit verbessern kann und kann auch nicht einschätzen ob es vielleicht sogar in Verbindung mit dem Escitalopram (Tag 13) steht. Was denkt ihr? Kann es am Medikament liegen? Sollte ich die Dosis womöglich erhöhen (aktuell 5mg)? Der Arzt meinte ich soll das tun sobald ich mich gut fühle - was auch immer er damit genau meint.

19.08.2019 17:31 • #9


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LittleWing

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@Blablubb

Ich glaube,dass Du einfach nurnoch etwas Zeit brauchst.
Wenn die Depression (mit Hilfe der Medikamente und Therapie) langsam beginnt abzuklingen,wird auch die Antriebslosigkeit,innere Leere und Interessenlosigkeit Stück für Stück verschwinden.

Ich hatte auch eine Phase,in der ich mich nurnoch abgestumpft und niedergeschlagen fühlte.
Nur wenige Wochen später ging es mir dann aber schon deutlich besser und ich konnte mich auch wieder über etwas freuen.

Versuch einfach,gut zu Dir selbst zu sein.
Gönne Dir was leckeres zum essen,nimm ein schönes Entspannungsbad,vielleicht ein ganz besonderer Tee.

Wenn es die Konzentration zulässt,kann ich auch lesen empfehlen.
Habe in meiner Depression das Buch "Wenn das Leben zur Last wird" von Rolf Merkle gelesen.
Es macht einem Mut und er gibt darin Anleitung,wie man am besten mit einer Depression umgeht.

Möglicherweise muss auch das Escitalopram nochmal erhöht werden aber mindestens ein paar Wochen sollte man zunächst bei einer Dosis bleiben um zu sehen,ob sie ausreicht.


Du und Laura seid auf jedem Fall auf dem besten Wege dazu,gesund zu werden,auch,wenn sich das oft noch nicht danach anfühlt.
Wir dürfen auch die Selbstheilungskräfte des Körpers und der Seele nicht unterschätzen,die helfen dabei nämlich auch kräftig mit!

Bewegung an der frischen Luft und möglichst viel Sonne aufnehmen ist ebenfalls hilfreich.
Also wenn ihr einen Balkon oder eine Terrasse habt,setzt euch raus mit einem Tee und fangt ein paar Sonnenstrahlen ein.
Besser noch spazieren gehen (die Bewegung wirkt aktivierend und baut Stress im Körper ab).
Versucht,dabei alles um euch herum bewusst wahrzunehmen: das Zwitschern der Vögel,die Farben der Blumen und Bäume,das Rauschen des Windes,das bringt einen in´s Hier und Jetzt und weg von den trüben Gedanken.

Alles wird gut!

20.08.2019 06:20 • x 2 #10


Blablubb

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Ich nochmal. seit heute nehme Ich Escitalopram in der 10mg Dosis (da die 5mg Dosis auch nach 14 Tagen keinen nennenswerten Unterschied gebracht hat).
Schon etwas eigenartig, dass das sofort Herzrasen und Übelkeit mit begleitendem Hungergefühl ausgelöst hat.

Ich bin nach wie vor sehr stark am zweifeln bezüglich des Medikaments selbst, bzw der eigentlichen Diagnose Depression.
Aufgefallen ist mir, dass seitdem ich Escitalopram einnehme, kaum noch Veränderungen im Zustand zu bemerken sind. In den Wochen davor konnte man da noch was bemerken (wenn auch nicht unbedingt in die positive Richtung) und mittlerweile kann ich im Gegensatz zu den vorherigen Wochen nicht einmal mehr umschreiben wie sich der Zustand anfühlt. Generell ist alles ein emotionsloser Sumpf, allerdings habe ich zB die ganze Zeit keine Probleme mit dem Antrieb und auch nie das Gefühl mich zurückziehen zu müssen. Ich denke dass mein primäres Problem tatsächlich das Gefühlsdefizit ist, welches dafür sorgt, dass ich auf nichts Lust habe weswegen sich auch die Antriebssache komisch anfühlt. Ich erledige alle Dinge aber trotzdem ohne große Überwindung - allerdings mit dem Gefühl, dass alles rein motorisch abläuft. Irgendwie beschleicht mich mehr und mehr das Gefühl, dass möglicherweise die Medikamente dahinter stecken könnten.zumal auch der Interessensverlust vor der Einnahme von Escitalopram noch nicht so krass war. Libidotechnisch ist seitdem auch garnix mehr los.

Vermutlich drehe ich mich hier mit meinen Beiträgen etwas im Kreis, aber irgendwie muss das mal raus.verzeiht es mir!
Was haltet ihr von meiner Theorie, dass das Escitalopram möglicherweise mitverantwortlich ist? Vielleicht Spinne ich in meiner Verzweiflung auch nur etwas

21.08.2019 17:16 • x 1 #11


Laura79

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Ich kann deine Fragen so gut verstehen. Man hinterfragt täglich, ob man was fühlt oder nicht, ob weiter alles abgestumpft ist usw. bei mir ist es so,wie du es beschreibst- ich tue Dinge,aber völlig ohne Gefühle und alles rein motorisch. Keinerlei Lebensgefühl und Freude dabei.ich denke nicht, dass es an den Tabletten liegt. Jede depression verläuft anders. Bei meiner ersten war ich damals nicht mal in der Lage aufzustehen. Bei der jetzigen ist es so,dass ich aufstehen kann und auch der Antrieb ist teils da, aber das Gefühl, etwas zu fühlen fehlt komplett. Ich mache es, aber es ist so, als hätte ich keinen Kopf bzw kein Gehirn mehr. Alles läuft an mir vorbei. Kommt dir das bekannt vor? Ich nehme derzeit 20 mg citalopram. Bislang ohne Wiederkehr der Lebenslust und vor allem am belastensten mit völlig gestörter wahrnehmung ( derealisation?) Lg

21.08.2019 18:23 • x 1 #12


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LittleWing

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@Blablubb
ich hatte während einer meiner Depressionen auch mal eine Phase mit starker Emotionslosigkeit.
Habe das zu der Zeit auch dem Medikament zugerechnet,das ich eingenommen hatte.
Wahrscheinlicher ist allerdings,dass es von der Depression kam denn das Medikament nahm ich weiter und die Emotionslosigkeit verschwand.
Sich innerlich wir abgestorben zu fühlen ist ja eines der klassischsten Merkmale einer Depression.
Ich weiss,dass das sehr belastend ist genau wie Derealisation,die Laura beschreibt.
Schwer auszuhalten.

Das einzig Gute daran ist,dass dieser Zustand vorübergeht.

Das Grübeln und "alles in Frage stellen" ist übrigens ebenfalls ganz typisch für Depressionen.
Ständig fragt man sich,welches Symptom woher kommt.
Es ist übrigens unmöglich zu hundert Prozent herauszufinden,welches Symptom eine Nebenwirkung des Medikamentes ist und welches der Depression zuzuordnen ist.
Die einzige Möglichkeit,es herauszufinden ist,das Medikament eine Weile wirken zu lassen und abzuwarten.
Aber wie gesagt: die Emotionslosigkeit kommt mit allergrösster Wahrscheinlichkeit von der Depression.

Auf YouTube gibt es geführte Meditationen zum Thema "Grübeln stoppen".
Vielleicht hilft Dir das ein wenig.

21.08.2019 20:15 • x 1 #13


Michael808

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Geduld ist eine wichtige Tugend bei Depressionen! Ich merke es selbst immer wieder. Bei mir geht das jetzt schon 9 Monate. An manchen Tagen kann ich nicht mehr, aber dann gibt es auch welche, wo sich alles leichter anfühlt und ich denke, es wird schon wieder. Es ist unter diesen widrigen Umständen sehr schwer, Geduld aufzubringen, aber was anderes bleibt einem nicht. Wenn man ununterbrochen denkt, wann ist das endlich vorbei, kämpft man gegen sich selbst. So kommt man nicht zur Ruhe.

22.08.2019 13:11 • x 2 #14


Laura79

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Lieber Michael 808,
Nimmst du denn Antidepressiva?

22.08.2019 13:48 • #15


Michael808

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Zitat von Laura79:
Lieber Michael 808,
Nimmst du denn Antidepressiva?

Nein, nicht mehr. Vor einigen Wochen nahm ich noch Mirtazapin 15mg, aber das war für mich kontraproduktiv. Ich habe noch sehr mit Entzugserscheinungen zu kämpfen (Magen-Darm-Probleme, heftigste Muskelzuckungen, starke Verspannungen). An den meisten Tagen geht es mir sehr schlecht, aber es sind auch gute dazwischen, an denen ich wieder rationaler denken kann und dann wird mir immer bewusst, wie wichtig Geduld ist.

22.08.2019 13:53 • #16


Blablubb

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@Laura79

Ja das kommt mir sehr bekannt vor. Ertappe mich dann auch regelmäßig dabei, wie ich einfach nur irgendwo rumsitze und nichts mit mir anzufangen weiß. Ich hoffe einfach, dass die medis bald und gut wirken und ich dann in eine effektive Gesprächstherapie starten kann. Im aktuellen Zustand ist das laut meinem Therapeuten nur schwer möglich und bringt wenig.

Eine befreundete Psychiaterin gab mir heute den Rat, für jeden Tag eine Art Stundenplan aufzustellen, der möglichst viele Aktivitäten enthält und zusätzlich dazu immer zu notieren, wie ich mich jeweils dabei gefühlt habe (+-0) um eben auch zu registrieren wenn vielleicht wirklich mal ein Gefühl dabei war. Mal sehen obs was bringt.

Bisher sind die Nebenwirkungen auch halbwegs gut auszuhalten. Neben einem undefinierbaren Hungergefühl/Bauchweh und Herzrasen nach der Einnahme, schlafe ich immerhin ordentlich - hoffentlich auch weiterhin.

22.08.2019 17:09 • #17


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LittleWing

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Ich weiss nicht,ob ich das bereits geschrieben hatte.es gibt ein Buch,das eine gute Anleitung ist im Umgang mit Depressionen:
"Wenn das Leben zur Last wird von Rolf Merkle.
In dem Buch fand ich auch diesen Text,den man sich täglich morgens und abends durchlesen soll.

HOFFNUNGSVOLLE GEDANKEN

Alles wird gut werden.Ich kann meine Depressionen überwinden,auch wenn ich im Moment noch nicht so recht daran glaube.
Solange ich lebe,gibt es Hoffnung.
Im Moment erscheint mir vieles sinnlos.
Doch hinter den dunklen Wolken ist die Sonne.Sie wird wieder hervortreten und die Wolken vertreiben.
Die Sonne wird auch für mich wieder scheinen.
Ich habe Geduld und erinnere mich daran,dass man Depressionen nicht wie Staub von der Schulter wischen kann.
Ich habe die Fähigkeit und die Kraft.mich aus diesem Gefängnis zu befreien.
Der Tag wird kommen,an dem ich wieder mehr Freude verspüre.
Ich akzeptiere für den Moment,dass es mir schlecht geht und dass negative Gedanken mir das Leben sehr schwer machen.
Diese Zeit wird ein Ende haben.
Ich weiss,dass es meine negativen und pessimiistischen Gedanken sind,die mir das Leben zur Hölle machen.
Deshalb bemühe ich mich darum,sie von mir fernzuhalten.
Das gelingt mal besser und mal schlechter.
Ich werde mich auch bei Rückschlägen immer wieder darum bemühen,meine pessimistischen Gedanken durch hoffnungsvolle Gedanken zu ersetzen.
Ich kann und werde meine Depressionen besiegen.

22.08.2019 17:29 • x 1 #18


Blablubb

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@LittleWing

Vielen Dank für den Text und den Buchtipp! Werde es mal versuchen mir das morgens und abends durchzulesen!

22.08.2019 18:40 • x 1 #19


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Alexandra2

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Emotionslosigkeit macht mir immer noch zu schaffen, aber nicht mehr so quälend. Seit über 3,5 Jahren geht das so. Leider empfinde ich nur die schlechten Gefühle, falls sie da sind. Schöne Gefühle kenne ich wohl noch zu wenig. Aber es hilft sehr, das nicht zu beobachten, weil es nichts bringt. Außer mich in Verzweiflung zu versetzen.
Inzwischen bin ich gut eingestellt mit den Medikamenten und die emotionalen Schwankungen sind kleiner geworden. Das erleichtert sehr.
Ich wünsche Euch, daß Ihr Abstand zu all den quälenden Zuständen findet.

23.08.2019 21:34 • #20


Blablubb

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@Laura79

Wie geht es dir mittlerweile?

Ich habe momentan das Gefühl, dass das Escitalopram gaaaaaanz langsam anfängt zu wirken (hoffentlich nicht nur Einbildung) und ab und an in abgeschwächter Form kurzzeitig Emotionen durchblitzen. Allerdings bin ich nach wie vor etwas überrascht bezüglich der Nebenwirkungen und schlage mich mit enormer Appetitlosigkeit, schnell eintretendem Sättigungsgefühl und einer sehr langsamen Verdauung rum - nicht wirklich angenehm. Abgesehen davon scheint Schlafentzug sich echt schlecht auszuwirken.bin vergangene Nacht mit dem Bus durch ganz Deutschland getuckert und komme heute gar nicht klar (innere Unruhe), kann aber auch keinen Mittagsschlaf halten.

26.08.2019 17:42 • #21


Laura79

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Heute ist der erste Tag,wo ich merke,dass die Erhöhung von citalopram wirkt. Ein wundervoller Tag mit ganz viel Energie und Freude! Juchhuu.schön, blablubb,dass bei dir auch Emotionen hochkommen. Ich wünsche uns,dass es weiter aufwärts geht!

26.08.2019 18:30 • x 2 #22


Blablubb

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Nachdem ich das Zeug jetzt seit 3 Wochen in der höheren Dosis nehme, fange ich allmählich an, es ernsthaft anzuzweifeln. Eigentlich hat sich so gut wie nichts geändert.bzw. führe ich die kleinen Dinge die sich geändert haben auf meine aus Eigenantrieb veränderten Gedanken zurück.
Ich fühle nach wie vor nichts und habe momentan sogar noch weniger Antrieb als vor einer Woche noch - möchte nicht rausgehen etc. Dies trifft sowohl auf positive als auch auf negative Gedanken zu. Alles was ich spüre ist rein körperlich.

Zusätzlich erwischt mich alle 3-4 Tage eine Schwankung die mich wieder ins Wanken bringt. Dabei empfinde ich aber auch nichts sondern bekomme lediglich einen Druck auf der Brust und eine Gedankenspirale ala "geht das jemals wieder weg?" oder "muss ich mich einweisen lassen?". Außerdem habe ich seit 2,5 Wochen jede einzelne Nacht Durchschlafstörungen und träume so gut wie nichts (und wenn doch sind sie ganz schwach und schwerlich als Träume zu identifizieren). Immerhin haben sich die Übelkeit und die Verdauungsprobleme gelegt.

Was denkt ihr? 3 Wochen müssten doch eigentlich reichen um auf emotionaler Ebene wenigstens eine kleine Tendenz zu spüren, oder? Ich frage mich ernsthaft wie es mir gerade ohne die Pillen gehen würde - vllt. besser?

09.09.2019 10:25 • #23


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LittleWing

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Diese Frage wird Dir niemand abschliessend beantworten können.

Jetzt mal unabhängig von den Medikamenten:

Ich weiss,ich wiederhole mich aber eine Depression braucht Zeit um abzuklingen.
Das liegt in der Natur einer Depression.

Ich empfehle Dir,dass Du Dir ein Buch bestellst:
"Wenn das Leben zur Last wird" von Dr. Rolf Merkle.
Darin findest Du konkrete Anleitungen ,wie man die Krise bewältigen kann.

Wenn Du bezüglich Deines Medikamentes Zweifel hast,vereinbare zeitnah einen Termin bei Deinem Psychiater.
Der scheint ja echt gut zu sein,zumal er zugibt,dass es immer nur ein Versuch sein kann.

09.09.2019 15:02 • #24


Laura79

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Ich würde nochmal zum Arzt gehen. Meine Wirkung kam aber auch erst nach vier Wochen

10.09.2019 09:03 • #25

Pfeil rechts




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