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Antidepressiva Nebenwirkungen - eure Erfahrungen

EliMeli

EliMeli

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Hallo ihr Lieben,

ich brauch unbedingt eure Hilfe. Ich war vor zwei Wochen bei meiner Hausärztin, weil ich mich so antriebslos und traurig gefühlt hab. Ich denke ich leide schon seit längerem unter Depressionen aber ich hab es nicht allzu ernst genommen. Also hat mir meine Hausärztin ein Antidepressiva verschrieben (Amitriptylin-neuraxpharm in Tropfenform 40). Ich nehm das schon seit zwei Wochen ein und ich muss sagen ich fühl mich sehr schlecht - Selbstmordgedanken des Grauens, Unruhe usw.
Ich muss auch erwähnen, dass ich bei keinem Psychologen bin.

Habt ihr auch solche Erfahrungen gemacht? Sind die Nebenwirkungen abgeklungen oder musstet ihr es absetzen?

LG

02.12.2018 13:58 • x 1 #1


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Pilsum

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Hallo EliMeli,

willkommen hier im Forum.
Zitat:
Ich war vor zwei Wochen bei meiner Hausärztin, weil ich mich so antriebslos und traurig gefühlt hab. Ich denke ich
leide schon seit längerem unter Depressionen aber ich hab es nicht allzu ernst genommen.


Auch wenn Du Deine Depressionen am Anfang nicht so ernst genommen hast, so
nimmst Du nun ein Medikament welches Dir langfristig helfen soll.

Wenn Du nun nach 14 Tagen noch keine erste Verbesserung spürst, dann gehe bitte morgen nochmal zu Deiner Ärztin.

Wenn es so schlimm bleibt, wie Du es hier schilderst, dann solltest Du mit Deiner Hausärztin auch mal über einen
kurzen Aufenthalt in einem Krankenhaus sprechen.

Bitte erzähle mal etwas über Dich. Wohnst Du alleine?

Weißt Du denn etwas über die Gründe, warum Du so starke Sorgen und Ängste spürst?

Viele Grüße

Bernhard

02.12.2018 14:30 • x 1 #2


EliMeli

EliMeli

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Hallo lieber Bernhard,

vielen Dank für deine schnelle Antwort.
Ja ich denke ich gehe morgen nochmal zum Arzt aber wenn dann zu einem anderen. Ich hab das Gefühl, meine Hausärztin nimmt mich nicht ernst. Ske hat mir das Antidepressiva verschrieben,ohne überhaupt nachzufragen welche Probleme ich überhaupt habe.

Zu mir: ich bin 24 und wohn bei meinen Eltern. Hab dieses Jahr meine Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellte abgeschlossen.

Zu meinen Ängsten und Sorgen: naja das ist schwierig. Ich leide seit meiner Geburt an stottern. Ich hab es mit 13 gzt in den Griff bekommen, so dass niemand davon wusste (Mitschüler, Lehrer usw.). Aber in bestimmten Momenten muss ich so stark stottern dass ich überhaupt kein Wort rausbekommen kann. Ich wurde in meiner Jugendzeit auch schwer gemobbt. Ich hab mich immer mehr von der Außenwelt abgeschnitten. Hab mich auch mit 15/16 selbst verletzt. Das mach ich aber heute Gott sei dank nicht mehr.
Und jetzt seit 1 Monat hab ich das Gefühl, dass ich von meinen Emotionen bombardiert werde. Ich erkenn mich selber garnicht mehr. Ich hab auf nichts Lust , könnte den ganzen Tag nur schlafen. Ich seh einfach keinen Sinn mehr in meinem Leben.
Ich kann mit niemandem darüber reden. Nicht mal mit meinen Eltern. Ehrlich gesagt wissen sie von meinen Problemen nicht. Meine Eltern akzeptieren die Krankheit Depression nicht. Ich muss quasi ständig mit einer Maske rumlaufen. Ich hab auch das Gefühl, dass ich verrückt werde. Einfach in einem falschen Film gefangen bin

02.12.2018 19:23 • x 1 #3


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Pilsum

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@EliMeli

Hallo Elimeli,

vielen Dank für eine Antwort.

Nun wird es viel klarer, warum es Dir nicht gerade gut geht.
Zitat:

Ja ich denke ich gehe morgen nochmal zum Arzt aber wenn dann zu einem anderen.


Mach das.
Zitat:
Sie hat mir das Antidepressiva verschrieben, ohne überhaupt nachzufragen welche Probleme ich überhaupt habe.


Na das ist ja toll. Hattest Du denn sonst Vertrauen zu Deiner Ärztin? Natürlich machen auch Ärzte schon mal Fehler.
Dieser Fehler hört sich aber schlimm an. Oder trittst Du übermäßig schüchtern auf?
Zitat:
Hab dieses Jahr meine Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellte abgeschlossen.


Wunderbar, dann wirst Du ja jetzt ins Leben richtig einsteigen können.

Wenn Du hin und wieder stotterst, dann ist das für Dich bestimmt sehr unangenehm.
In Wirklichkeit ist es aber gar nicht so schlimm, wie Du das befürchtest.
Dein Eigenbild und das Fremdbild laufen da sehr weit auseinander.
Nur derjenige, der Dir gegenübersteht, der weiß meistens nicht, wie er sich verhalten soll,
wenn Du mal stotterst. Auch ich habe das bei mir hin und wieder erlebt.
Was würdest Du anderen vorschlagen, wie sie dann reagieren sollten damit Du Dich gut fühlst?

Jedenfalls brauchst Du Dich deswegen nicht so schlecht fühlen. Damit kommst Du langfristig gut zurecht.
Zitat:
Ich hab mich immer mehr von der Außenwelt abgeschnitten.


Ich verstehe Dich gut. Jedoch frage ich Dich. Kannst Du einsehen, dass dies ein großer Fehler war?

Zitat:
Und jetzt seit 1 Monat hab ich das Gefühl, dass ich von meinen Emotionen bombardiert werde


Dann sage mal, was ist vorgefallen, dass Dich Deine Emotionen bombardieren.
Fast glaube ich die Richtung schon zu ahnen.

Zitat:
Ich seh einfach keinen Sinn mehr in meinem Leben.


Eine Zeitlang darf das mal sein. Das wird bestimmt wieder besser.
Gib Deine Hoffnung und den Glauben an Dein Glück nicht auf.

Zitat:
Ich kann mit niemandem darüber reden. Nicht mal mit meinen Eltern.


Na, immerhin doch schon mal mit uns.
Und Eltern sind auch selten gute Gesprächspartner für soetwas.
Die glauben sie müssen Dir das so schonend spiegeln, dass Du das Ergebnis kaum gebrauchen kannst.
Zitat:
Ehrlich gesagt wissen sie von meinen Problemen nicht.


So ist es fast immer. Dann lasse sie in dem Glauben.
Zitat:
Meine Eltern akzeptieren die Krankheit Depression nicht.


Das finde ich nicht gerade lustig. Obwohl ich es irgendwie verstehen kann.
Du bist doch vermutlich ihr Sonnenstern, oder nicht?
Zitat:
Ich muss quasi ständig mit einer Maske rumlaufen.


Vermutlich nicht. Jedoch solltest Du das erst mal langsam lernen, hin und wieder
kurzzeitig ohne Maske herumzulaufen.
Wie ich hier lese, bist Du doch eine tolle, intelligente Frau.
Also lass Dir dafür etwas Zeit.

Ich glaube Du bekommst das schon hin. Du wirst es sehn.

Viele Grüße

Bernhard

02.12.2018 22:55 • x 2 #4


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Irgendeine

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17.05.2020 21:48 • x 1 #5


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Dani82a

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Hey,

es gibt sicherlich ein paar "hier", die auch Nebenwirkungen erleben, bzw erlebt haben.

Bei mir war das zb bei Sertralin und Perazin ganz extrem.

LG

18.05.2020 11:15 • x 1 #6


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Novalis123

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Medikamente können auch sehr gefährlich sein deswegen wird man oft im Krankenhaus angepasst.
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
Selbstmordgedanken <---

Medikamente ist keine lösung ! ! ! Sie sollen nur helfen eine therapie zu durchlaufen.

Was wirklich dir helfen würde ist etwas zu ändern.

Umgebung, Wohnort, Arbeit oder alles.

Und wenn dir ganz schlimm gehen sollte ruf eine Krankenhaus an und lass dich beraten.

Sie werden dich in paar monaten wieder auf die beine bekommen. Ich will damit nur sagen es gibt immer ein weg.

Ich wünsche dir eine baldige genesung.

18.05.2020 18:49 • #7


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Novalis123

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Jetzt Erfahrung zu Medikamenten:

Ich wurde imme im Krankenhaus angepasst unter 24 Stunden beobachtung.

Selbstmordgedanken
Mordgedanken
Aggressionen
Gedächtnisverlust (Toll um alle Filme neu zu gucken)
Manchmal intensivstation wegen nebenwirkungen.

Wirkung kam manchmal nach 1 Monat mit vielen nebenwirkungen.

Medikamenten hätten auf mich 5% wirkung ohne Stimulation der umgebung.
Therapien. Sport. Kunst. 30%
Freundliche Menschen mit Selben problemen 60%

Kann die Depression geheilt werden? Versteht man unter Heilung Wiederherstellung des Gesundheitszustandes unter Erreichen des Ausgangszustandes, dann können wir mit Sicherheit sagen, dass nach einer Behandlung von etwa sechs Wochen zwischen 50 und 60 % der Patienten wieder geheilt sind.

Wünsche dir besserung

18.05.2020 18:58 • #8


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Sothesoul

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EliMeli hat das letzte mal Dezember 2018 hier geschrieben , nur zur Info

18.05.2020 21:29 • #9


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Irgendeine

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Hallo,
du hast zwar nicht mir geantwortet, aber da mein Thema angeheftet wurde, antworte ich trotzdem mal.
Zitat von Novalis123:
Medikamente können auch sehr gefährlich sein deswegen wird man oft im Krankenhaus angepasst.
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
Selbstmordgedanken <---

Mein ersten 2 Antidepressiva wurden ambulant verschrieben. Das 2. hat mich dann fast in den Suizid getrieben und für meinen ersten Klinikaufenthalt gesorgt.
Zitat von Novalis123:
Medikamente ist keine lösung ! ! ! Sie sollen nur helfen eine therapie zu durchlaufen.

Ich mache seit ca. 7 Jahren Therapie. So lange nehme ich auch Medikamente.
Zitat von Novalis123:
Sie werden dich in paar monaten wieder auf die beine bekommen. Ich will damit nur sagen es gibt immer ein weg.

Wie oben schon beschrieben, bin ich seit 7 Jahren "dabei". 4 Mal stationär, 1 Mal tagesklinisch, 2 Mal eine Nacht stationär qegen akuter Krise, aktuell die 2. ambulante Therapie. Insgesamt also ca. 9 Monate Psychiatrie, davon ca. 6 Wochen Geschlossene.
Ich habe über 15 Psychopharmaka durch, aktuell nehme ich 6 verschiedene Medikamente. Leider mehr Nebenwirkungen, als Wirkung.
Wirklich gut geht's mir trotzdem nicht.
Zitat von Novalis123:
Ich wurde imme im Krankenhaus angepasst unter 24 Stunden beobachtung.

Ich leider nicht immer.
Zitat von Novalis123:
Kann die Depression geheilt werden? Versteht man unter Heilung Wiederherstellung des Gesundheitszustandes unter Erreichen des Ausgangszustandes, dann können wir mit Sicherheit sagen, dass nach einer Behandlung von etwa sechs Wochen zwischen 50 und 60 % der Patienten wieder geheilt sind.

Dann gehöre ich wohl leider zu den anderen 40-50%. Ich wüsste aber auch gar nicht, welchen Ausgangszustand ich erreichen wollen würde. Ich bin 27 und hab seit 17 Jahren Depressionen. Ich weiß nicht, wie es ist, sich länger als ein paar Wochen "gut" zu fühlen.

21.05.2020 20:29 • #10

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