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Emotionaler Burnout des Partners - lohnt es sich zu kämpfen?

skmm

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Hallo! Ich bin neu, und weiss einfach nicht mehr weiter.

Ich bin geschieden, lebe mit meinem Kind allein.
Bis vor Kurzem war ich in einer neuen Beziehung mit einem Mann, der ebenfalls Vater einer gleichaltrigen Tochter ist.
Anfangs habe ich mich schwer getan, nach meiner Scheidung wieder neuen Mut zu fassen, habe mich hinter meiner Mutterrolle versteckt, wollte nicht, dass mein Kind noch einen Verlust erleiden muss und habe mich damals gesagt, ich involviere mein Kind nur, wenn ich sicher bin, dass es auch hält.

Ganz langsam haben wir uns angenähert, aber haben schnell gemerkt, dass es gut passt und die gleichen Erfahrungen uns zusammenschweissen. Es hat eine Weile gedauert, aber dann habe ich sehr viel Gefühl entwickelt, es fühlte sich an, als wäre man endlich angekommen. Auch ihm erging es so, wir fühlten uns wie Teenager, die Kinder verstanden sich ganz gut, und in den jeweiligen Familien passte es ebenfalls hervorragend. Gerade mein Kind fühlte sich pudelwohl.

Leider dauerte es nicht lang, und die Ex - mit der es bis dato sowieso immer wieder Probleme gab - machte es sich zur Aufgabe, ihn zerstören zu wollen. Es trudelten die ersten Anwaltsschreiben ein, sie zerrte meinen (Ex)Partner vor Gericht, wollte das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht für die Tochter. Bis dato hatte er sein Kind im Wechselmodel betreut, mein Kind lebt bis auf 2 Wochenenden im Monat permanent bei mir.
In dieser Zeit veränderte er sich sehr. Er zog sich zurück, wurde verbittert, lang Nächtelang wach und grübelte, wollte ihr immer einen Schritt voraus sein, verlor den Glauben an Beziehungen und die Gesellschaft, fühlte sich ungerecht behandelt und suhlte sich in seiner Opferrolle. Er sagte alles fühle sich dumpf am, alles ist grau, er fühle nichts mehr, verlor das Interesse an S., lebte nur noch im Einzelkämpfermodus. Er redete nur über das eine Thema und ich versuchte, ihm so gut ich konnte zur Seite zu stehen. Versuchte zu vermittelt, was anfangs auch gut funktionierte - allerdings nur genau so lange, bis es eine Sache gab, mit der sie nicht einverstanden war, und der Kontakt daraufhin wieder abgebrochen wurde.
Er zog sich immer weiter zurück, ich nahm mich zurück und versuchte mich auf ihn und seine Lage einzustellen, bat ihn, sich Hilfe zu holen, da ich Angst hatte, dass er an diesem Konflikt zerbrechen würde.
Er suchte Hilfe bei einem Psychologen, was ihn noch mehr aufwühlte, richtig glücklich war er mit diesem wohl auch nicht.

Immer wieder hörte ich, dass ihm ein emotionales Burnout bescheinigt wurde, aber keine Depression, wie ich befürchtete.
Seine Gefühle wären weg, er hätte keinen Glauben mehr daran, dass Beziehungen tatsächlich ein sinnvolles Konstrukt sein könnten, sondern hatte Angst. Nie wieder wolle er von einer Frau so verletzt werden.
Ich stand weiter an seiner Seite, litt aber sehr unter der Situation, da ich permanent das Gefühl hatte, ich wäre eine Last und all die Probleme mit der Ex wären nicht, wenn es mich nicht gäbe. Er hatte seiner Tochter gegenüber immer ein schlechtes Gewissen, versuchte der perfekte Papa zu sein, jeder Aufenthalt wurde zum Highlight, alle Planungen drehten sich nur um das Kind. Ich fühlte mich wie das 5. Rad am Wagen. Kurz vor der Gerichtsverhandlung trudelte ein Gutachten ein, in dem die Tochter angab, traurig zu sein, wenn der Papa und ich uns küssten. Dass die Mama längst neu vergeben war und ein weiteres Kind erwartete, störte sie nicht, aber der Papa, dort ist alles problematisch. man muss dazu sagen, dass die Ex die Kleine ebenfalls permanent gegen mich und meinen Sohn aufhetzte, in dem sie mit der Angst der Tochter, ihren Vater zu verlieren spielte ("Na was glaubst du, wo dein Papa ist, wenn du bei mir bist, der ist bei X, macht jetzt da auf Ersatzpapi, um dich kümmert er sich nicht. "). Damit traf sie natürlich voll ins Schwarze.
In den Augen der Tochter war sie immer die Verliererin, sie musste teilen, ihren Papa, ihre Grosseltern, ihre Cousins.
Mein Partner reagierte auf dieses Gutachten, in dem er mich einfach weniger küsste, es kam noch mehr Abstand zwischen uns rein, worunter ich sehr litt.

Sie verlor die Verhandlung, wurde zur Mediation verdonnert, die sie aber, nachdem mein (Ex)Partner einen weiteren Betreunungstag abgab, in der Hoffnung Ruhe zu haben, wieder abbrach.

Ruhe kam aber weiss Gott nicht hinein, sie stänkerte weiter nach allen Regeln der Kunst.
Die ganze Zeit über stand mein Partner unter enormen Druck, er lebte in einem Hamsterrad, was sich immer schneller drehte, Verpflichtungen, die immer mehr wurden, Nebenjobs, um den nun fällig werdenden Unterhalt finanzieren zu können, Stunden, die bis zum Erbrechen in der Woche geleistet wurden, in der die Tochter nicht bei ihm war um in der anderen Woche mehr Zeit für sie zu haben. Er grübelte weiter, war abwesend, schlief schlecht, überspielte jedoch vor anderen immer alles, machte auf Stimmungskanone. Nur ich wusste, wie es in ihm aussah und litt sehr unter der Situation, mitansehen zu müssen, wie er vor die Hunde geht.

Kurz darauf trennte er sich von mir, er könne nicht mehr. Er könne keine Beziehung führen.

Für mich brach eine Welt zusammen. Ich war am Boden zerstört.

Nach einer dreiwöchigen Pause näherten wir uns jedoch wieder an und kamen schliesslich wieder zusammen.

Leider setzte sich der Terror der Ex weiter fort.
Da das Vorhaben, das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu bekommen nicht funktioniert hatte, musste eine andere Taktik her - und das waren mal wieder wir, ich und mein Kind. Sie schürte den Hass gegen mein Kind, hetzte sie immer weiter auf, bis eines Tages der KO Satz kam, Papa, wenn X bei dir ist, möchte ich nicht mehr zu dir kommen.
Und wieder waren wir fortan bei sämtlichen Unternehmungen ausgeschlossen.

Dennoch hörte ich immer wieder, was er denn alles nicht für mich fühlen würde, und wie toll doch Freundschaft Plus sei, ich merkte die Abneigung gegenüber Frauen und Beziehungen, viele seiner Freunde erlebten ähnlich traumatische Dinge mit Frauen, sie wurden einfach ausgetauscht, vor die Tür gesetzt, es wurde verbittert um die Kinder gestritten.
Ich habe immer weiter gehofft, gekämpft, habe mir immer wieder gesagt, ich liebe ihn in dieser Phase einfach für uns beide, stehe an seiner Seite, bin für ihn da, stütze ihn.

Er hat weiter Mauern aufgebaut. Immer wieder viel erzählt, aber an mich an sich herangelassen hat er nie.
Im letzten Frühjahr hat er dann eine Art Lichtblick gehabt, gesagt dass er erkannt, hat, dass sich seine Ex nie ändern wird und er lediglich sein Leben selber in die Hand nehmen kann. Er wolle mich nie verlieren und endlich mit mir zusammenziehen.
Ich war gerührt, aber skeptisch, nicht sicher, wie lange diese Phase anhalten würde. hatte gehofft, dass sich nun auch am Verhalten endlich etwas ändern würde, wir uns mehr Paarzeit nehmen, die ich für so wichtig halte, aber die wir nie wirklich erleben konnten, weil es immer auf die Patchwork Situation und die Nebenjobs geschoben wurde.

Er wollte gerne so schnell wie möglich zusammenziehen, ich habe auf die Bremse getreten, weil ich nichts überstützen wollte.
Im Januar wurde es aber doch ernst, wir haben sein Haus umgebaut. Die Kinder haben voller Eifer bereits ihre neuen Zimmer gestrichen. in einem Winterurlaub, der eher durch krankheit geprägt war, standen plötzlich lappalienthemen im Mittelpunkt, die sich ändern müssten, damit ein Zusammeleben überhaupt umsetzbar wäre. Er zog sich an Kleinigkeiten hoch, reagierte mitunter respektlos. Ich bin der Meinung regeln festzulegen allein ist schwierig, weil das ganze ein Prozess ist, und sich einspielen muss. Das erfordert Rücksichtnahme auf allen Seiten, Kompromisse. Niemand hat gesagt, dass es leicht wird, aber es ist in meinen Augen alles machbar und muss sich einpendeln.

Doch ich habe gemerkt, wie er immer weiter unter Druck geriet, genervt war. Wieder in den Grübelmodus verfiel, nächtelang wachlag.

Und dann habe ich eines morgens eine Nachricht bekommen, dass ich helfen könne, wenn ich ihn aufgebe.
ich war geschockt, dass er alles hinschmeisst, gerade mit der Kinder, die beteiligt sind.

Er sagt er wäre unglücklich in seinem Hamsterrad, unglücklich mit seinem Leben. Er weinte viel. Er meinte er hätte erkannt, wie viel Leid er mir mit seiner fehlenden Emotionalität zufügen würde, und dass ich besser ohne ihn dran wäre. Es fühle sich falsch an, und geliebt hätte er mich sowieso nie. Er hätte immer versucht, dass die Gefühle wieder zurückkommen, und sämtliche Gefühle wären auch wieder da - eben nur nicht die für mich.


Ich bin am Boden zerstört. Ich habe ihn immer unterstützt, war immer für ihn da - und er lässt mich fallen.
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass der Dauerstress mit seiner Ex ihm traumatisiert hat, er sämtliche negative Erfahrungen auf mich übertragen hat und das Thema noch lange nicht für ihn abgeschlossen ist, nicht so lange er diese Hassgefühle für sie hegt. Er hat sich erneut an einen Psychologen gewandt, der ihm wohl klar gemacht hat, dass es Schwachsinn wäre, dass die Fraue einen Kerl zum Psychologen schickt, nur weil die Liebe weg ist.

Für mich wie ein Schlag ins Gesicht. Ich bin inzwischen ebenfalls am Ende, weine nur, fühe mich gedemütigt und verletzt über sein Verhalten. Und ich merke, wie sehr ich ihn nach wie vor liebe und ihn vermisse. Wie mein Kind darunter leidet.

Kennt jemand solch ein Verhalten? Gibt es irgendwann eine Chance, dass er wieder normal fühlen kann, oder werde ich immer die Frau sein, auf die all die Hassgefühle und Verbittertheit projeziert werden?

20.03.2019 11:08 • #1


Alexandra2

Alexandra2

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Liebe skmm,
Herzlich willkommen.
Mir fällt einiges ein zu Deinem Leben, und ich fasse mich kurz.
1. Ein Psychologe für Dich wäre gut, für die Stabilisierung, Bewältigung und richtige Einordnung des geänderten Verhaltens Deines Partners
2. In der Depression kann man sich völlig verzweifelt fühlen, dunkel, hoffnungslos, hilflos, wie ein ganz anderer Mensch
3. Trauma ja, aber auch Straftatbestand Mobbing mit Gefährdung des Kindeswohls, Rufmord etc. Ich wäre ganz schnell beim Anwalt für Familienrecht, der diesem üblen Spiel ein Ende setzen kann.
4. Evtl offenes Gespräch mit den Kindern, was gerade geschieht.
Deine Stabilisierung hat oberste Priorität.
Liebe Grüße
Alexandra

20.03.2019 12:34 • x 3 #2


skmm


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Zum Thema 3 - Straftatbestand, Mobbing, Kindeswohlgefährdung und rechtliche Schritte.
Leider nicht so einfach. Familienanwälte haben da wenig Hoffnung gemacht, da der Frau nichts nachzuweisen ist.

Mir geht es vielmehr um die Thematik, ob ich richtig liege mit der Annahme, dass er tatsächlich depressiv ist, oder ob ich einen dachschaden habe und ihn in die Theapie getrieben haben, nur weil er mich nicht liebt und es auch nie getan hat.
Ich gehe momentan kaputt daran, und der termin beim Psychologen ist erst in eineinhalb Wochen.

Ich bin so wütend und verzweifelt, gestern bin ich beim Essen machen weinend zusammengebrochen, weil ich einfach nicht mehr konnte.

20.03.2019 13:59 • x 2 #3


CeHaEn

CeHaEn

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Moin skmm,

Zitat von skmm:
und ihn in die Theapie getrieben haben, nur weil er mich nicht liebt und es auch nie getan hat.

Ist das denn so? Eigentlich nicht, denke ich, denn
Zitat von skmm:
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass der Dauerstress mit seiner Ex ihm traumatisiert hat, er sämtliche negative Erfahrungen auf mich übertragen hat und das Thema noch lange nicht für ihn abgeschlossen ist, nicht so lange er diese Hassgefühle für sie hegt.

Soweit ich das verstanden habe, hast du deinem Partner wegen obiger Vermutung und den Folgen für euren Umgang zur Therapie geraten. Das ist schon deutlich etwas Anderes als "weil er mich nicht liebt.".

Es ist auch nicht abwegig, dass er mit der Situation überfordert ist und professionelle Hilfe gebrauchen könnte. Die Entscheidung dazu obliegt letztendlich ihm selbst.
Niemand kann in den Kopf deines Parters gucken - man kann ihn nur beobachten und hören, was er selbst zu sagen bereit ist, und dann Schlüsse daraus ziehen. Darauf wiederum kann nur dein Partner selbst seine weitere Handlung aufbauen. Das bedeutet auch, dass er möglichst klare Entscheidungen treffen und diese verfolgen muss - und das kann in so einer Lage unheimlich schwierig sein. Es geht aber nicht anders, wenn man die Situation verändern möchte. Wenn Probleme in der Partnerschaft psychotherapeutisch behandelt werden, dann halte ich Angehörigengespräche für sinnvoll. Andernfalls kann der Therapeut ja nur die Sichtweise des Patienten kennen.

Wenn man von diesen Entscheidungen selbst betroffen ist, dann muss man sie auch akzeptieren und seinerseits mitunter eigene Konsequenzen daraus ziehen. Auch das ist schwierig, wenn es keine klaren Entscheidungen gibt.
Manchmal läuft es darauf hinaus: Es wäre schön, aber es geht nicht mehr.

Für dich stellt sich die große Frage, wieviel du noch mitmachen kannst und willst.
Wenn man mit einem Menschen mit derartigen Problemen zusammen sein möchte, dann verlangt das natürlich Verständnis und Kompromissbereitschaft. Diese Zugeständnisse sollten aber nicht grenzenlos sein, sonst fällt man am Ende selbst hinten über. Du bekommst ja schon sehr deutlich zu spüren, dass dich die Situation stark belastet. Das macht auch die Beantwortung der Frage oben nicht einfacher, weil deine eigene Sichtweise in Folge der Belastung verzerrt sein kann. Das hat @Alexandra2 in ihrem ersten Punkt schon angesprochen.

20.03.2019 14:48 • x 3 #4


Alexandra2

Alexandra2

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Liebe skmm,
Ich kann mir nicht vorstellen, daß ausgerechnet Du Deinen Partner in die 'Depression getrieben' haben könntest. Du warst immer an seiner Seite, hast aufgefangen was möglich war, Dich selbst hintan gestellt. Mehr kann man nicht tun.
Die Aggressivität seiner Exfrau, die dadurch das Kind schädigt, hat ein Ausmaß, daß jeder an seine Grenzen kommt. Leider leider gehen viele ehemalige Partner so miteinander um und schädigen hauptsächlich das Kind.
Die psychische Gewalt schädigt besonders dann, wenn derjenige der Schuldgefühle hat, zum Ziel auserkoren wurde. Dagegen kommt niemand an.
Es sei denn, man ginge mit dem Kind zum Kinderpsychologen, um zu helfen, daß es lernt, nicht Schuld an Papas Fortgang zu sein und sein Gefühl, der Papa wäre mies, in eine akzeptable Richtung zu korrigieren.
Der Psychologe würde gehört in rechtlichen Fragen.
Alle Alleinerziehenden erhalten gute Unterstützung bei der Bewältigung der Probleme und rechtliche Informationen z.B. beim VAMV Verein alleinerziehender Mütter und Väter.

Dein Partner steht zwischen den Stühlen, angegriffen von der Ex, überwältigt und verunsichert über die Vehemenz, mit der seine Ex aktiv ist. Der stete Tropfen höhlt den Stein
Dafür bist Du nicht verantwortlich! ES muss sehr schwer sein, diesen Druck, diese Verzweiflung überhaupt auszuhalten und dann noch zu versuchen, eine Partnerschaft zu leben. Überforderung führt zum Zusammenbruch, wenn die Ressourcen verbraucht sind. Und jeder hat ein anderes Maß an Belastbarkeit.
Ich kann mir nicht vorstellen, daß Du der Grund für eine Depression wärst. Man kann eine 'Neigung' haben, in dem Sinne, daß schon viel vorab passiert ist, was eine schlafende Depression weckt. Dann, wenn die o.g. Belastbarkeit überschritten ost.
Bitte sorge gut für Dich, was das sein kann, weisst Du selbst am besten. Viele Depressive haben gute Erfahrungen mit Bewegung, Entspannungsübungen und Grübelstopp gemacht. Wenn Du das in Deinen Alltag einbaust, hast Du noch kleine stabilisierende Maßnahmen bis zum Termin beim Psychologen.
Und wir sind ja auch noch da!
Eine liebe Umarmung von
Alexandra2

20.03.2019 16:47 • x 2 #5


skmm


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Vielen dank für Eure Antworten!
Leider ist es mit dem Kinderpsychologen auch nicht einfach - das geht nämlich nur, wenn beide Elternteile zustimmen. Ansonsten ist Pustekuchen.

ich frage mich eher, ob er tatsächlich an einer Depression leidet, oder ich eben Gespenster in seinem verhalten sehe / gesehen habe. Denn diese Gefühlslosigkeit nach den Anwaltsschreiben, die Verzweifelung, die ständigen Grübelattacken.
Sind dadurch seine Gefühle für mich verschwunden?

ich meide ihn derzeit so gut es geht - leider nicht immer möglich, da die Kinder in die gleiche Schule gehen und wir nur 500m voneinander entfernt wohnen. Ich bin ihm blöderweise gestern über den Weg gelaufen. Es tut so höllisch weh ihn zu sehen, wie er sich arrogant hinstellt und so tut, als hätte er nie Gefühle für mich gehabt. Noch vor kurzem wollte er um jeden Preis so schnell wie möglich mit mir zusammenziehen. Ich verstehe die Welt nicht mehr und bin wütend, ohnmächtig.
ich fühle mich gedemütigt, hintergangen, verletzt und sein momentanes Verhalten, die Arroganz, dieses von oben herab getue und mich mit mitleidigem Blick anzuschauen.

ich weiss nicht wohin mit mir. überall um mich herum glückliche Familien, intakte und auch neu entstandene Patchwork Familien, die es geschafft haben.

Nur ich bekomme nichts auf die Reihe, bin es nicht wert, geliebt zu werden, oder dass man um mich kämpft.
Ich bin es so leid. und ich bin anscheinend ganz unten angekommen.

21.03.2019 11:30 • #6


Alexandra2

Alexandra2

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Liebe skmm,
Es ist auch nicht zu verstehen, warum er sich Dir gegenüber so verhält. Wie wär's, ihn mit Deinen jetzigen Gefühlen zu konfrontieren? Nach dem Motto, eins von beidem ist gelogen, mir direkt ins Gesicht gelogen, was stimmt jetzt? Ich habe eine Antwort verdient. Eine Antwort, die es mir möglich macht, mit Deiner Wechselhaftigkeit zurecht zu kommen.
Zum Kinderpsychiater u.a. habe ich direkt hingegen können, trotz geteiltem Sorgerecht, da hat nie jemand nach gefragt.


Du bist am Boden zerstört, Du musst Dich erstmal sammeln und berappeln und neu sortieren. Danach bist Du etwas stärker, sei gut zu Dir.
Ich umarme Dich

21.03.2019 12:03 • x 4 #7


Axel61

Axel61

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Hallo SKMM

Es fällt mir nicht leicht da einen Rat zu geben.

Ich will mal aus meiner eigenen Kindheit berichten, damit Du dir selbst eine Meinung bilden kannst. Mein Mutter is gestorben, als ich 3 war. Daraufhin war ich 2 Jahre bei meiner Großmutter, bzw, bei 2 Großmüttern und Tanten im gleichen Ort. Das war ein ziemliches Tauziehen. Als mein Vater dann recht schnell, nach einem Jahr, wieder geheiratet hat, war die Verwandtschaft meiner Mutter nicht so begeistert. Es gab dann alle möglichen Verdächtigungen. Wieso erzähle ich das? Weil ich da die Rolle deiner Kinder hatte. Ich wurde auch entsprechend beeinflusst und hatte meine Stiefmutter ziemlich schnell am ersten Nervenzusammenbruch. Es hat Jahre gedauert, bis wir einen Burgfrieden geschlossen haben und wir haben Beide einige Narben behalten. Im Endeffekt hat es auch meinen Vater so viel Energie gekosten die Ehe trotz allem zu erhalten (früher hat man das noch versucht), dass er da auch ziemlich viel Kraft gelassen hat. Er ist schon mit 67 an Alzheimer gestorben und hate schon mit 60 Symptome. Da hat der Nervenkrieg sicher auch eine Rolle gespielt.

So eine Situation erfordert sehr viel Kraft. Du schreibst ja selbst: Kämpfen. Lohnt es sich: Ja. Aber macht es Sinn und willst Du es, oder kostet es dich mehr als Du bringen kannst? Meine Therapeutin würde mich da fragen: WAS WOLLEN SIE? Wenn das beantwortet ist muss man es dem Partner sagen und er muss entscheiden, ob er das akzeptieren kann, oder nicht.

21.03.2019 12:22 • x 4 #8


skmm


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Ich habe ihn mit meinen gefühlen konfrontiert, habe ihm gesagt wie wütend ich bin und wie sehr mich sein Verhalten verletzt.
Ich hatte ihm auch gesagt, dass ich immer zu ihm gehalten habe, auch nach der letzten Trennung weiter an uns geglaubt habe, obwohl er mich gebeten hat loszulassen.
Dass ich ihn auch jetzt nicht aufgeben möchte und er sich die Zeit für sich nehmen soll.

Er ist der Meinung ich wäre besser ohne ihn dran, meine Versuche zu helfen würden alles nur noch schlimmer machen.

Gestern war er sowas von arrogant und kalt.
er bringt mich gerade dazu, ihn zu hassen.
er stellt alles was wir hatten als lächerlich und falsch dar. ich hab so viel investiert, und bin am Ende wieder die, die den Ar. kassiert.

21.03.2019 15:13 • x 2 #9


mutmacher

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Kämpfen ? Nein- ich an Deiner Stelle würde mich total zurücknehmen, Du hast genug gekämpft. Versuche für Dich und Dein Kind in die Ruhe zu kommen, lehne Dich bewusst entspannt zurück und mach` einen dicken Strich unter die ganze Sache. Dieses ganze Hin und Her macht Dich und Dein Kind kaputt.
Entwickle gesunden Egoismus, unternimm mit Deinem Sohn etwas Schönes, lasst es Euch beiden gut gehen. Überlass alles Zukünftige dem Schicksal, aber nimm Dich da erst mal raus.

21.03.2019 16:06 • x 3 #10


Acon

Acon

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Liebe skmm,

Ich sehe das auch wie muntermacher. Dein Kind und Du ist wichtig für Dich. Deinem Kind und Dir soll es gut gehen. Lass alles weitere seinen Lauf, Du zerreißt Dich sonst. Eventuell kommt es von selbst an, wenn Du ihm durch Dein handeln zeigst, das Du das machst was er wünscht, ihn loszulassen.

Ganz liebe Grüße
Andrea

21.03.2019 17:33 • x 2 #11


Samy

Samy

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liebe Skmm,
ich habe eben Deinen Beitrag gelesen. Du beendest diesen mit der Frage"kennt jemand dieses Verhalten?"
Auch ich habe mich in diesem Forum angemeldet, weil kein Psychologe oder Fachkundiger eine Diagnose gestellt hat, sondern ich bemerkt habe, dass hier vieles nicht mehr stimmt. Ein schleichender Prozess, welcher ganz langsam Konturen bekommt.

Der geliebte Partner bringt plötzlich ein wundersames Verhalten hervor, wenn stressgefüllte Situationen entstehen.
Ärger und Wut werden aus dem Nichts auf Dich projeziert, obwohl eigentlich kein Anlass besteht.
Wie aus heiterem Himmel prasseln Vorwürfe, wie "was schaust du mich so an?" im barschen Ton, auf Dich herab.

Du schluckst, hältst ganz still, Dein Herz schlägt bis zum Hals und dann weißt Du, .es ist wieder soweit.ALLES, WAS DU JETZT
TUST ODER SAGST, es wird zum Gegenstand der kommenden Auseinandersetzung. Eskalation. und Dein Rückzug, bis in die letzte Ecke.
Auch ich stecke mittendrin und kann, wenn Du das Verhalten Deines Partners beschreibst, alles so sehr gut nachvollziehen.
Männerdepressionen muss man erst mal erkennen.
Ich habe mich sehr oft gefragt, was ich falsch mache. Gab mir Mühe, schaffte schöne Momente.
Aber es gab immer ein danach, indem ich an den Pranger gestellt wurde.
In Gesprächen, welche ich herstellte, bekam ich alles, was ich sagte, als Spiegel zurück.
Wie überhaupt nicht existent.
Ich denke noch immer über eine Trennung nach, anstatt zu gehen. Wir sind über 30 Jahre zusammen.
Haben ein bezahltes Eigenheim, ein Wohnmobil.alle schönen Dinge dieses Lebens, weil wir uns das
alles erarbeitet haben. Nun ist die Luft raus, in jeder Beziehung.
Ich habe mich verändern müssen, schlucke jeden Kommentar, verkrieche mich und möchte manchmal unsichtbar sein.

Leider kann ich Dir keine Hilfe sein, aber ich weiß, dass es nicht an Dir oder mir liegt. Wir sind einfach da, als Prellball
für den Zustand, der aufkommt, ein kleiner Auslöser reicht. Wir sind diejenigen, welche da sind, damit der Druck
aus dem Pulverfass entweichen kann.
Liebe Grüße
Samy

27.03.2019 09:32 • x 2 #12


skmm


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Liebe Samy,
danke für deine Worte.
Ich stehe immer noch total neben mir, kann nichts essen, kann nicht schlafen. Wenn ich doch schlafe, quälen mich Albträume.
Es ist frustrierend, wie es ist. Ich war so lange der Blitzableiter, die jenige, die alles abbekommen hat. Immer nur das eine Thema (Die Ex und ihre Machenschaften und die Angst, die Tochter zu verlieren). Immer und immer wieder.
Ständig die Konfrontation mit dem verlorenen Urvertrauen, dem Hass auf Frauen und der Sinnlosigkeit von Beziehungen.

Ich habe in den letzten Tagen viel mit Leuten geredet, die ihn kennen. Nachbarn, die nicht nachvollziehen können, was passiert ist. Seiner Schwester, die nach der Trennung mit ihm gesprochen hat. Es gäbe ihm alles nichts mehr, hätte keinen Sinn. Ich bin so wütend über dieses Hochziehen an Kleinigkeiten, wütend über diesen Egoismus, das Verleugnen von Tatsachen.

Noch am Wochenende vor seiner "Entscheidung" hat er viel geweint, sagte er versteht nicht was los ist und was passiert. Er wäre unglücklich. Ich wäre dennoch einer der wichtigsten Menschen in seinem Leben. Ich tue ihm gut.

Geht man so mit Menschen um? Tritt man nach?
Ich verstehe es nicht - und werde es wahrscheinlich nie verstehen.

27.03.2019 14:10 • x 1 #13


Alexandra2

Alexandra2

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Liebe skmm,
Es tut mir sehr leid, wie mitgenommen und geschwächt Du von allem bist, wie sehr Dich das Adrenalin wach hält. Ich nehme Dich in den Arm, hey, Du bist nicht allein.
Lass uns Laufen gehen oder zackig walken, dann kriegst Du den Kopf frei und kommst anschließend zur Ruhe. Dann in die Sauna?

Ich bin der Meinung, dass man auch in einer Depression dem Partner seinen Entschluss schonend übermitteln kann. Und so wie ich Deinen wahrgenommenen habe, wäre Empathie möglich.
Es ist erschreckend, Dich so stehen zu lassen. Daß Dich die kalte Wut packt, ist kein Wunder.
Besinne Dich auf Dich und Dein Kind, macht was Schönes zusammen
Ganz liebe Grüße
Alexandra

27.03.2019 14:39 • x 2 #14


Samy

Samy

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Liebe Skmm,
ist schon ein paar Tage, dass ich hier war. Wie geht es Dir heute?

08.04.2019 01:22 • x 1 #15




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