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Verzweifelt Zusammenbruch des Partners

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die_elster
Mitglied

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Guten Tag zusammen!

Ich bin seit etwas mehr als 2,5 Jahren mit meinem Partner zusammen und bis vor zwei Jahren hatten wir eine wunderschöne Beziehung. Er hat ADHS, nimmt dafür Medikamente und ist auch in psychotherapeutischer Behandlung. Wir führen eine Wochenendbeziehung und sehen uns normalerweise zweimal im Monat. In der Zwischenzeit hatten wir immer viel über WhatsApp Kontakt und haben uns den Tag über immer wieder kleine Updates, Bilder, Anekdoten oder einfach unsere Gedanken geschickt. So waren wir gegenseitig in den Alltag des anderen integriert, obwohl aufgrund der Distanz ein gemeinsamer Alltag nicht möglich ist. Es war alles sehr ausgewogen und der Kontakt wurde von uns beiden ziemlich gleich viel initiiert.

Im Sommer des vergangenen Jahres wurde dann alles anders, es muss Juni oder Juli gewesen sein. Plötzlich kam von ihm immer weniger. Auf meine Nachfrage hin lag es bei ihm an Stress, da er im sozialen Sektor arbeitet auch ziemlich nachvollziehbar. Im Laufe der kommenden Monate zog er sich jedoch immer mehr zurück, gesehen haben wir uns aber immer noch regelmäßig. Mir ging es dadurch immer schlechter und im November habe ich dann erneut das Gespräch gesucht. Er meinte dann, dass es ihm momentan psychisch nicht gut geht, unter anderem, weil seine Therapie nur noch alle drei Wochen stattfindet und er sich daher zurückzieht. Mit mir zusammen sein möchte er weiterhin, aber Zweisamkeit ist für ihn gerade ein Problem. Im Dezember folgte dann der absolute Tiefpunkt, man konnte ihm wirklich ansehen, wie dreckig es ihm ging.

Der Kontakt zu ihm ist nie abgebrochen. Er wünscht sich von mir, dass ich mich bei ihm melde und ihm von meinem Tag erzähle. Das mache ich auch. Er reagiert zwar auf meine Nachrichten aber es kommt nicht wirklich was von ihm zurück. Die Dynamik ist im Vergleich zu vorher also sehr einseitig, was mich extrem belastet. Denn die Nähe, die wir trotz räumlicher Distanz immer hatten, ist so einfach kaum noch vorhanden.

Wir hatten im Januar nochmal ein ernsteres Gespräch, weil ich merke, dass ich immer mehr an meine Grenzen komme bzw. ich mir natürlich Sorgen um ihn mache, dass er immer weiter abrutscht in ein Loch, aus dem er sich irgendwann nicht mehr befreien kann. Da habe ich dann erfahren, dass er (wieder) Antidepressiva nimmt und ab Februar jetzt wieder alle zwei Wochen zur Therapie geht. Vorletztes Wochenende haben wir endlich wieder exklusiv gemeinsam verbracht und er war wirklich unglaublich aufmerksam, hat mir ein selbstgemachtes Geschenk gegeben und mir extrem viel persönliche Dinge über sich erzählt. Außerdem ist er wieder mehr auf Zukunftspläne wie gemeinsame Ausflüge und Unternehmungen eingegangen, was er im Dezember ziemlich abgeblockt hatte. Diese Woche am Sonntag ist geplant, dass wir uns wieder sehen. Als ich dann Sonntag nach Hause gefahren bin, ging es aber so weiter wie bisher. Der Kontakt geht weiterhin fast nur von mir aus und ich habe wirklich Probleme zu verstehen, wie er bei unserem gemeinsamen Wochenende so aufmerksam sein und mir so viel Liebe zeigen konnte und jetzt wieder der Rückzug kommt.

Ich schwanke zwischen Hoffnung, dass es wieder besser wird und vielleicht zumindest teilweise wieder wie früher, Resignation und Angst, dass die Beziehung zu diesem wirklich wunderbaren Menschen langsam aber sicher auf ihr Ende zusteuert. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mir die ganzen schönen Dinge und guten Zeichen vom Wochenende nur eingebildet habe und mir die ganze Situation nur schönrede oder ob es wirklich zumindest minimal wieder bergauf geht.

Ich freue mich, hier mit anderen Angehörigen im den Austausch treten zu können, die vielleicht etwas ähnliches erlebt haben. Und auch über Berichte von Betroffenen würde ich mich sehr freuen, die mir vielleicht dabei helfen können, sein momentanes Verhalten besser zu verstehen.

Einen schönen Mittwoch euch allen,
LG Die Elster

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HDD
Glücklicherweise (für mich) kenne ich so eine Situation nicht aus eigener Erfahrung (nur im Bekanntenkreis). Wenn man davon absieht, dass ich auch manchmal meine Phasen habe - wobei ich versuche, meine Partnerin da nicht hineinzuziehen.

Aber ich habe gelesen, wie es anderen hier im Forum geht.

Von daher würde ich folgendes sagen:
- Letztlich muss er selbst mit seinen Problemen fertig werden. Du kannst ihn wohl unterstützen, aber mehr auch nicht.
- Mach seine Probleme nicht zu deinen Problemen! Du riskierst, dich dabei aufzureiben.

#2

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