Eltern erklären das psychisch krank bin

Einsamewoelfin1

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Ich habe meinen Eltern das Buch "Schluss mit dem Eiertanz" zum lesen gegeben. In der Hoffnung dass sie verstehen was mit mir los ist und mich evtl. etwas unterstützen können. Und als ich das letzte mal darüber versuchte zu reden, hab ich nur zu hören bekommen dass vieles nicht auf mich zu treffen würde.

Was soll ich noch tun um meinen Eltern verständlich zu machen was mit mir los ist???

Wie macht ihr dass? Habt ihr auch solche Probleme?

11.05.2011 13:59 • #1


Serafina

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Warum ist es dir so wichtig, dass deine Eltern 100%ig begreifen, was dir fehlt?

Es liest sich so, dass sie ihre eigene Meinung dazu haben und es nicht wahrhaben wollen. Warum kämpfst du dafür, dass sie dich verstehen? Mit den seelischen Erkrankungen ist das so. Die sind nicht sichtbar. Hättest du dir den Arm gebrochen, läge er in Gips. Aber so ?

Du bist verheiratet, hast ein Kind und lebst doch dein/euer eigenes Leben.

Du vergeudest viel Energie damit, es ihnen recht zu machen.

Was passiert, wenn du dich einfach so gibst, wie du bist? Wie würden denn deine Eltern reagieren?

Wovor hast du Angst?

Serafina

11.05.2011 15:37 • #2


Malwine

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hallo einsamewoelfin

ich finde es sehr schade und traurig, wenn man solche Gefühle hat, denn gegen diese Gefühle kann man nicht viel tun und sie beeinflussen einen bei vielen Angelegenheiten ohne es richtig wahrzunehmen.

Aber so, wie es Menschen gibt, die kein Blut sehen können, gibt es auch Menschen, die bei psyschischen Krankheiten nicht 'hinsehen' können. es macht ihnen insgeheim Angst und sie wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen. So kann es sein, dass das 'Desinteresse' deiner Eltern nicht gegen dich gerichtet ist sondern gegen die Krankheit.
Hinzu kommt, dass Menschen unterschiedlich empfinden: was den einen nervt, macht anderen nichts aus. Was man selbst als anstrengend, schön, richtig, gut, oder lieblos und desinteressiert empfindet kann eine andere ganz anders sehen.

Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, wo ich auch mit manchen Entscheidungen meiner Eltern gehadert habe u. das Gefühl hatte, dass meine Brüder mehr zählten (z.Teile stimmte das auch). Inzwischen sehe ich das entspannter, denn ich mußte feststellen, dass ich selbst hinter meinen eigenen Erwartungen an mich als Mutter zurückgeblieben bin und meine Kinder heute sicher auch manchmal denken, ich hätte dies oder jenes falsch gemacht und besser bzw. anders machen können. Man macht leider trotz bester Absicht Fehler, auch wenn man seine Kinder liebt. Es ist oftmals eine Frage der Situation, der eigenen Befindlichkeit und der des Kindes, ob eine Situation positiv verläuft oder nicht.

Wenn ich eine andere Meinung habe oder etwas ganz ablehne oder mit etwas nichts zu tun haben will heißt das nicht, dass ich die ganze Person deswegen ablehne.
Vielleicht kannst du in der Beziehung zu deinen Eltern das sehen, was euch verbindet und für den Bereich, der dir fehlt, andere Personen, z.B. andere Verwandte oder Freunde finden, die dir darin Verständnis entgegen bringen.

11.05.2011 21:47 • #3


salamander

Was hat es mit deiner Stimmung gemacht, als deine Eltern dir zum wiederholten Male kein Verständnis entgegebenbrachten?

Bist du auf der Suche nach elterlicher Liebe?

12.05.2011 09:23 • #4


Einsamewoelfin1


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Hallo,
erst mal zu Serafina...ich bin geschieden und unsere Tochter lebt bei ihrem Papa...

Meine Stimmung ist im Keller weil meine Eltern keine Verständnis für mich und meine Krankheit haben.
Lieben??? ich weiß nicht ob meine Eltern mich lieben, sie unterstützen mich wo sie können, aber eben nur Materiell. Ich will einfach nur Verständnis haben und nicht ständig als Paranoid oder Hypochonder dargestellt werden.

17.05.2011 19:11 • #5


Einsamewoelfin1


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Am Vatertag war ich zum Grillen bei meinen Eltern. Alle waren da, meine Eltern, meine Brüder und ihre Freundinnen. Mir ging es an dem Tag nicht 'Besonders.
Und es Endete wie immer ich hab mich mit meiner Mutter gestritten und alle waren genervt davon. Mein Bruder hat wieder nur lauter verletzende Kommentare abgegeben.

Ich hab mich voll als Aussenseiter gefühlt, keiner hat mit mir geredet und wollte was wissen oder auch nur über Gott und die Welt reden.
Ich fühle mich als hätte ich meine Familie, meinen halt verloren. Jetzt habe ich keinen mehr ausser meinen Freund, und wie lange er mich in diesem zustand noch ertragen kann ist auch nur eine Frage der Zeit. Es macht ihm schon schwer zu schaffen dass es mir momentan so schlecht geht und er nichts tun kann.
Das einzig positive ist dass ich mich nicht ritze zur Zeit und auch nicht wirklich den drang danach habe.

09.06.2011 11:57 • #6


Martina

Martina

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Zitat von Einsamewoelfin1:
Jetzt habe ich keinen mehr ausser meinen Freund
Meinst Du nicht, dass Du das etwas zu schwarz siehst? Nur weil es einen Streit gegeben hat, werden sich doch nicht alle von Dir abwenden. Das renkt sich bestimmt wieder ein .
Zitat von Einsamewoelfin1:
keiner hat mit mir geredet und wollte was wissen
Das kann doch daran gelegen haben, dass es Dir nicht besonders gut ging. Das hat Deine Familie ja vielleicht gemerkt - außerdem weiß ich nicht, wie Du an dem Tag so drauf warst . Manchmal ist es wirklich besser, den anderen mal für eine Weile in Ruhe zu lassen, hm?

09.06.2011 12:03 • #7


Einsamewoelfin1


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In Ruhe lassen is gut...ich hab kaum noch Kontakt zu meiner Familie, weil ich eben merke dass mir das nicht gut tut.
Manchmal hören wir uns Wochen nicht und sehen uns noch weniger.

Bis vor etwa nem halben Jahr hat mich mein Bruder noch ab und an auf ein Kaffee besucht nur um nach mir zu sehen. Das gibt es nicht mehr.

Keiner kann mein ständiges Gejammer noch ertragen :-(

13.06.2011 03:19 • #8


kelvin

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Hallo Du...

"die Realität so annehmen, wie sie ist"... kann ziemlich hart sein. Vor allem, aus dem "Ist-Zustand" noch die Bedürfnisse zu erfüllen, wenn das Gefühl der .. Vernachlässigung vorhanden ist. Wenn Du nicht aufpasst, dann wirst Du Dich so in die Tatsache reinstürzen, dass Deine Eltern momentan nicht in der Lage sind, Dich zu unterstützen, dass Du nur noch diesen Blickwinkel hast.

Was aber ist mit Eigeninitiative?
Von Deinen Eltern erwartest Du, dass sie Dich verstehen.
Bist Du in der Lage, Deine Eltern zu verstehen?
Du schreibst, dass sie Dich wo es nur geht, zu unterstützen. Materiell, nicht emotional. Trotzdem versuchen sie Dich zu unterstützen.

Emotionen sind komplex. Einige wollen keine Gefühle zulassen. Weil es auch immer wieder eine Auseinandersetzung mit der eigenen Person beinhaltet.
Ein Buch zur "Krankheitserklärung" hast Du ihnen zum Lesen gegeben, worauf sie geantwortet haben, dass Dein Leben gar nicht so ist.
Diese Aussage beschreibt, dass sie schon Dich verstehen wollen, zumindest lasen sie das Buch. Das ist viel mehr, als andere Elternteile bereit sind, verstehen zu wollen.
Bücher können niemals die eigene Lebensgeschichte wiederspiegeln (außer man ist selbst der Autor). Somit kann die Aussage stimmen, dass die Begebenheiten im Buch nicht auf Dich zutreffen.

Vielleicht möchtest Du selbst eine Art "Buch" (längeren Brief) schreiben!? - Nicht vorwurfsvoll, sondern erklärend. Wünsche äußern... damit Deine Eltern auch wissen, was Du Dir wünschst.

Allerdings empfinde ich die Tatsache auch wichtig, dass Du Dich etwas von Deinen Eltern lösen kannst. Also eine Beziehung zu Deiner Person aufbauen. Dich mit Dir auseinandersetzt. Sprich: die "Eltern-Kind-Rolle" verlassen und "Hilfe zur Selbsthilfe" - mit Unterstützung Deiner Eltern (wenn sie dazu bereit sind) zu finden. Weil genau das wird wichtig sein, um ein eigenständiges Leben führen zu können - falls es Dein Wunsch ist. Deine Wünsche sind mir unbekannt. Vielleicht magst Du darüber schreiben.

18.06.2011 12:20 • #9


soulmate88

soulmate88

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Hallo Einsamewoelfin1,

Zitat von Einsamewoelfin1:
ich hab kaum noch Kontakt zu meiner Familie, weil ich eben merke dass mir das nicht gut tut.

Das ist doch schon mal eine gute Erkenntnis! Was genau tut dir daran nicht gut? Was würdest du dir wünschen, wir stellst du dir Kontakt mit deiner Familie vor?
Deine Eltern sind eigenständige Menschen so wie auch du. Es ist nicht deine Pflicht Rechenschaft abzulegen, ihnen alles recht zu machen.
Dennoch ist bestimmt noch eine gewisse "innere" Bindung da, aber ich denke die Unabhängigkeit voneinander sollte einem klar sein. Wie viel Kontakt tut DIR gut? Was ist DEIN Wunsch? Höre mal auf DEIN Inneres - was sagt es dir?

Vielleicht sind ein paar Gedankenansätze dabei die dir helfen zu erfahren was du eigentlich willst.

Liebe Grüße
soulmate

29.07.2011 23:14 • #10




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