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Einsamkeit und meine Freunde distanzieren sich

Hallihallo,

ich habe seit einigen Monaten berufsbedingt ein Burn- out, dazu kamen Depressionen. In der Psychotherapie kamen und kommen "krankhafte" Familienkonstellationen heraus, die mich schon mein Leben lang schwächen. Zur Zeit nehme ich Abstand zu meiner Familie, da sie mich fast erdrücken und kein Verständnis für meine Situation bringen. Je länger die Depression, mit extremen Schlafstörungen, andauert, desto mehr distanzieren sich meine engen Freunde von mir. Sie wissen, wie schlecht es mir geht, dass ich alleine wohne, im Krankenstand bin und keine familiäre Unterstützung erhalte. Es verletzt mich sehr, da ich dieses Verhalten null verstehen kann. Klar, meine Freunde, haben bereits schon eigene Kinder, aber trotzdem kann man sich doch nach einer kranken Freundin erkundigen?
Ich fühle mich immer einsamer und weiss nicht, was ich gegen dieses Gefühl, dass mir den Schlaf raubt und mich nicht mehr essen lässt, tun kann.

12.02.2020 11:05 • #1


Irgendeine
Ich kann verstehen, dass du darüber traurig bist. Viele Menschen wissen leider nicht, wie sie mit einem Depressiven umgehen sollen und melden sich dann, aus Angst was falsch zu machen, lieber gar nicht.
Auch wenn es dir schwer fällt, aber vielleicht rufst du ja mal einen deiner Freund an?

12.02.2020 11:40 • #2


Ich habe sie schon oft angerufen und ihnen auch erzählt, dass es mir am meisten hilft, wenn wir uns treffen, ich in Gesellschaft bin. Es gibt mir ein blödes Gefühl, wenn ich andauernd frage und die anderen melden sich von ich aus nicht. wenn ich frage klappt es mal, meistens nicht. wie geht ihr damit um? dass man sich nicht so verdammt einsam und überflüssig fühlt?

12.02.2020 11:43 • #3


Irgendeine
Zitat von BieneS:
Es gibt mir ein blödes Gefühl, wenn ich andauernd frage und die anderen melden sich von ich aus nicht.

Das ist dann wirklich doof, gerade, wennn du schon Initiative zeigst. Was sagen deine Freunde denn als Begründung?

12.02.2020 11:54 • #4


ZeroOne
Hi @BieneS !

Schau mal, hier läuft parallel und aktuell ein weiterer Thread zum Thema "Distanzierung von Freunden". Vielleicht findest du dort ja auch die eine oder andere Hilfestellung: klick!

LG
ZeroOne

12.02.2020 11:54 • x 1 #5


Sie sagen, dass sie viel zu tun haben wegen ihren Kindern. Es ist schwierig. >Ich versuche es nicht persönlich auf mich zu beziehen, tue es aber dann doch, weil ich es nicht nachvollziehen kann.

12.02.2020 12:01 • #6


Irgendeine
Und wenn du anbietest, mal was mit ihnen und den Kindern gemeinsam zu machen? Und wenn das alles nicht fruchtet, kuck doch mal, ob es irgendeinen Verein in deiner Nähe gibt, wo du neue Leute kennenlernen könntest. Ich habe über mein Ehrenamt nette Menschen gelernt und mit einigem bin ich inzwischen auch gut befreundet.

12.02.2020 12:25 • x 1 #7


Das die kids dabei sind, würde mir viel Freude bereiten, was ich auch schon des Öfteren gesagt habe. Trotzdem treffen sie sich oft mit Freunden, die auch Kinder haben, dass die kids zusammen speieln können.
Ich habe das Gefühl, dass sie nicht damit zurecht kommen, dass es Depression nicht nach 4 Wochen geheilt ist, sondern ein Prozess ist. Sie verstehen es nicht und wollen sich auch nicht wirklich damit auseinandersetzen. Sie sagen, die Ärzte sollen mit helfen.
In einem Verein und zu einem Kurs habe ich mich schon angemeldet, um neue Leute kennen zu ernen. Das Problem hierbei ist, dass ich kaum schlafen kann, demsentsprchend müde bin und von einer unbeschreiblichen Traurigkeit und Einsamkeit erfüllt bin, die mich den ganzen Tag im Bett weinen lässt. Es macht nichts mehr Sinn.
Mal geht es für 2 Tage ganz gut, wenn der Schlaf etwas besser war, dann bin ich gleich ein anderer Mensch, der vor Elan sprüht. Dann geht es plötzlich wieder bergab, oft verbunden mit der inneren quälenden Einsamkeit und Schuldgefühlen, es nicht wert zu sein. Was wiederum von der Außenwelt, dem Verhalten meiner Freunde, bestätigt wird. Es ist ein Teufelskreis.

12.02.2020 12:38 • #8


Hallo BieneS,

darf ich fragen was Du arbeitest? Weil Du von Burnout geschrieben hast. Hast Du zum ersten Mal eine Depression? Hast Du das Gefühl in guter ärztlicher Behandlung zu sein? Das ist alles ziemlich wichtig, vor allem wenn Du aktuell soviel alleine bist.

Das mit den Freunden ist sicherlich sehr schmerzhaft. Warum sie sich so verhalten- gute Frage. Ob es wirklich alleine am Thema Kinder liegt - fraglich. Ich finde es immer hilfreich, ganz offen zu reden. Zu fragen, warum er/sie Dich als Freund/Freundin nicht unterstützt. Oder zu akzeptieren, dass sie "damit" nichts zu tun haben wollen. Das wäre hart aber dann wüsstest Du Bescheid statt Dir ständig den Kopf zu zerbrechen. Unsicherheit ist auch oft ein Problem beim Umgang mit psychischen Erkrankungen. Du könntest anbieten, Ihnen zu beschreiben wie sich eine Depression anfühlt und wie sehr man leidet. Nur so eine Idee!
Liebe Grüße von Bella

12.02.2020 12:48 • x 1 #9


Hi Bella,
danke für deine Antwort. Ich bin Lehrerin, nach 9 Jahren habe ich mein burn out bekommen und kann momentan nicht unterrichten. Ich hatte schon manchmal eine depressive Verstimmung, diesmal kommt alles zusammen, auch der Abstand, bzw. keine Unterstützung der Familie (bisher haben wir alles gemeinsam durchgestanden) ist gerade sehr hart. Deswegen ist es denke ich, noch schlimmer wegen der fehlenden Unterstützung meiner Freunden gerade.
Wie ich mich fühle, wie es sich anfühlt, habe ich ihnen schon gesagt. Deswegen enttäuscht es mich so, weil ich ihnen das anvertraut habe und sie trotzdem nur ihr eigenes Leben sehen (welches komplett anders ist, als das Meine).

12.02.2020 12:57 • #10


buddl1
. wenn man selbst keine Kinder hat,
die Freunde aber im Zuge ihres Leben sich dafür entschlossen,
sich unweigerlich, alles was zwischen den Freund gewachsen ist.
sei es die Ansprüche untereinander, Interessen aber vor allem die Tagesabläufe.
ich kenne das genau anders herum und unsere neuen Bekannten, berichteten eben auch darüber.
Freunde zögen sich zurück, weil die Kinder entweder ausgeschlossen oder eben stören,
man kann eben sich nicht mehr so zusammen setzen, wie früher, da muss dem Kind die Nase geputzt werden oder ein Ungeschick erklärt werden, oft fehlt es dann der fehlenden gemeinsamen Zeit.
uns wurde mal gesagt, ihr hat ja keine Zeit am Wochenende, da müsst ihr ja mit den Kindern zusammen sein.
nein, wir müssen nicht sondern wir wollten mit diesen zusammen sein, denn in der Woche, wo die Arbeit ihren Preis fordert, da bleib halt alles andere auf der Strecke- erst recht die eigenen Kinder.
und ja, man verbringt dann durchaus Zeit mit anderen Eltern und deren Kindern, weil das dann wiederum diesen gerechter erscheint.

nun aber, unsere Kinder bestreiten nun selbst ihren Lebensalltag und ja man wird dann sich klar, dass wir keine jungen Hüpfer mehr sind und uns auch nicht mehr wie früher so leicht in Freundschaften finden.
so suchten und fanden wir Anschluss die eben Menschen brauchten, zum Reden, zum Teilen und wir dürfen mit deren Kinder unsere Freizeit teilen, fasst so wie früher mit unseren.
das ist natürlich nur eine Möglichkeit aus seinem Schloss heraus zu finden und ja,
wir zogen uns von den eigenen Familien komplett zurück wenn auch aus anderen Gründen.

wann haben die dich das letzte mal lachend gesehen.
es ist schwer für sich einzugestehen, dass die Weg der anderen nicht mehr die eigenen sind
dass ist uns auch schmerzhaft damals bewusst geworden.
buddl1,

12.02.2020 13:35 • #11


Hallo Biene,

Ich kenne das Problem auch. Ich sage mir, immer, wenn ich sehr starke unangenehme Gefühle hab wie z. B. so eine Einsamkeit, dass da durch die jetzige Situation etwas ausgelöst wurde, was seinen Ursprung in meiner Kindheit hat. Das hast du ja auch angedeutet, dass deine Probleme vor allem daher rühren. Dann geht es vor allem darum, sich dem inneren Kind zuzuwenden und ihm das zu geben, was es braucht. Es ist gut, wenn man die äußeren Umstände soweit möglich vom inneren Schmerz trennen kann. Ob du mit den Leuten noch weiterhin befreundet sein willst oder nicht, kannst du dann immernoch überlegen. Aber man muss immer versuchen, in erster Linie sich selbst der beste Freund zu sein!

Liebe Grüße

12.02.2020 13:38 • x 2 #12


@Annaleen Danke für Deinen Tipp, wie du mit der Sache umgehst. Auch den Rat, mit der Zuwendung zu seinem Inneren Kind. Es ist schön zu wissen, dass ich nicht alleine bin und ich verstanden werde. Danke dir dafür

12.02.2020 16:23 • x 1 #13


Hallöchen,

Lehrer ist ein sehr anstrengender Beruf. Ich bewundere Euch wirklich. Gerade weil die Kinder heute so "verzogen" sind. aber das ist ein anderes Thema.
Es ist sehr schade, dass Deine Freunde sich so verhalten. Aber dann sind es in meinen Augen auch keine richtigen Freunde und Deiner Freundschaft nicht wert. Hart aber dann wird es Zeit, sich neuen Menschen zu zuwenden. Der Vorschlag mit Verein kam ja schon. Es gibt ja in jeder Stadt auch Netzwerke online, wo man Leute kennenlernen kann, mit denen mal zum Beispiel Sport macht, ins Kino geht etc. Vielleicht wäre auch ein Ortswechsel gut? Was meinst Du?
Liebe Grüße

Vor 7 Stunden • #14





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