Keine Freunde - fühle mich so einsam

carryX

Ein nettes Hallo an alle, die hier reinschauen erstmal. Also ich weiß gar nicht so Recht wo ich anfangen soll. Ich fühle mich gerade als sei ich in einem tiefen Loch und egal was ich versuche um dort herauszukommen, ich schaffe es nicht und falle immer wieder hinunter. Vielleicht fange ich einfach mal damit an, wie das alles eigentlich anfing. Damals nach meinem Abschluss hatte ich das Pech, mich in meinen Lehrer verliebt zu haben und ihm dann sehr hinterherzutrauern. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, ihn nie wieder zu sehen oder nie wieder auf diese Schule zu gehen. Die Wochen im August nach dem Abschluss waren für mich die reinste Hölle. Es war eigentlich Sommer draußen aber ich ging keinen einzigen Tag wirklich aus meinem Zimmer raus. Ich vergrub mich dort und weinte fast durchgehend. Ich wollte nirgends mehr hin, hatte auf nichts Lust und dachte, wenn es so weitergehen würde, würde ich an den Schmerzen zerbrechen. Ich hatte Streit mit meiner Mutter und die ganze Situation eskalierte, bis ich ihr mitteilte, was mich bedrückt. Danach war es eigentlich noch nicht wirklich besser, sie wusste eben jetzt nur Bescheid und für mich war es auch eine kleine Erleichterung, dass sie es wusste. Aber klar, da konnte man nichts machen. Also musste ich diese Zeit irgendwie überstehen, diesen Liebeskummer auch wenn ich nicht recht wusste wie. Im September darauf ging ich dann auf die FOS, an der aber alles nur wieder schlimmer wurde. Ich dachte jeden einzelnen Tag daran, wie es wohl jetzt in meiner alten Schule wäre, wie viel glücklicher ich doch wäre, wenn ich ihn wieder jeden Tag sehen könnte. Und das machte mich fertig, es zog mich richtig tief in ein Loch hinein. Zudem war der Stoff in der Schule auch viel zu schwer, es wuchs mir alles über den Kopf und ich brach die FOS nach einem halben Jahr ab. Allerdings nur, weil ich mich davor für eine Ausbildung beworben hatte, als Fluggerätmechanikerin. Für mich war das damals mein Traumberuf, ich wollte diesen Beruf unbedingt machen und war überglücklich, als ich die Zusage bekam. Aber anscheinend waren meine Vorstellungen komplett anders als es am Ende sein sollte. Ich war damals anscheinend blind, dass ich noch nicht mal in meinem Technik -Praktikum in der FOS begriff, dass das Handwerk und die Technik nicht meins waren. Aber ich war so fixiert auf diesen Beruf und bildete es mir so sehr ein, dass mich davon niemand abhalten konnte, nicht mal mein klarer Verstand. Vielleicht sah ich es damals auch als einzigen Ausweg, aus der mich so bedrückt machenden FOS fliehen zu können, sozusagen als Lösung oder Flucht.
In den sechs Monaten nach dem Abbruch der FOS und dem Beginn der Ausbildung machte ich meinen Führerschein und arbeitete bei meinem Vater als Aushilfe im Büro.
Schon der Führerschein damals brachte mich wieder an einen tiefen Punkt, da es irgendwie nicht so wirklich hinhauen wollte mit dem Autofahren und mein Fahrlehrer schon fast verzweifelt war ebenso wie ich nach etlichen Fahrstunden, die nie enden wollten. Jedesmal machte ich wieder etwas falsch und jedes Mal dann wieder fühlte ich mich zunehmend schlechter und die Gedanken wie "Was kannst du eigentlich", "Warum kannst du das nicht", "Warum bist du zu blöd dafür, andere schaffen das viel schneller" und "Was bist du eigentlich für ein Versager." Und so fühlte ich mich auch. Als richtiger Versager, der einfach nichts auf die Reihe bekam. Schließlich schaffte ich die Prüfung doch und mir fiel ein riesiger Stein vom Herzen. Jedoch war ich auch danach nicht mehr derselbe Mensch, der ich damals mal war. Es fiel mir zunehmend schwerer, an irgendetwas noch Freude zu finden und ich fühlte mich innerlich einfach unglücklich, kam nicht mehr aus mir heraus.

Im Juni des darauffolgenden Jahres fuhren wir dann in einen Freizeitpark. Ja, klingt jetzt vielleicht erstmal komisch aber in diesem Freizeitpark lernte ich Leute kennen, die mich glücklich machten und auch den Ort selbst fing ich an zu lieben, eben weil ich mich dort glücklich fühlte und von allen Sorgen befreit. Mein Liebeskummer war nach diesem Aufenthalt dort wie weggeblasen. Ich fühlte mich als hätte mir Gott ein neues Leben geschenkt. Ich fühlte mich endlich mal wieder so richtig glücklich, hatte dieses schöne Kribbeln im Bauch und fühlte mich einfach gemocht und aufgehoben, ja fast schon wie endlich angekommen. Aber diese Zeit sollte nur ein Jahr lang andauern. Ich lernte nach einiger Zeit dort einen Mitarbeiter des Parks kennen, wir schrieben miteinander, trafen uns und ich spürte auch, dass ich mich verknallt in ihn hatte. Als er mich dann fragte, ob ich seine Freundin sein wollen würde, war ich auch wirklich happy. Aber das sollte sich so schnell ändern. Ich muss dazu sagen, dass das Ganze eine Fernbeziehung war und es schon in den ersten Tagen danach Streit zwischen uns gab. Er wurde eifersüchtig auf einen Kumpel von mir, den ich dadurch verlor und durch all diese Krisen schon so kurz nach unserer erst begonnenen "Beziehung" wurden meine Gefühle schwächer, bis ich schließlich merkte, dass da keine mehr waren für ihn. Und ich wollte es ihm sagen, ich wollte ehrlich zu ihm sein, denn er war wirklich auch ein herzensguter Mensch und ich wollte, dass er jemanden hat, der ihn wirklich liebt und nicht nur so tut. Das war für mich falsch. Aber bei ihm brach in dem Moment eine Welt zusammen, weil er dachte in mir endlich die Frau fürs Leben gefunden zu haben, nachdem er so oft enttäuscht wurde. Und ich fühlte mich grauenhaft. Er tat mir so Leid und ich selbst hasste mich dafür, dass ich ihm das antat. Aber ich konnte ihm nicht länger etwas vormachen, Gefühle vorspielen wo keine waren. Er wäre sogar für mich umgezogen, tat er dann auch aber meine Gefühle wollten sich einfach nicht ändern bei allem was er für mich tat. Und das machte mich richtig traurig und voller Hass auf mich selbst. Wie konnte ich nur so sein!? Auch wenn er mir nicht die Schuld an allem gab, so war es ich selbst, die es tat. Auch die Freunde, die ich dort dann kennengelernt hatte, die auch seine Freunde waren, waren erstmal natürlich auf seiner Seite. Aber nach einiger Zeit merkte ich, dass sie mir anscheinend nicht böse waren, doch in meinem Kopf hatte sich das schon so festgesetzt. Ich war die Schuldige und alle anderen böse auf mich, das stand für mich fest und auch bei anderen vorliegenden Tatsachen konnte ich diese Gedanken nicht aus meinem Kopf verbannen. Ich fuhr dort also nicht mehr hin und vermeidete es. Dadurch verlor ich natürlich auch wieder Freunde dort aber ich schaffte es irgendwie nicht mehr dorthin zu fahren auch wenn es einmal der Ort gewesen war, der mich doch einst aus dem tiefen Loch geholt hatte. Und auch wie gern ich heute dort mal wieder hinfahren würde, irgendetwas hält mich davon ab, irgendwo kommt dann diese Angst wieder hoch, die Leute dort könnten doch noch sauer auf mich sein und auch meine Eltern sind strikt dagegen, dass ich dort nochmal hinfahre und aufgrund meiner derzeitgen akutellen Situation möchte ich auch keinen Streit mit ihnen riskieren. Ja und heute....befinde ich mich seit 3 Jahren inzwischen in der Ausbildung. Und die hat mich jetzt zu dem Punkt gebracht an dem ich mich befinde.

Eigentlich habe ich schon im ersten Jahr gemerkt, dass das nichts für mich ist und ich mich getäuscht habe. Habe das meinen Eltern erzählt, doch klar, die haben mir gesagt, ich soll das durchziehen also tat ich es. Ich redete mir selbst ein, du musst das jetzt durchziehen, stell dich nicht so an, das erste Jahr ist nie so toll. Ich muss dazu sagen, dass wir im ersten Jahr in einer Werkstatt arbeiteten um die Grundbearbeitung zu lernen und dann im zweiten Jahr in den Betrieb am Flughafen kommen würden. Und ich dachte mir eben: Da wird es dann bestimmt besser. Haha ja das war damals gut gedacht von mir. Denn dort ist es dann nur viel viel schlimmer geworden. Ich habe mit jedem Tag mehr gemerkt, wie sehr ich ich da eigentlich vergriffen hatte. Wie sehr mir das doch alles gar nicht gefiel und mich nicht interessierte. Wie wenig mir dieses handwerkliche doch wirklich liegt und wie wenig Technik-Verständnis da eigentlich ist. Ich hatte mir wirklich etwas vorgemacht.

Nun ist es gerade im letzten Jahr zunehmend schlimmer geworden. Der Druck stieg weiter an, ist ja klar, ich bin ja jetzt im letzten Jahr, eigentlich sollte ich nächstes Jahr um diese Zeit meinen Abschluss machen und man erwaret natürlich von mir, dass ich dann die Arbeit auch entsprechend alleine betätigen kann. Die Anforderungen wachsen natürlich immer mehr und auch der Druck steigt immer mehr. Ich selbst habe aber gemerkt, dass es mir erstens nicht nur unglaublich schwer fällt mir all die Sachen zu merken, die ich dort täglich erfahre oder gezeigt bekomme, sondern sie auch zu verstehen. Es ist mir schlichtweg nicht möglich. Ich vergesse diese Sachen alle so schnell wieder wie ich sie erklärt bekommen habe. Ich hatte im letzten Jahr öfter ein Gespräch mit meinem Tutor, der mich bei meiner Arbeit begleitet und sie bewertet und in jedem Gespräch wies er darauf hin, dass ich mich nun mehr anstrengen müsse und das doch endlich mal können müsse, wenn ich den Abschluss schaffen möchte. Auch von anderen Kollegen bekomme ich täglich gesagt "Warum kannst du das denn noch nicht", "Warum weißt du das nicht, das wurde dir doch bestimmt schon oft genug gesagt", usw...Klar, damit haben sie ja auch Recht, aber mir ist das gar nicht mehr möglich. Ich schaffe es einfach nicht, auch weil mir eben die Lust und das Interesse fehlt. Und warum ist das alles so? Ich möchte hier mal gerne schreiben, wie ich mich momentan und eben auch im letzten Jahr zum Ende hin gefühlt habe, bevor ich die Notbremse gezogen habe.
Jeden Tag, den ich mich dort in die Arbeit schleppen musste, war für mich eine einzige Qual. Und nicht nur eine Qual. Es war ein ständiger Schmerz. Ich schaffte es immer gerade so, mich ins Auto zu setzen und loszufahren, ganz zu schweigen davon, dann in die Arbeit zu fahren und mich dort hinzubegeben. Ich war jedesmal kurz davor, in Tränen auszubrechen, doch ich boxte mich zu der Zeit noch durch. Aber es wurde immer schlimmer. Ich hatte Momente in der Arbeit, wo ich auf die Toilette gehen musste, um nicht vor den Kollegen zu kapitulieren, um nicht zusammenzubrechen, sondern ich musste mir dort auf der Toilette mit großer Mühe sagen "Halte durch, das schaffst du". Aber das wurde immer schwerer. Die Motivation war damals schon lange weg. Es gab nicht mehr auch nur einen klitzekleinen positiven Grund für mich, das irgendwie durchzustehen oder dort hinzugehen und mir zu sagen "Das wird schon." Es kam dann schließlich der Punkt, und das ereignete sich alles eigentlich innerhalb von zwei Blöcken (Ich arbeite Schicht). Als erstes konnte ich kaum noch die ganze Nachtschicht durchhalten. Ich bekam Kopfschmerzen, die sich anfühlten als würde mein Kopf explodieren. Also ging ich nach der Pause nach Hause. Am zweiten Tag war es dasselbe wieder. Ich hatte jeden Moment dort das Gefühl als würde der Boden gleich unter meinen Füßen wegrutschen. Ich ging also wieder eher, doch diesesmal fuhr ich nicht gleich nach Hause. Ich hatte Angst, wenn meine Eltern erfahren würden, dass ich schon wieder krank machte, würden sie wieder schimpfen. Also stellte ich mein Auto um 2:00 Uhr morgens irgendwo ab und versuchte dort bis um 5:00 Uhr morgens zu verweilen, denn erst da wäre es nicht auffällig wenn ich nach Hause kommen würde. Verrückt irgendwie ja, aber ich war einfach so fertig und irgendwie machte es mir auch nichts aus in dem Moment so kaputt zu sein. Am nächsten Tag versuchte ich es wieder. Aber dieses Mal ging es gar nicht mehr. Ich stieg zwar voller Wehmut ins Auto und fuhr los. Aber ich schaffte es nicht in die Arbeit zu fahren. Ich stellte mein Auto ab und fing an zu weinen. Ich konnte nicht mehr. Zu dem Zeitpunkt war ich am Boden, ich war fertig und kraftlos. Ich sagte mir, du kannst da jetzt nicht hinfahren, du wirst zusammenbrechen. Ich heulte mir in dem Moment die Seele aus dem Leib, wirklich wortwörtlich und begriff, dass ich ein ernsthaftes Problem hatte und es so auf keinen Fall weitergehen konnte. Ich erzählte also davon meiner Mutter und glücklicherweise zeigte sie auch Verständnis. Auch mein Vater tat dies dann zu späterer Zeit als ich ihm davon erzählte. Ich habe allerdings heute nach wie vor das Gefühl als würden sie noch nicht ganz begreifen, wie schlecht es mir wirklich geht.

Denn in den letzten Jahren, vor allem dem letzten Jahr kam ich in diese Situation hinein. Ich fühle mich antriebslos und lustlos. Ich habe auf nichts mehr Lust, nehme mir oft Dinge vor, die mich ja eigentlich glücklich machen würden oder zumindest Freude bereiten würden, aber ich schaffe es nicht. Ich bekomme es nicht auf die Reihe. Immer kurz bevor ich meine Pläne in die Tat umsetzen möchte, werde ich von einem Gefühl überrannt dass mir sagt "Nein, das willst du nicht. Das ist doch nichts. Lass es sein." Und genau das tue ich dann auch. Dann sitze ich den ganzen Tag nur wieder in meinem Zimmer und grüble oder weine oder schaue einfach nur auf die Wand und ertrinke in Selbstmitleid. Es ist als würde mich jedes Mal jemand von hinten an der Leine ziehen und mich nicht loslassen. Ich fühle mich so leer. Ich könnte den ganzen Tag in meinem Zimmer sitzen und nichts tun und bloß wie leblos an die Wand starren. Ich habe kaum noch Motivation für den Tag. Ich denke mir jeden Morgen, warum sollte ich überhaupt aufstehen? Was hat dieser Tag denn schon Gutes? Ich kann oft nur sehr spät einschlafen und könnte dann am nächsten Tag dementsprechend lange schlafen, was ich auch oft tue. Aber eigentlich fühle ich mich überhaupt sehr müde, auch am Tag. Als würde ich mich vom Leben müde fühlen. Es kommt mir alles so hoffnungslos vor. Ich fühle mich gefangen in meiner derzeitigen Situation und weiß nicht, ob jemals wieder alles gut werden soll. Ehrlich gesagt habe ich den Glauben daran verloren. Ich kenne das Gefühl von Glück oder Freude nicht mehr und vermisse auch das Gefühl einen guten Song zu hören und gut drauf zu sein. Ich kann kaum noch schöne, positive Gedanken fassen, alles verfällt in meiner Grübelei und den schlechten Gedanken. Oft möchte ich auch gar nicht einschlafen, vor allem an den Tagen wo ich arbeiten muss. Denn jeder neue Tag ist für mich eine erneute Prüfung, ein erneutes Kämpfen und Durchhalten und am liebsten denke ich mir manchmal würde ich einfach gerne einschlafen und nie mehr aufwachen oder am nächsten Morgen einfach nicht aufstehen. Das soll aber nicht heißen, dass ich Selbstmord-Gedanken habe, die habe ich nicht und hatte ich nie, denn eigentlich schätze ich mein Leben ja irgendwie doch, nur nicht so wie es jetzt ist und wie es anscheinend weitergeht. Jede kleinste Belastung, ob das jetzt Wäsche waschen, bügeln, Zimmer putzen/aufräumen oder einfach nur Spazieren ist, fällt mir so schwer und strengt mich so sehr an, dass ich meist in eine schwere Atmung gerate. Ich schaffe es nicht mehr, rauszugehen und irgendwas in den Angriff zu nehmen. Meine Eltern sagen immer "Du musst einfach mal rausgehen, neue Freunde finden (ich habe leider keine mehr wirklich, weil ich mich durch die letzten Jahre immer mehr zurückgezogen habe und alle dadruch verloren habe), ein neues Hobby anfangen und unter Leute gehen, neue Leute kennenlernen usw." Klar, da mögen sie Recht haben, dass mir das vllt. auch helfen würde aber so einfach wie sie sich das vorstellen ist das für mich einfach nicht. Es fällt mir so unglaublich schwer, dass können die sich einfach nicht vorstellen. Eigentlich wäre es ja so leicht aber für mich ist es eines der schwersten Dinge. Ich weiß im Moment auch gar nicith wohin mit mir. Ich habe keine Ahnung, wie meine Zukunft aussehen soll, wo überhaupt mein Platz auf der Welt ist oder was eigentlich meine Aufgabe auf dieser Welt ist. Ich kann ja auch kaum mehr abschalten. Selbst die letzten zwei Wochen wo ich krankgeschrieben war, da ich ja bei meinem Hausarzt war und ihm das mal alles geschildert habe und er mir dann gesagt hat, dass er auch vermute, dass ich unter eine Depression leide, konnte ich keinen Tag abschalten. Wie auch? Ich muss die ganze Zeit dran denken, wie es nur weitergehen soll, wie ich da wieder rauskomme...ich kann kaum noch klar denken, dementsprechend auch keine richtigen Entscheidungen mehr treffen und ich komme nicht mehr zu Ruhe. Ständig kreisen die Gedanken in meinem Kopf und wollen einfach nicht verschwinden so sehr ich auch versuche sie zu verdrängen. Aber langsam fehlt mir eben auch die Kraft. Ich fühle mich so ausgelaugt, ja leer und so kraftlos und so freudlos. Ich könnte eigentlich jede Sekunden anfangen zu heulen und wenn ich nachts alleine in meinem Zimmer bin und daran denke, wie doch alles in meinem Leben verlaufen ist und wo ich mich jetzt befinde, da fange ich dann wirklich an, alle Tränen die mir den Tag über aufs Gemüt drücken, herauszulassen. Ich fühle mich so minderwertig, ich scheine nichts in meinem Leben auf die Reihe zu bekommen und ja ich gebe mir die Schuld daran an meiner derzeitigen Situation. Ich bin einfach so verzweifelt. Wärhend ich hier diesen Text schreibe fließen mir schon wieder die Tränen. Ich fühle mich in einer Situation gefangen aus der ich glaube nicht rauszukommen. Meine Ausbildung macht mich fertig, doch ich kann sie natürlich nicht abbrechen und alles hinschmeißen. Wer weiß auch schon wies mir danach weiterhin gehen wird? Ich weiß es ja selbst nicht mehr. Ich weiß nicht mal, was dann für mich gut ist und was ich machen möchte. Ich weiß gar nichts mehr so wirklich, nur dass ich so nicht weiterleben möchte. Ich hatte letze Woche auch ein Gespräch mit meinem Ausbilder, da ich wollte, dass er weiß wie es mir geht und vielleicht auch was machen kann was die Ausbildung betrifft. Und klar will er alles versuchen, dass ich sie schaffe aber ich selbst weiß überhaupt nicht ob ich das kann. Er hat mir außerdem mitgeteilt, dass meine Arbeitskollegen sich anscheinend an ihn gewandt haben, weil sie bemerkt haben, dass ich micht nicht gut fühle, dass ich nicht ganz bei der Sache bin und ein Problem habe. Und das, wo ich mich doch gerade in der Arbeit immer so angestrengt habe, meine Probleme zu verbergen. Mich hat das richtig überrascht als er das sagte, doch dadurch erkannte ich nur, wie wenig es mir auch so gelingt, mein Leiden noch zu verbergen und wie wenig ich selbst merke, wie ich auf andere Menschen wirke. Ich habe die Befürchtung, dass ich wenn ich dieses Jahr noch dort arbeiten muss, immer wieder in diese Depression rutschen werde, auch wenn irgendwas in meinem privaten Leben vielleicht besser werden sollte. Es hört sich von außen so leicht an "Ist doch nur noch ein Jahr", aber ein Jahr kann so lang werden und ich habe einfach Angst, dass ich das nicht schaffe. Ich habe das Gefühl in meiner derzeitigen Situation, dass ich es nichtmal mehr einen Block schaffen würde. Ich fühle mich an den Gedanken daran, dort noch einmal einen Schritt hineinwagen zu müssen so schwach und zerbrechlich. Als würde es nur noch ein Bruchteil benötigen, damit meine Seele zerbricht. Das Schlimme ist sogar, dass ich durch diese Situation total in eine dunkle Spalte meines Ichs rutsche. Ich habe oft Gedanken, wie ich am besten Geister beschwören könnte oder ob es einen Weg gibt, Geister heraufzubeschwören, irgendwie denke ich fühle ich so, weil ich mich irgendwo hinein flüchten möchte. Ich möchte aus dieser realen Welt am liebsten flüchten auch in eine Welt, die es vielleicht gar nicht gibt. Auch wenn das gefährlich ist. Aber irgendwie kommen diese Gedanken auch immer wieder auf. Was habe ich schon zu verlieren, warum sollte ich mich nicht einer Gefahr aussetzen und sehen was passiert? Dasselbe denke ich mir auch oft so. Ich möchte in solchen Tiefpunkten in meinem Leben am liebsten manchmal einfach allem entfliehen, einfach in die Natur ganz weit wegen fahren und mich selbst aussetzen und sehen was passiert. Ob es für mich hier noch eine Aufgabe auf der Welt gibt, ob jemand kommt um mich zu retten und mir zu helfen oder ob ich wirklich nicht mehr einen Platz in dieser Welt habe.

Zu all dem kommen bei mir auch noch körperliche Beschwerden hinzu. Ich habe täglich Kopfschmerzen, wo ich nur selten durch den Tag ohne mind. 2 Tabletten komme, habe ständig Probleme mit meinem Magen oder meinem Darm, ich habe oft einen Druck auf meiner Brust, gerade bei kleinsten Belastungen auch, der sich anfühlt wie tonnenschwere Steine auf meiner Brust. Zb auch heute hatte ich diesen Druck den ganzen Tag von morgens an als ich in die Berufsschule musste. Auch dort kann ich mich nicht mehr richtig konzentrieren. Ich habe Angst, dass mir alles zu viel wird und ich gar nicht mehr durchblicke. Denn auch dort verstehe ich den Stoff meist nicht und komme mir oft sehr verloren und falsch vor, wenn alle anderen es anscheinend so leicht verstehen und ich überhaupßt nichts kapier. Selbst wenn man es mir oft erklärt, auch im Betrieb, es will sich bei mir einfach nicht festsetzen oder verstanden werden. Dieser Druck fühlt sich an, als würde mir jemand die Lunge zudrücken, die Atemluft verringern. Richtig schwer atmen muss ich dann und bin schon nach ein paar Treppenstufen total außer Puste. Ich war im letzten Jahr drei Monate krank, weil ich andauernd so schreckliche Schmerzen in meiner rechten Darmgegend hatte, wo alle davon ausgingen, dass es nur der Blinddarm sein konnte aber kein Arzt ein Problem mit dem Blinddarm erkannte, auch nicht wo anders im Darm. "Einwandfrei, auch Blutwerte" hieß es nach jeder Untersuchung und jedem MRT. Ich war wirklich bei 15 Ärzten, zum Teil im Krankenhaus auch aber keine konnte mir sagen woher diese Schmerzen kamen oder mir helfen. Es war damals schon verrückt gewesen und als mir mein Hausarzt damals sagte, dass es vielleicht auch an der Psyche liegen könnte, hätte ich wohl besser auf ihn gehört. Komischerweise verschwanden diese Schmerzen komplett als ich in diesem Jahr eine dreiwöchige Reise ins Ausland machte.

...Es tut mir Leid, dass es jetzt ein so langer Text geworden ist, aber ich musste mir das alles auch mal von der Seele schreiben auch hier, damit ihr wisst wie es mir geht und wo ich mich momentan befinde. Glücklichweise habe ich jetzt für nächste Woche den ersten Termin bei einer Psychologin. Ich erhoffe mir dort Hilfe, die ich wirklich dringend brauche. Ich bin froh so schnell einen Platz bekommen zu haben. Ich fühle mich einfach momentan echt auf Akkustand 1 %. Und ich habe keine Energie, ich bringe einfach keine Kraft auf diesen Stand wieder aufzuladen. Denn ein Handy funktioniert ja schließlich auch nicht mehr richtig oder gar nicht mehr wenn es nur noch 1 % Akku hat und kann auch keine großen Leistungen mehr erbringen. Nur habe ich das Problem, dass ich momentan einfach nicht das Aufladekabel finde und auch irgendwie nicht so Recht in Reichweite sehe. Und so fühle ich mich. Am Ende meiner Kräfte. Ich kann nicht mehr. Ich weiß nicht wie alles weitergehen soll und ich habe irgendwie auch Angst davor. Angst, wenn es keinen Ausweg gibt, auch was meine Ausbildung betrifft. Ich weiß allerdings auch nicht, wie schwer der Grad der Depression ist, in der ich mich befinde.
Ich wäre sehr dankbar, wenn sich der ein oder Andere vielleicht doch meinen Text durchliest oder es jemandem ähnlich geht, der vielleicht auch gerne mit mir schreiben möchte. Das wäre toll.

Ich fühle mich eben auch sehr einsam momentan, vor allem eben auch, weil ich halt keine Freunde mehr habe. Einzig allein meine Familie ist da. Aber auch die können zwar für mich da sein aber sie können mich hieraus nicht retten.
Wie gesagt ich danke euch, wenn ihr euch bis hierhin alles durchgeselen habt und würde immerhin wieder etwas Freude haben, wenn hier mir jemand schreiben würde.
Danke.
LG Carina

10.01.2017 01:09 • #1


sanny2280

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Hallo Carina,

Ich habe mir deinen ganzen Text durchgelesen. Ich kann dir hier verstehen. Freunde ja das ist sowas. Ich denke das von aussen viele es nicht verstehen können und das sie auch genervt von einem sind. Immer dieses jammern immer dieses schwarz sehen. Auch glaube ich das sie einfach überfordert sind und nicht wissen wie sie damit selbst umgehen sollen. Wie den auch sie wissen nicht wie das ist so traurig zu sein und zu leiden. Sie wissen nicht was das für ein Kampf ist jeden Tag aufzustehen und sich durch den Tag zu kämpfen. Sie wissen auch nicht wie das Gefühl ist Freude nicht teilen oder sogar Freude zu erleben zu können. Man kann ihnen da nicht Mal einen Vorwurf machen weil sie können es einfach nicht nachvollziehen oder in einen hineinfühlen. Ich finde es super das deine Familie so hinter dir steht. Ich war lange Zeit auf mich alleine gestellt. Jetzt bekomme ich das erstmal Unterstützung von meiner Hausärztin. Endlich nimmt mich Mal eljemand ernst u d verurteilt mich nicht deswegen. Das tut echt gut. Gibt dich nicht auf du bist Toll und es geht immer irgendwie weiter. Ich hoffe das dir die Psychologin helfen kann. Ich finde das du wirklich eine tolle Person bist.
LG Sandra

23.01.2017 12:15 • #2


Pheya

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Hallo Carina

Dass Beschwerden bei einer Reise verschwinden liegt wohl daran dass man von zu Hause und seinen Problemen Abstand nehmen kann. Dass dich niemand aus deiner Situation erretten kann ist die traurige Realität.... NEIN es gibt einen Ritter in schimmernder Rüstung, DICH! Du bist dein bester Held und dass du hir schreibst ist ein großartiger Akt. Deine Familie wäre dann wohl dein Schild und Schwert ;) Ich freue mich für dich, dass jemand hinter dir steht.

Ich bin der Meinung, dass du professionelle Hilfe für fast jeden nur gut sein kann, zB einfach um sich den Balast von der Seele zu reden. Was ich noch herauslese ist dass du dir gerne Herausforderungen stellst bei denen du dich selbst bestrafst wenn dir der Gedanke kommt du könntest es nicht schaffen. Es geht deine Welt jedoch nicht unter wenn du es nicht schaffst, es gibt immer Gelegenheiten die sich anbieten wenn andere versiegen. Vielleicht schaffst du dann genau deswegen deine Ausbildung weil du es lockerer nimmst. Nimm dir vor so viel wie angenehm und möglich zu machen, einen Schritt vor den anderen zu setzen. Selbst wenn du dich mal ein bisschen ausruhst ist das ok ;)

Alles Liebe, ich hoffe du konntest was positives hier herausbekommen

02.02.2017 04:50 • #3

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