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Einsamkeit bringt mich um

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Kate

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Zitat von Grothszes:
Ich war beim Thema positivem Denken immer skeptisch, weil ich denke mir, wenn man nur Positives denkt, verschließt man seinen Blick z.B. gegenüber sozialen Missständen und kreist folglich nur noch um das eigene Wohlergehen (oder das der jeweiligen Peergroup/des eigenen Milieus).

Ich denke nicht. Erstens sollte man nur so viel über den Tellerrand schauen wie man auch verträgt und zweitens kann man es nur selbst besser machen. Man kann nicht verlangen andere machen es ebenso besser. Man könnte höchstens Vorbild sein.

Man verträgt das Elend der Menschheit auch viel besser, wenn man mit sich und seinem Inneren so im Reinen ist, dass dies eine Zuflucht ist. Viele Buddhisten schaffen diesen Spagat ausgezeichnet.

16.06.2022 17:41 • x 1 #31


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Kate

11806
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20268
Zitat von Grothszes:
Und man kann nichts dagegen tun? Gegen häusliche Gewalt, sadistische Menschen, Vernachlässigung etc.?

Wie gesagt, nur Du kannst es in Deiner eigenen Familie anders machen.
Du kannst nicht für andere handeln.
Andere wollen mitunter genau das was sie tun. Da bekommst Du nie ein anderes Denken rein.

16.06.2022 17:44 • x 1 #32



Hallo Kaddl,

Einsamkeit bringt mich um

x 3#3


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Jedi

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Zitat von Grothszes:
es handelt sich um die klassische Konditionierung.


-----------------
Zitat von Grothszes:
Ich denke, es macht keinen Sinn, eine Therapie anzufangen, weil ich nicht genug Energie aufbringen kann, um dann die Aufgaben und Übungen zu machen.

Dazu habe ich eine andere Meinung. Wenn Du erst darauf wartest, bist Du die nötige Energie für eine Therapie
hast, kann es unterumständen noch sehr lange Zeit in Anspruch nehmen.
In einer therapeutischen Begleitung kann sich auch Energie aufbauen - so meine persönlichen Erfahrungen u.
ich war einst, ganz unten angekommen. Doch die Arbeit mit mir u. das langsam immer mehr Bewusstsein,
haben meine Motivation gestärkt u. auch meine Energiespeicher nach u. nach wiedr gefüllt.
Aufgaben u. Übungen, wird ein erfahrener TP, auch erst nach u. nach einsetzen, denn der TP wird erkennen,
was Du an Aufgaben schaffst u. welche Übungen, zu einem bestimmten Zeitpunkt auch Sinn macht.
Natürlich entscheidest Du darüber, wann Du eine Therapie anfangen möchtest - Doch würde ich Dich gerne
ermutigen, nicht so lange damit zu warten !
-------
Zitat von Grothszes:
Geht denn ein Überwinden von negativen Selbstbildern und Glaubenssätzen immer so, dass man positives Denken dagegenhält

Nein , es braucht Bewusstsein über Dein Selbstbild u. welche Glaubenssätze sind bei Dir vorhanden.
Es geht bei beiden darum, sie zu identifizieren u. dann zu schauen, was ist mein realitisches Selbstbild.
Bei den Glaubenssätzen geht es darum, sind es die alten Glaubenssätze von früher u. wie passen sie heute
zu Deinem jetzigen Leben überhaupt noch. Dieses sich Bewusstwerden erschafft ein klareres Bild von Dir selbst
u. auch kannst Du neue Glaubenssätze formulieren, die zu Deinem heutigen Leben auch passen.
So kann man die alten Glaubenssätze dann langsam loslassen.
Es ist schon sehr hilfreich, erkennen zu können, man ist nicht mehr das Kind/ Jugendlicher von damals,
sondern der heutige Erwachsene Grothszes. - Klingt jetzt banal, ist es aber gar nicht - sind so auch meine
ganz eigenen Erfahrungen mit diesem Thema.
------------
Zitat von Grothszes:
Man muss erst sich selbst helfen, bevor man anderen helfen kann.

Dieser Aussage würde ich zustimmen !
Füge noch hinzu, Wer nicht selbst gut für sich sorgt, gar sorgen kann, der wird schwerlich gut für andere sorgen
können - -

16.06.2022 18:20 • x 1 #33


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Grothszes

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Zitat von AnnaX:
Solange alle Menschen Kinder bekommen können, nicht. (Und es wäre ein Drama, wenn wir nach dem Hundeführerschein auch noch den Kinderführerschein bekämen.)

Da muss ich Dir recht geben.

Zitat von AnnaX:
Wenn wir tatsächlich etwas ändern wollen, können wir im eigenen Umfeld nur wachsam sein, ob ein Kind Hilfe braucht.

Es kann noch mehr getan werden. Menschen kommen nicht per se böse auf die Welt. Es ist ein Prozess, der sie verrohen lässt. Hier ein paar Ansätze, mit denen sozialen Miseren der Wind aus den Angeln genommen werden kann: z.B. Abschaffung prekärer Beschäftigungen, Automatisierung menschenunwürdiger Jobs, Arbeitszeitverkürzung, Verteilungsgerechtigkeit von Gütern durch Entkopplung von Kaufkraft, Abbau zu steiler Hierarchien, Psychologen in Kindergärten und Schulen zur Erkennung von Problemfamilien, konsequentes Einschreiten, um Kreislauf des Elends (Trauma, gestörtes Verhalten) zu durchbrechen, Opfer (Kinder) zu schützen oder beginnendes antidemokratisches, zerstörerisches Verhalten früh, d.h. am direkten Entstehungszeitpunkt, zu verhindern.

Zitat von Kate:
Wie gesagt, nur Du kannst es in Deiner eigenen Familie anders machen.
Du kannst nicht für andere handeln.
Andere wollen mitunter genau das was sie tun. Da bekommst Du nie ein anderes Denken rein.

Das kann gut möglich sein. Irgendwann ist es wohl zu spät - dann können Menschen sich nicht mehr ändern bzw. haben keinen Willen mehr dazu (z.B. aufgrund von Kränkbarkeit, Vorurteilen oder fehlender Einsichtsfähigkeit). Gerade deswegen wäre es wichtig, früh einzugreifen.

Zitat von Kate:
Man verträgt das Elend der Menschheit auch viel besser, wenn man mit sich und seinem Inneren so im Reinen ist, dass dies eine Zuflucht ist. Viele Buddhisten schaffen diesen Spagat ausgezeichnet.

Das gibt mir zu denken auf. Da stellt sich die Frage, was denn da mit einem im Unreinen sein kann. Warum nimmt einen das manchmal (oder auch ständig) so doll mit?

16.06.2022 19:21 • x 1 #34


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Jedi

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Zitat von Kate:
Man verträgt das Elend der Menschheit auch viel besser, wenn man mit sich und seinem Inneren so im Reinen ist,

Das stimmt u. bedeutet aber auch nicht, dass man kein Mitgefühl für das Elend anderer Menschen hat !
----
Zitat von Kate:
Viele Buddhisten schaffen diesen Spagat ausgezeichnet.

Das ist aber sehr sehr sehr sehr viel arbeit, da hinzukommen.
Nur für ganz wenige Westler überhaupt möglich , dies zu erreichen.
Ich weiß, wie viele Menschen sich allein mit der Achtsamkeit - dem achtsamen Leben schwertun.
----------
Zitat von Grothszes:
Das gibt mir zu denken auf. Da stellt sich die Frage, was denn da mit einem im Unreinen sein kann.

Sicher wird es ein Teil unserer Prägungserfahrung sein.
---------
Zitat von Grothszes:
Warum nimmt einen das manchmal (oder auch: ständig) so doll mit?

Übertragung könnte da ein Grund sein ?
Wir sehen oft in dem anderen, was auch in uns ist, was wir in uns ablehnen u. so gar nicht mögen.

- -

16.06.2022 19:32 • x 1 #35


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Jedi

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Hallo @Grothszes
Villt. mags Du einmal in einen meiner Threads schauen, Unseren schädlichen Gedanken ihre Macht nehmen.
Könnte etwas für Dich sein - wenn Du magst ?
Habe aber auch Threads über Selbstliebe, Selbstfürsorge u. Achtsamkeit im Alltag hier im Forum eingestellt.
Sind so aus meinen persönlichen Erfahrungen mit diesen Themen entstanden u. es hat auch einen schönen Austausch dazu gegeben.

Schau mal rein, villt. ist etwas für Dich dabei ?

16.06.2022 19:53 • x 3 #36


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Grothszes

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Zitat von Jedi:
In einer therapeutischen Begleitung kann sich auch Energie aufbauen - so meine persönlichen Erfahrungen u.
ich war einst, ganz unten angekommen. Doch die Arbeit mit mir u. das langsam immer mehr Bewusstsein,
haben meine Motivation gestärkt u. auch meine Energiespeicher nach u. nach wiedr gefüllt.

Okay, also wäre es gut, alles parallel laufen lassen. Dass ich meine Belastbarkeit verbessere, aber auch gleichzeitig schon mit der Therapie anfange. Danke für die Erklärung!

Das werde ich so machen müssen, gerade vor dem Hintergrund, dass es so schwer ist, an einen Therapieplatz zu kommen. Ich stand zwar schon bei einem Therapeuten auf der Warteliste, aber es hat nicht ganz gepasst zwischenmenschlich.

Zitat von Jedi:
Es ist schon sehr hilfreich, erkennen zu können, man ist nicht mehr das Kind/ Jugendlicher von damals,
sondern der heutige Erwachsene Grothszes. - Klingt jetzt banal, ist es aber gar nicht

Ja, so banal ist dieses Bsp. gar nicht, denn mir geht es häufiger so, dass ich mich wie das unreife, unmündige Kind von damals fühle, das sein Leben nicht selbst in die Hand nimmt.

Zitat von Jedi:
Dieses sich Bewusstwerden erschafft ein klareres Bild von Dir selbst
u. auch kannst Du neue Glaubenssätze formulieren, die zu Deinem heutigen Leben auch passen.
So kann man die alten Glaubenssätze dann langsam loslassen.

Verstehe, aber ich hab ganz ehrlich Probleme mit der Bewusstwerdung. Mir fällt es manchmal schwer, die zugrunde liegende Überzeugung zu benennen. Als wenn der Bezug zum Inneren erschwert ist. Weiß nicht, wem's noch so geht. Aber das braucht denke ich auch Zeit.

16.06.2022 20:06 • x 1 #37


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Jedi

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Zitat von Grothszes:
Mir fällt es manchmal schwer, die zugrunde liegende Überzeugung zu benennen.

Verstehe ich ! Mir war bewusst geworden, dass wenn ich mich darauf konzentriert hatte u. suchte nach
meinen Glaubenssätzen oder Überzeugungen, dass es nicht gut klappte.
Dann habe ich versucht, mich in bestimmten Situationen, wenn solche Gedanken auftauchten, diese gleich aufzuschreiben.
So konnte ich meine alten Glaubenssätze identifizieren u. konnte sie immer später dann auch wiedr nachlesen
oder habe sie in die Therapiesitzung mitgenommen.
---------
Zitat von Grothszes:
Aber das braucht denke ich auch Zeit.

Alles worüber ich hier schreibe, braucht seine Zeit
Es ist klar, dass was sich in uns Festgesetzt hat, auch über eine lange Zeit, benötigt auch die Zeit,
diese zu verwandeln ! Manches davon geht etwas schneller u. manches davon braucht deutlich mehr Zeit !

16.06.2022 20:17 • x 3 #38


Kaddl

so das Bedürfnis manchmal jemanden zu zwingen, mit Daten aus dem Internet, immer wenn jemand schreibt der Therapeut war ein schwarzes Schaf, Therapie half nicht, Es hat zwischenmenschlich nicht gepasst eine Statistik (selbst zu fälschen, damit sie glaubwürdiger...) ZU ERSTELLEN, um deine @Meniken s Frage nach den 80% zu beantworten.

Übrigens sind in meinem Therapie*beep*bingo auch die Sätze
Es gibt eben auch schwarze Schafe
Man muss lange suchen, um einen guten Therapeut zu finden
vertreten...

17.06.2022 10:56 • #39


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Grothszes

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Zitat von Jedi:
Das stimmt u. bedeutet aber auch nicht, dass man kein Mitgefühl für das Elend anderer Menschen hat !

So wie ich das sehe, gehört das Elend der Menschheit abgeschafft. Mitgefühl allein reicht da nicht aus, sondern Entschlossenheit im Denken und Handeln. Aber das kann jede*r sehen, wie er/sie will. Die meisten geben ja eh auf.

Zitat von Jedi:
Dann habe ich versucht, mich in bestimmten Situationen, wenn solche Gedanken auftauchten, diese gleich aufzuschreiben.

Das ist ein guter Tipp!

Manchmal hat man erst unterwegs solche Aha-Erlebnisse, bei denen man auf einmal z.B. Lehrstoff (oder in dem Fall: die eigene Psyche) besser versteht.

Zitat von Jedi:
Übertragung könnte da ein Grund sein ?
Wir sehen oft in dem anderen, was auch in uns ist, was wir in uns ablehnen u. so gar nicht mögen.

Wie meinst du das jetzt konkret im Zusammenhang mit dem Thema Elend? Meinst du, der Unfrieden im Äußeren spiegelt den eigenen, inneren Unfrieden wieder? Und so wird irrigerweise versucht übers Äußere das Innere zu heilen? So in etwa?

17.06.2022 14:51 • x 1 #40


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Jedi

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@Grothszes

Zitat von Grothszes:
Das ist ein guter Tipp!

Ich habe eine zeitlang imer einenkleinen Notizblock in der Tasche gehabt, um genau in bestimmten Situationen, wenn mir
meine Gedanken da noch präsent sind, dass ich sie aufgeschrieben habe.
Wenn ich gewartet habe, bis ich wieder zu Hause war, dann waren diese Gedanken mir nicht mehr bewusst.
--------------
Zitat von Grothszes:
So wie ich das sehe, gehört das Elend der Menschheit abgeschafft.

Eine schöne Utopie !
---------
Zitat von Grothszes:
Mitgefühl allein reicht da nicht aus,

Mag sein - doch über Mitgefühl zu verfügen, steht für mich am Anfang !
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Zitat von Grothszes:
Meinst du, der Unfrieden im Äußeren spiegelt den eigenen, inneren Unfrieden wieder?

Ist Dir villt. schon einmal selbst aufgefallen, warum Dich etwas bei einem anderen Menschen so sehr stört,
Dich sehr wütend gemacht hat ?
Wenn man bereit ist, da bei sich selbst einmal hinzuschauen, kann man manchmal feststellen,
wie ein anderer sich verhält - was er/ sie sagt oder spricht - welche Meinung er/sie vertritt u. es regt einem
sehr dann auf, könnte es was auch mit mir zutun haben ?
Mir persönlich ist es schon das ein oder anderemal bewusst geworden, dass ich ein Verhalten bei einem
anderen schrecklich fand, - dann aber auch feststellte, dass ich selbst auch so ein Verhalten habe, was mich bei mir
seeehr stört u. ich es an mir gar nicht leiden kann !

Da zeigen sich eigene Anteile des Selbst - dies nennt man Projektion u. als Abwehrmechanismus benutzt !
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Zitat von Grothszes:
Und so wird irrigerweise versucht übers Äußere das Innere zu heilen?

Villt. ist geheilt etwas zu hoch gegriffen, aber es wird uns damit möglich, sich selbst besser kennenzulernen u.
mit bestimmten Situationen einen besseren Umgang damit zu finden - vorallen sich nicht mehr so häufig, über alles u.
jeden sich aufzuregen - zu ärgern.

17.06.2022 15:13 • x 1 #41



Hallo Kaddl,

x 4#12


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Grothszes

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Zitat von Jedi:
Wenn ich gewartet habe, bis ich wieder zu Hause war, dann waren diese Gedanken mir nicht mehr bewusst.

Ah okay, dann bin ich zum Glück nicht der einzige, dem's so geht.

Aber bei anderen habe ich mir schon häufiger mal gedacht, dass sie einen besseren Zugang zu ihren Gefühlen haben.
Das bewundere ich.

Zitat von Jedi:
schon einmal selbst aufgefallen, warum Dich etwas bei einem anderen Menschen so sehr stört,
Dich sehr wütend gemacht hat ?

Über wen rege ich mich denn gerade auf? Über niemanden. Ich bin eher bestürzt. Wer denkt, ist nicht wütend.

Zitat von Jedi:
Mir persönlich ist es schon das ein oder andere mal bewusst geworden, dass ich ein Verhalten bei einem
anderen schrecklich fand, - dann aber auch feststellte, dass ich selbst auch so ein Verhalten habe, was mich bei mir
seeehr stört u. ich es an mir gar nicht leiden kann !

Da zeigen sich eigene Anteile des Selbst - dies nennt man Projektion

Ja, ich weiß, was du meinst.
Das ist schon eine wichtige Methode, um sich selbst zu reflektieren.
Man wird dadurch besonnener und ärgert sich weniger.

17.06.2022 16:18 • x 1 #42

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