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Selbsthass, Einsamkeit und Verzweiflung

Emilia26

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Hallo,
Ich bin 26 Jahre und habe das Gefühl, dass das Leben an mir vorbeizieht. Ich bin einsam, habe nicht viele Freunde und keine Familie, die für mich da ist. Ich glaube nicht, dass ich depressiv bin. Ich denke, dass ich einfach unglücklich mit dem Leben bin, das ich führe.
Ich kann mich selbst nicht leiden. Ich versuche immer, etwas an mir zu finden, was positiv ist. Doch ich enttäusche mich selbst. Ich kann nichts besonders gut. Der Alltag ist für mich eine Belastung. Und das ist schon immer so. Jeden Morgen habe ich keine Lust aufzustehen. Ich überstehe Tag für Tag, aber das ist doch nicht der Sinn des Lebens, oder?
Ich fühle mich anders, als alle anderen Menschen. Alle führen ein Leben mit Bedeutung, nur ich versuche jeden Tag zu überstehen.
Ich weiß nicht weiter. Was soll ich tun?
Liebe Grüße
Emilia

19.01.2019 21:29 • x 1 #1


Liselotte

Liselotte

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Liebe Emilia,

Du bist nicht alleine.

Also für mich ist es das Schlimmste, das ich keine Familie habe. Für mich ist Familie immer so ein Traum gewesen. Sich einfach zu Hause fühlen, ein Ort und Menschen, die Dir das Gefühl vermitteln, hier bin ich willkommen, auch wenn ich in Nicht's besonders gut bin.

Warum erfährst Du keine Unterstützung von Deiner Familie?

Es ist schön, dass Du hier schreibst .
Auch ich weiß nicht, was ich tun soll, wenn das Leben sich mir so gar nicht erschließen will.
Der erste Schritt ist wohl das darüber reden, und Du schreibst ja auch, dass Du Freunde hast. Das wird helfen. Freunde, wahre Freunde werden Dich stützen.
Hier schreiben Menschen, die Dir bestimmt auch noch mehr Ideen und Anstösse mit auf Deinem Weg geben können.

Ganz liebe Grüße

19.01.2019 21:53 • x 2 #2


Acon

Acon

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Liebe Emilia,

Herzlich willkommen im Forum. Schön dass Du Dich aufgerafft hast, um hier zu schreiben. Du bist wie jeder Mensch einzigartig und bestimmt hast Du etwas, worin Du sehr gut bist. Frag doch mal Deine Freunde was sie an Dir mögen. Es muss doch einen Grund haben, dass Du mit ihnen befreundet bist. Nicht jeder kann irgendwie ganz besonderes leisten und bringen. Meist sind es die kleinen Dinge, die uns einzigartig und besonders machen.

Liebe Grüße
Andrea

19.01.2019 22:02 • x 2 #3


Emilia26


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Danke für die Antworten.
Meine Freunde sind sehr mit ihrem Leben beschäftigt. Ich bin gerne für sie da, weil mich das von meinem Leben ablenkt. Aber sobald ich alleine bin, habe ich so viele Gedanken die mich runterziehen. Eigentlich habe ich die Gedanken auch, wenn ich unter Menschen bin. Ich versuche nur immer wieder sie zu unterdrücken.
Meine Familie und ich haben kein Kontakt und das möchte ich auch so.
Keine Ahnung. Ich fühle mich nicht besonders. Und es gibt auch keine Menschen, die mich besonders finden. Ich bekomme mein Leben immer weniger in den Griff und habe Angst vor der Zukunft. Am liebsten würde ich mein Leben eintauschen.
Es gibt Menschen die sagen, alles im Leben hat einen Sinn. Bis jetzt hat in meinem Leben noch nichts wirklich Sinn gemacht. Ich kämpfe mich alleine durch und kann einfach nicht mehr.

19.01.2019 23:21 • #4


mutmacher

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Was Du an Dir nicht magst, liebt ein Anderer.

26.01.2019 13:09 • x 2 #5


Ex-Mitglied

Zitat von mutmacher:
Was Du an Dir nicht magst, liebt ein Anderer.



Netter Spruch und wahr, hilft aber leider nicht aus der Situation.

26.01.2019 14:34 • #6


Frederick1

Frederick1

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liebe Emillia,

von mir auch ein ganz herzliches Willkommen hier im Forum. Deine Worte haben mich jetzt doch nachdenklich gemacht. Du ich kenne das auch von meinem Leben, Leben, im Schatten leben, und was ist der Sinn von meinem Leben.

Grundsätzlich ist Leben für mich Beziehung, Beziehung zu mir selbst leben, aber auch Beziehung zu anderen Menschen.
Doch die wichtigste Beziehung ist die zu dir selbst. Aber wenn du dich selbst nicht magst, dann ist auch eine Beziehung zu anderen Menschen schwierig. Das weiß ich ja von mir selbst. An den Tage, wo es mir nicht so gut geht, da möchtest du auch keine Beziehung zu anderen Menschen.

Doch irgendwie meine ich, wir Menschen sind auf Beziehung angewiesen, trotz mancher Enttäuschungen in meinen Beziehungen. Da muss ich nicht immer wieder damit aussöhnen, das Beziehung nicht nur Glück und Freude ist, das kann auch manchmal Leid bedeuten, leider.

Doch in den meisten Fällen kann ich ja meine Beziehungen selbst bestimmen.

Wichtig ist, welches Bild du von dir selber hast. Und wie willst du von anderen gesehen werden. Und bist du echt, bist du so wie du dich gibst, oder spielst du dir und anderen etwas vor?

Für was möchtest du leben, nur um Vergnügen und Freude zu haben, oder soll dein Leben einen Sinn haben.

Das du dich für andere Menschen einsetzt, kranke Mensche , behinderte Menschen, Mensche in Not usw.

Diese Fragen solltest du dir mal ehrlich stellen. Denn dein Leben ist nicht sinnlos, es gibt Dinge die auch du gut kannst, du musst dich nur auf den Weg zu dir selbst machen.

Du musst musst dich dir selbst und deiner Wahrheit stellen, auch wenn nicht alles nur positiv ist, bei keinem Menschen ist alles nur positiv. Außerdem erfordert es Konsequenzen für dein künftiges Verhalten.

Bitte werfe dein Leben nicht weg. Du hast die Chance etwas Gutes für dich daraus zu machen.


viele liebe Grüße an dich

Frederick

26.01.2019 15:15 • x 2 #7


Juju

Juju

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Halle Emilia.

Herzlich willkommen hier im Forum.

Diese Unzufriedenheit kenne ich auch und ich habe auch keine Familie, keinen Partner, keine Kinder.
Mir ist an mir in letzter Zeit allerdings auch etwas aufgefallen.
Meine Eltern wollten nie, dass man irgendwie sein Glück zeigt, dass man stolz ist.
Ich wurde da sehr unterdrückt, würde ich heute sagen.
Meiner Mutter musste ich immer alles machen, dann war ich lieb.
Das heißt, meinen Wert zog ich aus den Aufgaben, die ich zu erfüllen .
Heute sind meine Eltern tot und ich bin in ein tiefes Loch gefallen. . . keine Aufgaben, keinen Sinn! Keine Aufgaben, keine Liebe.

Warum ich Dir das schreibe. . .
Wie war Deine Kindheit?

Ich war zum Beispiel ein nicht geplantes Kind.
Meine Mutter hätte gar keine Kinder mehr bekommen dürfen.
Ich war ein Unfall. . .

Das hörte ich oft. .
Aber na ja, jetzt bist Du halt da. machen wir das beste daraus.

Wie war das bei Dir?
Hast Du Geschwister?

Möchte Dir nicht zu nahe treten.
Auch nicht erzwingen. dass Du hier etwas darüber schreibst.
Aber vielleicht für Dich selbst mal hinterfragen.

Ich wünsche Dir nur das Beste.

27.01.2019 11:28 • #8


Juju

Juju

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und. . . ein kleiner Tipp. . .

Zähle Dir mal alles auf, was Du hast und nicht das, was Du nicht hast.

27.01.2019 11:29 • x 1 #9


Pilsum

Pilsum

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Hallo Emilia,
Zitat:
Ich glaube nicht, dass ich depressiv bin. Ich denke, dass ich einfach unglücklich mit dem Leben bin, das ich führe.


Das kann gut so sein.
Zitat:
Ich kann mich selbst nicht leiden. Ich versuche immer, etwas an mir zu finden, was positiv ist.
Doch ich enttäusche mich selbst. Ich kann nichts besonders gut.


Warum beurteilst Du Dich so hart und ungerecht.
Magst Du keine Gerechtigkeit?
Zitat:
Und es gibt auch keine Menschen, die mich besonders finden.


Woher weißt Du das? Mit wem hast Du das besprochen?

Viele Grüße

Bernhard

27.01.2019 12:10 • x 2 #10


WiNO83

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Liebe Emilia,

was du hier schreibst kommt mir so sehr bekannt vor.einsam sein und ein Leben führen, das man so eigentlich nicht will, aber man hält es durch, irgendwieist das nun depressiv oder unglücklich?

Mir wurde gesagt, mach eine Therapie, lass dir helfen, du bist depressiv und dreimal wurde mir nach sehr kurzer Zeit von Therapeuten gesagt, man könne mir nicht helfen, durchhalten müsste ich selber. Ja danke.das ist wirklich hilfreich. Die wenigen Freunde, die ich habe, stehen zwar hinter, wissen aber auch keine Hilfe mehr und sind weit weg. Außerdem haben sie auch ihre eigenen Probleme, alle kämpfen sich irgendwie durchda will ich nicht auch noch mit meinem Gejammer zur Last fallen. In meiner Familie werden Gefühle üblicherweise nicht gezeigt, mein Vater ist Meister im Durchhalten und die Reaktionen sind dann (wenn ich mal was äußere) eher man muss sich arrangierenich mag das hier auch nichtdu bist halt anders, deshalb hast du mehr Probleme.

Der Sinn des Lebens kann es nicht sein, wie du schreibstwenn man in seinem Alltag nichts hat, was einen wirklich begeistert, was einem Kraft gibt. Wenn man echtes kein Zuhause hat, sich nicht zugehörig und heimisch fühlt. Ich habe keine wirkliche Lust, arbeiten zu gehen, aber immerhin lenkt es ab. Und während sich die anderen auf das Wochenende freuen, habe ich Angst weil ich weiß, ich sitze da wieder alleine, bin frustriert und hoffnungslos und werde wieder gegen den Schmerz, die Sehnsucht und die Tränen kämpfen. Ich weiß auch nicht, wie das noch weitergehen soll. Ich mag auch nicht mehr kämpfen

Und ja, ich kann mich noch begeistern, für einen schönen Sonnenuntergang, die Blümchen am Wegesrandaber eigentlich möchte ich ganz anders leben, vor allem erstmal, wo anders leben. Ich fühle mich an diesem Ort so fremd, so unzugehörigund ja, ich versuche, hier wegzukommen, ich möchte nicht nur den Ort wechseln, sondern auch das Landseit fast drei Jahren ist mein Herz nicht mehr hier in Deutschland, und mit jedem Mal fällt es mir schwerer, hierher zurückzukehren. Also, ich schreibe Bewerbungen, verbringe mein ganzes Wochenende vor dem Computer (was an sich etwas ist, was ich absolut nicht mag), um irgendwie die Chance zu haben, endlich wegzukommenaber ohne neuen Job (und natürlich erhalte ich nur Absagen) bin ich hier gefangen. Einfach kündigen traue ich mich nicht. Und ich zweifle an mir selber, was ich falsch mache, warum es nichts wirdund ich weiß einfach nicht weiter und habe riesengroße Angst, dass ich hier wirklich festsitze, dass ich nicht endlich weg kann. Dann weiß ich wirklich nicht, was ich tun sollan einem anderen Ort kann ich mir so vieles vorstellen. Aber hierich weiß nicht weiter.

Ich kenne deine Selbstzweifel. Aber sich selber davon zu überzeugen, dass man etwas gut kann, gut macht, sich genug einsetzt, besonders istdas finde ich schwierig. Vielleicht geht es dir genauso? Ich bin mir sicher dass auch du besonders bist, dass es Dinge gibt, die du besonders gut kannst, die dich besonders liebenswert machen

Und jetzt würde ich dir so gerne gute Tipps geben, wie du aus dieser traurigen Situation wieder rauskommst.und alles was ich kann ist doch nur zu sagen, ich kenne das, du bist nicht alleine.ich wünsche dir so sehr, dass du einen (deinen) Weg findest!

Alles Gute und liebe Grüße, Wiebke

27.01.2019 18:15 • x 2 #11


Emilia26


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Hallo,
Danke für die vielen Antworten. Gerade heute tut es mir gut sie zu lesen. Ich mache mir meine Gedanken dazu.

28.01.2019 19:51 • x 3 #12


timelesss

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Will zurück in die Einsamkeit und dem Selbsthass

Mein ganzes Leben lang hatte ich mit starken Mobbing zu kämpfen, war immer ein Außenseiter, hatte keine oder falsche Freunde. In meiner Familie wird nicht über Gefühle gesprochen. Meine Eltern wussten zwar von meinen Problemen, aber gesprochen haben wir darüber nie. Die hatten wohl den Erziehungsansatz nicht einmischen ist die beste Lösung. Es werden einfach keine Gefühle gezeigt! Nach der Schule ging das Mobbing in der Ausbildung weiter, ein Streit mit meinen Eltern kam dazu, so dass ich nach der Ausbildung ans andere Ende Deutschlands gezogen bin und 2 Jahre kein Wort mehr mit der gesamten Familie/Verwandtschaft gewechselt habe. Nur durch meine Schwester (hatte Mitleid mit ihr) kam ich nach Hause um uns auszusprechen. Ergebnis: 10 Minuten angebrüllt, gegenseitige Vorwürfe, keiner hat was falsch gemacht Probleme gelöst? Über Gefühle gesprochen? Nein.

Heute bin ich 27, fühle mich innerlich tot, habe keine Lebensfreude mehr, lasse keine glücklichen Gefühle zu und stelle mir jeden Tag vor zu sterben. Habe mich die letzten 8 Jahre, seit meines Fortgehens völlig isoliert. Arbeiten, nach Hause kommen, zocken, saufen. Jeden Tag. In den 8 Jahren habe ich vielleicht eine Hand voll Versuche unternommen eine Frau kennen zu lernen Erfolglos da ich nicht mit ernsthaften Willen dabei war.

Ich musste beruflich wieder einmal umziehen. Nichts Neues für mich, 5 verschiedene Arbeitgeber (viel Pech gehabt mit Insolvenzen / betriebsbedingte Kündigungen) ((Also beruflich läuft s bei mir auch so richtig gut^^)) Naja, jedenfalls bin ich an Vermieter geraten die nur ein paar Jahre älter sind als ich und mich aufgenommen haben als wären wir seit Jahren beste Freunde, ständige Einladungen, Filmeabende, gemeinsames Essen Haben mir in eine Welt gezeigt die ich nicht kannte (Freundschaft, Vertrauen, Lebensfreude, offenes ansprechen von Gefühlen) Doch immer wenn ich bei denen war, musste ich mich verstellen, Lebensfreude vorspielen Das merkten die auch nach kurzer Zeit, und nach 4 Monaten sprachen die mich drauf an. Hart aber Herzlich. So das ich im besoffenen Kopf einen Nervenzusammenbruch hatte. Seit dem ist alles anders, die wussten jetzt das ich mich jeden Tag abknalle und haben mir Vorwürfe gemacht. Sagten, der Alk. wäre keine Lösung, Sprüche vielen wie: Keine Eier in der Hose, Mann ohne Rückgrat
Schließlich haben die mich ein paar Wochen nach dem Nervenzusammenbruch in eine Entzugsklinik gebracht. (mehr oder WENIGER mit meiner Zustimmung ((völlig besoffen)). Jetzt bin ich seit 5 Wochen trocken. Reflektiere die letzten Wochen, Monate, Jahre Und in mir tobt ein gewaltiger Sturm. Ein kleiner Teil in mir sehnt sich nach einem schönen leben, so wie ich es die letzten Monate kennengelernt habe. Doch der viel größere Teil in mir, will nur zurück in die Einsamkeit und dem Selbsthass Ich kann es nicht erklären, aber alles in mir schreit danach, den Kontakt zu den beiden abzubrechen und in das bisherige Leben zurück zu kehren. Und dann ist da noch die Todessehnsucht die sagt: finanziell bin ich ruiniert, beruflich kein Erfolg, und Menschlich? Völlig kaputt.
Ich weiß nicht mehr nach vorn und nicht zurück. Wie soll mir jemand helfen können wieder Menschlich zu werden? Eine Langzeit Therapie? Kann ich zeitgleich Privat Insolvenz anmelden. Und was ist mit diesen Leuten die sich als meine Freunde ausgeben? Die dachten wahrscheinlich das der Alk. mein größtes Problem wäre. Ist denen überhaupt bewusst was die mit ihren Vorwürfen angerichtet haben? Das mich diese Sprüche noch tiefer in die Depression und der Todessehnsucht getrieben haben? Nach allem was ich durchleiden musste, all die Jahre, und nie um Hilfe gebeten habe, kommen die und sagen ich bin ein Schwächling, ohne Eier und Rückgrat?
Ich weiß nicht mehr was ich Denken, wie es weiter gehen soll. Und fühlen tue ich nur noch leere und den Wunsch in die Einsamkeit zurückzukehren.

02.02.2019 02:02 • x 1 #13


Pilsum

Pilsum

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Hallo timelesss,

schön, dass Du auch hier im Forum bist.
Dass Du aktuell keine Lebensfreude spürst,
glaube ich verstehen zu können. Dies muss aber nicht so bleiben. In Deinem Alter kannst Du noch einiges verändern und dadurch Deinem Leben neuen Schwung geben.
Leicht ist das am Anfang nicht. Bitte habe etwas Geduld mit Dir.
Der Weg in Dein früheres Leben zurück kann
sinnvoll sein, wenn Du auf das Trinken verzichtest und nicht die Zielsetzung hast Dich in eine Einsamkeit zurückzuziehen.
Damit will ich sagen, Du machst menschlich einen sehr sympathischen Eindruck. Darauf kannst Du aufbauen.
Wie ist Deine Situation jetzt? Lebst Du wieder in Deiner Wohnung?
Welche Form von therapeutischer Beratung nimmst Du in Anspruch?
Bitte sei nicht mutlos.

Viele Grüße Bernhard

02.02.2019 05:05 • x 1 #14




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