wtf...ich werde morgen darauf antworten. Guten Nacht
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x 1#2
A
Hallo Sifu,
Die Liebe im mittleren Alter
x 3#3
Dakota Mitglied
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Ein rechter Blog, Dein Ernst?
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x 1#3
Sifu Mitglied
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Zitat von Dakota:
Ein rechter Blog, Dein Ernst?
Das könnte auch in der taz stehen. Mich interessieren Artikel, nicht das Medium.
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#4
HDD Mitglied
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Hallo @Sifu ,
ich habe mir das (grob) durchgelesen (nach hinten zu etwas oberflächlicher). Die Thesen sind mir durchaus nicht neu. Von der Sache her findest du das meiste davon in der Manosphere, z.B. in der Redpill-Community. Die hat ihren Ursprung in den USA. Dort sind die gesellschaftlichen Verhältnisse (v.a: was die Geschlechterrollen und gegenseitigen Zuschreibungen angeht) etwas extremer als bei uns, was m.E. der dortigen Melange von Kapitalismus, Liberalismus und religiös bedingter S. Verklemmtheit geschuldet ist. Das hat der Autor ziemlich unkritisch abgeschrieben. Ich kenne mich damit aus. Ich bin mir sicher: Ich habe mehr darüber (und Beziehungsdinge allgemein) gelesen als so ziemlich jeder hier im Forum! Und meine eigenen (durchaus leidvollen) Erfahrungen gemacht.
Ich kann dazu nur sagen: Schau dich mal in deinem Bekanntenkreis um und frage dich, wieviel der im Artikel beschriebenen Erscheinungen du dort wiederfinden kannst, und wenn ja, wie verbreitet das ist.
Ja, du wirst vermutlich einige Paare finden, die sich haben scheiden lassen - oder was auch immer. Wo der eine, andere oder beide nicht glücklich in der Beziehung ist. Und ja, es gibt typische Probleme. Viele verlieren die gegenseitige Anziehung. Kinder groß zu ziehen, kann extremer Stress sein, der ebenfalls einen Tribut fordert. Und generell scheint mir, dass junge Leute sich heute eher überlegen, wer wirklich zu ihnen passt - und darum öfter die Beziehung wechseln, oder eine Auszeit nehmen oder was auch immer. Ich finde das eine gute Sache, jedenfalls besser als sich unüberlegt / unreif in eine Ehe zu werfen, wie das früher eher üblich war.
Was mir an dem Artikel deutlich aufstößt, ist der Ton. Er strotzt nur so von Herabwürdigungen und Dystopie. Der Mann, der das geschrieben hat, tut mir Leid. Für mich sieht es so aus, als habe er einen großen Hass (und wohl auch Ekel) gegenüber seinen Mitmenschen (vor allem gegenüber den Frauen) entwickelt. Vielleicht hat er "schlechte Erfahrungen" gemacht und versucht nun, diese durch Verallgemeinerungen zu erklären. Ich kann das verstehen; aber vernünftig oder korrekt ist das nicht. Es ist in meinen Augen ein Zeichen emotionaler Unreife.
Eine Sache hat er ganz richtig erkannt: Die Zeiten des "harten" Patriarchats (wo Frauen aufgrund wirtschaftlicher Zwänge von Männern abhängig waren) sind im Wesentlichen vorbei, und die Zeiten des "weichen" Patriarchats (wo gesellschaftliche Normen und Erwartungen diese Rolle spielen) neigen sich langsam aber sicher dem Ende zu. Das ist ein gewaltiger Umbruch, der sich hier in Zeitlupe vor uns entfaltet. Und manche Leute (die rechte Szene ist hier prominent) wünscht sich die alten Verhältnisse zurück. Das aber ist unmöglich und letztlich auch nicht wünschenswert. Diese Denke stammt aus einer Zeit, als die gesellschaftlichen, materiellen, ideellen und medizinischen Verhältnisse einfach anders (und schlechter!) waren als heute. Dahin müssten wir wieder zurück. Selbst als Mann würde ich das nicht wollen. Würde ich als Mann in Afghanistan oder Saudiarabien leben wollen? Mit den ganzen Zwängen, die damit einhergehen? Niemals nicht, wenn ich es vermeiden kann.
Ob es ihm passt oder nicht (es passt ihm nicht, ganz klar), Frauen können bei uns im Westenim Wesentlichen tun und lassen, was sie wollen. Es steht ihnen (und den Männern) frei, daraus jegliche Konsequenz zu ziehen, die sie für richtig erachten.
Falls du einzelne Aussagen aus dem Artikel diskutieren möchtest, stehe ich gerne zur Verfügung, aber die Gesamtheit des Artikels ist es m. E. nicht wert.
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x 4#5
HDD Mitglied
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Zitat von Sifu:
Das könnte auch in der taz stehen. Mich interessieren Artikel, nicht das Medium.
Ich kenne die taz. Ich würde das für extrem unwahrscheinlich halten.
Im Übrigen stimme ich dir zu: Der Artikel ist das Wesentliche. Allerdings gibt es durchaus Zusammenhänge zwischen Medium und Qualität / Tendenz / Stil der Inhalte, nicht wahr? Bildzeitung und (sagen wir mal) Spektrum der Wissenschaft unterscheiden sich halt doch, und im Zweifelsfall hat Spektrum der Wissenschaft bei mir einen Vertrauensvorschuss, und die Bildzeitung eben nicht.
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x 2#6
Sifu Mitglied
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Zitat von HDD:
Ich kenne die taz. Ich würde das für extrem unwahrscheinlich halten.
Ich meinte damit, das mir das Medium egal ist solange mir der Artikel gefällt.
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x 1#7
HDD Mitglied
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Zitat von Sifu:
Ich meinte damit, das mir das Medium egal ist solange mir der Artikel gefällt.
Ok, ich hatte das missverstanden. Ich dachte, du meinst, dass dieser Artikel (oder so ähnlich) auch in der taz erscheinen könnte.
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#8
Dys Mitglied
1996
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Zitat von Sifu:
Ich meinte damit, das mir das Medium egal ist solange mir der Artikel gefällt.
Da liegst Du voll im Trend. Etwas lesen das einem gefällt fühlt sich auch eher gut an, als etwas dass einem nicht gefällt. Und was einem gefällt entscheidet man ja auch selbst, so wie dass weshalb es einem gefällt. Da spielt natürlich vieles rein, dass bewusst oder unbewusst in einem vorhanden ist und ob man schon eine gewisse vorgegebene Meinung zu etwas hat, die dann Bestätigung findet, was sich natürlich besser anfühlen dürfte, als eine Kritik. Da kann einem auch schnell mal egal werden, wer was aus welchen Beweggründen mit welchem Ziel schreiben könnte und dies dann geschrieben hat.
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x 3#9
HDD Mitglied
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Hallo @Dys ,
gute Antwort. Es läuft auf die Frage der Definition von "gefällt" in diesem Zusammenhang hinaus.
Die Definition, die du hier andeutest, ist: Es gefällt, wenn es meine vorgefasste Meinung & mein Weltbild unterstützt und bestätigt.
Meine Definition wäre: Es gefällt mir, - wenn ich daraus etwas neues lernen kann; - wenn es mich zum Nachdenken bringt; - wenn es sich für mich "stimmig" anfühlt (das ist z.B. der Fall, wenn eine innere Logik nachvollziehbar ist und/oder wenn Belege angegeben werden - wobei hier eine gewisse Skepsis durchaus angemessen ist, z.B. hinsichtlich der Interessenlage des Autors); - wenn es gut oder witzig geschrieben ist (damit ist noch nichts über die Bewertung des Inhalts gesagt!).
Wie sieht deine Definition aus, @Sifu ?
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x 2#10
Caro66 Mitglied
2141
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Interessant finde ich diesen Artikel schon, gefallen....nein, das nicht wirklich. Die Thematik ist meiner Meinung nach viel zu breit gefächert, als das man sie in so einen festgelegten Rahmen fassen könnte. Selbst Erlebtes, eigene Erfahrungen spielen bei der jeweils eigenen Definition dazu mit hinein. Grundsätzlich verurteile ich weder Männlein, noch Weiblein, Divers auch mit einbezogen. Ich nenne es mal so,es gibt für mich keine Beziehung auf unendliche Zeit, welche funktioniert. Bei mir sind es Lebensabschnittsgefährten für eine bestimmte Zeit, die man ja aus jeweils eigner Sicht auch irgendwie, irgendwann geliebt hat .Dabei müsste man nun wieder für sich festmachen, was man persönlich als Liebe und genau davon erwartet für sich und wie man Glück für sich definieren möchte. Am Ende ist es wichtig* für mich zumindest,sagen zu können....jeder Lebensabschnitt war liebens-lebenswert. Und sicher haben da manche Menschen auch viel Negatives erleben müssen, was dann wiederum eine unbedingte Befreiung sein kann, so man sich voneinander löst.
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x 1#11
Sifu Mitglied
1117
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Zitat von HDD:
Hallo @Dys , gute Antwort. Es läuft auf die Frage der Definition von "gefällt" in diesem Zusammenhang hinaus. Die Definition, die du hier andeutest, ist: Es gefällt, wenn es meine vorgefasste Meinung & mein Weltbild unterstützt und bestätigt. Meine Definition wäre: Es gefällt mir, - wenn ich ...
Das kommt auf meine Tagesstimmung an, die sehr schnell wechseln kann da ich bipolar und Borderline bin.
Danke für diesen Artikel @Sifu . Genau meine Situation (und wohl möglicherweise auch deine, wenn ich mich an manche deiner Beiträge erinnere).
Leider hat keiner der Interviewpartner (außer der dezenten Aufforderung zum Fremdgehen oder Trennung) etwas konkretes Hilfreiches beizutragen, das über die Aufforderung zu Akzeptanz und Verständnis hinaus geht. Und leider deckt sich das mit meinen Erfahrungen (bisher; das Leben ist ja noch nicht ganz zu Ende).
Normalerweise wird von Betroffenen über dieses Thema nicht gerne geredet. Die Betroffenen sind Boomer; das ist eine Generation, die noch die verklemmte 6ualmoral ihrer Eltern verinnerlicht hat. Wenn ich mich im Kreise meiner Bekannten und Verwandten umsehe und versuche, aus ihrem Verhalten "zwischen den Zeilen zu lesen", dann sehe ich schon so manche Beispiele, die vermuten lassen, dass es denen genauso geht. Wir sind also beileibe keine Einzelfälle; aber da wir inzwischen zum alten Eisen zählen, interessiert sich außer Therapeuten niemand dafür. Und Therapeuten auch nur deswegen, weil die damit gutes Geld machen können, denn viele Boomer haben Geld genug und wofür außer für Reisen und Wellness sollten sie es im Alter noch ausgeben wollen.
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#14
A
Hallo Sifu,
x 4#15
Dys Mitglied
1996
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Ob normalerweise von Betroffenen nicht darüber geredet wird, kann ich nicht beurteilen. Erstens, was wäre Normal im Bezug auf Normalerweise? Zweitens, beschäftigt mich eher die Frage, wenn jemand mit Anderen über seine Beziehung und eventuelle Wünsche oder Probleme im Rahmen dieser Beziehung reden will, redet der auch mit dem Partner über selbiges, oder fehlt es dazu am nötigen Selbstvertrauen oder Selbstwert? Was könnte dann dessen Erwartung sein, bezüglich Antworten Außenstehender?
Letztlich nimmt einem auch niemand anderes die eigene Entscheidung ab, wie bei allem Anderen im Leben, wo man sich selbst entscheiden kann und muss.