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Wegen Citalopram keine Gefühle mehr? Die Liebe ist weg

Guten Tag und guten Morgen.

Ich schreibe aus einer gewissen Verzweiflung heraus, meine Partnerin nimmt seit etwa vier Jahren wegen Depressionen Citalopram. Die Depression sind auch gewichen, aber wegen ihrer Antriebslosigkeit wurde das Medikament nicht abgesetzt. Nun( vor ca. 4. Wochen) offenbarte sie mir nach insgesamt 13jahren plötzlich keine Gefühle mehr für mich zu empfinden und es wäre wohl das beste unsere Beziehung zu beenden.
In insgesamt drei Gesprächen die wir bis jetzt geführt haben sagte sie zeitgleich das die Gefühle weg sind, sie mich aber nicht verletzen will. Ich fahre in den letzten 4 Wochen Gefühlsachterbahn. es gab ein paar wenige Tage da machte es den Anschein es wäre wie immer, dann änderte es sich am gleichen Tag zur totalen Kälte.
Sicherlich ist in einer Beziehung die 13 Jahre lang anhält nicht jeder Tag wie frisch verliebt, aber ich kann es mir grade nicht anders erklären.

Habt ihr hier änhliche Erfahrung machen müssen, das nach längerer Einnahme von Citalopram eine derartige Reaktion stattfinden kann.

Ich bin durch Zufall auf diese Seite gestoßen, und werde jetzt mich jetzt durch die bereits vorhandenen Beiträge lesen, bitte entschuldigt also eine evtl. schön beantwortet Frage.

Ein verzweifelter Partner

01.06.2019 05:58 • x 3 #1


maya60
Hallo Norddeutsch, Willkommen hier im Forum!

Du schreibst, dass deine Partnerin seit 4 Jahren erfolgreich Citalopram einnimmt und dass, bis auf eine Antriebslosigkeit, ihre Depression gewichen ist.

Gefühlstaubheit (aber nicht nur die Liebe betreffend) kann ein depressives Symptom sein, aber da deine Partnerin keine Depression mehr hat, trifft das offenbar nicht zu, oder?
Und von einer Nebenwirkung, die sich nur auf die Emotionen zum Partner bezieht, habe ich noch nie gehört. Außerdem wäre deine Partnerin dann wohl nicht bei dem Medikament geblieben, oder?

Was erzählt deine Partnerin denn, wann ihre Gefühle für dich weniger wurden und wodurch? Auch nach 13 Jahren können leider Gefühle verschwinden und gerade in einer Depression befragen sich die meisten Menschen mithilfe ihres Psychotherapeuten genau, wo es im Leben hakt.

Wenn deine Partnerin neben ihrer Antriebslosigkeit vielleicht doch noch das depressive Symptom der Gefühlstaubheit hat, dann nicht nur auf eure Beziehung bezogen, sondern dann werden auch Freude, Trauer, Neugier und alle anderen Emotionen nur noch vernebelt oder nicht gefühlt.

Sicher ändern sich die ersten Verliebtheitsgefühle in jeder langjährigen Partnerschaft, aber wenn da gar keine mehr sind, ist das zuwenig.

Aber darüber habt ihr doch bestimmt gesprochen, oder? Sonst frage doch deine Freundin, damit du verstehst, was sie meint.

Liebe Grüße! maya

01.06.2019 16:43 • #2


Hallo Maya,

vielen Dank für's lesen und sich Gedanken machen.

Leider hat sie ihre Depressionen "nur" vom Hausarzt behandeln lassen. Ob sie wirklich weg sind kann ich nur schwer beurteilen, sie sagt es jedenfalls. Und wenn ich drüber nachdenke macht sie nicht den Eindruck ( kann ich das überhaupt beurteilen?) noch depressiv zu sein.

Gründe, wann und wodurch sie die Liebe verloren hat, hat sie bisher nicht genannt. Ich will versuchen sie da auch nicht unter Druck zu setzen, und ständig nachfragen.das bringt sicher nichts.

Sie sagt sie hätte keine Gefühle mehr für mich, bricht dann aber in den Gesprächen mit mir zusammen in Tränen aus, da stimmt da was nicht, oder?

Sie hat am Dienstag einen weiteren Termin beim Hausarzt.ich hoffe sie spricht ihr Gefühlsleben an.

01.06.2019 17:07 • x 1 #3


maya60
Hallo Norddeutsch, eine Depression beim Partner zu erkennen und oft sogar, als Betroffene die Depression in sich selber zu erkennen ist ohne fachliche Hilfe schwer möglich.

Der Hausarzt ist dafür nicht der Facharzt, sondern ein Psychiater/Neurologe. Es wäre außerdem auf jeden Fall wichtig, dass deine Partnerin eine Psychotherapie macht, das gehört wichtig mit zur Behandlung von Depressionen zur Aufarbeitung und Prävention und dass ihr vielleicht auch dann eine Paartherapie macht.

Eine langjährige Beziehung womöglich zu beenden wegen fehlender Gefühle ist schon ein Thema, das es verdient, von beiden Partnern genau verstanden zu werden. Setzt euch nicht unter Druck.
Auch, wo deine Partnerin jetzt mit ihrer Depression genau steht, wie es ihr emotional genau geht, dafür eine Sensibilität zu entwickeln, ist für sie und für dich als Partner wichtig. Dafür braucht ihr aber Fachleute! Wichtig!

01.06.2019 17:36 • #4


Flocon_de_Neige
Hallo Norddeutsch,

willkommen auch von mir.

Ich bin fest davon überzeugt, daß die Liebe wegen Depressionen oder Psychopharmaka NICHT geht.

Einzig die Libido kann sinken aufgrund Depressionen aber auch durch Einnahme der Medikamente (es wird auch oft in den Nebenwirkungen mit aufgeführt).


Zitat von Norddeutsch:
Sie sagt sie hätte keine Gefühle mehr für mich, bricht dann aber in den Gesprächen mit mir zusammen in Tränen aus, da stimmt da was nicht, oder?


Eine Vermutung: Vielleicht will sie Dich schonen. Vielleicht ist sie auch selbst der Meinung, daß man mit ihr so (mit ihrem depressiven Zustand) nicht zusammensein kann, daß sie es niemandem zumuten will.

Das weiß wohl nur sie.



Zitat von Norddeutsch:
Sie hat am Dienstag einen weiteren Termin beim Hausarzt.ich hoffe sie spricht ihr Gefühlsleben an.


Empfehlen würde ich einen Spezialisten. Ein Hausarzt ist nicht so sehr bewandert in psychologischen Dingen. Es sei denn, er ist selbst Spezialist auf diesem Gebiet.


Alles Gute und LG

01.06.2019 17:39 • x 2 #5


Den Termin beim Arzt hat sie zwar auf meinen Anstoß gemacht, aber als ich sie erneut daran erinnert habe, bzw. das Gespräch in die Richtung führen wollte hat sie es patzig beiseite gewischt.
Ich denke ich muss mal abwarten was bei dem Termin, auch wenn es nur der Hausarzt ist raus kommt.

An unsere Situation wird es nichts ändern.

Das sie mich quasi vor sich schützen will erscheint mir nicht logisch, da sie sich bewusst ist das ich hier durch ihre depressive Zeit geholfen habe.

01.06.2019 18:20 • x 2 #7


Flocon_de_Neige
Zitat von Norddeutsch:
Das sie mich quasi vor sich schützen will erscheint mir nicht logisch, da sie sich bewusst ist das ich hier durch ihre depressive Zeit geholfen habe.


In Zeiten von Depressionen ist vieles nicht logisch. Um da aber genaueres zu erfahren benötigt es einen Spezialisten. Einzigste Voraussetzung, SIE muß es wollen.

01.06.2019 18:30 • x 2 #8


Kurzes Update

Wir haben heute über unsere Situation reden können.
Das Gespräch verlief richtig gut, also soweit man das zu diesem Thema sagen kann.
Sie hat mir gesagt das sie nicht weiß was sie möchte und das sie zur Zeit durchaus depressive Phasen hat.
Ich glaube das sie einen Termin bei ihrem Hausarzt dazu hat habe ich bereits erwähnt.sie ist sich im klaren darüber das es nicht ideal ist "nur" zum Hausarzt zu gehen. Ihr Wunsch ist eine Kuhr, ob das allerdings möglich ist weiß ich nicht, bezweifle ich.
Sie möchte mit dem Arzt natürlich auch über die Situation mit mir reden.welche Schlüsse da gezogen werden weiß ich natürlich nicht.ich hoffe die richtigen.

02.06.2019 16:35 • x 3 #9


Ich möchte nochmals ein Update geben.

Sie war mittlerweile bei ihrem Hausarzt.der hat die Dringlichkeit einer Behandlung festgestellt. Eine Kur unterstüzt er ebenfalls. Jetzt Grade ist sie von ihrer ersten Sitzung mit einem Therapeuten unterwegs nach Hause.ich bin gespannt ob sie mir erzählen wird wie es war.
Wir haben gestern 5 Stunden geredet. sogar lachen war möglich. Auch wenn sie mir immer noch sagt das sie nicht weiß wie ihre Gefühle zu mir stehen, kann ich jetzt besser damit umgehen. Ich möchte ihr helfen, soweit sie es zulässt.
Wenn irgendwann der Punkt kommt das sie sagt es bleibt dabei ich liebe dich nicht mehr.dann kann ich immer noch trauen.

06.06.2019 11:29 • #10




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