Depressive Frau lässt sich nicht helfen - Ehe gescheitert

SmartM

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Ich muss mich einfach mal auskotzen. Danke schon mal für's Lesen.
Silvester war, wie alle Jahre wieder, eine Katastrophe. Natürlich hat die Dame des Hauses schon am frühen Abend zu viel getrunken um den Rest der Zeit bis zum Schlafengehen mich mit Beschimpfungen und ungerechtfertigten Vorwürfen zu überziehen. Am nächsten Tag dann alles wieder, als ob nichts passiert wäre.
Bis gestern, da finde ich durch Zufall einen Beitrag von ihr in einer Community mit der folgenden Aussage:

...Leider geht auch noch meine Therapie zu Ende, was ich sehr schade finde und meine Therapeutin der Meinung ist, dass ich unbedingt eine Reha brauche, weil ich wieder den sozialen Rückzug mache und von zu Hause keine Hilfe erwarten kann, im Gegenteil, es ist die Situation zu Hause die mich krank macht.../ ...und weit weg von zu Hause!

Ich bin völlig fertig. Habe mehr als 9 Jahre geduldig abgewartet, geholfen, zugehört, verzichtet. Und nun das.
Ich glaube, ich sollte mir ernsthaft Gedanken um eine Scheidung machen. Nach 34 Jahren Ehe ist das aber nicht so einfach.

Smartm

07.01.2012 16:23 • #1


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achtsamkeit

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Hallo SmartM,
dass du enttäuscht verletzt verbittert bist kann wohl jeder verstehen. Das war sicherlich wie ein Schlag vor den Kopf.
Ich habe den Eindruck, dass du und deine Frau nichts voneinander wissen! Eure Kommunikation funktioniert nicht mehr.
Deine Frau scheint in ihrer Thera einen menschen zu haben, dem sie sich öffnet und der in ihr Innerstes sehen kann.
Vor dir öffnet sie sich nicht. Warum kann ich natürlich nicht beurteilen.
Du hast aus deiner Sicht all die Jahre Verständnis gezeigt und ihr beigestanden. Und trotzdem konntest du ihr anscheinend nicht wirklich das geben was sie brauchte, sie hat es dir nicht verständlich machen können. Deshalb die gestörte Kommunikation!
Nach 34 Jahren die Ehe zu beenden....das sollte nicht aus einer emotionalen Situation heraus geschehen.
Du könntest auch eine Therapie machen, damit du jemanden an deiner Seite hast, der dir vielleicht auch hilft klarer zu werden.
Wenn dir deine Frau am Herzen liegt könntet ihr doch auch eine Paartherapie versuchen?
Du brauchst auf jeden Fall glaube ich auch erst einmal eine unterstützende Begleitung um mit der Situation zurecht zu kommen.

LG Pelle

07.01.2012 16:51 • #2



Hallo SmartM,

Depressive Frau lässt sich nicht helfen - Ehe gescheitert

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Serafina

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Hallo SmartM,

Zitat von SmartM:
Bis gestern, da finde ich durch Zufall einen Beitrag von ihr in einer Community mit der folgenden Aussage:

...Leider geht auch noch meine Therapie zu Ende, was ich sehr schade finde und meine Therapeutin der Meinung ist, dass ich unbedingt eine Reha brauche, weil ich wieder den sozialen Rückzug mache und von zu Hause keine Hilfe erwarten kann, im Gegenteil, es ist die Situation zu Hause die mich krank macht.../ ...und weit weg von zu Hause!


Das spricht ja dafür, dass sie ihrer Therapeutin gegenüber etwas äußert, was sie dir verheimlicht. Da könntest du ansetzen. Und die Idee einer Paartherapie ist gut. Ich vermute aber, dass du langsam zu verletzt und müde bist, was nachvollziehbar ist.

Sie schreibt, dass die Situation sie zuhause krank macht. Weisst du, was sie meint? Kannst du mir ihr reden?

Eine Reha wäre eine gute Zeit für deine Frau, Abstand zu bekommen und über alles nachzudenken.

Ich wünsche dir viel Kraft.

Serafina

07.01.2012 18:38 • #3


SmartM

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Das habe ich heute unter der gleichen Adresse gefunden:
Wie du schon richtig erkannt hast, trägt mein Ehemann einen großen Teil Schuld an meiner Krankheit. (sagen wenigstens meine Therapeuten und Ärzte). Um das zu erkennen brauchte ich über 30 Jahre. Es ist aber nicht so, dass er mir im Haushalt oder bei Erledigung des Bürokrams nicht hilft, ganz im Gegenteil, er hat mir schon immer die ganze Büroarbeiten und Erledigungen bei den Behörden abgenommen und somit mich von ihm abhängig gemacht. Dafür haben ihn meine Probleme und wie es mir geht nicht interessiert. Er hatte seine sozialen Kontakte und hat auf nichts verzichtet. Ich habe mich dann immer mehr zurückgezogen. In der Reha ist es mir klar gemacht worden, dass ich schon vor über 30 Jahren, nachdem ich nach Deutschland kam und mit Absicht „ von der Außenwelt isoliert wurde“ depressive Fasen hatte.

Damit hat man mir den Boden unter den Füßen weg gezogen...

08.01.2012 00:31 • #4


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achtsamkeit

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Lieber SmartM

das ist natürlich eine kaum zuertragene Nachricht. Dass die Jahre eurer Ehe komplett infrage gestellt werden.
Du hast dich sicherlich aus deiner Sicht verständnisvoll gegeben in den Jahren, deine Frau hat auch alles zugelassen, dabei aber die eigentlichen Bedürfnisse dir gegenüber nicht geäußerst, sondern alles in sich hineingefressen.
Nun stehst du symbolisch für einen Scherbenhaufen für den du auch noch verantwortlich sein sollst.
Dazu möchte ich sagen, dass letztendlich nicht alleine dafür verantwortlich bist, denn so wie sich das für mich anhört, hat dine Frau dir gegenüber nicht geäußerst, dass ihr diese Art des Zusammenlebens nicht zusagt.
Sie scheint auch sehr abhängig vond en Meinungen anderer zu sein, da sie selbst schreibt, dass die Therapeuten und Ärzte meinen die Ehe sei Schuld.
Wenn sie gestärkt wäre müsste sie schreiben, dass sie selbst dies nun erkannt hat. Sie ist also noch sehr labil wie es mir scheint.
Vielleicht wäre eine zeitweilige Trennung erst einmal möglich? Aber es sollte ein Gespräch stattfinden mit deiner Frau.
Nur wäre es wichtig, dass dies im Beisein zB. eines Arztes stattfindet, denn es hilft nicht jetzt sich gegenseitig fertig zu machen.
Du kannst nur für dich sprechen. Wie verletzt du bist, deine Gefühle äußern. Und KLarheit schaffen wie sich deine Frau und wie du dir eine weitere Zukunft vorstellen.

LG Pelle

08.01.2012 11:24 • #5


SmartM

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Dank für die lieben Worte.
Eine Aussprache im Beisein eines Moderators oder Moderatorin habe ich ihr schon vorgeschlagen, als die Probleme offensichtlich wurden. Habe diesen Wunsch immer wieder geäußert. Leider will sie davon nichts wissen.
Ich sehe im Moment auch die einzige Chance in einer, zumindest zeitweisen, Trennung.

Schöne Grüße
SmartM

08.01.2012 11:37 • #6


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Sarah

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Hallo,

weiß deine Partnerin davon, dass du in der anderen Community mitliest?

Wenn dem so ist würde ich sie direkt auf die von dir genannten Zitate ansprechen. Wenn es für euch beide einfacher ist auch als Brief. Mir hat es zumindest bei solchen Sachen geholfen, dass erst einmal aufzuschreiben und danach ein Gespräch zu führen.

Liebe Grüße

Sarah

08.01.2012 11:53 • #7


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achtsamkeit

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Hallo SmartM,
ja das würde mich auch inetressieren on deine Frau weiß, dass du ihre Beiträge dort liest.
Weiß sie es, dann teilt sie dir evtl. dadurch mit, was sie nicht schafft dir von Angesicht zu Angesicht zu sagen.
Weiß sie es nicht, solltest du es ihr aber sagen, oder schreiben wie Sarah vorschlug. Du kannst ihr dann auch sagen wo du über deine Empfindungen geschrieben hast.
Evtl. könnt ihr euch auf diesen Weg wieder näher kommen?

LG Pelle

08.01.2012 16:16 • #8


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Anima

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Hallo SmartM,

Eure Situation ist ganz schön verfahren. Irgendwo habe ich gelesen, dass sie Deine Mails kontrolliert? Und Du hast zufällig Beiträge von ihr gefunden?
Da ist überhaupt keine Vertrauensbasis vorhanden.
Woher kommt Deine Frau denn, wenn sie schreibt...nach Deutschland kam...Wie ist ihr Kontakt in ihre Heimat?

Niemals trägt einer alleine für das Scheitern einer Beziehung. Hast Du die Möglichkeit, mit einem ihrer Ärzte oder Therapeuten zu sprechen? Deine Kräfte und Reserven sind auch nur begrenzt und Du hast nur dieses eine Leben.
Die Vorwürfe, Du seist an allem Schuld, die machen Dir schwer zu schaffen. Das kann aber einfach nicht stimmen! Sie scheint einfach einen Schuldigen zu suchen, das ist einfacher, als bei sich selbst anzufangen.

Ich wünsche Dir Kraft, an Dich zu denken.

Anima

08.01.2012 17:36 • #9


SmartM

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Hallo Pelle, hallo Sarah,

zunächst danke für Eure Beiträge. Ich kann mir nicht vorstellen, dass meine Frau weiß, dass ich mitlese. Bis vor ungefähr zwei Jahren haben wir uns noch schriftlich ausgetauscht. Hauptsächlich per Mail. Von ihr waren überwiegend unmögliche Anschuldigungen und Beleidigungen dabei. Sie schrieb mir Mails sogar in die Arbeit, was meine Arbeitsqualität seinerzeit sehr strapaziert hat und zwischendurch Ausmaße annahm, dass ich für mich einen Psychotherapeuten aufgesucht habe, weil ich mein Ableben als mögliche Lösung nicht mehr ausgeschlossen habe. Seit einem Jahr haben diese Attacken stark nachgelassen. Da sie mir auch mitteilte, dass sie ihre Therapeutin gewechselt hat, weil die Erste unsere Trennung als Lösungsansatz ins Spiel gebracht hat/hätte, wähnte ich mich auf einem guten Weg. Bis jetzt!

Hallo Anima,

danke für deinen Beitrag. Du hast dir noch zusätzlich die Mühe gemacht, meine alten Beiträge zu lesen.
Ich bin zufällig auf ihre Berichte gestoßen, weil ich in verschiedenen Foren nachlese, wie es bei anderen so läuft um für uns/mich etwas zu lernen.Wenn ich meine Frau wirklich überwachen wollte, wäre das vom KnowHow her für mich kein Problem. Als Systemadministrator wäres es ein Leichtes, ihren Rechner zu hacken. Ihre Kontrollen haben nur nachgelassen. Ich merke schon, wenn mein Arbeitszimmer durchsucht wurde. Diskusionen darüber würden aber nur neuen Streit herauf beschwören und so lasse ich das einfach über mich ergehen. Für meine ganz persönlichen Dinge, wie z. B. Mails, habe ich jetzt das Passwort geändert.

Meine Frau kommt aus Polen. Wir haben uns 1974 dort auf der Hochzeit meiner Cousine kennen und lieben gelernt. Zwei Jahre später ist sie dann mit ihrer Mutter und einer Schwester im Rahmen einer Besuchsreise in den Westen gekommen. Sie sind nicht zurückgekehrt und der Rest der Familie ist drei Jahre später nachgekommen. Das war damals gängige Praxis, wenn man Polen für immer verlassen wollte. Sie hat, mehr oder weniger lockeren, Kontakt zu einer Freundin aufrecht erhalten. Meine Bemühungen mit ihr mal zu Besuch zu fahren, haben erst in 1980 Früchte getragen. Ich bin in dieser Zeit insgesamt dreimal mit meinem Vater (er ist gebürtiger Oberschlesier) zu einer Silberhochzeit und zu Beerdigungen gefahren. Sie hat jede dieser Mitfahrgelegenheiten ausgeschlagen.

Wir hatten bis vor sechs Jahren einen gemeinsamen Hausarzt. Als dieser sie mal um Änderung bzw. Erhöhung der Medikamentendosierung ansprach, hat sie mir den Vorwurf gemacht, ich hätte mit ihm darüber gesprochen und ihn beeinflußt. Daraufhin habe ich mir einen neuen Hausarzt gesucht, um diesen neuerlichen Anschuldigungen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Ein Gespräch mit ihren Ärzten kommt somit für mich keinesfalls in Frage!

Zitat von Anima:
Sie scheint einfach einen Schuldigen zu suchen, das ist einfacher, als bei sich selbst anzufangen.

Ich fürchte, damit hast du ins Schwarze getroffen!

Jetzt habe ich für mich entschieden, in dieser Community weiter mitzulesen, evtl eigene (anonyme) Kommentare einbringen und schauen, was noch alles kommt.
Was habe ich zu verlieren?

Danke nochmals an alle, die sich die Mühe machen, mein Geschreibsel zu lesen!

LG SmartM

09.01.2012 08:20 • #10


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Eisbärchen

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Ich wünsche Dir viel Kraft, SmartM, und hoffe, dass Du gut auf Dich aufpasst!

Viele Grüße
Eisbärchen

09.01.2012 12:51 • #11


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Anima

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Ich fürchte, dass sie diese Krankheit und ihr persönliches Problem schon lange mit sich herum trägt und sich mit den Jahren verschlimmert hat.

Aus diesem Grund kann ich Dir nur wünschen, dass Du an Dich denkst. Ohne gemeinsames Vertrauen ist eine Beziehung doch im Grunde nur noch Gewohnheit. Bis jetzt hast Du viel mit gemacht, in die Wege geleitet. Was liebst Du noch an ihr, was hält Dich außer einer Gewohnheit? Im Grunde weiß sie immer, dass Du im Notfall da bist, gleichgültig, wie schlecht sie mit Dir um geht. Ein gewisser zeitlicher Abstand wäre sicherlich gut - vor allem auch für Dich.

09.01.2012 18:13 • #12


SmartM

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Danke fürs Lesen und für eure Antworten!

Zitat von Anima:
Im Grunde weiß sie immer, dass Du im Notfall da bist, gleichgültig, wie schlecht sie mit Dir um geht.

So habe ich das noch gar nicht gesehen. Je mehr ich aber darüber nachdenke, um so schlüssiger erscheint es mir.
Ab Morgen nehme ich an einem Seminar für Angehörige von Depressiven in der hiesigen Universitätsklinik teil und bin schon gespannt, ob ich da etwas für mich mitnehmen kann. Ich denke auch darüber nach, das alles meinen (erwachsenen) Kindern zu erzählen.

LG und nochmals Danke
Smartm

10.01.2012 08:07 • #13


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Anima

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- schon toll, wieviel Mühe Du Dir machst, Respekt!

10.01.2012 17:58 • #14


SmartM

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Vielen herzlichen Dank für eure Worte - die helfen einem wieder ein bisserl auf die Beine.

Will nur kurz von einem Vorfall von gestern berichten, der mir zeigt, dass meine Frau doch ziemlich in der Krise steckt und den Bezug zur Realität verloren hat.

Da sie heute zu ihrer Hausärztin will um den Antrag zur REHA mit ihr vorzubereiten, hat sie gestern Abend einige Dokumente zusammen gesucht und mit mir einzelne Schritte besprochen. Sie sprach auch an, dass sie Angst vor der langen Wartezeit hat und dass erst einmal eine Ablehnung durch die Krankenkasse erfolgt, auf die ein Widerspruch eingereicht werden muss. Ich habe sie dann darauf gefragt, dass doch mal eine Einweisung durch die Psychiaterin als Möglichkeit vorgeschlagen wurde (nicht von mir!). Dann wären Wartezeiten und Widerspruch kein Thema. Sie erklärte mir darauf hin, dass sie dann keinen Einfluss auf die Klinik hätte und sie ein Zweibettzimmer nehmen müßte, was sie als problematisch in einer solchen Klinik empfindet.
Für mich war damit die Diskusion auch schon zu Ende. Wir haben das Thema gewechselt und ch habe mir nichts mehr dabei gedacht.

Wenige Stunden später lese in dann in ihrer Community folgendes:

Jetzt ist er auch noch dagegen, dass ich den Antrag auf Reha stelle, meinte ich soll mich in die Klinik einweisen lassen um mich auf neue Medikamente einstellen lassen.


Ich würde es schön finden, eure Meinung hierzu zu lesen und sage schon mal DANKE.

LG SmartM

11.01.2012 07:55 • #15


GastAccount

Meine Mutter ist genauso und meine Therapeutin nennt das selektive Wahrnehmung. Das kommt daher, dass die Person so voll ist mit Angst und Zweifeln, dass sie nur das hört, was ihr Unterbewußtsein meint zu hören. Klingt kompliziert, ist es aber eigentlich nicht. Einfaches Bsp: Deine Frau kauft sich eine grüne Jacke aus Wolle und fragt dich, wie du sie findest. Du sagst: schön an dir. Mir würde grün gar nicht stehen. Bei ihr kommt dann folgendes an: Er findet die Jacke doof, weil er grün nicht mag. Er findet mich doof und verbietet mir die Jacke.
Verstehst du? Sie nimmt nur das scheinbar in ihren Augen böse war. Die Realität sieht sie nicht. Es ist ein Selbstschutz, der aus der Depression und Angst begründet ist. Das ist gar nicht gegen dich gerichtet. Der ist einfach da. Und da hilft nur eine Therapie bzw. ein Therapeut, der ihr die Realität zeigt.

Aber sei dir meines Mitleides gewiss, ich weiß wie schwer das ist. Ein vernünftiger Mail-Kontakt mit meiner Mutter ist kaum möglich, weil sie nie auf meine Briefe vernünftig reagiert.

11.01.2012 12:18 • #16


SmartM

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Hallo ,
das wußte ich noch nicht!
Vielen Dank für diesen Hinweis - da sieht man seine Welt gleich mit anderen Augen.

LG SmartM

11.01.2012 13:49 • #17


SmartM

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Hallo,

ich habe meiner Frau in der Community anonym einige Beiträge geschrieben, die nichts anderes beinhalten, als das, was ich schon immer versucht habe, ihr mitzuteilen.

Überrascht hat mich Ihre Antwort:
Bewundere dich, dass du so diplomatisch sein kannst. Ich glaube mit dir könnte ich Tage und Nächte ;-) diskutieren.

Sie ist zwar von den schon genannten Vorwürfen nicht abgerückt, im Gegenteil, sie macht mich als ihren Ehemann wirklich für alles verantwortlich.
Einen Satz habe ich erstmal nicht verstanden...

Warum wir noch zusammen sind? Vielleicht nur deswegen, weil ich vor Jahren keinen hatte und auch jetzt noch keinen habe der mich bei der Trennung unterstützen würde

...und habe mich dann daran erinnert, was Anima geschrieben hat:

Im Grunde weiß sie immer, dass Du im Notfall da bist...

Ich weiß wirklich nicht, auf was ich noch hoffen soll?!
Vielleicht sollte ich sie anonym bei der Trennung unterstützen?

Schöne Grüße und schönes Wochenende

SmartM

13.01.2012 14:44 • #18


Martina

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Zitat von SmartM:
Warum wir noch zusammen sind? Vielleicht nur deswegen, weil ich vor Jahren keinen hatte und auch jetzt noch keinen habe der mich bei der Trennung unterstützen würde
Es liest sich, als wärest du ihr Lückenbüßer - bis sich was besseres ergeben hat. Das ist ja wie Knüppel auf'n Kopp.

Weißt du was???? Wenn ich an deiner Stelle wäre - ich würde jetzt gehen.

13.01.2012 16:50 • #19


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Anima

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Wieso möchtest Du sie bei der Trennung unterstützen? Auch ein depressiver Mensch ist durchaus in der Lage, für sich selbst zu sorgen,wenn es sein muss. Depression ist keine Legitimation dazu, einen Partner so schlecht zu behandeln - und Dich, Dir, Dir wird es noch schlechter dafür gehen. Sie hat doch Therapeuten etc. - und Du? Wer ist für Dich da?

13.01.2012 19:04 • #20


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achtsamkeit

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Hallo SmartM,
bei allem Verständnis für deine schwierige Situation, finde ich es persönlich fragwürdig, die Beiträge deiner Frau ohne ihr Wissen zu lesen und anonym zu kommentieren. Du solltest offen ihr gegenüber sein, auch wenn du glaubst, dass dies nicht fruchtet. Es wäre aber eine klare Sache.
Was erwartest du denn auf Dauer von deiner, ich nenne es jetzt mal überspitzt Spionage?
An der Situation wird sich dadurch nichts verändern.
LG Pelle

15.01.2012 13:54 • #21


SmartM

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Hallo und vielen Dank für eure Beiträge!
Zunächst muss ich mich entschuldigen, dass ich erst heute darauf reagiere, aber wir waren letzte Woche ein paar Tage zum Skifahren. Es waren wirklich schöne Tage, an denen wir uns beide (glaube ich wenigstens) sehr wohl gefühlt haben. Eigentlich wie immer im Urlaub, ist meine Frau auch völlig relaxed und es gibt keine Streitigkeiten zwischen uns. Das endet aber i.d.R. mit der Heimreise. Zuhause wird dann die Flasche geholt und das alte Spiel beginnt von vorne.

Vielen Dank auch an Pelle für ihre konstruktive Kritik. Du nennst es richtigerweise Spionage, was ich da betreibe. Spionage dient ja der Information über Dinge, die geheim gehalten werden. Offen gestanden finde ich es nicht fragwürdig in einem öffentlichen Forum (Anmeldung nur für Beitragsschreiber nötig) Beiträge von ihr zu lesen, die der gesamte Internetgemeinde zugänglich sind.
Anders verhält es sich da mit meinen anonymen Beiträgen. Dazu muss ich aber etwas ausholen.
Seit ca. 6 Jahren komme ich diskusionsmäßig nicht mehr an meine Frau heran ohne dass sich die üblichen Vorhaltungen immer und immer wieder über mich ergießen. Deshalb habe ich ihr vorgeschlagen, unter 6 Augen über unsere Probleme zu sprechen, ohne Erfolg. Vor ziemlich genau 2 Jahren habe ich ihr einen fast drei Seiten langen Brief geschrieben, in dem u. a. auch stand, dass ich einer Trennung nicht im Wege stehen würde. Ihre Reaktionen beschränkten sich auf diesen einen Satz.
Vermutlich auf Anregung ihrer Hausärztin kam es dann zu einem solchen sechs-Augen-Gespräch in ihrer Praxis. Da ich dort natürlich meine Sichtweise eingebracht habe, wurde ich anschließend von meiner Frau beschimpft, ich hätte sie als Lügnerin gegenüber ihrer Ärztin hingestellt. „Was soll sie jetzt von mir denken?“ sagte sie u. a. hinterher.
In der angesprochenen Community schreibe ich nichts anderes, als ich ihr auch sagen würde. Nur bekomme ich hier ein positives Feedback, aber keine Vorhaltungen gemacht. Interessanterweise nimmt sie sogar die meisten von mir gemachten Vorschläge an.
Ich sehe hier für mich eine Chance, heraus zu finden, ob ihre Angriffe mir persönlich gelten, oder ob sie „nur“ einen Sündenbock, für ihr nicht immer wunschgemäß verlaufendem Leben, in ihrem Mann sucht bzw. gefunden hat. Ich möchte erfahren, ob ihr Verhalten der Krankheit Depression zuzuschreiben ist, oder ob sie wirklich ein Problem mit mir hat, dass sich nur mit Trennung lösen lässt.
Ein ganz großes Problem stellt für mich ihrer fast schon arrogante Art dar, die Medikamentenverordnungen Ihrer Ärzte nach eigenem Gutdünken zu bestimmen. So hat sie die verordnete Menge kurzerhand um 2/3 gekürzt. Neueinstellungen bricht sie nach wenigen Tagen ab, mit der Begründung, dass sie ihr nicht bekommen. Warum die Ärzte das mitmachen? Ich weiß es nicht.
In dem angesprochenen Forum erkennt sie in mir einen Freund, der es gut mit ihr meint – und das sehe ich als Chance.

Schöne Grüße
SmartM

21.01.2012 16:36 • #22


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Steffi

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Hallo SmartM

Zitat:
In dem angesprochenen Forum erkennt sie in mir einen Freund, der es gut mit ihr meint – und das sehe ich als Chance.

Einerseits kann ich Dein Verhalten und das dahinter stehende Engagement um Deine Frau verstehen. Was aber, wenn sie erfährt, dass Du der freundliche Helfer in dieser Community bist ?
Martina hat unlängst dies hier geschrieben:
Zitat:
Weißt du was???? Wenn ich an deiner Stelle wäre - ich würde jetzt gehen.

Das wäre auch meine Empfehlung. Ganz ehrlich. Was willst Du noch mehr tun, als Du bisher schon getan hast ? Eine Depression ist immer auch Teil einer anerzogenen Hilflosigkeit. Und so lange Du diese Hilflosigkeit Deiner Frau unterstützt, so lange wird sich für sie (und auch für Dich) nichts ändern.

21.01.2012 17:48 • #23


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Eloise

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Hallo SmartM,

ich lese hier schon einige Zeit mit, wusste aber nicht so recht was ich schreiben soll.

Im Grunde ist es ja deine Sache, wie du mit deiner Frau und eurer Beziehung umgehst.

Es fällt mir jedoch schwer, nichts dazu zu sagen, wenn ich lese, wie du unter der Erkrankung deiner Frau leidest.

Ich kann auch verstehen, dass du nun über die Community, in der du sie entdeckt hast, ihre Nähe suchst- irgendwas hält dich ja schließlich bei ihr - aber ich empfinde das als extremen Vertrauensmissbrauch was du tust. Sollte sie das jemals erfahren wird sie dir doch erst recht Vorwürfe machen.

Schon beim Lesen finde ich euer Verhältnis total zermürbend.

Auch ich war mal in der Situation Angehörige zu sein. Ich bin irgendwann gegangen. Erst da ist ihm aufgefallen, dass er mich liebt und was er an mir hatte. Er hat sich auch irgendwann später bei mir für sein Verhalten entschuldigt.

Für mich gab es damals kein zurück, aber das kann ja bei euch anders sein. Eine Trennung bringt euch vielleicht aber Klarheit darüber, was ihr beide wirklich wollt.

LG

Eloise

21.01.2012 23:08 • #24


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Anima

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Ich kann Steffi und Eloise nur zustimmen. Es ist zermürbend und mit den Beiträgen in der Community verschiebst Du das Problem nur noch. Geholfen ist keinem von Euch beiden. Ihr könnt beide nicht los lassen, kommt aber auch nicht wirklich miteinander klar.

22.01.2012 12:11 • #25


SmartM

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Hallo und vielen Dank für eure Beiträge.
Offenbar habe ich das mit meinen anonymen Beiträgen falsch gesehen. Ich merke ja auch für mich, dass es mir damit nicht besser geht. Also werde ich mich da wieder ausklinken.
Das Seminar für Angehörige depressiv Kranker der Uniklinik werde ich noch zu Ende führen, abwarten, was ihre beantragte Reha bringt und dann muss eine Entscheidung her.

Schöne Grüße
Smartm

22.01.2012 20:08 • #26


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Anima

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Es ist gut, wenn Du für Dich sorgst, Du bist in einer sehr schweren Situation

22.01.2012 20:16 • #27


SmartM

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Hallo,

da sich letztes Wochenende Dramatisches abgespielt hat und ich jetzt auch Angst vor meiner eigenen Courage habe, muss ich mich mal wieder hier auslassen und euch um eure Meinung bitten.

Seit meines letzten Beitrages hat sich in Sachen REHA oder Klinik so wenig getan, wie bei der Medikation und ärztlicher Behandlung. Ihre Psychologin hat wohl aufgegeben, ihr noch Vorschläge für neue Medikamente zu machen und so nimmt sie ihre Pillen nach eigenem Gutdünken.

Unser Urlaub im Juni verlief noch sehr harmonisch und es fiel mir leicht, ihre Wünsche zu erfüllen und Stress von ihr fern zu halten.

Aus dem Urlaub zurück, begannen wieder Probleme. Einmal stecken wir in den Vorbereitungen für die Hochzeit unseres Sohnes am 25.08. und haben so schon ein wenig Stress. Obwohl ich versucht habe, viele Dinge ihr abzunehmen, stieg ihre Anspannung.
Der wahre Auslöser dieses Mal aber: mein Bruder und ich wollten unserem Vater zum 84. Geburtstag ein Treffen mit seinem letzten verbliebenen Bruder in Polen ermöglichen.
Als erstes hat sie mir verboten, unser Auto zu nutzen. Eigentlich war das nie eine Option, aber mich hat das prophylaktische Verbot geärgert. Ebenso hatte ich den Verdacht, dass sie meine Sachen erneut durchstöbert und habe Fallen gestellt, um eine Bestätigung zu bekommen. Bingo! Wenige Tage vor Abreise hat sie unsere Vorräte polnischen Geldes an sich genommen, weil sie der Meinung war, ich würde das alles nur ausgeben und sie hätte nichts davon.

Gestern - am Samstag sind wir von der 2-Tages-Reise zurück gekehrt - habe ich sie zur Rede gestellt, was natürlich zu einem heftigen Streit führte. Die üblichen, wohl bekannten Behauptungen und Anschuldigungen habe ich zur Kenntnis genommen und sie gefragt, warum sie noch mit mir in den Urlaub fährt, wo ich doch so ein Scheusal bin? Keine eindeutige Antwort. Der Streit gipfelte schließlich in meinem Angebot, dass wir uns nach der Hochzeitsfeier trennen werden.

Sie hat zwar anschließend mit Vorwürfen so richtig losgelegt, aber ich habe den Eindruck, dass sie meine Aussage entweder nicht ernst genommen hat oder sich der Tragweite noch nicht bewusst ist.

Heute wundere ich mich aber selbst über meine Ansage der Trennung und bin mir eigentlich nicht sicher, ob ich richtig handel.

Nach vielem Nachdenken muss ich meiner Frau in einem Punkt recht geben. Ich habe an vielem Schuld, dass die Dinge heute so sind, weil ich eigentlich oft so gehandelt habe, um ihren Interessen und ihrer Meinung nicht zu widersprechen. Ich habe mich nicht dagegen gewehrt und somit an der Entwicklung zumindest mitschuldig gemacht.

Ich sehe keine echte, friedliche und für beide Seiten befriedigende Lösung, da sie mein neues Angebot, unsere Meinungsverschiedenheiten mit einem/einer Moderator/in beizulegen, wieder einmal kategorisch ablehnt.

Mit unseren Kindern will ich iMo nicht darüber sprechen, ich will die Hochzeitsfeier weder gefährden noch belasten.

Liebe Grüße und danke fürs Lesen!

SmartM

23.07.2012 10:14 • #28


Sanni

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Hallo SmartM!
Mich würde einfach mal interessieren, was dich dazu veranlasst, an deiner Ehe festzuhalten?
Was empfindest du für deine Frau?
Gibt es, außer dem gemeinsamen Urlaub, auch sonst mal gute Phasen?

Deine Frau scheint nichts für sich, für euch, für eine gute gemeinsame Partnerschaft zu unternehmen.
Sie hat ja dich und du machst schon.

Ratschläge kann ich dir nicht geben, denn ich lese nur das, was du hier schreibst.
Allerdings, so wie ich dein Geschriebenes für mich wahrnehme, könnte ich keine Beziehung führen.
Ich persönlich würde daran kaputt gehen.

Viele Grüße,
Sanni

23.07.2012 13:13 • #29



Hallo SmartM,

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SmartM

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Hallo Sanni

Zitat von Sanni:
Mich würde einfach mal interessieren, was dich dazu veranlasst, an deiner Ehe festzuhalten?
Was empfindest du für deine Frau?


zunächst DANKE fürs Lesen und Antworten.

An meiner Ehe hält mich: 1. 35 Jahre, 2. zwei gemeinsame Kinder und nicht zuletzt ein gemeinsames Haus.
Für meine Frau habe ich bis vor wenigen Tagen Liebe empfunden - glaube ich wenigstens. iMo überwiegt Wut.

Gute Phasen gibt es hin und wieder, wenn der Alltag nix mit ihr am Hut hat.
Ich finde halt ganz schlimm, dass sie offensichtlich Therapeuten und Ärzte manipulieren, zumindest aber von ihrer Geschichtsvariante überzeugen kann.

Ich glaube jetzt an einem Punkt angekommen zu sein, wo ich sage: Ich will nicht mehr! Können würde ich schon noch, aber es tut weh, wenn andere Paare Hand in Hand spazieren gehen. Das alles hatte ich auch - bis vor einigen Jahren.

Nochmals Danke und LG

SmartM

23.07.2012 15:07 • #30

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