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Depression wird schlimmer - was hilft?

naturegirl

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20.08.2019 22:28 • x 1 #1


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Hoffnung21

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Hallo naturegirl,

Das was du instinktiv machst ist genau das Richtige, bleib dabei. Ich würde auch erst deinen Vitaminhaushalt in Ordnung bringen. Wie viele Spritzen bekommst du und in welcher Dosierung? Wie hoch war dein B12-Spiegel Und wie lange ist das jetzt her? Vergesslich, niedergeschlagen und überempfindlich kann alles vom B12-Mangel kommen.
Ich würde mir auch noch Eisen (Ferritin), Vitamin D und die Schilddrüsenwerte bestimmen lassen, falls es nicht sowieso schon gemacht wurde.

Denk nicht gleich an eine Depression, wenn ein Mangelsymptom vorliegt. Vielleicht reicht schon eine Substitution aus.

LG Eis

20.08.2019 23:04 • x 3 #2


naturegirl

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Liebe Eis,

vielen Dank für Deine Antwort. Naja, der Mangel ist nicht sooo drastisch, ich habe den Wert 177 und ab 180 fängt der Normalbereich an. Ich glaube schon dass der Weg in die Depression damit angefangen hat, vor einem halben Jahr, als ich mir mein perfektes Leben kreieren wollte (ich lese viele Bücher über personal development und Spiritualität) und das aber nicht geklappt hat, obwohl ich mich selbst geliebt habe, Dankbarkeit praktiziert habe, und eigentlich alles so gemacht habe wie es die self-help-Gurus sagten. Aber vor allem der Traummann ist nicht erschienen.
Dazu dann der Lerndruck (ich wollte mich in Österreich für ein Psychologiestudium bewerben) und der Druck den ich mir selbst auferlegt habe (ich bin schon Mitte 30), das war irgendwie ein gefährliches Cocktail und hat mich am Ende immer unzufriedener und unglücklicher gemacht. Der Vitamin B12-Mangel war natürlich dann nochmal ein Faktor der alles verstärkt hat.
Ja, Schilddrüse war normal und Eisen auch, aber Vitamin D könnte ich noch testen, das wurde nicht gemacht, weil man es ja zahlen muss.

Jetzt versuche ich die Ansprüche an mich und mein Leben abzulegen, um so hoffentlich wieder in die Lebensfreude und Selbstakzeptanz zu finden.

21.08.2019 08:45 • x 1 #3


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Juju

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Herzlich willkommen .
Ich habe mir Deine Beiträge kurz durchgelesen.
Ich möchte Dir einfach nur Mut machen.
Eine kleine Info.
VitD kannst Du beim Orthopäden bestimmen lassen, geht dort normal über die Krankenkasse .
Herzliche Grüße

21.08.2019 09:04 • x 2 #4


Samone

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Hallo naturegirl,
das hört sich für mich sehr belastend an. Hast du denn Menschen in deiner Umgebung, die von deinen Launen wissen und Verständnis dafür haben? Vielleicht sogar jemand, der in der selben Lage war?
Mir hilft es oft mit Menschen zu reden, die mich voll und ganz verstehen. Das Sinnlosigkeitsgefühl ist sehr entkräftend und ich habe leider selber keine Formel wie man dieses losbekommt.
Versuch am Besten nicht zu viel alleine zu sein, damit deine Gedanken nicht die Möglichkeit haben dich in ein noch tieferes Loch zu reißen.
Umgab dich mit Menschen die dir guttun. Die Verständnis für dich haben und dir nicht noch mehr Schuldgefühle machen indem sie sagen du solltest dich zusammenreißen, dir nicht so ein Kopf machen etc.
Vielleicht meinen sie das gar nicht so, aber meiner Erfahrung nach werden diese Schuldgefühle schon allein durch deine Gedanken nicht besser und wenn Leute dann noch Öl ins Feuer gießen ist das nicht sehr förderlich.
Hast du denn eine Therapeutin?

Liebe Grüße und viel Kraft für die kommende Zeit!

21.08.2019 10:24 • x 1 #5


naturegirl

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Juju, vielen Dank für den Tipp. Zum Orthopäden geh ich demnächst nicht, aber vielleicht in Zukunft mal.

21.08.2019 10:29 • #6


naturegirl

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Liebe Samone,

danke für dein Verständnis, ja es stimmt, dass diese Ratschläge wie "mach dir nicht so viel Kopf" zu massiven Schuldgefühlen führen. Oder speziell in meinem Fall von einer Freundin "bleib nicht in der Opferrolle", "wenn du positiv denkst wirst du positives anziehen", "du bist was du in dein Leben ziehst". das alles hat zu massiven Selbstzweifeln geführt, denn ich habe fast all meine Energie darein gesteckt, positiv zu denken und zu fühlen, Gutes zu visualisieren, mich zu verändern (eben das Gegenteil von in einer Opferrolle zu verharren) und dennoch wurde alles immer schlimmer. Irgendwann dachte ich etwas stimmt grundsätzlich nicht mit mir, weil diese self development Techniken bei allen zu funktionieren scheinen, nur bei mir nicht.

Jetzt sehe ich das alles erstmal mit gaaanz viel Abstand. Ich glaube nicht mehr dass wir alleine mit Gedankenkraft Situationen anziehen. Natürlich ist da eine gewisse Wahrheit drin, und die self fullfilling prophecy wurde ja auch wissenschaftlich bewiesen, z.B. mit Tests mit Schulkindern. Aber dass wir wirklich alles anziehen was uns zustößt, das glaube ich nicht mehr. Das ist auch ziemlich zynisch, wenn man an Opfer von Missbrauch welcher Art auch immer oder an Kriegsopfer etc. denkt.

Zu deinen Fragen: Ja, ich habe eine gute Verhaltenstherapeutin. Ursprünglich bin ich zu ihr wegen Zwangsgedanken, diese beeinträchtigen mich jetzt kaum noch und im Moment geht es natürlich um meine emotionale Situation. Und ich habe zwei Freundinnen, die mir zuhören ohne viel zu werten und ohne mir nur Ratschläge zu geben. Diese beiden retten echt grade mein Leben. Und ich habe liebe Eltern und einen tollen Bruder. Und noch eine Handvoll andere liebe Freundinnen, die mir aber noch nicht so extrem nahestehen. Es ist also nicht alles verloren.
Menschen die Ähnliches durchgemacht haben kenne ich nur wenige, eine liebe Freundin, aber sie ist oft so sehr selbst in ihrem Schmerz gefangen, dass ich sie nicht oft sehe und höre, und von einer anderen Freundin weiß ich nur dass sie auch zu Depressionen neigt, aber sie redet da nicht drüber.

Dir auch liebe Grüße und viel Kraft!

21.08.2019 10:43 • #7


Michael808

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Da stimme ich unbedingt zu! Diese Sprüche von Motivationsgurus und Menschen, die nichts von einer psychischen Krankheit verstehen, können mehr schaden als nutzen. Ich weiß leider den Titel nicht mehr, aber es gibt dazu ein gut bewertetes Buch, dass vor der vermeintlich magischen Macht positiven Denkens warnt. Ich glaube, wer depressiv ist, muss erst mal lernen, sich einzugestehen, dass er jetzt erstmal nicht mehr so gut funktionieren kann. Klar, sozialer Rückzug ist eigentlich nicht gut für Menschen. Aber wenn wir uns ehrlich sind, geht es in unserer Gesellschaft sehr stark um Protzen und Prahlen: Welch tollen Job hat man, welch tolle Urlaube macht man, welch tolle Leistungen bringt man im Sport, etc. Es bleibt oft nicht aus, sich mit anderen messen zu müssen. Wie soll man da als schwacher Mensch mithalten? Ich bin froh, meine Eltern noch zu haben. Es war zwar auch für sie schwierig anzunehmen, wie schwach ich geworden bin, aber die lange Zeit, die schon verging, gab ihnen Raum, besser zu verstehen, dass ich schwer krank bin. Ich zweifle daran, ob ich überhaupt Freunde habe, die so viel Verständnis für mich aufbringen können. Das Leben ist jetzt erst mal anders

21.08.2019 11:15 • x 1 #8


naturegirl

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Hallo Michael, das stimmt. Bevor man von psychischen Krankheiten etwas versteht sollte man keine Ratschläge geben. Das macht alles nur noch Schlimmer. Jemand mit Depression braucht ganz andere Strategien um sich da wieder rauszu arbeiten.

In einem stimme ich dir aber nicht zu: Depressive sind NICHT schwach. Im Gegenteil, wir haben oft versucht, zu lange stark zu sein. Manche von uns fühlen vielleicht mehr und brauchen damit auch mehr Kraft um Dinge zu verarbeiten (bei mir ist das der Fall). Es braucht auch Stärke, in einer depressiven Episode überhaupt aus dem Bett oder aus dem Haus zu kommen. Oder noch für andere da zu sein.
Auch wenn wir uns schwach fühlen, wir sind es nicht.

21.08.2019 11:49 • #9


Michael808

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Ja, das stimmt schon! Es ist halt das letzte bisschen stolz, dass einem noch nicht abhanden gekommen ist. Seit meinem erfolglosen Medikationsversuch mit Mirtazapin habe ich gehäuft Tage, an denen ich denke, bald kann ich wirklich nicht mehr. Aber wenn ich mich einweisen lasse, ist mein Schicksal besiegelt. Dann werde ich meinen Job los. Also mache ich doch weiter. Es ist eine Zwickmühle.

21.08.2019 11:56 • #10


naturegirl

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Hallo Michael,

ok, das klingt bei dir als wärst du auch grad in einer sehr dunklen Phase. Ich bin keine Expertin (Ich kann Psychologie nicht studieren weil ich nicht gut in Mathe bin) aber ich glaube es ist wichtig, mehrere Medikamente durchzuprobieren. Es ist normal dass nicht immer alles anschlägt. Jeder Mensch ist unterschiedlich. Und das ist keineswegs dein persönliches Versagen! Es gibt Menschen bei den auch keine Antidepressiva anschlagen, aber da gibt es dann doch so ne Art Elektrotherapie? Ich lese mich in das Ganze auch erst grade ein. Es gibt einen guten Ted Talk dazu. Ich weiß nicht ob ich hier Links teilen darf, aber google mal Ted Ed und Depressions. (Ich hoffe es gibt ihn auch auf Deutsch aber ich glaube schon).
Weißt du, was am Wichtigsten ist für uns ist bedingungslose Selbstakzeptanz. Und klar ist das irre schwer, ich kann das grade auch nicht. Aber es klingt so als hättest du gewisse Ansprüche an dich, die dir alles zusätzlich schwer machen. Wenn du den Job verlierst, na und? Ich kenne Leute die in einer Klinik waren und wieder einen Job gefunden haben.
Ich wünsche dir alles Gute und dass alles bald leichter wird!

21.08.2019 12:12 • x 1 #11


Michael808

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Das Problem ist, ich bin schon 3 Mal gescheitert, bis ich diesen Job dann hatte (in einer Branche, in der es eh ein Überangebot gibt). Wenn ich den verliere, geht das letzte bisschen Selbstwert mit.

Mit Antidepressiva werde ich keine weiteren Versuche starten, ich bin kein Versuchskaninchen. Nirgends wird man daraufhin untersucht, welches Mittel überhaupt helfen könnte. Man hat es zu probieren unter der Bedingung unangenehmster Nebenwirkungen und wenn der Effekt weiter ausbleibt, wächst die Frustration immer mehr. Mit dem Ausschleichen werden die Probleme dann noch größer. Ich habe darüber schon so vieles gelesen (auch hier), was mich absolut schockiert hat. Nebenwirkungen, Gewöhnungseffekt, Chronifizierung der Depression, gesundheitliche Schäden, Entzugserscheinungen (ist mir eigentlich wurscht, ob Psychiater das anders nennen). Mirtazapin gilt als eines der am Besten verträglichen Medikamente. Schön, mir hat es nichts gebracht außer eine Verschlimmerung meines Befindens. Fühle mich, als läge ich auf dem Boden und es tritt noch jemand von der Pharma-Industrie rein.

Es muss ohne sowas gehen. 3 schwere Episoden hatte ich schon und die gingen auch ohne weg. Es ist hart und wird lange dauern, aber ein bisschen Hoffnung ist mir noch geblieben.

21.08.2019 12:53 • #12


Michael808

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Eines möchte ich dazu noch bemerken: Ich habe hier viele Threads über die verschiedensten Antidepressiva durchgelesen und besonders auffällig ist: Während die meisten Menschen davon berichten, dass ihnen weder das eine, noch das andere geholfen hat und ihre Probleme immer größer werden, mischen sich vereinzelt Beiträge mit etwa folgendem Inhalt dazwischen: "Ich bekam es vor einem halben Jahr verschrieben, Nebenwirkungen hatte ich nur die ersten Tage. Ausschleichen ging problemlos." Merkwürdig: Immer wenn ich bei solchen Beiträgen links in die Profil-Angaben schaue, steht da: "Beiträge: 1" oder gleich "Gast" Ist das nicht merkwürdig? Bei denen läuft alles reibungslos und sie melden sich nur an, um diesen einen Beitrag zu schreiben, der in besten Tönen von dem Medikament spricht? Meiner Ansicht nach stimmt da was nicht. Es gibt hier so viele Menschen, die ein Medikament nach dem anderen ausprobiert haben und ihnen geht es immer schlechter. Dann landen sie irgendwann bei einem irreversiblen MAO-Hemmer. Das kann jeder machen, wie er es für richtig hält, aber eine solche Karriere ist für mich inakzeptabel.

21.08.2019 13:50 • #13


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Hoffnung21

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Hallo Naturegirl

Ein B12-Wert von 180 ist grottenschlecht. Du verwaltest vermutlich mit deinen Spritzen im Moment deinen Mangel. Der Wert muss auf mindestens größer 400, am besten wäre größer als 600. Das kannst du dir so vorstellen, wie wenn dein Tank im Auto leer ist und du immer wieder mal ein Schnapsglas Benzin nachfüllst. Du kannst mit mindestens 10-15 Spritzen rechnen und ich würde sie mir 3x pro Woche geben lassen.
Dass die Schilddrüse und das Ferritin passt ist schon mal gut. B12 wird übrigens für die Produktion von Adrenalin gebraucht. D.h. wenn du viel Stress hast saugst du dir deinen B12-Speicher leer.
Vit.D würde ich noch abklären lassen.

Lieber @Michael808

Ich fühle mich da jetzt angesprochen mit dem MAO-Hemmer. Glaub mir, mein Leidensdruck war so groß, dass ich gerne bereit war alles mögliche auszuprobieren. Ich hab mich auch lange gewehrt, aber es gibt eine Grenze, die heißt "lebenswertes Leben". Wenn das nicht mehr gegeben ist dann hast du gar keine andere Wahl. Vermutlich kommst du mit deinem Leben noch zurecht. Bei mir war das anders. Ohne Antidepressiva hätte es für mich keine sozialen Kontakte und kein Arbeitsleben mehr gegeben. Also bitte verteufle nicht immer die Menschen hier, denen keine Wahl blieb. Die wenigsten nehmen leichtfertig ein Antidepressiva, bloß damit sie einfach so weitermachen können. Denn wer noch weitermachen KANN, wer noch arbeiten KANN, der hat die tiefe Verzweiflung von jemandem, der nicht aus seinem Loch rauskommt noch nicht erlebt. Sorry, aber das musste jetzt mal raus.

LG Eis

21.08.2019 14:24 • x 1 #14


Michael808

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@eis, glaube mir, das war nicht böse gemeint! Ich sage nur, dass es für mich persönlich undenkbar ist. Was ich allein durch Mirtazapin erlebt habe, schockiert mich immer noch. Ich habe ausdrücklich geschrieben, das kann jeder machen, wie er es für richtig hält. Ich stecke da ja nicht drin. Du schreibst selbst, MAO-Hemmer sind gefährlich. Ich habe einfach Angst davor und die Erfahrung mit einem weniger gefährlichen Medikament reicht mir. Ich hatte schon 3 schwere Episoden ohne Medikamente überstanden. Mir ging es auch so, dass ich meine Körperpflege vernachlässigt habe, teilweise nichts gegessen habe, weil ich keinen Antrieb hatte, mir ein Brot zu schmieren, geschweige denn zu Kochen. Und ich glaube heute nicht mal mehr an Gott, aber eines glaube ich immer noch: Irgendwann ist es vorbei.

Lebenswert ist mein Leben seit Mirtazapin auch nicht mehr. Eine einzige Sch**** ist das! Ich lebe nur noch, weil ich angehörige habe und mich gezwungen fühle.

21.08.2019 14:46 • x 1 #15


Frederick1

hallo liebes naturegirl,

auch ich bin dankbar für meine Antidepressiva, auch wenn ich am Anfang einige Nebenwirkungen ertragen musste.

Ohne meine Tabletten wäre es mit meiner Depression um Vieles schlimmer. Aber was auf der Erde ist schon perfekt, selbst unsere Tabletten nicht, und auch ich nicht. Wir können nur das Beste daraus machen. Und ich weiß, das es einigen Menschen noch schlimmer geht wie mir.

Aber es gibt trotz der Depression immer noch Chancen und Möglichkeiten.

Vieles liegt an mir selbst.


Wie ich meine Vergangenheit bewältige, wie ich meine Ablehnungen im Leben überwinde, meine Wut besser zügeln kann, meinen Trotz verarbeite, meine Versagen akzeptiere, von meiner Passivität los komme, mancher Versuchung widerstehe,
meine Entfremdung verhindere.

Vieles ist Arbeit,,,,,,,,,nicht alles ändert sich von heute auf morgen, oft bin ich mit meiner Geduld auch am Ende.


Ablehnung tut mir am meisten in meiner Depri weh. Und ich war auch schon der Prügelknabe. Doch, wer allen Menschen gefallen will, der fällt irgendwann selbst. Ich muss lernen, mit der Ablehnung meiner Depression von Menschen zu leben.

Menschen, die uns wegen unserer Depri nicht mögen, können unser Leben sehr vermiesen. Die destruktive Wirkung von diesen Menschen ist sehr hart. Sie nerven nicht nur, sondern können uns sogar noch kränker machen.

Selbstvertrauen kann da ganz arg helfen. Und auch das ich auch in meiner Depression Realist bleibe. Wir leben in einer unvollkommenen, in der die Liebe oft nicht mehr wichtig ist, sondern nur noch Geld und Leistung.

Da brauche ich ein unerschütterliches Vertrauen in mich. Selbst kommt bei mir noch mein Glaube an einen gerechten und guten Gott dazu. Das muss aber niemand, das ist nur freiwillig.

Kritik, Verachtung, Ablehnung, Beleidigung das tut weh.

Eltern die ihre Kinder von allem fern halten, helfen ihren Kindern nicht.

Trotz Kritik dürfen wir doch immer wieder Neues wagen, auch in der Depression. Trotz ewiger Nörgler, Fehlerfinder, Fallensteller.

Depression ist nicht gut, aber wenn wir immer wieder versuchen, das Beste für uns daraus zu machen, uns nicht mit anderen vergleichen, .dann können wir es lernen, trotz unserer Depri zu leben.

Und liebes naturegirl, Bewegung hilft ganz feste. Meinen Depressionen davon laufen, sie raus schwitzen, so gut ich es kann, kostet oft Überwindung.aber mein Hund muss ja auch raus.


liebe Grüße,

Frederick

21.08.2019 15:56 • x 2 #16


Samone

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@Michael
Jetzt muss ich mich auch mal eben äußern dazu. Also ich habe angefangen damit Citalopram zu nehmen, ein ziemlich unfähiger Psychiater hat mich immer weiter hochgestuft bis zur Höchststufe. Ja das hat alles schlimmer gemacht. Ich habe mit vielen kaum erträglichen Nebenwirkungen zu kämpfen gehabt. Allerdings habe ich nach langer Suche ein Psychiaterin gefunden, die mir helfen konnte. Ich habe ebenfalls Mirtazapin genommen im Wechsel mit Sertralin. Und ja Mirtazapin hatte auch bei mir Nebenwirkungen. Allerdings konnte ich damit wieder schlafen, was vorher nahezu unmöglich war und mit Hilfe des Setralin konnte ich morgens aufstehen. Ich kann nicht sagen, dass meine Depressionen weg sind nur weil ich diese Medikamente nehme aber sie erleichtern doch einiges.
Ich denke man muss sich einen Psychiater suchen, der was taugt und das ist sicherlich nicht einfach. Zudem weiß man bei keinem Medikament ob das denn dann wirkt. Aber ich denke, wenn man verzweifelt ist und nicht mehr weiß, wie man das Leben jemals wieder genießen können soll bzw. überhaupt aushalten, dann wird man sich nochmals mit Medikamenten und der Einnahme beschäftigen MÜSSEN. Jeder trifft seine eigene Entscheidung, aber zu verteufeln gibt es da nichts.
Liebe Grüße

21.08.2019 15:59 • x 3 #17


Michael808

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Tja, ich lasse jedem seine Erfahrung. Aber mir reicht's mit diesem Zeug. Schlafen konnte ich mit Mirtazapin am Anfang auch besser, aber es trat schon nach nicht ca. 3 Wochen ein Gewöhnungseffekt ein und meine Verspannungen wurden schon seit der Einnahme schlimmer als vorher, danach noch schlimmer. Das war es für mich. Ich könnte mich dafür in den Ar*** beißen, es jemals eingenommen zu haben. Ich wurde vorher schon gewarnt und wollte es nicht glauben. Und weitere solche Experimente werden an meinem Körper nicht durchgeführt. Ich warte noch ab, wie die Studien zu Minocyclin ausgehen. Dazu gibt es hier wiederum viele negative Erwartungen, aber wenn medikamentös, dann ist für mich am ehesten das eine Option. Mit Antidepressiva habe ich fertig. Ich habe auch bei meiner 2. Episode mal ein paar Tage Cipralex genommen und sofort wieder abgesetzt (war nicht auszuhalten). Ich vertrage dieses ganze Zeug einfach nicht.

21.08.2019 16:14 • x 1 #18


Frederick1

lieber Michael,

mir erging es ähnlich, habe mich gegen diese Antidepressiva gewehrt, weil die ja auch einen schlechten Ruf haben.

Doch ohne die Antidepri ging nichts, und mit wollte ich nicht. Einem Bekannten vorn mir ergeht es gerade auch so.

Seine Frau und seine beiden Kinder halten es schon lange nicht mehr mit ihm aus, stehen kurz vor der Trennung.

Meine liebe Frau wollte sich damals auch von mir trennen.

Doch dann habe ich mich auf die Suche begeben, nach einem guten Arzt und Therapeuten, dem ich echt vertrauen konnte.

Ja es braucht seine Zeit.


liebe Grüße an dich,

Frederick

21.08.2019 17:49 • x 1 #19


Michael808

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Ich bin ein guter Schauspieler. Ich kann über Monate im Großraum-Büro sitzen und Selbstmordgedanken haben, ohne dass es jemandem auffiele. Das habe ich schon 3 mal sehr lange durchgezogen. Aber was mich einfach fertig macht, sind diese Zuckungen, Verspannungen und Schmerzen. Und die wurden durch Medikation nur schlimmer. Also was habe ich davon? Wenn das jetzt noch ein par mal so läuft und ich immer wieder unter widrigsten Bedingungen was anderes suchen muss, wird meine Frustration immer größer. Ich halte das psychisch und körperlich nicht aus. Wie gesagt: Jedem das seine. Nehmt, was euch gut tut, dann hat es für euch seine Berechtigung. Ich will da auch gar nicht drauf herumhacken, aber ich mache da keine Versuche mehr.

21.08.2019 20:12 • x 1 #20


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Alexandra2

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Es ist äußerst mühsam, die richtige Entscheidung zu treffen: welche medikamentenfreie Präparate, angrenzende Medikamente (ggf Depression verursachende Medikamente ausschließen, Hormone substituieren) und Antidepressiva/Neuroleptika wann angebracht sind.
Es ist sehr schwierig, die richtige Zeitspanne mit einem neuen Medikament, wie lang der Versuch dauern soll und muss, zu bestimmen.
Wie schlecht darf es einem gehen, bis Medikamente unverzichtbar sind?
Mit wie wenigen Neurotransmittern kann ich leben, ich meine nicht funktionieren im Alltag. So daß es erträglich ist, ohne Antriebslosigkeit, Niedergeschlagenheit, Traurigkeit usw usf.
Als nichts mehr ging, in der schweren Depression, war ich so erleichtert, nicht mehr funktionieren zu müssen (was eh nicht ging), brach zusammen. Alle protektiven Maßnahmen waren verpufft, wie Wassertropfen auf der heißen Herdplatte.
Es dauerte ca 5 Medikamente, bis das wirksame da war. Und die Erfahrung, einen nicht hilfreichen Psychologen verlassen zu müssen, einen neuen zu finden, was aussichtslos schien.
Es dauerte 4 Klinik Aufenthalte, bis ich endlich vorwärts kam, immer noch schwer depressiv.
Alles was ich dort lernte, setzte ich um. Besserung? Nein, suizidale Phasen gab's auch. Ich war unmenschlich verzweifelt, völlig orientierungslos. Das Ganze lief knapp 4 Jahre. Eine unterirdische Zeit. Ungeliebtes Leben, verlorene Jahre.
Ich werde mich nie gegen Medikamente wehren, diese Hölle möchte ich nicht nochmal durchqueren, weil ich nicht weiß ob ich das nochmal schaffe.
Und nun hoffe ich, das war nicht zu durcheinander.

21.08.2019 20:59 • x 3 #21


naturegirl

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Liebe Eis, oh, das wusste ich nicht, dass der B12-Wert so hoch sein muss. Im Laborwisch steht halt der Normalwert finge bei 180 an. Seltsam. Ich denke aber trotzdem dass noch andere Faktoren bei mir dazu kommen. Ich hatte schon zweimal Vitamin B12 Mangel, 2017 und 2018, und letztes Jahr hatte ich nicht so schlimme Depressionen. Aber trotzdem vielen Dank, das ist eine sehr wichtige Info für mich! Schon im März habe ich mich nicht mehr gut gefühlt und müder als sonst, aber meine Werte waren noch im Normbereich, aber wohl dennoch viel zu niedrig. Ab jetzt werde ich das regelmäßiger untersuchen lassen und spritzen.

21.08.2019 22:21 • x 2 #22


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Hoffnung21

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Kann es sein, dass dein B12-Spiegel nie auf einen "guten Wert" angehoben wurde? Wenn dir ca. 30Euro nicht zuviel sind, dann kannst du nächstes mal den Holotranscobalaminwert bestimmen lassen, der ist deutlich aussagekräftiger als der Serumwert und zeigt einen Mangel deutlich früher an.
Wichtig bei Vitaminen und Mineralstoffen allgemein, nicht um unteren Level orientieren, sondern "volltanken".
Bist Du vielleicht Vegetarier?

LG Eis

21.08.2019 22:31 • x 2 #23


naturegirl

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liebe Eis,

ja ich bin fast Veganerin, versuche alles tierische weitgehend zu vermeiden, weil es mir nicht gut tut (von den Tieren und der Umwelt mal ganz abgesehen, haha). Seitdem habe ich auch immer mal wieder Mangel.
Ich spritze Hydroxocobalaminacetat, das ist das effektivste, und mein Speicher war letztes Jahr nach der Kur am obersten Rande des Normalwerts, also würde sagen voll aufgetankt:) (das habe ich nochmal testen lassen danach) Aber ich befürchte ich nehme Vitamin B12 nicht gut im Darm auf und daher kam es wieder schnell zu einem Mangel obwohl ich auch weiterhin mit Tabletten supplementiert habe und ab und zu Käse und andere tierische Produkte esse.

Jetzt lese ich grade im Buch "Darm mit Charme" (Sehr zu empfehlen übrigens) dass auch Biotin wichtig ist für Nerven, psychische Gesundheit und Energie, vielleicht lasse ich das auch nochmal testen. Es gibt ständig dazuzulernen, nicht wahr?

22.08.2019 11:46 • x 2 #24


naturegirl

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Und danke für den Tipp mit dem Holotranscobalaminwert, das habe ich in Veganerforen auch schon immer gelesen. Der Grund weswegen ich das noch nicht bestimmen habe lassen, ich habe mich schlichtweg nicht getraut, meine Ärztin danach zu fragen um ihre Autorität nicht in Frage zu stellen. Also nicht klüger als sie wirken zu wollen. Du weißt ja wie Ärzte da manchmal sind. Aber sie ist sehr nett und verständnisvoll, vielleicht muss ich sie einfach beim nächsten Mal danach fragen. Mich trauen. Jetzt wo ich merke wie gefährlich das werden kann.

22.08.2019 11:48 • x 1 #25


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Weil ich das gerade gelesen habe:

Zitat von Michael808:
Ich habe hier viele Threads über die verschiedensten Antidepressiva durchgelesen und besonders auffällig ist: Während die meisten Menschen davon berichten, dass ihnen weder das eine, noch das andere geholfen hat und ihre Probleme immer größer werden, mischen sich vereinzelt Beiträge mit etwa folgendem Inhalt dazwischen: "Ich bekam es vor einem halben Jahr verschrieben, Nebenwirkungen hatte ich nur die ersten Tage. Ausschleichen ging problemlos." Merkwürdig: Immer wenn ich bei solchen Beiträgen links in die Profil-Angaben schaue, steht da: "Beiträge: 1" oder gleich "Gast" Ist das nicht merkwürdig?


Es gibt auch genügend andere Beiträge zum Thema Antidepressiva:

Zitat von Eis:
Ohne Antidepressiva hätte es für mich keine sozialen Kontakte und kein Arbeitsleben mehr gegeben. Also bitte verteufle nicht immer die Menschen hier, denen keine Wahl blieb. Die wenigsten nehmen leichtfertig ein Antidepressiva, bloß damit sie einfach so weitermachen können. Denn wer noch weitermachen KANN, wer noch arbeiten KANN, der hat die tiefe Verzweiflung von jemandem, der nicht aus seinem Loch rauskommt noch nicht erlebt. Sorry, aber das musste jetzt mal raus.


Dem kann ich mich nur anschließen.
Und wie schon woanders erwähnt, habe ich tatsächlich Citalopram genommen und gut ausgeschlichen.
Meine postpartale Depression hat das nochmals notwendig gemacht und ich bin dankbar, dass ich diese Stütze hatte und bald wieder ganz für meine Kinder da sein konnte.
Jetzt reduziere ich wieder langsam. Der erste Schritt hat schon geklappt.

Zitat von Samone:
Aber ich denke, wenn man verzweifelt ist und nicht mehr weiß, wie man das Leben jemals wieder genießen können soll bzw. überhaupt aushalten, dann wird man sich nochmals mit Medikamenten und der Einnahme beschäftigen MÜSSEN. Jeder trifft seine eigene Entscheidung, aber zu verteufeln gibt es da nichts.


So, sehe ich das auch.

Beste Grüße derweil!

22.08.2019 12:55 • x 3 #26


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Hoffnung21

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Zitat von naturegirl:
ja ich bin fast Veganerin, versuche alles tierische weitgehend zu vermeiden, weil es mir nicht gut tut (von den Tieren und der Umwelt mal ganz abgesehen, haha). Seitdem habe ich auch immer mal wieder Mangel.
Ich spritze Hydroxocobalaminacetat, das ist das effektivste, und mein Speicher war letztes Jahr nach der Kur am obersten Rande des Normalwerts, also würde sagen voll aufgetankt:) (das habe ich nochmal testen lassen danach) Aber ich befürchte ich nehme Vitamin B12 nicht gut im Darm auf und daher kam es wieder schnell zu einem Mangel obwohl ich auch weiterhin mit Tabletten supplementiert habe und ab und zu Käse und andere tierische Produkte esse.

Jetzt lese ich grade im Buch "Darm mit Charme" (Sehr zu empfehlen übrigens) dass auch Biotin wichtig ist für Nerven, psychische Gesundheit und Energie, vielleic


Für Veganer ist es NICHT möglich ausreichend B12 mit der Nahrung aufzunehmen. Das musst du dann dauerhaft substituieren, (genau wie Eisen auch). B12 ist in größeren Mengen nur in Rindfleisch oder Leber enthalten. Beim Substituieren würde ich 2x pro Jahr eine 100er Packung mit 1000yg B12/Tbl nehmen. Da wird dann genug aufgenommen. Wenn es nicht reicht dann dauerhaft 1 Tbl/Tag. Die niedrigen Dosierungen von z.T. 10yg kannst du vergessen.

Die meisten Ärzte kennen den Holotranscobalaminwert nicht, aber deshalb kann man das trotzdem verlangen. Das ist wie früher das Homocystein, das kannte auch niemand.

Beim Biotin bin ich überfragt, damit habe ich mich bisher nicht beschäftigt.

LG Eis

22.08.2019 15:45 • x 1 #27


naturegirl

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Klar, ich weiß. Ich habe Tabletten mit 1000 Mikrogramm genommen, die mir empfohlen wurden. Und die Spritzen sind wie gesagt auch sehr hoch dosiert. Aber da ich das offenbar nicht so gut aufnehmen kann werde ich nun regelmäßig 1-2 Mal im Jahr spritzen.

22.08.2019 17:32 • x 1 #28


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MaNo

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18.01.2020 14:04 • x 1 #29


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Alexandra2

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Lieber MaNo,
Beides. Öffne Dich den Eltern und dem Arzt gegenüber. Du steckst tief drin in der Niedergeschlagenheit, Traurigkeit usw. Suizidgedanken sind ein psychischer Notfall. Damit kannst Du jederzeit in die Klinik gehen bzw den Notarzt rufen.
Nimm Deine Beschwerden ernst und vertraue Dich an, Du wirst sehen, es hilft.
Liebe Grüße Alexandra

18.01.2020 15:35 • x 1 #30

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