Antidepressiva machen mich müde & gefühlskalt - alles schlimmer

Eloise

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Ich will mich nie mehr so fühlen, hab ich gedacht, als ich Anfang 2010 langsam aus einem Tief rausgekrabbelt bin.

Aber tja, erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Heute ist das Loch in dem ich stecke noch ein wenig tiefer. Seit November 2011 bin ich nun Zuhause. Die Antidepressiva, die ich nehme, nehmen mir zwar die Traurigkeit, aber machen mich auch irgendwie taub für Emotionen. Vor allem für die Guten. Es ist seltsam.

Warum es mir nicht gut geht, weiß ich eigentlich gar nicht so genau. Mein Job, den ich seit acht Jahren mache, ist daran sicher nicht ganz unschuldig. Stress, Überstunden, schlechtes Arbeitsklima, Fremdbestimmung - es ist eigentlich ein Kampf gegen Windmühlen, aber aus irgendeinem bescheuerten Grund, ist es wohl über die Jahre auch mein Anspruch an mich geworden das zu schaffen.

Und ich, die ich mich nie für einen ehrgeizigen Menschen gehalten habe, entwickle auch in anderen Bereichen auf einmal den Anspruch etwas perfekt zu machen. Entweder perfekt oder gar nicht. Aber bitte was ist schon perfekt? Das ist ziemlich frustrierend.

Obwohl ich meine Hausarzt von ganz alleine aufgesucht hab, als ich gemerkt hab, dass es mir wieder schlechter geht, hocke ich jetzt Zuhause und es fällt mir schwer, mich als krank zu betrachten. Ich bin keiner der Menschen für den psychische Erkrankungen ein Tabuthema sind oder die das als Masche abtun, aber das für mich selbst anzuerkennen ist gar nicht so einfach. Es ging doch irgendwie all die Jahre weiter. Im Moment kann ich mir nicht mal vorstellen wieder jeden Tag acht Stunden zu arbeiten. Trotzdem fühle ich mich total faul und hab ein schlechtes Gewissen. Andere reißen sich doch auch zusammen, stemmen viel mehr als ich, ich sollte einfach weitermachen, zurückgehen - aber ich kann nicht. Allein der Gedanke daran macht mir total Angst. Es würde vielleicht wieder für ne Weile gut gehen, aber ich weiß einfach, dass ich ohne Hilfe wieder in ein Loch fallen werde und das wird jedes Mal tiefer werden.

Deswegen habe ich auch Angst, vor dem Ende meiner Arbeitsunfähigkeit. Vielleicht schaffe ich es mit Medikamenten und wenn man mich zwingt wieder in meine Rolle zu schlüpfen, aber für wie lange wird das gut gehen?

07.01.2012 04:59 • #1


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achtsamkeit

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Hallo Eloise,
zunächst einmal: Messe dich nicht mit anderen! Du bist du! Was andere als Peanuts abtun kann für dich ein unüberwindbares Problem sein. Das entspricht auch der Depression.
Du nimmst Medis. Wer verschreibt dir diese? Dein Hausarzt.
Deine Angst vor dem Ende der Arbeitsunfähigkeit ist verständlich, weil du dich selbst den kommenden Aufgaben noch nicht gewachsen fühlst und eine längere Abwesenheit von der Arbeitsstelle, schürt dann ohnehin stärker diese Angstgefühle.
Meiner Meinung nach solltest du auf alle Fälle eine Therapie ambulabt machen, bezw. dich medikamentös von einem Psychiater behandeln lassen.
Gegebenfalls schätzen die dein Krankheitsbild entsprechend ein und du wirst erst einmal aus deinem Beruf herausgenommen.
Wenn du wieder zur Arbeit gehst und du merkst dass es nicht geht, und die Arbeitsunfähigkeit war von deinem Hausarzt, dann gehe direkt wieder zu deinem Hausarzt . Er soll dich dann krank schreiben . (Ich hoffe er steht hinter dir!)
Du solltes aber auch überlegen (nicht jetzt) ob du später vielleicht dir vorstellen kannst eine andere Arbeit auszuführen!
Dabei spielt ja auch dein Alter und deine Kompetenzen eine Rolle.
LG Pelle

07.01.2012 14:16 • #2



Hallo Eloise,

Antidepressiva machen mich müde & gefühlskalt - alles schlimmer

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Anima

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Liebe Eloise,

inwiefern hat denn Dein Hausarzt mit Dir über Deine Erkrankung gesprochen? Du kommst mir so alleine gelassen vor.
Wie Pelle frage ich mich nämlich: Wieso nur Medikamente? Was ist mit Therapie? Hat er Dich darauf einmal angesprochen?

Du bist krank und ein Zusammenreißen ist einfach nicht möglich! Andere Menschen - pf - ja, die gibt es auch, aber die sind dann nicht krank! Höre auf Dein Gefühl, das Dir sagt, dass Du im Augenblick nicht in der Lage bist, Deinen Alltag in Ruhe zu bewältigen oder Deine Arbeit.

Mein Hausarzt war damals klasse, er hat mich krank geschrieben (oder besser: aus dem Verkehr gezogen) und gleich mich geleitet in Richtung der Therapie. Er gab mir Adressen und ich bin dann in einer Tagesklinik gelandet. Auch wenn ich jetzt wieder da bin - die Krankheit kann manchmal unberechenbar sein. Vor allem, wenn jemand so doof ist wie ich und wieder dort anfängt, wo alles ausgelöst wurde.

Du schreibst von Fremdbestimmung: Auch das kenne ich, die Angst vor Fehlern, man will alles richtig machen und setzt sich unter einen Druck, dem man nicht mehr entkommen kann. Alleine ist es fast unmöglich, wieder heraus zu finden.

Anima

07.01.2012 23:42 • #3


Eloise

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Eigentlich sollte ich jetzt in meinem Bett liegen, aber beim Stöbern hier im Forum und beim Nachdenken darüber was ich euch beiden, Pelle und Anima, antworten soll, fing das Gedankenkarusell wieder an zu drehen.

Aber fange ich einfach mal ganz am Anfang an:

Vor gut zwei Jahren, saß ich als heulendes Elend beim Vorgänger meines jetzigen Hausarztes. Auch der hat damals gut reagiert und mich zur Psychotherapie überwiesen. Der Psychotherapeut, den ich mir ausgesucht hatte, war gleichzeitig auch Psychiater. Das war zumindest gut für die richtige Einstellung meiner Schilddrüse. Mein TSH lag damals bei über 7. Ich hatte bei ihm einen Test und zehn Sitzungen, woraufhin er zu dem Schluss kam, 25 Stunden Gruppentherapie und die Normalisierung der Schilddrüsenwerte würden genügen.

Irgendeine Diagnose, welche die Gruppentherapie begründet hätte, hab ich nie bekommen. Auch hatte ich das Gefühl, dass Gruppentherapie nicht das Richtige für mich ist, weil es da einfach Dinge gab und immer noch gibt, zu denen ich für mich ganz allein Zugang bekommen will, bevor mit anderen ein Austausch stattfinden kann. Zu der Therapie ist es auch nie gekommen. Ich denke, ich habe zuviele skeptische Fragen gestellt und den Anschein vermittelt ich wollte gar keine Therapie, weil ich mir auch damals nicht vorstellen konnte, auf Grund meines Jobs, noch abends feste Termine einzuplanen. Mein erster Termin bei diesem Arzt, der anderthalb Stunden nach meiner Arbeitszeit lag, wäre fast geplatzt, weil mein Chef meinte ich müsse den Termin absagen, weil noch Arbeit fertig werden müsste.

Nun ja. Der gute Mann saß halt da, lächelte freundlich, fragte wenig. Ich saß da, lächelte freundlich, fragte viel und im Endeffekt passierte nichts. Okay, das stimmt nicht ganz. Ich beobachte mich und meine Emotionen seit dem genauer und versuche immer, eine kleine objektive Stimme im Hinterkopf zu behalten. Das hat mir bei der Einstellung meiner Schilddrüse sehr geholfen, denn ich habe die Wertschwankungen immer an meiner Stimmung bemerkt, daraufhin ein Blutbild machen lassen und dann die Dosis des Thyroxins angepasst.

Daher habe ich mich auch jetzt, als ich wieder starke Stimmungveränderungen bemerkte, an den Strohhalm geklammert, dass es ja "nur" die Schilddrüse sei. Aber dem ist nicht so. Mein SD-Werte sind ok. Dann fing auch mein Körper an zu streiken. Meine Hals- und Nackenmuskulatur hat sich über Wochen so verkrampft, dass ich fast jeden Tag starke Kopfschmerzen hatte und Schmerzmittel nehmen musste. Der Orthopäde, bei dem ich wegen einer Skoliose in Behandlung bin, hat mir daraufhin Muskelentspanner verschrieben und mir empfohlen was zur Entspannung zu machen. Der Muskelentspanner war ziemlich cool. Ich hab erstmal geheult als er anfing zu wirken, denn so entspannt war ich schon gefühlte hundert Jahre nicht mehr.

Aber da war mir dann auch irgendwie klar, dass da etwas bei mir ganz und garnicht stimmt.

Und nun komm ich dann auch zu dem Teil, der die gestellten Fragen beantworten wird: Ich hab also nen Termin bei meinem Hausarzt gemacht. Das war mein erstes Ziel. Da überhaupt hingehen. Sagen wie es mir geht. Ich hatte solche Angst, dass er mich nicht ernst nimmt. Aber das hat er. Er hat mir zugehört, mir Mut gemacht, mich ne Woche Arbeitsunfähigkeit geschrieben und eine Überweisung zum Psychiater ausgestellt.

Mein zweites Ziel war also der Termin beim Psychiater. Ich hatte Glück, jemand sagte ab, und so musste ich "nur" vier Wochen warten. Aber ich sollte ja nach einer Woche wieder arbeiten. Nach Herzrasen, klammen Händen, Stechen in der Brust und einer Stimmung die irgendwo zwischen Wutanfall und Heulkrampf pendelte am Sonntagabend, hab ich dann beschlossen doch nochmal zum Arzt zu gehen. Es war nur eine Vertretung da. Es gab wieder ne Woche Arbeitsunfähigkeit und Antidepressiva (Opipramol). Wollte ich eigentlich nicht, da ich die Wirkung solcher Medis als Angehörige kennengelernt hab, aber gut. Ich hab sie genommen, denn ich sollte ja den Montag darauf wieder arbeiten gehen. Trotz Medis, dann die Woche darauf das selbe Spiel, also hat mein Arzt mich gleich Arbeitsunfähigkeit geschrieben bis zum Termin beim Psychiater.

Auch vor dem Termin hatte ich tierische Angst. Das war dann zunächst ein wenig begründet. Die Art der Dame nervte mich sehr. Sie ließ mich nicht erzählen, fragte immer dazwischen und es war ja so schon schwer genug, alles zusammen zu bekommen. Nachdem sie dann mal zehn Minuten ans Telefon verschwunden war - wichtiger Anruf vom Kollegen - hat sich mich dann wieder heulend vorgefunden. Da konnte sie auf einmal auch besser zuhören. Ich habe ihr dann auch gesagt, dass ich das nicht ok finde. Wenn ich schon grad beim Seelenstriptease war.

Ich habe dann neue Medis bekommen (Fluxetin und Promethazin), Überweisung zur Radiologie, Überweisung zur Psychotherapie, neue Arbeitsunfähigkeit, neuer Termin bei ihr. Den Termin in der Radiologie hab ich, aber das was eigentlich wichtig wäre, die Psychotherapie, die krieg ich nicht. Alles voll. Die Krankenkasse ist auch keine Hilfe und kann mir nicht mit Adressen aushelfen. Die wollen nur wissen, wann ich wieder arbeiten kann. Das Formular landete natürlich bei meinem Hausarzt, obwohl denen längst die Arbeitsunfähigkeit der Psychaterin vorliegen muss. Zum Glück hatte ich mir die Diagnoseschlüssel notiert, so dass wir der Kasse wenigstens etwas antworten konnten, mit dem Verweis auf die Fachärztin.

So. Nun hocke ich Zuhause. Warte auf das Ende der Arbeitsunfähigkeit. Und bis dahin wird sich rein garnichts geändert haben, weil ich ja nicht mal mit der Psychotherapie anfangen kann oder überhaupt irgendeine Aussicht darauf habe. Wie fragte die nette Dame von der Krankenkasse so schön, nachdem ich ihr sagte, dass ich Depressionen hab Antidepressiva nehme und nen Therapieplatz suche: "Und was machen sie sonst noch?" Was soll ich denn bitte sonst noch machen?

Ja, ich fühle mich im Moment damit allein gelassen. Hab erst einmal die Therapeuten angerufen, die ich noch relativ gut erreichen könnte, wenn ich wieder arbeiten gehe. Wenn ich den Kreis weiter ausweite, dann bekomme ich jetzt schon Panik, dass ich das dann später nicht schaff dahin zu kommen. Auch die Vorstellung ohne Therapie und nur mit Medis wieder in meinen Job zurückzukehren macht mir Angst. Ich kann mir sogar sehr gut vorstellen, auch was anderes zu machen, aber was genau weiß ich nicht und im Moment hab ich auch die Angst, bei was Neuem zu versagen.

Die Antidepressiva's dämpfen zwar alle Gefühle etwas, aber ich weiß sie sind da und sie fehlen mir. Die einen mehr, die anderen weniger.

Eine Erkenntnis kämpft sich allerdings immer mehr an die Oberfläche: Die Beziehung zu meinem Ex hat sehr viel damit zu tun, wie es mir heute geht. Eigentlich sollte ich darüber weg sein. Auch war ich diejenige, die Beziehung beendet hat, aber er hat Narben auf meiner Seele hinterlassen. Er war Meister der emotionalen Erpressung. Das hat er auch irgendwann selbst gemerkt, nachdem er als Erpresster in so einer Beziehung steckte und sich auch bei mir entschuldigt, aber das lässt mich bis heute nicht los.

Entschuldigt den Sermon. Ich schreibe gerne. Normal lieber Geschichten, aber das mag im Moment nicht so recht klappen.

LG

Eloise

08.01.2012 06:25 • #4


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achtsamkeit

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Hallo Eloise,
erst einmal danke für deine Offenheit und dass du hier deinen Leidensweg so ausführlich geschildert hast.
Also ich nehme auch Schilddrüsentabletten und denke, dass dies nicht ursächlch mit den Stimmungen zu tun hat, was ja deine SD-werte auch bestätigen.
Ich habe damals mit einer Psychotherapie begonnen und mein Hausarzt hat mich ständig krank geschrieben und aus dem Beruf rausgezogen.
Das sollte dein Hausarzt auch tu dich weiterkrank schreiben.
Irgendwann kommt dann der Schrieb, dass man zum Medizinischen Dienst muss. Bei mir ging es danach so weiter, dass eine Reha in einer psychosomarischen Klinik angesetzt wurde.
Auch das kann ich dir nur empfehlen solche Reha. Du wirst dort auch in Bezug auf deineArbeitsfähigkeit hin geprüft. Evtl. hilft dir das dann auch über deinen beruflichen Weg klar zu werden.
Wichtig ist, dass du in einer Reha wirklich mal eine Aszeit hast und du ernst genommen wirst.
Übrigens habe ich auch Promethazin, alledings nehme ich es nur bei Panikattacken. Davon werde ich immer sehr sehr müde, also kaum vorstellbar, dass du damit arbeiten kannst.
Also seh zu, dass du weiter krank geschrieben wirst und spreche mit deinem Arzt über eine Rehamaßnahme in einer psychosomatischen KLinik!

Lg Pelle

08.01.2012 11:15 • #5


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Anima

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Ich kann Pelle nur zustimmen! Wie sähe es denn alternativ aus mit einem Termin in einer Klinik? So ähnlich wie bei mir, die Tagesklinik oder stationär. Dort wird dann alles mit der Krankenkasse geklärt und besprochen, wie es dann weiter gehen soll: Wiedereingliederung oder eine Reha, wie Pelle es beschrieben hat. Mir wurde nämlich gesagt, dass eine Reha, wenn man so richtig im Loch ist und ständig krank, nicht unbedingt gleich zum Erfolg führt, erst einmal Klinik.

Für die Klinik hatte ich eine Wartezeit von 4 Wochen nach dem ersten Vorgespräch. Auf das Vorgsgespräch habe ich nicht lange warten müssen.

Gut, dass Du bei der Psychaterin so reagiert hast, geheult hast. Ich war auch einmal bei einem Psychater, da ging alles zwischen Tür und Angel - fürchterlich.

Ich denke auch, Du bist nicht ernst genommen worden, obwohl es bei Dir ernst ist! Wie lange bist Du jetzt noch krank geschrieben? Wann ist Dein Hausarzt wieder da?
Nein, ohne Therapie und Medis wirst Du Deine Arbeit nicht bewältigen können. Diese Sorge kann ich mehr als gut nachvollziehen. Es erschüttert mich nur, dass Du so alleine gelassen wurdest.

08.01.2012 11:32 • #6


Eloise

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@Pelle: Du musst dich wirklich nicht bedanken, wenn ich hier ewig lang rumtexte. Viel mehr muss ich mich bedanken, dass du meinen Kram liest und mir antwortest. Vielen Dank.

Ich denke mein Hausarzt ist da jetzt nicht mehr für zuständig. Ich bin ja nun bei einer Psychaterin in Behandlung. Beim letzten Besuch, wegen des Ausfüllens des Krankenkassenschriebs, wirkte er auch ziemlich genervt. Keine Ahnung ob von mir oder vom Papierkram der Krankenkasse. Die Psychaterin hat mich bis zum nächsten Termin krank geschrieben, aber mir eben nicht gesagt wie es weiter geht. Und ich hatte auch keine Zeit sie noch groß was zu fragen.

Promethazin nehme ich, laut Anweisung der Fachärtzin, ein viel geringere Dosis als im Beipackzettel angegeben. Ich werde davon nicht direkt müde, habe aber das Gefühl sehr viel Schlaf zu brauchen. 10 Stunden würd ich im Schnitt sagen. Das ist für jemanden, der teilweise auch mit 3 Stunden Schlaf in der Nacht einen Arbeitstag gut rumgebracht hat, ziemlich viel. Letzte Nacht hab ich z.b. nur 6 Stunden geschlafen. Das war früher kein Problem, aber jetzt fühle ich mich nach sechs Stunden etwas benommen, als ob ich einen Kater hätte.

An eine Reha habe ich auch schon gedacht, aber meine Optionen hat man mir bisher nicht wirklich erörtert. Hab nur die Überweisung zum Therapeuten und den muss ich zuerst mal finden.


@Anima: Tja, das Problem ist, dass ich halt garnicht weiß welche Möglichkeiten ich genau hab und an wen ich mich wenden kann. Nach Psychotherapeuten in meiner Nähe suchen bekomme ich noch hin, aber von allem anderen hab ich keine Ahnung. Ich weiß ja nicht einmal ob meine Erkrankung für Kinlik oder Reha "ausreicht". Die Psychaterin hat mich auf eine mittelschwere Depression, eine Anpassungstörung und eine untypische Bulimie diagnostiziert, aber das weiß ich auch nur, weil ich die Diagnoseschlüssel auf der Krankschreibung gegoogelt hab.

Ich kann so ein Verhalten echt nicht ausstehen, wenn man seine Patienten als so unmündig betrachtet, dass man ihnen noch nicht einmal klipp und klar eine Diagnose mitteilen kann. Jetzt ärgere ich mich darüber, aber wenn ich da sitze, dann ist da viel zu viel an was ich denken will und was ich sagen will, dass ich dann total überrumpelt bin. Weinen krieg ich dann grad noch so hin, aber bevor ich mich richtig öffne presse ich mein ganzes Chaos dann meistens wieder in die Hülle in der es sonst auch steckt und schwupps bin ich wieder draußen auf dem Flur.

Und mir macht es eben auch zu schaffen, wenn ich nicht weiß in welche Richtung es weitergehen wird. Ich bin ein "Sicherheitsfanatiker" und plane Umstände einfach gerne. Vielleicht um mein innere Chaos etwas sortieren zu können. Wenn ich als jetzt einen "Blindflug" hinlege, dann hilft das nicht gerade meine Stimmung zu heben oder mich zu beruhigen.

Meine Arbeitsunfähigkeit geht noch bis 20.01. An dem Tag hab ich auch wieder einen Termin bei der Psychaterin. Bin am überlegen den Therpeuten zu kontaktieren bei dem ich 2009 war. Vielleicht würd es da für mich schneller gehen. Aber andererseits hab ich auch Angst, dass es wieder nicht passt, selbst wenn ich das ansprechen würde, was mich damals gestört hat.


Doch jetzt werde ich erstmal was gegen meine Migräne nehmen und in mein Bett verschwinden.

Gute Nacht

Eloise

09.01.2012 00:36 • #7


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Eisbärchen

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Zitat:
Mein Job, den ich seit acht Jahren mache, ist daran sicher nicht ganz unschuldig. Stress, Überstunden, schlechtes Arbeitsklima, Fremdbestimmung - es ist eigentlich ein Kampf gegen Windmühlen, aber aus irgendeinem bescheuerten Grund, ist es wohl über die Jahre auch mein Anspruch an mich geworden das zu schaffen.

Und ich, die ich mich nie für einen ehrgeizigen Menschen gehalten habe, entwickle auch in anderen Bereichen auf einmal den Anspruch etwas perfekt zu machen. Entweder perfekt oder garnicht. Aber bitte was ist schon perfekt? Das ist ziemlich frustrierend.


Hallo Eloise,

mir gehts exakt genauso! Vielleicht hilft es Dir ein bisschen, dass ich Deine Situation komplett verstehen und nachvollziehen kann. Ich bin noch vor der Krankschreibung, aber ich weiss, dass ich ähnliche Empfindungen hätte und ein schlechtes Gewissen hätte, dass ich daheim "rumhänge" und dass es doch nicht so schlimm sein kann....

Ich bin übrigens auch so ein Planungsmensch und möchte immer wissen, was auf mich zukommt. Aber vielleicht ist es nun an der Zeit, neue Wege zu gehen? Wie geht Dein Chef mit Deiner Erkrankung um? Hast Du die Möglichkeit, eine Sozialberatung in Anspruch zu nehmen?

Wolfgang hat im Forum Arbeit vieles zum Thema Schwerbehinderung/Gleichstellung geschrieben und mir zu einem Antrag geraten. Ich muss mich auch erst damit beschäftigen, aber vielleicht macht das für Dich ebenfalls Sinn?

Zum Thema Ärzte und den vielen Gedanken, die man gleichzeitig nicht auf die Reihe bekommt. Ich habe mir angewöhnt, mich auf solche Gespräche vorzubereiten und fange schon Tage davor an, mir einen Zettel mit Stichworten zu schreiben. Da kommen eben auch die wichtigen Fragen drauf. Vielleicht würde das Dir auch helfen?

Ich wünsche Dir baldigen Erfolg bei der Therapeuten Suche!

Viele Grüße
Eisbärchen

09.01.2012 13:13 • #8


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Anima

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Liebe Eloise,

meine Diagnose lautete auch mittelschwere Depression und ich bin in der Tagesklinik! - ich kann nur mit dem Kopf schütteln, dass man Dir nicht alle Möglichkeiten aufgezählt hat, ich werde für meinen Hausarzt immer dankbarer. Ich möchte sogar behaupten, dass es mit Deiner Diagnose überhaupt kein Thema sein sollte. Schau mal nach, ob es in Deiner Nähe eine Tagesklinik gibt oder überlege, ob ein stationärer Aufenthalt für Dich angenehmer ist. Dir geht es schlecht!!!

Auch ich zähle mich zu den Planungsmenschen. Deswegen stand mein Plan fest: Tagesklinik, so lange arbeiten (oder auch nicht, letzteres ist dann passiert), danach weitere Planung, Gespräche mit Sozialberater und ggf. doch endlich die Reha. Gleichzeitig auf Arbeitssuche im Internet, Gespräch mit Rechtsanwältin.
- ein Planungsmensch hat Probleme, einfach "rum zu sitzen".

@Eisbärchen! Mach das mit dem Antrag!!!! Ich fand den Hinweis mit dem Rechtsschutz nach Bestätigung des Eingangs nämlich gut (Tag des Eingangs + 3 Wochen), habe den Antrag einfach runter geladen, so gut wie möglich ausgefüllt und per Einschreiben/Rückschein abgeschickt. Wenn Fragen kommen, dann kann ich immer noch erklären. Meinen Hausarzt habe ich informiert.

Eloise, melde Dich entweder bei der Psychaterin mal als Notfall oder sprich mit Deinem Hausarzt über eine Klinik!
Ich würde wie Du verrückt werden, bis zum 20.01. warten zu müssen und nichts zu wissen!

09.01.2012 18:22 • #9


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Eisbärchen

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Danke, Anima! Ich werde ganz schnell damit beschäftigen!

LG
Eisbärchen

09.01.2012 22:57 • #10


Eloise

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Puh, gestern war ein ganz, ganz schlechter Tag.

Ich hatte totale Migräne und bin kaum aus dem Bett gekommen. Mein Gedankenkarussell hat sich ordentlich gedreht und auf einmal war da der Gedanke "Wenn ich tot wäre hätte ich meine Ruhe." Ich dachte nur "Huch, wo kommt das denn jetzt her?" und bin schleunigst aufgestanden. Heute ist dieser Gedanke, aber zum Glück wieder ganz weg. Hab mich gestern Abend, als es mir endlich etwas besser ging, ein wenig gecoacht und mir Mut zugesprochen, ein paar Dinge zu erledigen, die ich schon die ganze Zeit vor mir her schiebe. Scheint bisher zu funktionieren.

@Eisbärchen: Ich hab schon einige deiner Beiträge gelesen und ja es hilft, wenn man sieht, dass man nicht allein da steht. Natürlich ist es traurig, dass es anderen auch so geht, aber man fühlt sich nicht mehr ganz so wie ein "undankbarer Alien". Immerhin hat man ja einen Job, den haben andere ja nicht und das kann ja nicht so schlimm sein und anderen geht es noch schlechter - du kennst sie sicher, all diese Gedanken.

Ich habe keine Ahnung wie meine Chefs mit meiner Erkrankung umgehen. Zum Glück melden sie sich nicht bei mir und ich suche das Gespräch auch nicht. Ich nehme an meine armen Kollegen müssen jetzt mein Zeug mitmachen. Das tut mir leid, aber bei mir gehts so einfach nicht mehr. Im Grunde warte ich ja jeden Tag auf eine Kündigung. Was ich habe, hab ich allerdings recht schnell gesagt, weil ich keine Lust hatte, dass man mich irgendwo sieht und dann das Gerede los geht. In der Firma ist man nämlich gerne der Ansicht "wer noch laufen kann, kann auch arbeiten". Aber so simpel ist das eben nicht.

Sozialberatung vom Betrieb aus gibt es nicht. Auch keinen Betriebsrat. Ist eine recht kleine Firma. Ob Schwerbehinderung/Gleichstellung irgendwas bringen würden, kann ich nicht sagen. Solange ich Kollegen habe, die sich mit wirklich schweren körperlichen Erkrankungen zur Arbeit schleppen, werde ich so oder so der Faulenzer sein.

@Anima: An die Möglichkeit der Tagesklinik hab ich bisher garnicht gedacht. Irgendwie ist da immer der Gedanke "Ich bin ja garnicht so krank." Allerdings komme ich mir auch nicht so gesund vor, noch ein halbes Jahr oder länger auf einen freien Therapieplatz warten zu können. Ich werd mal sehen, ob ich da was in der Nähe finde. Und für den nächsten Besuch bei der Psychaterin, werde ich mir die Sachen aufschreiben, nach denen ich noch fragen kann. Früher kann ich nicht hin. Sie ist noch im Urlaub. Mein Hausarzt wird vermutlich auch nichts ohne Absprache mit ihr machen, da ich ja nun bei ihr in Behandlung bin.

Vielleicht fahr ich noch ein paar Tage zu meiner Schwester. Da denke ich schon die ganze Zeit drüber nach und hatte auch schon beim Hausarzt nachgefragt, ob das okay wäre. Er meinte, wenn ich mir das zutraue, dann könne ich fahren. Zumindest wäre ich dann mal hier raus.


Bevor meine Migräne mich wieder flach legt, such ich jetzt nochmal nach Tageskliniken und Therapeuten.

10.01.2012 15:24 • #11


Eloise

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Ich hab gerade nochmal eine Therapeutin angerufen, die ich schon angeschrieben hatte und ich hab jetzt für den 25.01.2012 einen Termin bei ihr.

Haltet mich für bescheuert, aber ich heul gerade vor Erleichterung.

Jetzt hab ich nen Termin vor Augen. Das hilft mir.

Die verbleibende Zeit werde ich nutzen, um mich auf die anstehenden Arztbesuche vorzubereiten. Aufschreiben was ich sagen und fragen will ist eine gute Idee.

10.01.2012 16:42 • #12


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Anima

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Liebe Eloise,

prima! Auch wenn es Dir immer noch schlecht geht (und wir hier glauben Dir das auch), so ist es zumindest ein Ausblick, ein Anfang eines evtl. noch kommenden roten Fadens.

Ja, alles aufnotieren, Fragen stellen.

Und auch wenn ich mich wiederhole liebe Eloise: Du bist krank! Depressionen lassen sich nur nicht so messen wie z. B. ein abgetrennter Arm (sorry, blödes Beispiel, aber mir fiel im Augenblick nichts Besseres ein zum Vergleich).

Meiner Meinung nach solltest Du schnellsmöglich in regelmäßige und kontinuierliche Behandlung, nicht nur alle paar Wochen ambulant, das wird Dich nicht weiter bringen.

Bringe jetzt nur was durcheinander - ähm- wann hast Du welchen Termin und wie lange bist Du krank geschrieben?

10.01.2012 18:03 • #13


Eloise

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Hallo Anima,

wenn ich so einen Tag wie gestern hab, dann fühle ich mich auch krank, aber ein Tag wie heute verleitet mich dann schon wieder dazu, mich wieder gesünder zu fühlen. Nur wenn man mit einem Fingerschnippsen wieder total down ist, dann ist es mit der Gesundheit nicht so weit her. Bei anderen seh ich das, aber für mich selbst ist das total schwer zu begreifen.

Ich weiß ja jetzt nicht, was die Therapeutin vor hat. Beim letzten Therapeuten hatte ich möglichst jede Woche einen Termin. Aber vielleicht kann sie mir auch einfach weiterhelfen, welche Optionen ich noch hab. Eine Tagesklinik in meiner Nähe hab ich auch gefunden. Dachte eigentlich die machen mehr Geriatrie, aber so wie es ausschaut haben die auch eine Psychatrie.

Am Freitag muss ich in die Radiologie, am 20.01 zur Psychaterin und am 25.01 zur Psychotherapeutin. Keine Ahnung ob ich dann noch krank geschrieben bin, aber ich werde den Termin auf jeden Fall wahrnehmen. Ich hab beim letzen Mal die Firma vorgehen lassen, aber das geht jetzt einfach nicht mehr. Das Loch ist dieses Mal schon viel tiefer als das vor zwei Jahren und das wird beim nächsten Tief sicher nicht besser werden, wenn ich nichts tue.

LG

Eloise

10.01.2012 22:14 • #14


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Eisbärchen

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Hallo Eloise,

ich drücke Dir ganz fest die Daumen und wünsche Dir, dass der Termin bei der Psychaterin und Therapeutin gut tut und Du einen Weg siehst, wie es weitergeht. Viel Erfolg mit der Suche nach der Tagesklinik.

"Immerhin hat man ja einen Job, den haben andere ja nicht und das kann ja nicht so schlimm sein und anderen geht es noch schlechter - du kennst sie sicher, all diese Gedanken."
Ja, Du hast recht, ich kenne diese Gedanken. Und das Komischste ist, dass mir die Arbeit, wenn ich mich grade mal nicht so unter Druck fühle, oftmals Spass macht.

Liebe Grüsse und eine gute Nacht
Eisbärchen

10.01.2012 23:04 • #15


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Anima

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Liebe Eloise,

es gibt in der Depression immer ein Auf und Ab! Das ist normal und zum Glück sind auch nicht alle Tage schlecht. Aber es ist ein enormer Kraftaufwand, der unglaublich Energie zieht!

Vor allem die Warterei bei Dir, der Du ausgesetzt bist, das zehrt zusätzlich an den Nerven! In dem Zustand wirst Du kaum arbeiten können!

11.01.2012 18:22 • #16


Eloise

Eloise

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Danke fürs Daumendrücken, Eisbärchen. Ich bin jetzt erstmal gespannt, was die beiden Damen (Psychaterin+Therapeutin) an den jeweiligen Terminen sagen werden.

Heute habe ich sogar zeitweise gedacht, dass ich einfach wieder arbeiten gehe, wenn der Krankenschein ausläuft. Fand den Gedanken sogar garnicht beänstigend. Ja, auch ich kenne solche Tage, die genaue die richtige Mischung haben in der Arbeitsauslastung. Es ist bisher selten vor gekommen, aber ab und an hatte auch ich Spaß an der Arbeit. So Tage ohne Druck, an denen man aber trotzdem was erledigt bekommt. Von dem Gedanken an die Arbeit bin ich aber jetzt, ein paar Stunden später, wieder kuriert. Bissel Hausarbeit, um die Hunde kümmern und Rehasport waren mir heute schon gerade wieder genug.

Anima, ich glaube da liegt bei mir ein großes Problem. Wenn es mir etwas besser geht, will ich gleich weitermachen. Das könnte auch eine Therapie behindern. Wenn man mir das Gefühl gibt, dass wie es mir geht, ja nicht so schlimm ist, werde ich mich vermutlich nicht öffnen und alles von dem ich denke, dass es mich belastet wieder wegpacken und versuchen alleine damit klar kommen.

12.01.2012 02:06 • #17


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Anima

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Liebe Eloise,

das ist ganz normal! Auch ich habe Tage, wo ich denke - ähm - ist doch alles gut, warum bin ich hier? Fange doch einfach hier einmal an, ein Tagebuch zu schreiben, wann es Dir gut geht, wann es Dir schlecht geht und lese dann einmal nach. Umsonst wurde Dir auch keine Depression bescheinigt oder Du krank geschrieben.

12.01.2012 19:30 • #18


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Anima

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Liebe Eloise,

wie geht es Dir?

16.01.2012 19:16 • #19


Eloise

Eloise

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Hallo Anima,

vielen Dank, dass du fragst.

Es ist ein wenig durchwachsen im Moment. Meine Stimmung wechselt so oft und mein Körper ist auch komisch. Werd mal ein bissel was in mein Tagebuch schreiben. Kannst ja mal vorbeischauen, wenn dir danach ist. Ich weiß, das geht nicht jeden Tag. Konzentrieren ist anstrengend.

LG

Eloise

19.01.2012 00:28 • #20


angel3ika

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hallo Ich bin Angelika. Schau wie glücklich ich bin.Ich bin da raus.Auch im Krankenhaus gewesen,keine lust zu Leben gehabt(ernsthaft).Schau wie ich lache und dir wird es besser ergehen,heilung der Seele braucht Zeit.Therapie ist wichtig,aber nur die Therapie, die dich anspricht.Was mir geholfen hat?Der Sinn des Lebens zu verstehen, weg vom Perfektionismus,wir sind nicht in sich allein gut, sondern unterschiedlich und sind alle in einem vereint gut.Ich vergleiche mich nicht mehr mit den anderen,denn nichts ist gleich.Wir sind ein guter Plan des Schöpfers.Ich habe Gott gefunden und es hilft mir es zu verarbeiten.ich gehe in evang.Kirche.Die Omis sind soooooo Lieb.sie haben mich mit so viel Liebe aufgenommen und Hoffnung geschenkt.178 Ich möchte leben.
Ich hatte Angst zu sterben
Und Angst zu leben.
Auf meinen Erdenwegen
Mit Last und Streben.
Alles zu haben um zu genießen,
sollten des Geldes Berge
hier nur fließen.
Aber es fließen nur meine Tränen.
Die Welt, die ich erschaffe,
möchte ich ablehnen.
Mir fehlt der Friede
um zu genießen.
Mir fehlt die Liebe,
die mir die Wärme ließe…
Wärme des Herzens…
In meinen Gaben,
hab ich gefunden Lebensaufgaben.
Nicht nur zu haben,
sondern zu geben.
Und es erstaunt mich,
denn ich will leben.
Ich…möchte leben
um zu genießen,
der Liebe Wege
möchte ich erschließen.
Und es umarmt mich
erstrahlt die Sonne.
Ich sehe im Leben
die neue Wonne.
Wer gibt mir Frieden
Auf meinem Wege?
Es strahlt von oben.
Ich möchte streben.
Wie eine Blume zum Sonnenlicht,
ich schrei zu Gott: „Belebe mich.“
ich wünsche dir alles gute und Gottes Segen

19.01.2012 19:36 • #21


Eloise

Eloise

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Hallo Angelika,

ersteinmal vielen Dank für die guten Wünsche und auch für Gottes Segen. Auch wenn ich nicht an Gott glaube. Zumindest nicht das Bild eines Gottes, das diverse Kirchen und Religionen zeichnen.

Ich hab auch deine Vorstellung gelesen und ich weiß, dass du helfen willst, aber wie soll es mir helfen, wenn ich sehe, dass du lachst? Es ist natürlich schön, dass es dir wieder so gut geht. Aber mir hilft nicht dein Ergebnis. Allenfalls kann ich aus deinem Weg Hilfe ziehen. Daraus Erkenntnisse gewinnen, die auch auf mich zutreffen. Aber die Dinge erkennen muss ich selbst.

Insofern ist dein Beitrag also doch wieder eine Hilfe, weil ich mir darüber Gedanken mache, wo mich mein Weg hinführen wird. In die Kirche wohl eher nicht. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass ich aus einer erzkatholischen Familie stamme. Ich wurde mehr oder weniger zum Beten und in die Kirche gezwungen. Man hatte diese Erwartung an mich und ich sah mich gezwungen sie zu erfüllen - schon als kleines Kind.

Das ist etwas, an das ich schon lange nicht mehr gedacht hab, aber ich denke es könnte wichtig sein. Also Danke für das erwähnen der Kirche, auch wenn das nicht mein Ziel, sondern mehr ein Wegstück ist.

LG

Eloise

20.01.2012 00:25 • #22


angel3ika

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Entschuldigung

Ich kann mich genau in deine Lage zu versetzen und wenn man noch mehr Leid dazu läd,nach meine Erfahrung,ist es noch schwerer.

Ich kann auch mein leidensweg erzählen.Ich war kurz vom Selbstmord und bin in der Kommunismus aufgewachsen,ungläubig.Diktatur pur.Ich bin in 3 Ländern nicht zu Hause gewesen,nirgetwo.ich habe meine Ausbildung abgebrochen wegen der Ausreise und habe nie wieder geschaft eine Arbeit nach meinem wunsch zu
arbeiten,sondern 17 jahre harte Bandarbeit,dazwischen 2 Kinder,der Mann der mir nie geholfen hat.

Meine Mutter rief jeden tag an und erzählte Eheprobleme.Trinkender Vater.langsam sammelte sich ein Berg,der auf mich fiel.Ich machte mich selständig,verschuldete mich.Dann wurde ich krank.überall Geschwüre auf der haut,die nicht weggingen.Und zum Schluss psychische Zusammenbruch mit Stimmen hören(schizophrenie)Albträumen und 3 mal Krankenhauseinlieferung.Der Sinn des Lebens war weg.Ich wollte nicht mehr.Ich habe nach meine Heulathake und nicht mehr aufstehen in dieses Leben ein Erlebnis gehabt.

Ich sah ein Licht und mich fühlte die Liebe(nicht kat.Glaube Zwang)Liebe.Es war so ein herrliches Gefühl, das ich nicht wollte dass es aufhört.es war nicht Schlechtes bei.Gott ist Liebe.Es hat aufgehört und ich war so ruhig. Keine Psychopillen halfen mir,aber hier war ich mit der Liebe gefühlt.Noch einmal heulte ich und war innerlich tod. nach dem Streit mit meinem Mann und ich sah eine Vision.GottVater im weissen Gewand und ich(kleines Mädchen bei ihm auf dem Arm.Ich wusste es einfach,weil Gott Gewissheit gibt)Er schaukelte mich in Liebe und zeigte mir mit der Hand die Welt.Ich machte die Augen auf und war so ruhig.

Nach diesem Ereignis hatte ich die Augen für seine Welt.Ich ging auf die Strasse und sah die Leute mit so viel Liebe an.Ich wollte spenden,Menschen helfen.Ich sah die Feldblumen und erfreute mich deren Schönheit.Ich könnte dir ein Buch schreiben darüber,aber wenn ich hier das Leid lese weine wieder mit euch.Gott hat mich so getröstet.Ich ahbe meine Ehe fast wieder im Griff.
Ich betete für meine Eltern und mein Vater hat aufgehört zu trinken.Wir haben alles verziehen und er umarmt mich wenn ich komme.Und ich weine vor Freude und danke Gott dafür.Ich weiss die Problemen werden wieder kommen.meine Schulden muss ich selbst abzahlen,aber was Gott mir geschenkt hat,das ist die Hoffnung auf das Leben nach diesem schweren Weg.Ich habe in 3 Monaten nach meinem Zusammenbruch über 200 gedichte geschrieben wo Gott mir antwortete.

Sehr wenige glauben mir, aber meine Aufgabe ist es trozdem zu erzählen.

Ich wünsche dir Liebe Liebe Liebe

20.01.2012 10:22 • #23


Eloise

Eloise

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Schönen guten Nachmittag Angelika,

du musst dich nicht entschuldigen, ich weiß ja, wie du es gemeint hast.

Da hast du schon einiges mehr hinter dir als ich. Rein äußerlich ist mein Leben nämlich nicht schlecht verlaufen. Und doch bin ich jetzt da, wo ich jetzt eben bin.

Ich denke, weder das Konzept der Kirche, noch das des Kommunismus sind an sich schlecht. Sie werden nur missbraucht. Die Gedanken der Nächstenliebe oder der Gleichheit sind doch nicht schlecht, aber es gibt eben Menschen, die sich selbst mehr lieben als sie andere lieben und die sich als gleicher betrachten als andere. Dann kommt es zu Glaubenskriegen, Inquisition, Diktatur - weil man seine Macht irgendwie erhalten muss. Also werden die unterdrückt, die der Macht schaden könnten.

Die Vorstellung eines liebenden Gottes ist natürlich etwas Schönes. Ich kann verstehen, dass dir das Hoffnung gibt. Dennoch bin ich eine Skeptikerin. Aber ich gehe davon aus, dass Gott damit klar kommt, sollte es ihn wirklich geben.

Auch wenn ich nicht so sonderlich gläubig bin, finde ich Kirchen- bzw. Glaubensgeschichte sehr interessant.

Seltsamerweise ist mein ältestes Buch eines, in dem es um Glauben geht. Ich hab es Zuhause bei meinen Großeltern gefunden und da es niemand mehr wollte, hab ich es an mich genommen. Ich liebe Bücher. Es geht um Jazinta, das Gnadenkind von Fatima. Ihr ist die Muttergottes erschienen, sogar die ganze heilige Familie.

Das ist zum Beispiel eine schöne Erinnerung an Kirche und Glauben, die ich habe. Und natürlich die Erinnerung an meine Großmutter, die eine gläubige Frau war und mit der ich alle guten Aspekte des Glaubens verbinde. Sie ist schon viele Jahre tot, aber ich vermisse sie immer noch.

Du bringst mich da auf ganz seltsame Gedanken. Aber das ist gut. Ich hab schon soviel im Alltag vergessen, was vielleicht wichtig ist.

LG

Eloise

20.01.2012 17:12 • #24


angel3ika

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ich freue mich für dich.Weisst du,ich habe auch meine Omi überalles geliebt.Was sie erlebt hat (diese Generation) kann man garnicht nachvollziehen,aber sie waren Gott näher als wir.Mein Gott ist in meinem Herzen nicht im Vatikan mit Ihren Kriegen.Er hat mir so viel geholfen.Ich war auch in der Katolischen Kirche als ich nach Wahrheit gesucht habe.Es hängt alles von dem Prädiger ab.manche haben mein Herz angesprochen andere nicht.Ich werde für euch alle beten.Gott erhört die Gebete und schenkt uns Liebe und Geduld und Kraft in den schlimmsten Tagen.Aber natürlich sind die Ärzte und Psychologen sehr wichtig.Man muss jede Hilfe annehmen.Ich weiss, dass es eines Tages alles gut wird.Alles Liebe
Der Zorn ist der Gift für unsere Seele

20.01.2012 20:01 • #25



Hallo Eloise,

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Anima

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Auch wenn es nur am Rande ist: Bei uns in der TK wird die Meditation von einem Pastoralreferenten durchgeführt. Mit Musik und Lesungen aus Gleichnissen, aus der Bibel usw. - es vermittelt einfach Frieden. Dazu muss man nicht gläubig sein, aber es macht nachdenklich und leicht.

20.01.2012 20:36 • #26

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