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Depression und Borderline mit 50 Jahren

Ich denke mal es kann mir nur gut tun denn die Tabletten die ich nehme sind stimmungsaufhellend deshalb nehm ich die auch direkt morgens.
Aber seit einigen Wochen hilft das nicht mehr ,keine positiven Gedanken und seit einer Woche ist das ritzen auch wieder regelmaessig geworden,fast jeden Tag.
Ich habe mit meinem Hausarzt schon gesprochen ob ich die Citalopram vielleicht nochmal erhoehen kann auf 40mg,aber da war er nicht fuer.
Er hat mir das dann gesagt das ich die Bedarfs und Schlaffoerdernden Tabletten,Pipamperon,lieber zweimal nehmen soll,also eine um 17 Uhr und eine kurz vorm Bett gehen.
Aber das hilft auch nicht nichtmal zum gesunden schlafen reicht es.
Das Problem ist einfach das es mich richtig Ueberwindung kostet irgendwo an zu rufen und zu sagen was ich will auch wenn ich weiss das mich die person am anderen Ende mich ja nichtmal sehen kann.
Ich bin jemand der lieber zu allem ja und Amen sagt und den Mund auch nicht auf bekommt ,also Selbstvertrauen auch absolut im keller.
Ich leide jetzt schon 1000 Tode weil ich am Montag zur Mammografie muss,fremde Leute womoeglich noch unfreundlich und dann meinen vernarbten Oberkoerper zeigen das stresst mich grad voll ab.
Was werden die wohl denken.ich schaeme mich jetzt schon aber ich werde da hin gehen denn das ist ja fuer meine Gesundheit.

06.11.2019 18:41 • #16


Ich dachte immer Neurologen und Psychater ist das selbe

06.11.2019 18:42 • #17


Ylvi13
Mein Psychiater ist auch Neurologe und auch noch Psychologe. Er ist in einer Gemeinschaftspraxis und seine Partnerin ist nur " Neurologin ". Also nicht das selbe, soweit ich weiss. Vom Bauchgefühl her, fühle ich mich beim Psychiater absolut richtig aufgehoben. Es ist so wichtig, dass man das Antidepressiva findet, dass zu einem passt. Mein Hausarzt lehnt es ab, Medikamente gegen Depression zu verschreiben, er sagt, es ist nicht sein Fachgebiet. Finde ich gut.

Zitat von desaja69:
Das Problem ist einfach das es mich richtig Ueberwindung kostet irgendwo an zu rufen und zu sagen was ich will auch wenn ich weiss das mich die person am anderen Ende mich ja nichtmal sehen kann.
Ich bin jemand der lieber zu allem ja und Amen sagt und den Mund auch nicht auf bekommt ,also Selbstvertrauen auch absolut im keller.


Das kenne ich auch, vor mir herschieben, bis es nicht mehr anders geht , was es natürlich nicht einfacher macht. Ich fahre lieber eine Stunde mit Öffentlichen durch die Gegend um persönlich vorstellig zu werden, als anzurufen
Das kann man sich aber gut schön reden, man kommt raus, ist in Bewegung, Bewegung macht müde . . .
Mein Selbstvertrauen war auch im Keller, aber bei Terminen war es bei mir immer, " was muss,dass muss ", ganz stur und ohne Nachdenken. Weisst du, in der Depression habe ich gelernt, dass es sowas von Wurscht ist, was andere von mir und über mich denken. Das haben die alle umsonst. Ich muss nur mir gegenüber Rechenschaft ablegen und Punkt.
Natürlich wirst du zur Mammographie gehen, deine Gesundheit ist super wichtig für dich. Stell dir doch einfach vor, einige von uns werden dich in Gedanken begleiten, du bist nicht allein.
VG

06.11.2019 20:13 • x 2 #18


Ich wuenschte an dem Punkt waere ich auch schon aber ich bin so das ich lieber andere zufrieden stelle egal ob es mir gut tut oder nicht,nur keinen Stress, Aerger oder das mich einer anmault.
In Oeffendlichen zu fahren oder mal in die Stadt gehen das konnte ich bis vor 3 Monaten auch nicht,habe Panikattacken bekommen und Heulkraempfe wenn ich wuste mir bleibt nix anderes ueber.
Aber ich bin es angegangen und bin jeden Tag einmal bis in die City und zurueck gefahren und habe mich gezwungen auch mal in die Stadt zu gehen mich hin zu setzen und einen Kaffee zu trinken und langsam habe ich zumindest diese Aengste schon ueberwunden und muss sagen bin auch stolz drauf ,ist ein gutes Gefuehl.
ich werde mich morgen nochmal ans Telefon begeben und wenn ich mich irgendwie zwingen muss und nochmal bei einem Psychater anrufen und zu meinem Hausarzt auch das er mir helfen soll das es vielleicht schneller geht.

06.11.2019 20:26 • x 1 #19


maya60
Zitat von desaja69:
Ich dachte immer Neurologen und Psychater ist das selbe


Früher gab es den "Nervenarzt", das war Neurologe und Psychiater in einem, aber die beiden Fachgebiete haben sich so ausgeweitet mit den verbesserten Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten, dass heute beides unterschiedliche Facharztgebiete sind und es gibt darum noch mehr ältere Ärzte, die beides sind und mehr jüngere Ärzte, die nur noch eins sind - wenn jüngere Ärzte beides sind, dann haben sie auch in beidem einen Facharztabschluss.
Depressionen gehören in den psychiatrischen Fachbereich und daher würde ich auch immer zuerst einen Psychiater wählen, aber es kann auch Neurologen geben, die sich gut damit auskennen (denn es ist nicht wirklich fachfremd, da es bei der medikamentösen Behandlung auch um Botenstoffe im Hirn geht, also auch um Neurologie) und da es bei beiden so schwer ist, Termine zu bekommen, würde ich im Zweifelsfall das nehmen, was ich bekomme, aber es gibt eben auch viele Neurologen, die keine Depressionen behandeln, da muss man immer fragen.

Liebe Grüße! maya

06.11.2019 20:41 • x 1 #20


Ylvi13
Gute Idee, mach das so.
Das was du beschreibst, habe ich auch so ähnlich erlebt. Bei mir hat die Kombi Medikament und Verhaltenstherapie geholfen und ich habe mich Stück für Stück voran gearbeitet, Hilfmittel eingesetzt, dies das und jenes ausprobiert, Sachen gemacht, da würde ich heute den Kopf schütteln. Egal, alles was hilft ist erlaubt.
Ich war auch so, lieber andere zufrieden stellen, alles tun, damit ich gemocht werden, bloss keinen Grund zum Anblubbern liefern, ich habe mich verbogen ubd für andere war es nett. Wenn ich es klar benennen muss. . . ich wurde ganz gewusst ausgenutzt. Ein ewiger Ja-Sager. Die Zeiten sind vorbei. Es gab mir so ein gutes Gefühl, " Nein " zu sagen, wenn es sich für mich nicht gut angefühlt an. Auf meine Bedürfnisse zu achten ist das Wichtigste und das hat nichts mit Egoismus zu tun.
Das muss man lernen, wenn man der Depression die Stirn bieten will.
VG

06.11.2019 20:46 • x 2 #21


Cleofee
Tatsächlich ist es so, dass eine posttraumatische Belastungsstörung mit einer BPS einiges gemeinsam hat und die beiden durchaus verwechselt werden können. Ich habe die Diagnose zwischendurch auch mal bekommen, bis dann doch wieder BPS diagnostiziert wurde. Um das zweifelsfrei zu klären benötigt es schon einige Therapiesitzungen.
Was die Narben der Selbstverletzunegen betrifft, kann ich deine Ängste gut verstehen. Mich stresst das auch immer. Vor allem wenn man mit Ärzten und medizinischem Personal zusammen kommt, die einen nicht kennen und auch keine Ahnung von psychischen Störungen haben. Ich seh das wie Ylvy: Augen zu und durch. Sollen die doch denken was sie wollen. Ich will mich ja nicht mit denen befreunden.

06.11.2019 20:51 • x 3 #22


maya60
Ich würde da Ylvi auch absolut zustimmen! Bei schwereren langen oder zyklisch wiederkehrenden oder chronischen Depressionen sind die Medikamente ein wichtiger Pfeiler der Behandlung und die Psychotherapie, aber letztendlich die Psychotherapie auch deshalb, damit ich mich verstehen lerne und dann ein Verhalten einübe, das mich dazu bringt, mir zu trauen und mir etwas zuzutrauen, aber genauso, meine Grenzen zu achten und zu schützen, auch mit einem deutlichen "Nein!"

Genauso wie es länger dauern kann, bis man die richtigen Medikamente und ihre richtige Dosierung gefunden hat, genauso dauert es auch, herauszufinden, wo man sich zuwenig zutraut und wo man sich überfordert - und beides ist gleich wichtig, ernst zu nehmen und im Alltagsverhalten einzuüben.

Bei meiner ADHS-Diagnose ist Verhaltensanpassung sogar noch viel zentraler, denn da muss man gar nicht nach psychischen Ursachen suchen und sie erst verstehen, sondern wo konkret die Schwächen im Alltag auftreten und dort medikamentös und gleichzeitig im Verhalten darauf abzielen, seinen Alltag so ADHS-freundlich wie möglich zu gestalten. Und je nachdem, wie stark ich von ADHS und chronischen schweren Depressionen eingeschränkt bin, ist es völlig wurscht, was "Normalo" davon denkt, weil ich Sonderlösungen finden muss, die mir gerade ermöglichen, im Alltag zu bleiben.

Liebe Grüße! maya

06.11.2019 21:13 • x 2 #23


111Sternchen222
Zitat von desaja69:
Das Problem ist einfach das es mich richtig Ueberwindung kostet irgendwo an zu rufen und zu sagen was ich will auch wenn ich weiss das mich die person am anderen Ende mich ja nichtmal sehen kann.

Das kann ich gut verstehen, das geht mir auch oft so. Du solltest dringend über deinen Schatten springen bei einem PSYCHIATER anrufen.Ein Neurologe ist da nicht der richtige.Solltest du auch da nach 2 drei anrufen keinen Termin bekommen, wende dich bitte an deine Krankenkasse, die sind verpflichtet dir zu helfen.
Lg Sternchen und Knispel

07.11.2019 07:46 • x 1 #24


Guten Morgen!
Hab es wirklich geschafft heute bei allen verfuegbaren Psychater hier an zu rufen aber leider nichts erreicht.
Die haben alle Anrufzeiten wo man wegen Termin anrufen kann,die sind von Montags bis Mittwochs.
Also werde ich mich Montag morgen wieder ans Telefon begeben und gucken was ich erreichen kann.
Bei der Krankenlkasse habe ich ebendfalls angerufen,die haben mir gesagt sollte ich nichts erreichen wegen einem Termin soll ich mich nochmal bei denen melden,es wird eine Loesung gefunden.
Vielen lieben Dank fuer die hilfreichen Tips,die vielen Antworten und fuer die lieben und aufmunternden Worte von Euch allen
Ich fuehle mich hier richtig wohl und werde mit Sicherheit noch viel Zeit hier verbringen und lesen,stoebern und mein Tagebuch schreiben.
LG Heike

07.11.2019 09:25 • x 1 #25


111Sternchen222
Na, toll jetzt hast du schon alle Hebel in Bewegung gesetzt und dann gibt es noch nicht mal eine Belohnung.Aber toll das du nicht aufgibst.

07.11.2019 11:16 • x 2 #26


Grade hat es doch noch eine Belohnung gegeben.freu ich mich.
Ich habe noch einen Arzt gefunden beim stoebern den ich angerufen habe und woila.da ist sogar jemand dran gegangen:D
Ich kann am Montag in die Praxis kommen und dann wird alles weitere besprochen da es ja nur um eine Tablettenumstellung geht und nicht um einen Therapieplatz.
Na mal sehen was dabei raus kommt.

07.11.2019 11:38 • x 1 #27


111Sternchen222
Hey, Prima! Das ist doch to!
Lg Sternchen und Knispel

07.11.2019 11:52 • x 1 #28


maya60
Wow, super!

07.11.2019 13:07 • #29


Scamander
Hallo Heike!
Ich bin 47 und erkenne mich in vielen Sachen wieder die du beschreibst. Ich kann dadurch, dass ich schon länger mit der Erkrankung lebe, besser mit vielen Sachen umgehen und bin einfach oft "ruhiger" und flippe nicht mehr ganz so schnell aus. Aber es gibt auch schlechte Momente und schlechte Tage, wo meine Symptome stärker sind. Mit meinen Suchtanteilen (Fr*ßanf*lle, Kaufs*ch* und promiskutives Verhalten) kann ich umgehen und sie steuern, so das ich den letzten "Absturz" vor über einen Jahr hatte und vielleicht war es heilsam das meine Tochter den mitbekommen hat und extrem in Sorge um Mama geriet.

Wegen den M*ssbr**ch schwierig. Mir wurde damals die Schuld an allen gegeben weil ich mich im Alter von 4 Jahren angeblich zu se*y verhalten habe. Aber da ich viel mit Überlebenden zu tun haben, weiß ich wie geschickt und manipulativ Täter sein können, wie gut sie im vertuschen sind und aus eigner Erfahrung wie leicht einen Opfer die Gesamtschuld zu getragen wird. Es fällt mir schwer die richtigen Worte zu finden, aber ich hoffe du kannst es aufarbeiten.
Es ist schon viel geschrieben worden und ich habe es grob überfolgen. Wünsche dir Kraft in der dunklen Jahreszeit.
Gruß Scamander

16.11.2019 07:56 • #30





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