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Chronisch rezidivierende Depression - Schwerbehinderung beantragen?

lein

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hallo, ihr lieben , schon lange her, dass ich hier im forum geschrieben habe. gerade beschäftigt mich die frage, wie ich sinniger weise und optimal weiter verfahre. meine hausärztin musste mich wieder krank schreiben, die symtome wurden zu massiv. sie sagte, auf meine nachfrage, wie es denn nun weitergehen soll, dass sie meinem neurologen mit der überweisung einen arztbrief mitgibt, bezüglich der beantragung einer schwerbehinderung, wohl höheren grades, wie sie meint. gerade stehe ich aber in der ausbildung, im ersten ausbildungsjahr, nach der probezeit, in einem namhaften unternehmen mit betriebsrat usw. am rande, ich leide seit über 20 jahren an chronisch rez. depression, eventuell vieleicht sogar noch mehr, wer weiß dass schon. nun, meine ausbildung, wenn es mir gut geht, macht mir spaß und bringt erfüllung. aber langsam, ich leide wirklich schon sehr lange und kräftezährend, frage ich mich, ob ich mich nicht selbst vernichte, wenn ich so weiter machen muss. ich habe oft und massiv das gefühl, symtome usw.
eigentlich, muss ich mich nur ausruhen, nach der arbeit, bin platt bis zum schlafen gehen. auch desswegen, denke ich, ist meine ehe vor kurzem gescheitert. von den akuten phasen, ganz zu schweigen. ein menschenwürdiges leben, wenn man allen pflichten, mit dieser erkrankung, bewältigen muss, ist das nicht, wirklich nicht. gerade noch malochen können, und dann platt sein, zu platt, um wirklich kraft tanken zu können. eine maschine, die man nach 8 stunden abstellt.

nun aber, was wäre klug, denn ich denke, mein arbeitsplatz ist gefährdet. wäre es ratsam, wenn ich schon morgen ein fax an das versorgungsamt versende und eine schwerbehinderung, zunächst formlos, beantrage?

liebe grüße
lein

31.08.2013 16:51 • #1


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Knoten

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Hallo lein,

wichtig ist erst einmal, dass du in psychiatrische Behandlung kommst. Wäre vielleicht besser du suchst nach einem Psychiater, den nach einem Neurologen.

Alleine ein Schwerbehinderten Ausweis bringt dich nicht ans Ziel, zudem es gar nicht so einfach ist, diesen zu erhalten. Erst Recht nicht in höheren %. Aber dieses Thema möchte ich jetzt nicht anschneiden. Es gibt Personen hier im Forum, die dir dabei fundierteres Wissen geben können, als ich dazu in der Lage wäre.
Dieser Ausweis nimmt dir außerdem nicht die Depression unter der du leidest!

Du brauchst sehr schnell die Unterstützung eines Facharztes. Deine Ausbildung steht sonst auf sehr wackeligen Füßen. Da sich deine Situation dringend anhört, würde ich als Notfall direkt in eine Praxis gehen. Notfälle dürfen nicht abgewiesen werden.

Grüßle,
Knoten

31.08.2013 17:51 • #2



Hallo lein,

Chronisch rezidivierende Depression - Schwerbehinderung beantragen?

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lein

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danke, knoten, für deine schnelle antwort :)

ja, ich bin schon bei einen psychiater in behandlung, in zusammenarbeit mit meiner hausärztin, seit jahren. und ja, der ausweis heilt keine depression.... leider. meine gedanken gehen nur dahin, mir einen gewissen schutz zu verschaffen, damit man mich nicht so leicht kündigen kann, aufgrund meiner chronischen erkankung. persönlich glaube ich, dass dies ein konsequenter schritt, des an sich denkens, sein könnte. ich habe mir ja schließlich das ganze schlamassel nicht ausgesucht, muss sehen, wo ich bleibe diese mist erleide ich nun schon seit jahren und glaube mir, ich kann dazu, nach sehr langer zeit, stehen, mache auch kein geheimnis mehr daraus, das kostet nur kraft.

lg lein

31.08.2013 18:10 • #3


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Steffi

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Hallo lein,

dass ich dich hier antreffe, hätte ich nicht gedacht. Noch vor Tagen musste ich an Dich denken - weiß nicht warum. Und schon tauchst Du auf.
Das Scheitern Deiner Ehe tut mir sehr leid. Nicht selten ist das die Folge einer solchen problematischen Erkrankung

Stell den Antrag auf Schwerbehinderung. Im Grunde hast Du Dir die Frage ja schon selbst beantwortet.
Ich dachte ja, Du hättest schon längst einen GdB. Wenn dem aber nicht so ist, dann tue es jetzt. Formlos per Fax wird meiner Wissens nicht möglich sein. Du findest hier im Forum den entsprechenden Link zu den Versorgungsämtern : http://www.versorgungsaemter.de/Versorg ... _index.htm
In der Regel gibt es dort auch Formulare, die man am Rechner ausfüllen und ausdrucken kann. Wenn Du Befunde hast, füge sie bei. Andernfalls holen sich die Versorgungsämter ärztliche Befundberichte selbst ein.

31.08.2013 18:17 • x 1 #4


lein

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hallo steffi, mensch ... schön dass du mich noch kennst , ich habe auch oft an dich gedacht wirklich!!!!!!!!!!!!!!

31.08.2013 18:21 • x 1 #5


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Steffi

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wie könnte ich dich vergessen, lein ? Es gab Zeiten, in denen wir beide sehr aktiv sogar gemailt haben. Du wirst dich sicher erinnern. Seinerzeit ging es darum, Protagonisten für einen Fernsehbeitrag zum Thema Depression zu finden.
Im übrigen sind mir die User dieses Forums fast schon heilig. Ich vergesse niemanden.

31.08.2013 18:24 • x 1 #6


lein

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ja, liebe steffi, ich bin selbst noch protagonist in dieser sache. ich habe meine erkrankung meiner umgebung mitgeteilt, in dem projekt 8alternatives wohnen), in dem ich nun wohne, wissen dies alle. ich zeige flagge, gegen stikmatisierung und unwissen.

beste grüßele sendet dir lein

31.08.2013 18:31 • x 1 #7


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Albarracin

Experte
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Experte

01.09.2013 11:40 • #8


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Knoten

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Hallo lein,

scheint als wärst du auf den richtigen Weg!

Es ist gut, dass du Flagge bekennst. Wir müssen uns nicht verstecken!

Grüßle,
Knoten

03.09.2013 21:43 • #9


lein

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liebe knoten :-), danke! ja, der richtige weg für mich ist wohl
mein leben so zu organisieren, von der belastung, dass ich
noch, so wie andere auch, einigermaßen vernünftig weiterleben
kann. ich muss dazu stehen, dass ich nicht mehr so belastbar
bin, dass war ein langer weg bis dahin. ich weiß noch nicht
wie es weitergeht nur, dass es so nicht weitergeht. schwerbehinderung
habe ich, zunächst formlos, beantragt, zu wahrung meiner rechte.
ja, ich denke, ob ich will oder nicht, vollzeit kann ich auf dauer
nicht mehr arbeiten, dies ist sicher. daran gehe ich kaputt.
lg lein

04.09.2013 19:25 • x 1 #10


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Steffi

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Hallo Lein,

ich verstehe, dass es dir schwerfällt, das zu akzeptieren. 2011 musste auch ich einsehen, dass ich an einem Rentenantrag nicht länger vorbeikomme. Ich habe mich bis 2010 durchs Berufsleben geqält - nur 4 Stunden täglich gearbeitet, aber nicht mal die habe ich dann noch geschafft. Anfang des Jahres 2010 habe ich gekündigt - ich wusste nicht mehr weiter. Der Druck, der mir durch diese Kündigung genommen wurde, war enorm.

Deshalb verstehe ich Dich bestens. Wenn Du merkst, es geht nicht mehr so wie früher, dann zieh möglichst rasch die Konsequenzen. Du tust Dir keinen Gefallen, verschlimmerst höchstens die Situation, wenn Du glaubst, die Signale Deines Körpers überhören zu müssen.

04.09.2013 19:47 • x 1 #11


lein

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liebe steffi, es tut gut jemanden zu ´kennen, der die situation nachfühlen kann, auch aus eigener erfahrung. ja, eindeutiger können die signale nicht sein. veränderung ist überfällig. ich versuche der situation positives abzugewinnen. an langer weile werde ich bestimmt nicht umkommen, ich binn mal gespannt, was das alles noch wird. ende des monates werde ich einen termim beim psychiater haben. natürlich frage ich mich jetzt schon, wie ich ihm was werzählen soll, dass er versteht, lg sendet dir lein

04.09.2013 20:41 • x 1 #12


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Knoten

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Hallo lein,

auch ich musste 2009 erkennen, dass ich mit der Belastung meiner Arbeit nicht mehr zurecht kam.
Zig Wiedereingliederungsversuche, auch mit reduzierten Stunden, haben nichts gebracht.

Es war Zeit für die Veränderung.
Der Rentenantrag war der richtige Weg für mich, nach einigem hin und her, bin ich nun EU-Rentnerin auf unbegrenzte Zeit.

Deine Gefühle sind mir noch sehr vertraut. Anzunehmen, dass man das gewohnte Leben nicht mehr so weiterführen kann, ist ein Prozess, der etwas Zeit in Anspruch nimmt. Hast du dies jedoch erst einmal getan, weißt du genau welchen Weg du gehen willst.

Grüßle,
Knoten

05.09.2013 19:17 • x 1 #13


lein

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guten abend, zusammen :-)

war gerade brief einwerfen, 1,5 km fußweg ...bin gelaufen, fast in zeitlupe, langsam, schleppend, wie gegen einen widerstand, was soll das noch werden?

lg lein

11.09.2013 19:28 • x 1 #14


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butterfly

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Hallo lein,
Ich kenne dieses Gefühl, wenn man sich kaum noch bewegen kann, wenn man sich fühlt wie eingefroren. Ist es bei Dir den ganzen Tag gleich oder gibt es Tageszeiten, an denen es Dir besser geht? Ich hab dann auch immer mal wieder Phasen, in denen ich mich besser bewegen kann, nicht nur an bestimmten Tageszeiten, sondern auch mal mehrere Tage lang. Ich versuche, mit der Depression zu leben und jeden Tag etwas Positives zu machen. Arbeiten kann ich auch nicht mehr. Mir ist der Abschied vom Berufsleben überhaupt nicht schwer gefallen, denn ich hatte den Eindruck, nur ausgenutzt zu werden.

Was die Schwerbehinderung und die Erwerbsminderungsrente angeht, kann ich Dir nur Mut machen. Auch wenns nicht aufs erste Mal durchgeht, einfach dranbleiben.

Ich wünsch Dir alles Gute und dass es bald wieder besser geht.

Liebe Grüße

butterfly

12.09.2013 09:17 • x 1 #15


lein

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hallo butterfl, nein, so ist es nicht immer, wenngleich ich mich gebremst fühle, eigentlich alles langsamer mache als sonst. habe mal nen depressionstest nach g...... ausgefüllt um so ungefähr ein gefühl dafür zu bekommen, wie schwer es mich erwischt hat. (mittelschwer bis schwer) je nach tagesform versuche ich auch etwas zu tun, was mich zumindest entspannt, ausklinkt. meist ist dies zeichnen, fürs schreiben fehlt mir die konzentration. ich weiß, ich sollte mich draußen bewegen, was ich aber eigentlich kaum tue, dies müsste ich ändern, ich weiß. und ich glaube auch, dass ich noch immer an dieser kognitiven dissonanz leide, nicht wahrhaben will, wie es um mich steht, eigentlich weitermachen will, so wie die gesunden.

lg sendet dir lein

12.09.2013 17:52 • x 1 #16


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Steffi

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Zitat:
nicht wahrhaben will, wie es um mich steht, eigentlich weitermachen will, so wie die gesunden.

ich glaube, das ist etwas, was nahezu jedem hier anhaftet (mich eingeschlossen). Wir wollen und können nicht.

12.09.2013 18:04 • x 1 #17



Hallo lein,

x 4#18


lein

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ja, liebe steffi, diese hürde zu nehmen und einfach zu akzeptieren, ist schwierig. da sind nicht nur die eigenen, sondern auch die erwartungen der anderen, gedanken an die sicherung der existenz usw. , vieleicht auch die angst davor, nicht mehr dazu zu gehören.

lg sendet dir
lein

12.09.2013 18:37 • x 1 #18

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