Bupropion oder auch Elontril - Kombination?

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Teller
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Hallo liebes Forum,

ich nehme (nach etwas Vorlaufzeit mit 150mg) bald seit 5 Monaten durchgängig Bupropion 300mg / 1x tgl.

Es wirkt bei mir vom Antrieb und dem "Aufhalten der Augenlieder" (vorher waren meine Augen seit der Erkrankung wohl nicht mehr im normalen Modus - hatte einen Tag lang sogar leichten "Muskelkater" in den Augenliedern 😄 ). An schlechten Tagen habe ich dann zwar keine Lust etwas zu tun, doch ich komme z.B. vom Sofa hoch und gehe in die Küche etwas Kochen).

Mich belastet jedoch, dass meine Grundstimmung nicht wirklich toll ist. Ok schon, doch toll im Sinne von "das Leben wieder genießen" ist das nicht. Etwa 3 mal im Monat bin ich für ca. 2 Tage auch so schlecht gelaunt, dass ich zwar etwas mache, dabei aber trotzdem sehr Ärgerlich und schlecht gelaunt bin und in dieser Stimmung auch nicht mehr zu sozialen Treffen hingehen mag. In dem Fall finde ich den Antrieb auch eher doof - da würde ich lieber einfach liegen bleiben.

Da ich Ende der nächsten Woche wieder einen Termin bei meiner Ärztin habe, wollte ich mich vorab mal nach euren Erfahrungen erkundigen:

Ich habe gelesen, dass Bupropion auch mit einem anderen Antidepressiva kombiniert werden kann, um die depressive Stimmung zu verbessern. Leider scheint es dabei wieder nur Medikamente zu geben, die zu Gewichtszunahme und/oder Libido-Verlust führen. Dies sind bei mir nach einer nicht so tollen SSRI Erfahrung Gründe, lieber auf ein Medikament zu verzichten und es allein mit der Psychotherapie weiter zu versuchen. Ich bin auch nicht ganz sicher, ob Bupropion wegen des Blutdrucks auf längere Zeit das Richtige für mich ist. Messe täglich morgens und abends den Blutdruck und nehme die Ergebnisse mit zu meiner Ärztin.

Gibt es hier jemanden der eine Kombination versucht hat? Ein "Akutmedikament" im Bedarfsfall scheint es dafür ja nicht zu geben. .

#1


ZeroOne
Hallo @Teller ,

die Kombination, die du suchst, ist wahrscheinlich nicht einfach zu finden.

Ich hatte Bupropion seinerzeit mit Citalopram kombiniert. SSRI sind auch die Standard-Kombi:(Es-)Citalopram, Fluoxetin, Sertralin, etc. Aber SSRI schließt du ja aufgrund deiner negativen Erfahrungen aus.

Hast du alternativ mal SNRI ausprobiert, z.B. Venlafaxin? Damit kommen viele ganz gut klar und es ist auch mit Bupropion kombinierbar.

Eigentlich will man ja durch die Antriebssteigerung eine Stimmungsaufhellung erreichen.
Zusätzliche Medikamente zur Stimmungsaufhellung sind - nach meiner persönlichen Erfahrung - meist kontraproduktiv, weil sie angstlösend und sedierend wirken. Mit der Dämpfung arbeitet man dann wieder gegen die Antriebssteigerung des Bupropions.

Es wird das beste sein, das deiner Ärztin so zu beschreiben, wie du es hier getan hast und dann nach dem "Trial-and-Error-Prinzip" gemeinsam mit ihr Kombinationen abzuarbeiten, auch wenn es langwierig ist.

Ich persönlich habe lange (über Jahre) experimentiert und bin am Ende doch wieder auf SSRI zurückgekommen (Escitalopram) und ein Neuroleptikum für den Schlaf. Irgendwann habe ich auch das ausgeschlichen und nehme seit Ewigkeiten nur noch selten Bedarfsmedikation.

"Akutmedikamente" gibt es durchaus, z.B. Lorazepam (allerdings nicht für die dauerhafte Anwendung). Wird wegen dem Suchtpotenzial aber nicht gerne verschrieben. Es hellt auf, aber wirkt auch wieder dämpfend und reduziert eher den Antrieb.

#2


bones
Zitat:
Mich belastet jedoch, dass meine Grundstimmung nicht wirklich toll ist. Ok schon, doch toll im Sinne von "das Leben wieder genießen" ist das nicht. Etwa 3 mal im Monat bin ich für ca. 2 Tage auch so schlecht gelaunt, dass ich zwar etwas mache, dabei aber trotzdem sehr Ärgerlich und schlecht gelaunt bin und in dieser Stimmung auch nicht mehr zu sozialen Treffen hingehen mag. In dem Fall finde ich den Antrieb auch eher doof - da würde ich lieber einfach liegen bleiben

Nun es gibt kein Antidepressiva , dass dein Grundstimmung dauerhaft positiv beeinflusst. Ich würde behaupten, dass man das mit Medis nicht hinbekommt . Am Anfang mag das vielleicht so sein, aber sobald sich der körper dran gewöhnt hat, verfliegt das gute laune. Jemand der in einer Depression ist, wird Medis helfen können. Sich zu stabilisieren und der Rest ist mmn in einer Therapie zu lernen, wieder normal leben zu können und neu Gelerntes anzuwenden, um wieder positiv durch leben gehen zu können.

Sogar ein gesunder Mensch hat im Monat selbst schlechte Tage. Wenn es nur paar Tage ist, ist das nix schlimmes.

#3

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