Bossing nach langer Krankheit - keine Zeit für Gesundung

Anima

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Runde drei: Hatte Bewerbungsgespräch - und mein Vorgesetzter hat schon wieder intrigiert. Beim Personalchef fallen lassen, dass es mit mir Probleme gäbe etc. - nach dem Bewerbungsgespräch hat mich eben der Personalchef noch zurück gehalten.
1. Mein Vorgesetzter möchte Teilzeit täglich (also täglich weniger - ein Hohn bei unserem Arbeitspensum) - habe dagegen gehalten
2. Was ich denn für Fehler gemacht hätte - mein "ich weiß es nicht", das konnte er nicht glauben. Ich konnte nur entgegnen, dass ich sonst unter Amnesie leiden würde.
Fazit: Dieser Mensch tut alles, um mein Leben zu zerstören. Der BR will jetzt ein Dreiergespräch führen - nur dieser Typ hat ja kaum Zeit. Und wer weiß, was er dem Personalchef jetzt sonst noch alles zuflüstert. Ich hatte geschwiegen, war völlig überfordert in dieser Situation. Schon wieder alleine - ich kann vor Schmerzen nicht mehr sitzen, laufen und nur schlecht schlafen. Es geht nicht mehr.

21.07.2017 18:40 • #16


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Meine Bewerbung wurde abgelehnt. Keine Chance, diesem Menschen zu entkommen.

Jetzt wird am kommenden Freitag ein Gespräch statt finden. Mir ist übel. Ich vermute, es geht darum, dass ich eine andere Arbeits übernehme. Generell und ohne Emotion gesehen sinnvoll, aber ich bin leider nicht ohne Emotion.
Welches sind die Voraussetzungen für einen solchen "neuen" Arbeitsplatz? Finanziell - und muss ich dann evtl. Briefmarken kleben (im übertragenen Sinne?). Ich bin ja nicht dumm geworden, aber ich schaffe die Geschwindigkeit derzeit einfach nicht mehr. Die Erschöpfung nimmt mir gerade alle Kraft.

31.07.2017 20:21 • #17


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Stopp - habe gerade etwas gelesen von "Albarracin" - vom "leidensgerechten" Arbeitsplatz. Ich komme mir nur so unfähig vor.

31.07.2017 20:23 • #18


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Vorerst abschließend kann ich nur sagen: Es ist eine Basis geschaffen, in der man höflich miteinander fachlich etwas beredet. Das war es aber schon.
Auch im Gespräch mit dem BR hat mein VG verdeutlicht, dass ich mich doch für eine andere Stelle eigne (die ich aber nicht bekommen habe). Er war nicht vorbereitet auf das Gespräch, hat ziemlich "lässig" dann gemeint, ja wenn ich halt nen neuen Schreibtisch brauche etc., damit ich gesund werde etc.- dann würde ich ja alles bekommen. Ich solle eine eben Maßnahmen erarbeiten, wie man mir "helfen" könne. So richtig schön herablassend. Dass er so ausgeflippt war - ja da wäre halt meine Art zu schreiben schuld, er hätte gedacht, ich wolle ihn angreifen. Weiter drohte er unterschwellig ("soll aber keine Drohung sein") mit Abmahnung etc., wenn es nicht besser wird.
BR und ich waren uns nach dem Gespräch zwar mehr als bewusst, dass dieser Mensch selbst Probleme hat, hilft mir aber nicht. Ich bin auch nicht der Typ, der Abmahnungen verkraftet. Ich gebe mir so viel Mühe - alles war für die Katz.
Momentan ist das zwar aus dem Weg geräumt, aber mir ist klar - er wird jede Gelegenheit nutzen, mich los zu werden. Eine "Basis" ist das auf Dauer nicht. Der Hammer: Er hat ja gar nicht verstanden, warum ich die andere Stelle nicht bekommen habe (dass ich weg gehe, war ihm eh wichtiger als dass ich gesund werde)...dabei hat er doch solch einen Mist gebaut und dem Personalchef Negatives über mich mit geteilt.

Schade. Die Arbeit gefällt mir, die Kollegen sind auch okay. Ich habe nach über 30 Jahren Berufsleben einen größeren "Fehler" gemacht. Auch wenn ich die Gründe dafür kenne und davor schon längst gewarnt hatte, dass hier Gefahrenpotential liegt - es hat mich getroffen. Niemand hat mit mir über meine "Fehler" gesprochen, ich muss erst einmal heraus finden, was für Fehler ich alle sonst noch gemacht habe, damit ich "Maßnahmen" vorschlagen kann.

Wäre ich gesundheitlich fitter - ich würde mich sofort wo anders bewerben. Dummerweise bin ich erst einmal gebunden.

05.08.2017 13:06 • #19


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Ich werde mich jetzt an den Integrationsfachdienst wenden.

Mein BR hat sich für mich erkundigt, was ich für Fehler gemacht habe. Man konnte es mir nicht einmal gleich sagen, nur einer war noch im Kopf (ein intern reparabler allerdings).
Ich soll eine Arbeitsplatzanalyse mit ihm durch gehen - mir fehlt die Kraft. Keine Ahnung, wie ich das durchhalten soll - deswegen Integrationsfachdienst in der Hoffnung, dass ich dort richtig bin.

07.08.2017 16:48 • #20


Eloise

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Ich hoffe beim Integrationsfachdienst kann man dich ein wenig mehr unterstützen. Das geht es einem schon nicht gut - die Gleichstellung hast du ja auch nicht umsonst - und dann hat man noch so einen A.... von Vorgesetzten, der seine persönlichen Unzulänglichkeiten an Dritten auslassen muss.

Ich wünsche dir, dass sich die Situation bald entspannt und du wieder etwas durchatmen kannst.

08.08.2017 19:38 • #21


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Ich war beim Integrationsfachdient. Daraufhin hat der Mitarbeiter dort mit meinem Betriebsrat telefoniert, es fand ein Gespräch noch zwischen Betriebsrat, Personalchef und mir statt. Mir geht es derzeit körperlich einfach ziemlich bescheiden. Ich soll mich auskurieren, ggf. Reha etc. - sagt der Personalchef. Was mein Vorgesetzter der Abteilung macht - das sei ein persönliches Problem. Mein Unternehmen könne das aushalten, wenn ich krank bin.
Ich solle eben nicht krank hingehen und dann Fehler machen.

Ich habe allerdings das Gefühl, dass mir das keine Ruhe verschafft. Ich habe Angst, diese alte Versagensangst, die mit voller Wucht wieder hoch gekommen ist und mir jetzt den Weg zur Gesundung versperrt. Die Zeit vergeht und es tut sich nix. Tabletten schlucken und hoffen, dass es mal besser wird. Aber es wird nicht besser, die Schmerzen bleiben, Tag für Tag und das seit Wochen.

01.09.2017 16:14 • #22


Eloise

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Das ist doch schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Der Personalchef hat Recht. Es nutzt weder dir, noch dem Unternehmen, wenn du dich da voller Schmerzen hinschleppst.

Was sagt denn deine Therapeutin zu der Angst?

02.09.2017 09:57 • #23


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Meine Therapeutin meint, dass ein Teil der Angst auch durch die Schmerzen ausgelöst wird. Ich habe ja Entzündungswerte im Blut, also ganz sauber ist es "in" mir nicht.

Ich habe heute erfahren, dass einer älteren Kollegin die Probezeit nicht verlängert wurde, eine andere, die gestürzt ist (jünger als ich und BR), wurde ebenfalls richtig mies begegnet und hat jetzt gekündigt. Wo um Himmels Willen arbeite ich eigentlich? Ich bin geschützt durch die Gleichstellung, aber es gibt immer eine Möglichkeit, Mitarbeiter wie mich los zu werden: Mobbing bis ich freiwillig gehe. Davor habe ich so richtig Angst, wenn ich ehrlich bin. Und mein Bauchgefühl hat diesbezüglich immer recht.

Jetzt schaue ich nebenbei auch noch die Stellenanzeigen durch. Aber ich sollte bis dahin einfach fit sein.

02.09.2017 12:28 • #24


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Seit gestern habe ich die Diagnose Fibromyalgie. Damit wird es eine Verlängerung der Arbeitsunfähigkeit geben, ein stationärer Aufenthalt in einer Klinik (leider erst im Dezember) wird folgen, evtl. Reha.
Ich habe gerade keinen Plan, wie ich mich verhalten soll: Mein BR-Ansprechpartner ist im Urlaub und mein IFD-Ansprechpartner ebenfalls. Der Arzt im Schmerzzentrum hat mir von einer Arbeitsaufnahme
zunächst abgeraten.

13.09.2017 10:46 • #25