Hallo @Venla86 ,
ich habe in den letzten Jahren die gleiche Erfahrung gemacht wie du.
Manchmal sind Freundschaften einfach eingeschlafen weil sich die Lebensumstände geändert haben und man nicht mehr viel gemeinsam hatte.
Aber meistens lag es daran dass meine Freunde nicht mit meinen Stimmungen umgehen konnten.
Ich leide seit meiner Jugend an Dysthymie und immer wieder an rezidivierenden schweren Depressionen.
Für Menschen die damit nichts zu tun haben ist das alles schwer zu verstehen:
Dass man sich manchmal zurückziehen muss weil es einem nicht gut geht. Deshalb sich vielleicht eine Weile nicht meldet oder Termine absagt.
Dass man traurig, gereizt oder sonst schlecht gelaunt ist.
Dass man manchmal leider nicht den Kopf frei hat für andere Sachen weil man so mit sich selbst beschäftigt ist.
Und, und, und...
Zitat von Frederick: Selbst habe ich fest gestellt, am Besten verstehe ich mich mit Menschen, die auch diese Depression kennen. Die können
sich am Besten in uns einfühlen, und verstehen.
Genau so geht es mir auch.
Meine beste Freundin habe ich zufällig im Wartezimmer meiner ehemaligen Therapeutin kennengelernt.
Die meisten anderen enge Bekannte (ich weiß nicht ob ich sie als Freunde bezeichnen würde) kenne ich aus aus einem Klinikaufenthalt in einer Psychatrie. Oder es sind Bekannte meines Mannes (selbst depressiv), auch aus der Klinik.
🙈 Irgendwie gibt es eine gemeinsame Basis. Dabei ist es völlig egal ob man über ernste Themen und Probleme spricht, oder über belangloses, oder einfach nur etwas Schönes zusammen unternimmt.
Heutzutage ist es ja einfach in Kontakt zu bleiben. Aber auch wenn wir uns eine Weile nicht hören oder sehen ist gleich wieder eine Vertrautheit da. Dieses Gefühl kenne ich bei anderen Menschen nicht.
Komme übrigens auch aus dem Badischen...
Liebe Grüße