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Auf Verschleiß gefahren

sonnenbarke

sonnenbarke

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Hallo,grüßt euch
ich melde mich aus meiner regulären Tätigkeit, Anfang des Monats habe ich die Wiedereingliederung beendet. Ich merke, dass mir die Arbeitsbelastung noch sehr schwer fällt. Ich bin direkt auch wieder mit Plusstunden geplant. An manchen Tagen bin auch zuversichtlich und die Arbeit geht mir leicht von der Hand. Kommt ein kleiner Konflikt oder eine Kritik dazu, falle ich zusammen wie ein Kartenhaus. ich glaube, mein Nervensystem reagiert immer noch sehr empfindlich auf zu viele Reize, das merke ich an meinem Schlaf und der Stimmung.

Man ist nur solange gut, wie man ausbeutbar ist. Unterstützung gibt es nicht. Das Team ist immer noch nicht aufgestockt worden. Heute wurde ich angerufen, ob ich einspringen kann. Ich habe nein gesagt. Ich habe gerade einen 10 Tage Arbeitsblock hinter mir.
Ich frage mich, ob es wohl ein Fehler war, wieder zurück in die Pflege zu gehen. Jedenfalls brauche ich dringend ein dickes Fell und ein Gemüt wie ein Fleischerhund. Sonst ist es nur eine Frage der Zeit, bis ich wieder auf der Nase liege.
Wie kann ich mich schützen und abgrenzen?
LG
Sonnenbarke

29.07.2021 10:11 • x 2 #1


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Ylvi13

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Zuerst einmal. . . ich habe grossen Respekt vor Menschen, die in der Pflege arbeiten.
Ich denke, es ist ganz wichtig " nein " zu sagen. Nein immer dann, wenn man spürt, dass die eigenen Grenzen erreicht sind, besser noch ein bisschen vorher. Wenn du dich selber sehr genau beobachtest und nachspürst wann was zuviel ist, wirst du deine eigenen Grenzen herausfinden. Die Jacke muss dir näher sein als die Hose. Das hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern ist reinste Selbstfürsorge.
Es wird einige Zeit brauchen, aber der Anfang ist mit deinem Nein zum Einspringen gemacht.
Ich glaube, für Menschen die aus Überzeugung in der Pflege arbeiten, ist es kein Fehler in die Pflege zurückzugehen . . . wenn sie auf sich selbst acht geben.

29.07.2021 12:18 • x 2 #2



Hallo sonnenbarke,

Auf Verschleiß gefahren

x 3#3


EmptyLife

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Zitat von sonnenbarke:
Jedenfalls brauche ich dringend ein dickes Fell und ein Gemüt wie ein Fleischerhund. Sonst ist es nur eine Frage der Zeit, bis ich wieder auf der Nase liege.
Wie kann ich mich schützen und abgrenzen?

Indem du dich nicht zu etwas zwingst, was deinen Fähigkeiten und dir als Mensch widerspricht. Du hast nun mal kein dickes Fell und auch kein Gemüt wie ein Fleischerhund. Du solltest dir eine Beschäftigung suchen, die zur dir passt und dich nicht verändern, damit du zum Job passt.
Das sind meine Gedanken dazu.

29.07.2021 13:50 • x 4 #3


Quest

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Hallo, hier ein Leidensgenosse.

ich bin zur Zeit wegen Burn Out krank geschrieben und mache mir auch Gedanken wie es mit mir weitergehen soll.
Ich habe mir folgende Dinge überlegt:
1. ich habe hier ein Pflegeheim welches Fußläufig zu erreichen ist. Daraus resultiert bedeutend mehr Freizeit für mich da schneller zu Hause. Und wenn ich einspringen sollte dann nur für halbe Dienste (Ich komme zur Grundpflege und dann bin ich wieder weg....)

oder

2. Zeitarbeit. Ich weiß, hat einen sehr schlechten Ruf ABER nicht für uns als Pflegekraft. Ich habe hier eine Zeitarbeitfirma welche ähnlich gut zahlt wie mein momentaner Arbeitgeber (öffentlicher Dienst) bei weniger Wochenarbeitszeit. Zusätzlich bin ich freier und unabhängiger was meine Urlaubsplanung betrifft!

Keine Ahnung was ich machen werde, meine Therapeutin hat mir gesagt ich solle erstmal noch mehr runter kommen und dann erst eine Entscheidung treffen.

Ansonsten: Kopf hoch und einen ruhigen Dienst!

Edit: Ich sehe gerade Du bist auch aus dem Ruhrgebiet, dann weißt Du vermutlich welche Zeitarbeitfirma ich meine

02.08.2021 12:04 • x 2 #4


sonnenbarke

sonnenbarke

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Hallo Quest
wir hatten auch schon viele Kollegen aus der Zeitarbeit bei uns. Der Verdienst scheint ok zu sein, aber fast alle können von echten Horroreinsätzen berichten. Das Gute ist, sie können bei ihren Vorgesetzten Bescheid sagen und werden abgezogen.
Ich hätte Probleme damit, mich ständig auf ein neues Arbeitsumfeld einzustellen. Viele machen das auch ganz gezielt für einen überschaubaren Zeitraum, zB neben dem Studium.
Ich habe das Gefühl, in der Pflege wird es immer schlimmer. Corona hat die Situation keinesfalls verbessert.
LG
Sonnenbarke

04.08.2021 19:25 • #5


Quest

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Ich will Dich ja nicht bekehren oder so etwas, ich hatte und habe immer noch große Bedenken bezüglich Zeitarbeit aber

Zitat von sonnenbarke:
... aber fast alle können von echten Horroreinsätzen berichten.


bist Du zur Zeit nicht auch im Horror?
Du kommst gerade aus dem BurnOut und wirst direkt in Überstunden gejagt.... Deine Kollegen nehmen keine Rücksicht und die Geschäftsführung kümmert sich nicht darum das der Pflegeschlüssel nicht eingehalten wird.....

Bist Du bei der Zeitarbeit ändert sich etwas
- Du kannst zwar auf einer Horror Station kommen, es berührt Dich aber weniger, weil es nicht Deine Station ist. Wenn es Deine Station ist reißt man sich immer noch etwas mehr den A.... auf um alle glücklich zu machen. Du hast meist das Bedürfniss das beste für das Haus zu machen usw. Als Zeitarbeiter/in machst Du deinen Job und gehst nach Hause.
- Du kannst Deinen Urlaub frei Planen und musst bedeutend weniger Rücksicht auf Dein Team geben, das gleiche gilt für Überstunden
- Wenn Du krank werden solltest, lässt Du dein Team, Deine BEwohner, Deine PAtienten nicht hängen (siehe oben, Deine Station)

Ich weiß nicht ob ich in die Zeitarbeit gehen soll, aber ich habe mich damit offen, ohne Vorurteile (die hat ja eigentlich fast jeder) damit beschäftigt.

Ich wünsche DIr alles Gute!

05.08.2021 08:48 • x 1 #6

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