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Arbeitsplatz nach Krankheit besetzt 40 GDB - was tun?

Reiner

Reiner

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Hallo
nach über einjähriger Krankheit kommt nun die Wierdereingliederung.
Jedoch ist mein Arbeitsplatz durch einen neu eingestellten Mitarbeiter besetzt und mein Chef möchte mir den Arbeitsplatz nicht zurück geben.
Obwohl mein Arbeitsplatz nur 3 min entfernt ist soll ich nun 40 km zum Hauptsitz der Firma fahren.
Ich habe einen GDB von 40% und bin Gleichgestellt.
Was kann ich tun? Ist mein Chef im Recht?
Vielen Dank für eure Hilfe.

24.01.2019 02:42 • #1


Alexandra2

Alexandra2

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Hallo Reiner,
Dein Arbeitgeber hat Direktionsrecht, darf anweisen.
Er darf Arbeitnehmer aber nicht ungleich behandeln. Und hier sehe ich das Problem: er benachteiligt Dich, wenn er nur Dir diese Arbeitsveränderung abverlangt,
und es kommt darauf an was im Arbeitsvertrag steht: Berufsbezeichnung oder vager Begriff wie z. B. Angestellter. Der Arbeitsplatz muss übereinstimmen mit Deiner Berufszeichnung und diese impliziert spezifische Tätigkeiten, die vielleicht nur am alten Arbeitsplatz erbracht werden kann.
Und dann ist noch offen, ob es ein BEM gegeben hat, was die Schwerbehindertenvertretung dazu sagt. Beim Amt, das den GdB bescheinigt hat, gibt es auch Sprechstunden für arbeitsbezogene Fragen.
Es gibt viele Unwägberkeiten, ein Betriebsrat, eine Gewerkschaft bzw. VdK/ SoVD kann genaueres dazu sagen.

24.01.2019 17:08 • #2


Ex-Mitglied

Gruezi,
auf der bisherigen Stelle warst du als Fahrer eingesetzt und in der neuen Stelle nicht mehr? Ein generelles Anrecht auf genau die selbe Tätigkeit nach einer längeren Erkrankung ist rechtlich nicht bindend sofern im Arbeitsvertrag nicht klar definiert, nur das der AG dich weiterbeschäftigen muss, darf, kann obwohl das natürlich viel aussagt, wenn die dich 40km entfernt einsetzen wollen. Du bist beim ÖD beschäftigt?

24.01.2019 17:11 • #3


Reiner

Reiner


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Moin
Danke für eure Antworten. Ja im Arbeitsvertrag steht der allgemeine Begriff Kraftfahrer und es steht auch drin das er mich woanders einsetzen darf. Aber das steht auch bei den anderen Mitarbeiter drin. Bleibt mir wohl nichts anderes übrig. Mein Chef will mich los werden. Die LVA würde eine Umschulung für das Büro bezahlen aber das will mein Chef nicht.

25.01.2019 10:26 • #4


Alexandra2

Alexandra2

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Hallo Reiner, nicht so schnell aufgeben. Geh zur Gewerkschaft und zur Beratung beim Amt, das die Behinderung bescheinigt hat. Vielleicht lässt sich noch was machen.
Viel Glück

25.01.2019 10:51 • #5


Reiner

Reiner


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Okay Danke für eure Hilfe ich werde es versuchen bei 1700 Mitarbeiter in ganz Deutschland wird doch wohl was zu machen sein
LG Reiner Völke

25.01.2019 11:35 • #6


Alexandra2

Alexandra2

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Hallo Reiner,
Meldest Du Dich, um zu berichten, wie es ausging? Ich glaubt dafür interessieren sich einige. Vielen Dank!

25.01.2019 12:45 • #7


Reiner

Reiner


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Ja kein Problem mache ich Montag werde ich erst einmal alle Ämter befragen. Euch nochmal vielen Dank und schönes Wochenende.
LG Reiner

25.01.2019 14:11 • #8


Driver64

Driver64

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Sozialverband VDK Beitreten, die kümmern sich um sowas.

25.01.2019 16:28 • #9


Albarracin

Albarracin

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Hallo Reiner,

schon seltsam, wer hier alles ohne jegliche Ahnung arbeitsrechtliche Ratschläge erteilt.
Du solltest so schnell wie möglich Kontakt zu dem für Dich örtlich zuständigen Integrationsfachdienst aufnehmen.
Die können Dich bei den anstehenden Auseinandersetzungen mit Deinem AG unterstützen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Integrationsfachdienst
Der Rat mit den "Ämtern" ist völliger Quatsch. Die haben keinerlei Zuständigkeit und erst recht keine Kompetenz in arbeitsrechtlichen Dingen - einzige Ausnahme: das Integrationsamt.

Du solltest in einem Betrieb Deiner Größe im Betrieb eine Schwerbehindertenvertretung (SBV) haben. Das ist der zuständige Ansprechpartner für konkrete betriebliche Probleme.
Nach so langer Krankheitsphase muß Dein AG ein sog. BEM ("betriebliches Eingliederungsmanagement") anbieten. In diesem BEM müssen Deine Leistungsfähigkeit und konkrete Einschränkungen sowie Deine beruflichen Perspektiven geklärt werden. Das BEM ist Pflicht gem. § 167 Abs. 2 SGB IX.
Ein Ergebnis dieses BEM kann zB sein, daß der AG Deine neu eingestellte Vertretung versetzen muß.
Denn du hast ggü. Deinem AG als gleichgestellter Mensch spezielle gesetzliche Rechte gem. § 164 Abs. 4 SGB IX:
https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_.__164.html
Bei diesem BEM können Dich SBV und auch IFD unterstützen und begleiten.

Vom VdK kann ich nur abraten. Besser wäre nach meiner Erfahrung eine Gewerkschaftsmitgliedschaft in einer DGB-Gewerkschaft. Dort hast du mit Deinem Beitrag Rechtsschutz in Arbeits- und Sozialrecht.

03.02.2019 21:13 • #10


Alexandra2

Alexandra2

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Hallo Albarracin,
Wen/ was meinst Du ohne arbeitsrechtliche Erfahrungen? Ich fühle mich angesprochen.
Das Integrationsamt war gemeint.
Alle Äußerungen von mir habe ich genauso erlebt. Dazu gehörte eine spezielle rechtsanwaltliche Beratung für Behinderte, bezahlt von der Antidiskriminierungsstelle und Beratung von Juristen (Gewerkschaft) sowie Betriebsrat.
Weil dies hier eine Laienplattform ist, kann inhaltlich mal etwas quer laufen. Daß das korrigiert wird, versteht sich von selbst.
Aber gehe bitte davon aus, dass es sich um Erfahrungen handelt. Die genauso abgelaufen sind.
Danke

03.02.2019 22:20 • x 1 #11


Reiner

Reiner


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Hallo vielen Dank für eure Ratschläge und Tipps. Ich werde wohl ein Anwalt einschalten müssen. Dafür habe ich ja meine Rechtschutzversicherung. Vorher werde ich aber noch beim Integrationsamt anrufen. Danke euch ich werde euch auf den Laufenden halten.
LG Reiner

04.02.2019 10:44 • #12




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